10In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? 11Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
12Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. 13Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
14An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. 15Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
16Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. 17Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

„Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben“ (Mt 13, 12)

Ich machte gerade meinen Rundgang in der Schöpfung und Erlösung. Meine geringe Intelligenz machte dort Halt, als das anmutige Jesuskindlein gerade aus dem Schoß der Mutter hervortrat und sich in die Arme der Himmlischen Mama warf.
Da Es das Bedürfnis nach dem ersten Liebeserguss verspürte, schlang Es seine kleinen Arme um den Hals der Mutter und küsste Sie.
Auch die Göttliche Königin empfand den Wunsch, ihr Herz zum ersten Mal dem Göttlichen Kind in Liebe auszuschütten und gab Ihm ihren Kuss als Mutter mit so großer Zuneigung zurück, dass Sie ihr Herz gleichsam aus ihrer Brust entrissen werden fühlte.
Dies waren die ersten Liebesergüsse zwischen Mutter und Sohn. Ich dachte mir: ‘Wer weiß, wie viele Güter Sie doch in diesem Liebeserguss einschlossen!’ Da erschien mein süßer Jesus als kleines Baby, das gerade seine Mama küsste und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wie groß war mein Verlangen, Mich bei meiner Mama auszugießen! Tatsächlich war alles, was unser Höchstes Wesen tat, nichts anderes als ein Liebeserguss, und Ich konzentrierte in der Jungfräulichen Königin unsere ganze Liebesausgießung, die Wir in der Schöpfung wirkten.
Da nämlich mein Göttlicher Wille in Ihr war, konnte Sie diesen unseren so gewaltigen Liebeserguss mit meinem Kuss aufnehmen und ihn Mir erwidern. Denn nur die Seele, die in meinem Göttlichen Willen lebt, konzentriert in sich selbst den fortgesetzten Akt der ganzen Schöpfung und die Bereitschaft, ihn in Gott zurück zu ergießen.”
„Der Seele, die meinen Göttlichen Willen besitzt, kann Ich alles geben, und sie kann Mir alles geben – umso mehr, als die Schöpfung, die Wir in einem Liebeserguss hervorbrachten, um sie dem Menschen zu geben, andauert und stets bleiben wird. Wer in meinem Göttlichen Willen lebt, befindet sich gleichsam in unserem eigenen Haus und empfängt diese unsere fortgesetzte Ausgießung mit dem fortgesetzten Akt der ganzen Schöpfung.
Um sie nämlich so zu erhalten, wie Wir sie erschaffen haben, ist es so, als wären Wir stets dabei, sie zu erschaffen und zum Geschöpf zu sagen: ‘Dieser unser Liebeserguss, in dem Wir so viele Dinge geschaffen haben, sagt dir: ‘Ich habe dich geliebt, Ich liebe dich und werde dich immer lieben.’
Und die Seele, die sich von unserem Göttlichen Willen beherrschen lässt, schüttet auf den Flügeln meines Willens ebenfalls ihr Herz aus, da sie diesen unseren so gewaltigen Liebeserguss nicht einschließen kann und wiederholt Uns unseren eigenen Refrain: ‘In deinem Willen habe ich Dich geliebt, liebe ich Dich und werde Dich immer, immer lieben.’
Sind nicht alle geschaffenen Dinge in der Tat Liebesausschüttungen, die unser Fiat als erster dem Geschöpf bewiesen hat? Eine Liebesausgießung ist der azurblaue Himmel, der sich stets sternenübersät ausdehnt, ohne je seine frische Farbe zu verlieren oder sich zu ändern. Dadurch ist er ein Ventil für unsere ununterbrochene Liebe zum Geschöpf.
Ein Liebeserguss ist die Sonne, die unsere ständige Liebe ausgießt, indem sie die ganze Erde mit Licht füllt, und all die unzähligen Wirkungen, die sie hervorbringt, sind ständige und wiederholte Ausgießungen, die sie dem Geschöpf bezeugt.
Ein Liebeserguss von Uns ist das Meer, das in seinem Gemurmel seine riesigen, bald friedlichen, bald stürmischen Wellen wiederholt. Die vielen Fische, die es hervorbringt, sind nichts anderes als unsere ständigen Liebesergüsse.
Ein Erguss unserer Liebe ist die Erde, und wenn sie aufreißt, um Blumen, Pflanzen, Bäume und Früchte hervorzubringen, setzt unsere Liebe ihre glühende Ausgießung fort. Mit einem Wort, es gibt kein einziges von Uns erschaffenes Ding, in dem Wir nicht ständig unsere Liebe ausgießen würden.
Doch wer ist dieser so vielen Ausgießungen gewahr? Wer fühlt sich erfüllt von unserer schöpferischen Kraft und kann gleichsam mit eigenen Händen unsere unauslöschlichen Flammen greifen, sodass er schließlich auch das Verlangen empfindet, seinem Schöpfer mit seinen eigenen Liebesergüssen zu vergelten? Jene Seele, die in unserem Göttlichen Fiat lebt: für sie dauert die Schöpfung an.
Sie verspürt die Macht unserer schöpferischen Kraft, die in ihr wirkt und sie mit eigenen Händen greifen lässt, wie ihr Schöpfer ständig aus Liebe zu ihr erschafft und die Seele seine ununterbrochenen Liebesergüsse fühlen lässt, damit die Seele Ihm dafür vergelte.
Doch wer beschreibt dir unsere Freude, wenn Wir sehen, dass das Geschöpf, das unser Göttliches Fiat besitzt, diese unsere Liebesausschüttungen annimmt und anerkennt?
Und wenn die Seele – da sie die überschwängliche Liebe unserer göttlichen Ausgießungen nicht fassen kann – ihren eigenen Liebeserguss für ihren Schöpfer in unserem Liebeserguss selbst ausschüttet?
Dann fühlen Wir uns gleichsam für alles abgegolten, was Wir in der Schöpfung getan haben, und hören sie in ihrem Delirium der Liebe zu Uns sprechen: ‘Anbetungswürdige Majestät, wäre es in meiner Macht, so würde auch ich für Dich einen Himmel, eine Sonne, ein Meer erschaffen, und alles, was Du gemacht hast.
Damit möchte ich Dir sagen, dass ich Dich mit deiner eigenen Liebe und deinen eigenen Werken liebe, denn eine untätige Liebe kann man nicht Liebe nennen.
Doch da dein Göttlicher Willen mir alles schenkte, was Du erschaffen hast, gebe ich es Dir zurück, um dir zu sagen: ‘Ich liebe Dich – ich liebe Dich.’
So kehrt die Harmonie, der Austausch der Gaben und die Ordnung wieder zwischen Schöpfer und Geschöpf zurück, wie Gott es bei der Schöpfung festgesetzt hat.
Du sollst nun wissen, dass der Mensch, als er den eigenen Willen tat, die Ordnung und Harmonie verlor, sowie den Anspruch auf das Geschenk der Schöpfung.
In der Tat, nur einem Menschen, in dem mein Göttlicher Wille regiert, Welcher der Schöpfer der ganzen Schöpfung ist, in Der Er herrscht und die Ihm gehört, gibt Er sie zu Recht.
Eine Seele aber, in der Er nicht regiert, kann man als Eindringling in seine Werke bezeichnen. Sie kann daher weder Besitzerin [der Schöpfung] sein, noch Gott das geben, was ihr nicht gehört, noch alle Liebesergüsse wahrnehmen, die es in der Schöpfung gibt, da sie nicht unseren Göttlichen Willen besitzt, der ihr seine Liebesgeschichte erzählen würde.
Ohne unseren Göttlichen Willen ist der Mensch der wahre Ignorant seines Schöpfers, [einer, der seinen Schöpfer nicht kennt], der kleine Schüler ohne Lehrer.
O wie schmerzt es Uns, den Menschen ohne unser Fiat zu sehen! – Umso mehr, da unsere Schöpfung unser Sprachrohr ist und dem Menschen unsere liebevollen Küsse und Umarmungen bringt.
O, wie stark nahm meine Menschheit all dies wahr, als sie auf Erden lebte! Als ich nach draußen ging, gab Mir die Sonne den Kuss, den mein eigener Wille in ihr Licht hineingelegt hatte, damit sie ihn den Geschöpfen gebe.
Der Wind ließ Mir die Liebkosungen und Umarmungen zuteilwerden, die mein eigener Göttlicher Wille in ihm hinterlegt hatte. Die ganze Schöpfung ist voller göttlicher Charismen als Geschenk für die Geschöpfe.
Meine Menschheit empfing und erwiderte sie alle, um so vielen jahrhundertelang zurückgehaltenen Küssen, abgewiesenen Umarmungen und nicht erkannter Liebe freien Lauf zu lassen.
Da nämlich mein Göttlicher Wille nicht an der Herrschaft war, war der Mensch unfähig, das Gute zu empfangen, das mein Wille selbst in die ganze Schöpfung gelegt hatte.
Meine Menschheit, die meinen Göttlichen Willen besaß, verschaffte Ihm das erste Ventil und empfing und erwiderte all das, was mein Göttlicher Wille in die gesamte Schöpfung gelegt hatte.
Deshalb feierten alle Dinge in festlicher Freude, wenn Ich ins Freie trat, und wetteiferten darin, Mir das zu geben, was sie besaßen.
Sei deshalb aufmerksam, und lass dir nur das eine angelegen sein, nämlich in meinem Göttlichen Willen zu leben, wenn du lebendig empfinden möchtest, was dein Jesus dir über sein Höchstes Fiat erzählt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 28. September 1929)

„Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören“ (Mt 13, 16)

… „Meine Tochter, wer alle Beziehungen zwischen Schöpfer und Geschöpf kennen, und seine Bande instand halten möchte, muss meinen Göttlichen Willen in sich selbst mit absoluter Herrschaft regieren lassen; denn da sein Leben in der ganzen Schöpfung präsent ist, wird diese Seele ein einziges Leben für alle geschaffenen Dinge bilden.
Da das Leben eines ist, wird sie die Sprache der Schöpfung und die Beziehungen mit ihrem Schöpfer verstehen. Jedes geschaffene Ding spricht von seinem Schöpfer und besitzt die lesbaren Buchstaben meines Göttlichen FIAT.
Doch weißt du, wer fähig ist, ihre Stimme zu vernehmen, ihre himmlische Sprache zu verstehen und die göttlichen Buchstaben zu lesen, die in jedes geschaffene Ding eingeprägt sind? Wer meinen Willen besitzt!
Er hat das Gehör, um ihre Stimme zu vernehmen und die Intelligenz, um sie zu verstehen, Augen, um die göttlichen Buchstaben zu lesen, die der Schöpfer mit so viel Liebe jedem geschaffenen Ding einprägt.
Wer indessen meinen Willen nicht herrschen lässt, gleicht einem Tauben, der nicht hört, einem Schwachsinnigen, der nicht versteht, einem, der nicht vielfältige Sprachen studiert hat und daher nichts vom Gesagten versteht.
So muss man auch, um die Beziehungen zwischen Erlöser und Erlösten aufrecht zu halten und zu erkennen, mein Leben, jedes meiner Worte, Werke, Schritte, Herzschläge und Leiden studieren – welches alle Bande darstellten, mit denen Ich alle Erlösten zu binden kam.
Doch wer bleibt verbunden? Wer mein Leben studiert und Mich nachzuahmen sucht; wenn er Mich nachahmt, bleibt er mit meinen Worten, Werken, Schritten usw. verbunden, empfängt das Leben dieser meiner Akte und wird das Gehör besitzen, um alle meine Lehren zu vernehmen, den Geist, um sie zu verstehen, und Augen, um alle Buchstaben zu lesen, die Mir eingeprägt waren, als Ich zur Erlösung des Menschengeschlechtes kam.
Wenn die Seele dies nicht tut, werden die Buchstaben der Erlösung unleserlich für sie sein und wie eine fremde Sprache bleiben, und die Beziehungen und Bande der Erlösung werden nicht in Kraft sein. Das Geschöpf wird immer wie ein Blindgeborener hinsichtlich aller unserer Güter sein, mit denen Wir es bereichern wollen.
Wer alle Beziehungen und Bande der Heiligkeit kennen und empfangen will, muss den Heiligmacher lieben, und der Heilige Geist überströmt den mit seinen Flammen, der wahrhaft liebt und bindet ihn mit den Beziehungen seiner Heiligkeit.
Ohne Liebe gibt es keine Heiligkeit, da die Bande der wahren Heiligkeit bereits zerbrochen sind.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 12. Juni 1927)

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Ich beginne stets von vorne in den Akten des Göttlichen Willens zu kreisen. Während ich scheinbar seine Werke durchwandert und die ganze Schönheit, Heiligkeit und die unendlichen Güter verstanden habe, die sie umfassen, komme ich mir beim nächsten Rundgang wie eine Analphabetin, eine kleine Unwissende vor.
Ich sehe, dass es bei den Werken des Höchsten Willens noch immer so viel zu verstehen, zu erhalten und zu lernen gibt. Doch als mein kleiner Intellekt wie entzückt die Pracht seiner Werke betrachtete, besuchte Jesus, mein Himmlischer König, meine arme Seele und sagte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, all meine Werke enthalten unendliche Werte und Güter. Während du nun glaubst, alles verstanden zu haben, bemerkst du, wenn du von neuem mitten unter unsere Werke zurückkehrst, dass dir noch viel mehr bleibt, was du erst begreifen musst.
Dies ist so, weil das Unendliche nicht vom Endlichen eingeschlossen werden kann. Das Geschöpf kann sich höchstens anfüllen, doch die ganze Unendlichkeit einzuschließen, ist ihm unmöglich.
Da nun dein Intellekt begrenzt ist, erschöpft er sich vor dem Unendlichen. Er füllt sich an und hat scheinbar alles verstanden, doch das stimmt nicht.
Vielmehr hat er, da er schon voll ist, keinen Platz mehr, wo er weitere göttliche Erkenntnisse verwahren könnte. Doch wenn die Seele diese dann ‚widerkäut‘ und meditiert, bereitet sie in ihrem Verstand einen neuen kleinen Platz und findet, wenn sie wieder mitten unter unseren Werken ist, erneut etwas, das sie nehmen und lernen kann.
So wirst du dich vor der Pracht unserer göttlichen Werke stets als Analphabetin fühlen. Du musst wissen, dass Wir sowohl in alle Werke der Schöpfung wie auch der Erlösung die Fülle des Glückes, des Lichtes, der Gnade, Güte und aller anderen göttlichen Eigenschaften hineingelegt haben. All diese Vorrechte waren im Akt, sich über das Geschöpf zu ergießen, um es glücklich zu machen.
Die Seligkeit unserer Werke erfüllt alle, die sich ihnen nähern, um sie zu verstehen, wie eine himmlische Luft mit Duft und göttlichem Balsam. Unsere Werke fließen über und teilen die unendlichen Güter mit, die sie besitzen.
Wir stellten mittels unserer Werke das Geschöpf unter die Ausströmung unserer Glückseligkeit, um es glücklich zu machen; doch da die Seelen nicht näherkommen, um sie zu verstehen, sind sie unglücklich und nehmen die giftige Luft ihres menschlichen Willens wahr.
Niemand arbeitet mit der Absicht, unglücklich zu werden oder Unglück zu bringen und nicht den Gewinn und das Gute aus seinem Werk zu ziehen – umso mehr das Höchste Wesen, welches alles geschaffen hat, damit es für die Geschöpfe eine Treppe der Glückseligkeit bilde.
Jetzt ist es unsere einzigartige Freude, das Geschöpf inmitten unserer Werke zu sehen, damit es sich mit ihnen vereinige, sie genieße und verstehe und daraus die Norm für sein Handeln inmitten der Werke meines Willens ableite.
Und da unser Wille keine unähnlichen Dinge zu tun vermag, wiederholt Er im Geschöpf das Faksimile unserer Werke.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 20. November 1932)