24In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
26Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
28Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus.
30Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte“ (Mt 13,24)

Nachdem ich darüber meditiert hatte, dass einer, der Gutes aussät, Gutes ernten, und wer Laster aussät, Übel ernten wird, dachte ich darüber nach, was ich in meiner Lage, meinem Elend und meiner Unfähigkeit aussäen könnte.
Da fühlte ich, wie ich mich sammelte und hörte in meinem Inneren:
„Die Seele muss mit ihrem ganzen, gesamten Wesen Guten aussäen. Die Seele hat eine mentale Intelligenz und diese muss sie einsetzen, um Gott zu verstehen, um stets das Gute zu denken, in ihren Geist nie einen schlechten Samen eindringen zu lassen – dies bedeutet, Gutes mit dem Verstand auszusäen.
Dasselbe gilt für den Mund: sie darf nie schlechten Samen ausstreuen, d.h. schlechte Worte, die eines Christen unwürdig sind, sondern immer heilige, nützliche, gute Worte sprechen – dies bedeutet Gutes mit dem Mund auszusäen; mit dem Herzen sodann darf sie nur Gott lieben, Ihn ersehnen, ihr Herz für Ihn schlagen lassen, zu Ihm hinstreben – dies bedeutet, Gutes mit dem Herzen auszustreuen. Mit den Händen muss sie heilige Werke tun, mit den Füßen den Beispielen Unseres Herrn folgen – dies sind weitere gute Samen.“
As ich das hörte, dachte ich mir: „So kann ich auch in meiner Situation Gutes säen, obwohl ich äußerst elend bin.“ Ich dachte aber mit einer gewissen Furcht daran wegen der Rechenschaft, die der Herr von mir verlangt – ob ich Gutes ausgesät habe; da hörte ich Ihn in meinem Inneren wiederholen:
„Meine Güte ist so groß, dass Mir jene sehr weh tun, die Mich als streng, sehr fordernd und rigoros hinstellen. Welche Kränkung tun sie meiner Liebe an!
Ich werde von ihnen nur Rechenschaft fordern über das kleine Stück Erdreich, das Ich ihnen gegeben habe, und nur darum werde Ich Rechenschaft verlangen, um ihnen die Frucht ihrer Ernte zu geben: Ich werde sie dem Verstand geben, denn je mehr er Mich im Leben begriffen hat, umso mehr wird er Mich im Himmel begreifen, und mit umso größerer Wonne und Seligkeit wird er überflutet werden; Ich gebe dem Mund die Ernte der verschiedenen göttlichen Geschmacksrichtungen, und seine Stimme wird über allen anderen Seligen im Einklang sein; Ich werde den Werken die Ernte meiner Gaben verleihen, und so ist es mit allem Übrigen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 19. August 1908)

„Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?“ (Mt 13, 27)

… „Meine Tochter, bei der Erschaffung des ersten Menschen setzte Ich den Anfang für die Erschaffung der Menschheit; nachdem Ich seinen Leib erschaffen hatte, flößte Ich ihm mit meinem allmächtigen Atem die Seele ein, und mit einem zweiten Hauch von Mir flößte Ich Mich selbst sozusagen tief in den Menschen ein, um ihn zu stützen, zu beherrschen und in Sicherheit zu bewahren.
So stellte dieser Mensch ein Königreich für Mich dar, in dem Ich als König meine Grenzen ausdehnen könnte. Meine Freude erreichte ihren Höhepunkt, als Ich in diesem Menschen die beinahe endlose Generation vieler anderer Wesen sah, die Mir so viele weitere Reiche bieten würde, als Geschöpfe das Licht der Welt sehen sollten, wo Ich herrschen und in denen Ich meine göttlichen Grenzen ausbreiten sollte.
Alle Schätze der anderen Reiche sollten überfließend sein zur Herrlichkeit und Ehre des ersten Reiches, welches das Haupt aller anderen und gleichsam der primäre Akt der Schöpfung sein sollte.
Doch als der Mensch sich von meinem Willen zurückzog, endeten meine und seine [Königs]Herrschaft; nicht nur das, sondern er trat Mich mit Füßen und setzte sich selbst an meine Stelle, um statt Mir zu herrschen, machte sich zum Götzen und bildete die Herrschaft der Laster, des Elends und der Katastrophen.
Meine Freude erstarb, kaum dass sie entstand und verwandelte sich in Schmerz. Du siehst, alles Übel lag nur darin, dass er sich von meinem Willen zurückzog…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 9. September 1922)

„Last beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune“ (Mt 13,30)

Jesus wird mit Dornen gekrönt, als Spottkönig behandelt, unerhörten Quälereien und Beschimpfungen ausgesetzt. Er aber sühnt in besonderer Weise für die Sünden des Stolzes. Gehen wir den Gedanken des Hochmuts aus dem Weg?
Schreiben wir Gott das Gute zu, das wirtun, halten wir uns für geringer als alle anderen? Ist unser Geist entäußert von sündhaften Gedanken, um der Gnade Raum zu gewähren? In vielen Fällen geben wir der Gnade kein Asylrecht, weil wir den Kopf von anderen Gedanken voll haben.
Ist aber unser Geist nicht von Gott erfüllt, sind wir selbst daran schuld, wenn der Dämon uns belästigt, da wir ja selbst die Versuchung schüren.
Ist hingegen unser Geist mit Gott erfüllt, dann findet der Teufel, wenn er sich uns nähert, keinen Anhaltspunkt, der ihm dazu dienen könnte, unseren Versuchungen die von ihm beabsichtigte Richtung zu geben. In Schanden zieht er ab.
Denn heilige Gedanken haben eine solche Macht über ihn, dass, wenn er sich an uns heranschleicht, sie ihn wie mit Schwertstößen verwunden und in die Flucht schlagen. Zu Unrecht beklagen wir uns also, wenn unser Geist vom Geist der Finsternis belästigt und versucht wird.
Unsere geringe Wachsamkeit ist es, die ihn aufstachelt, uns anzufallen. Er späht die Regungen unseres Geistes aus, und wenn er sie im Geringsten von heiligen Gedanken entblößt sieht, greift er uns an.
Anstatt Jesus mit unseren heiligen Gedanken zu erquicken und ihm die Dornen aus dem Haupt zu ziehen, sind wir undankbar genug, sie ihm einzudrücken und ihn nur noch mehr die Stiche fühlen zu lassen.
So wird die Frucht der Gnade vereitelt, und das Wirken der heiligen Einsprechungen kann in unserem Geist nicht seinen freien Lauf nehmen. In vielen Fällen ist unsere Handlungsweise noch schlimmer.
Während wir unter den Belästigungen der Versuchungen seufzen, geraten wir, anstatt sie wie zu einem Bündel zusammenzuraffen und Jesus zu bringen, damit sie im Feuerofen seiner Liebe verzehrt werden, in Verwirrung, betrüben uns und stellen Betrachtungen über sie an.
So bleibt nicht nur unser armseliger Geist von den bösen Gedanken eingenommen, sondern unser ganzes Wesen wird geradezu von ihnen beherrscht. Da wäre ein Wunder notwendig, uns von solchen Vorstellungen freizumachen.
Jesus betrachtet uns durch seine Dornenkrone, ruft uns zu und scheint einem jeden von uns sagen zu wollen: „Mein Kind, du selbst bist schuld an deiner Niederlage, weil du dich nicht fest an mich halten willst.
Wärst du sofort zu mir gekommen, dann hätte ich dir geholfen, die lästigen Versuchungen zu überwinden, die der Teufel in deinen Geist hineingetragen hat, und ich hätte auf deine ersehnte Rückkehr nicht so lange warten müssen.
Ich habe Hilfe bei dir gesucht, um mich von so quälenden Dornen zu befreien, habe jedoch umsonst gewartet, weil du dich mit den Gedanken beschäftigt hast, die dir der Geist der Hölle vorgestellt hatte.
Wie viele Versuchungen hättest du weniger gehabt, wenn du unverzüglich in meine Arme geeilt wärst! Alsdann hätte der Teufel von dir abgelassen“. (Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi; Stunde von 9 bis 10 Uhr: Jesus mit Dornen gekrönt, verspottet und verhöhnt. Ecce homo! Von Pilatus zum Tode verurteilt)

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… „Meine Tochter, lege deine Hand auf dein Herz und sag deiner Mama, ob du deine Natur in Tugenden umgewandelt spürst oder ob du die Dornen der Ungeduld, das Unkraut der Gemütserregungen, die schlechten Launen der unheiligen Gefühle wahrnimmst?
Höre, lass deine Mutter machen, lege deinen Willen in meine Hände, entschlossen, ihn nicht mehr zu wollen, und ich werde dich vom Göttlichen Willen besitzen lassen, der alles aus dir verbannen wird; das, was du in vielen Jahren nicht gemacht hast, wirst du an einem Tag machen, der der Beginn des wahren Lebens, des Glücks und der Heiligkeit sein wird.“
Die Seele:
Heilige Mama, hilf deiner Tochter; besuche meine Seele und reiße all das, was du findest, was nicht Wille Gottes ist, mit deinen mütterlichen Händen aus mir; verbrenne die Dornen und das Unkraut, und rufe du selbst den Göttlichen Willen herbei, in meiner Seele zu herrschen. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 13. Tag)