13In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. 14Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
16Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. 17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

„Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“ (Joh 3,13-14)

(1) Eines Morgens – es war der Tag der Kreuzerhöhung – brachte mich mein lieber Jesus an die heiligen Stätten; zuerst sagte Er mir viele Dinge über den Wert des Kreuzes. Ich erinnere mich nicht mehr an alles, es ist kaum einiges:
(2) „Meine Geliebte, willst du schön sein? Das Kreuz gibt dir die schönsten Züge, die im Himmel wie auf Erden gefunden werden können, sodass Gott sich darin verliebt, der alle Schönheit in Sich enthält.“
(3) Jesus fuhr fort: „Willst du mit unermesslichen Reichtümern erfüllt werden – nicht für eine kurze Zeit, sondern für die ganze Ewigkeit? Gut dann, – das Kreuz wird dir all diese Arten von Reichtümern verleihen, von den kleinsten Cents, was die kleinen Kreuze sind, bis hin zu den größten Beträgen, den schwersten Kreuzen.
Und doch sind die Menschen so habgierig, einen zeitlichen Sold zu verdienen, den sie bald wieder hergeben müssen, und denken nicht daran, ewige „Münzen“ zu verdienen. Und wenn Ich aus Mitleid mit ihnen, der Ich ihre Sorglosigkeit um alles, was die Ewigkeit betrifft, sehe, ihnen gütig die Gelegenheit biete, [für den Himmel Schätze zu sammeln, indem Ich ihnen ein Kreuz gebe], dann werden sie wütend und beleidigen Mich, anstatt das Kreuz zu lieben.
Welch menschliche Torheit, sie scheinen es verkehrt zu verstehen. Meine Geliebte, im Kreuz sind all die Triumphe, alle Siege und die größten Gewinne, und du darfst kein anderes Ziel haben als das Kreuz, und es wird dir in allem genügen.
Heute will Ich dich zufrieden stellen; das Kreuz, das bisher nicht genügte, um dich auszustrecken, und dich vollständig zu kreuzigen, ist das Kreuz, das du bis jetzt getragen hast; aber da Ich dich ganz kreuzigen muss, benötigst du neue Kreuze, die Ich auf dich herabkommen lasse, daher werde Ich das Kreuz, das du bisher hattest, mit Mir in den Himmel nehmen, und es dem ganzen Himmlischen Hof als ein Pfand deiner Liebe zeigen; und Ich werde ein anderes, größeres vom Himmel herabsteigen lassen, um die brennenden Wünsche, die Ich mit dir habe, erfüllen zu können.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)

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Ich bin weiterhin in meinem armen Zustand, und der gebenedeite Jesus schweigt; als ich diesen Morgen mehr denn je bedrückt war, sprach Er bei seinem Kommen:
„Meine Tochter, es waren nicht meine Werke, noch mein Predigen, noch die Macht meiner Wunder, die Mich mit Klarheit als den Gott, der Ich Bin, erkennbar machten, sondern als Ich auf das Kreuz gelegt und auf ihm erhöht wurde wie auf meinem eigenen Thron, da wurde Ich als Gott anerkannt.
So hat allein das Kreuz der Welt und der ganzen Hölle geoffenbart, Wer Ich wirklich war. Alle waren erschüttert und erkannten ihren Schöpfer.
Daher ist es das Kreuz, das Gott der Seele offenbart, und erkennen lässt, ob die Seele wirklich von Gott ist. Man kann sagen, dass das Kreuz alle innersten Bereiche der Seele enthüllt und Gott und den Menschen offenbart, wer sie ist.“
Dann fügte Er hinzu:
„Auf zwei Kreuzen verzehre Ich die Seelen: eines ist das der Schmerzen, das andere ist jenes der Liebe. Und wie Mich im Himmel alle neun Chöre der Engel lieben, obwohl jeder seine besondere Aufgabe hat – wie z.B. der besondere Dienst der Seraphim die Liebe ist, und ihr Chor weiter vorne angeordnet ist, damit sie das Echo meiner Liebe empfangen können, sodass meine und ihre Liebe, einander [gleichsam mit Pfeilen] durchdringend, ständig übereinstimmen – so teile Ich den Seelen auf Erden ihre bestimmten Aufgaben zu:
aus manchen mache Ich Märtyrer des Leidens und aus manchen solche der Liebe, wobei beide [Arten] geschickte Meister sind, die Seelen zu opfern und sie meines Wohlgefallens würdig zu machen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. März 1901)

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… Und Jesus, der aus meinem Inneren hervortrat, brach in Schluchzen aus: ich hörte den Widerhall davon im Himmel und auf Erden. Aber als Er aufhörte zu schluchzen, trat ein Lächeln an dessen Stelle, das – so wie das Schluchzen zuvor – im Himmel und auf Erden ein Echo fand.
Ich war wie verzaubert und mein süßer Jesus sagte zu mir:
„Meine geliebte Tochter, nach so viel Leid, das Mir die Geschöpfe in diesen traurigen Zeiten bereiten, das Mich sogar zum Weinen bringt – und da es das Weinen Gottes ist, hallt es wider im Himmel und auf Erden – wird ein Lächeln den Himmel und die Erde mit Freude erfüllen.
Und dieses Lächeln wird sich auf meinen Lippen zeigen, wenn Ich die Erstlingsfrüchte erblicke, die Kinder meines Willens, die nicht in der menschlichen Sphäre, sondern in der göttlichen leben werden.
Ich werde sie alle geprägt sehen vom ewigen, unbegrenzten, unendlichen Wollen. Ich werde zusehen, wie dieser ewige Punkt, der sein Leben nur im Himmel hat, über die Erde strömt und die Seelen nach seinen unendlichen Prinzipien formt, und zwar mit dem göttlichen Wirken, mit der Vervielfältigung der Akte in einem einzigen Akt.
Und wie die Schöpfung vom FIAT ausging, so wird sie im FIAT vollendet werden. Also werden allein die Kinder meines Willens im Fiat alles erfüllen, und in meinem Fiat, das in ihnen Leben annehmen wird, werde Ich vollkommene Liebe, Ehre, Sühne, Dank und Lobpreis für alles und für alle erhalten.
Meine Tochter, die Dinge kehren dorthin zurück, von wo sie ausgegangen sind: Alles ging vom Fiat aus, und im Fiat wird alles zu Mir zurückkehren.
Es werden wenige sein, aber im Fiat werden sie Mir alles geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 7. Januar 1921)

„Damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat“ (Joh 3,15)

Diesen Morgen ließ Sich mein anbetungswürdiger Jesus gekreuzigt sehen, und nachdem Er mir seine Schmerzen übermittelt hatte, sagte Er mir: „Zahlreich sind die Wunden, die Mir während meiner Passion Leiden bereiteten, aber eines war das Kreuz.
Das bedeutet, dass es viele Wege gibt, auf denen Ich die Seele zur Vollkommenheit führe, doch nur einer ist der Himmel, in dem diese Seelen sich vereinigen müssen. Wenn also jemand diesen Himmel verfehlt, gibt es keinen anderen, der ihn ewig glückselig machen kann.“
Dann fügte Er hinzu: „Schau: eines ist das Kreuz, aber dieses Kreuz wurde aus verschiedenen Teilen Holzes gefertigt. Das bedeutet, dass der Himmel einer ist, aber dieser Himmel enthält verschiedene Plätze, die mehr oder weniger glorreich sind; und diese Plätze werden verteilt werden, entsprechend den mehr oder weniger schweren Leiden, die hier unten gelitten wurden.
O, wenn alle den Wert des Leidens kennen würden, sie würden untereinander wetteifern, wer mehr leiden wollte! Aber diese Wissenschaft wird von der Welt nicht erkannt, daher verabscheuen sie alles, was sie für die Ewigkeit reicher machen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 31. März 1899)

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16)

Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, kam mein anbetungswürdiger Jesus als Gekreuzigter und nachdem Er mir seine Leiden mitgeteilt hatte, sagte Er, während ich litt, zu mir:
„Meine Tochter, bei der Schöpfung, prägte Ich der Seele mein Abbild ein. Bei der Inkarnation gab Ich meine Gottheit und vergöttlichte dadurch die Menschheit.
Und da sich in diesem Akt, wo sich die Gottheit in der Menschheit inkarnierte, sie sich zugleich im Kreuz inkarnierte, sodass Ich vom Augenblick meiner Empfängnis an mit dem Kreuz vereint empfangen wurde, kann man sagen, dass genauso, wie mein Kreuz mit Mir in der Inkarnation im Schoß meiner Mutter vereint war, mein Kreuz genauso viele weitere Inkarnationen von Mir im Schoß der Seelen bildet.
Und wie das Kreuz meine Inkarnation in den Seelen bildet, ist das Kreuz die Inkarnation der Seele in Gott und macht in ihr alles zunichte, was von der Natur stammt, und die Seele füllt sich so sehr mit der Gottheit an, dass eine Art Inkarnation entsteht wird: Gott in der Seele und die Seele in Gott.“
Ich war wie bezaubert, als ich hörte, dass das Kreuz die Inkarnation der Seele in Gott ist und Er wiederholte:
„Ich sage nicht ‚Einheit’, sondern ‚Inkarnation’, denn das Kreuz dringt so tief in die Natur der Seele ein, dass die Natur selbst zum Schmerz wird, und wo Schmerz ist, da ist Gott, ohne dass man Gott und den Schmerz trennen könnte.
Das Kreuz, das diese Art von Inkarnation bildet, macht die Vereinigung noch stabiler, und die Trennung Gottes von der Seele ist beinahe so schwierig wie das Leiden von der Natur zu trennen, während bei der [bloßen] Vereinigung die Trennung leicht geschehen kann.
Es ist dabei immer zu verstehen, dass es nicht die Inkarnation selbst ist, sondern ein Gleichnis der Inkarnation.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 22. Dezember 1903)

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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ mich der süße Jesus einen Teil seiner Peinen und Tode erleiden, die Er für jedes Geschöpf gelitten hat. Aus meinen kleinen Leiden begriff ich, wie schrecklich und tödlich die Leiden Jesu gewesen waren. So sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, meine Leiden sind für die menschliche Natur unbegreiflich, und die Leiden meiner Passion selbst waren Schatten und Gleichnisse meiner inneren Leiden:
Meine inneren Leiden wurden Mir von einem Allmächtigen Gott auferlegt, und keine Faser konnte dem Schlag entrinnen; jene meiner Passion waren Mir von den Menschen auferlegt worden, die weder Allmacht noch Allsicht besaßen und daher nicht das tun konnten, was sie wollten, noch in alle meine einzelnen Fasern eindringen konnten.
Meine inneren Leiden waren inkarniert, und meine Menschheit selbst wurde in Nägel, Dornen, Geißeln, Wunden, in so grausame Martern umgewandelt, dass sie Mir ständige Tode bereiteten; diese waren untrennbar von Mir, bildeten mein eigenes Leben selbst.
Indessen waren jene meiner Passion außerhalb von Mir, es waren Dornen und Nägel, die eingetrieben werden, und – wenn man wollte – auch entfernt werden konnten; und der bloße Gedanke, dass ein Leid weggenommen werden kann, ist eine Erleichterung.
Doch meine inneren Leiden wurden von meinem eigenen Fleisch selbst gebildet, daher gab es keine Hoffnung, dass sie aus Mir entfernt werden noch dass die Schärfe eines Dornes oder die Durchbohrung der Nägel abgemildert werden konnte.
Meine inneren Leiden waren so schwer und so viele, dass Ich die Leiden meiner Passion [dagegen] Erleichterungen und Küsse nennen könnte, die sie meinen inneren Leiden gaben, und die, sich miteinander vereinigend, den höchsten Beweis meiner großen und überfließenden Liebe für die Rettung der Seelen erbrachten.
Meine äußeren Leiden waren Stimmen, die alle aufriefen, in den Ozean meiner inneren Leiden einzutreten, um ihnen verständlich zu machen, wie viel Mich ihre Rettung gekostet hat. Außerdem kannst du aus deinen eigenen inneren Leiden, die dir von Mir mitgeteilt werden, in etwa die ständige Intensität der Meinen verstehen.
Fasse daher Mut, es ist die Liebe, die Mich dazu drängt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 19. August 1922)

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… „Meine Tochter, hätte Ich die menschliche Undankbarkeit gegen meine so große Liebe in Betracht gezogen, so wäre Ich gleich wieder in den Himmel zurückgekehrt. Ich hätte also meine Liebe betrübt und verbittert und das Fest in Trauer verwandelt.
Willst du wissen, wie Ich meine größten Werke noch schöner mache? Mit dem Aufwand und der größten Pracht meiner Liebe lasse Ich alles beiseite, die menschliche Undankbarkeit, die Sünden, Armseligkeiten und Schwächen, und Ich lasse meinen größten Werken [freien] Lauf, als ob es diese Dinge nicht gäbe.
Wollte Ich das Böse im Menschen berücksichtigen, hätte Ich weder große Werke tun, noch meine ganze Liebe dabei ins Spiel bringen können. Ich wäre in meiner Liebe gehemmt und blockiert.
Um hingegen in meinen Werken frei zu sein und sie so schön wie möglich zu gestalten, stelle Ich alles zur Seite, und wenn nötig, decke Ich alles mit meiner Liebe zu, sodass Ich nichts sehe als meine Liebe und meinen Willen.
So gehe Ich bei meinen größten Werken vor und vollbringe sie, als hätte Mich niemand beleidigt, denn zu unserer Ehre darf nichts an der Zierde, Schönheit und Großartigkeit unserer Werke mangeln.
Daher wünsche Ich, dass auch du dich nicht mit deinen Schwächen, Armseligkeiten und Übeln befasst. In der Tat, je mehr man daran denkt, desto schwächer fühlt man sich, desto mehr erdrücken die Übel das arme Geschöpf, und das Elend zieht sich noch mehr um den Menschen zusammen.
Indem man an sie denkt, nährt die Schwachheit wieder die Schwachheit, und das arme Geschöpf fällt noch tiefer, die Übel gewinnen an Kraft, das Elend lässt es vor Hunger sterben. Denkt man hingegen nicht an sie, verschwinden sie von selbst.
Ganz gegenteilig verhält es sich mit dem Guten: ein Gut nährt das andere Gute, ein Akt der Liebe ruft nach weiterer Liebe, eine Hingabe an meinen Willen lässt neues göttliches Leben in sich fühlen.
Der Gedanke an das Gute bildet also die Nahrung und die Kraft, um weiteres Gutes zu tun. Daher will Ich, dass sich deine Gedanken nur damit befassen, Mich zu lieben und in meinem Willen zu leben. Meine Liebe wird dein Elend und all deine Übel verbrennen.
Mein Göttlicher Wille wird sich zu deinem Leben machen und sich deiner Armseligkeiten als Schemel bedienen, auf dem Er seinen Thron errichten kann.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 25. Dezember 1937)

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,17)

Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand und meditierte über die Passion des gebenedeiten Jesus. Er ließ sich als Gekreuzigter sehen und teilte mir einen kleinen Anteil seiner Leiden mit, wobei Er zu mir sprach:
„Meine Tochter, Ich wollte gekreuzigt und am Kreuze erhöht werden, damit die Seelen je nachdem, wie sie Mich [haben] wollen, Mich finden mögen.
Wenn Mich einer als Lehrer benötigt, weil er die Notwendigkeit fühlt, unterrichtet zu werden, lasse Ich Mich herab, um ihn sowohl die kleinen wie auch die höchsten und erhabensten Dinge zu lehren, sodass er der Gebildetste wird.
Ein anderer seufzt in seiner Verlassenheit und Vergessenheit und möchte gern einen Vater finden; er kommt zu Füßen meines Kreuzes, und Ich mache mich zu seinem Vater, indem Ich ihm ein Zuhause in meinen Wunden gewähre, mein Blut als Trank, mein Fleisch als Speise, und mein eigenes Reich als Erbe.
Ein anderer ist krank und findet in Mir einen Arzt, der ihn nicht nur heilt, sondern ihm die sicheren Arzneien reicht, um nicht abermals in Schwachheit zu fallen.
Wieder einen anderen bedrücken Verleumdung und Verachtung, und zu Füßen meines Kreuzes findet er seinen Verteidiger, der ihm die Verleumdungen und Geringschätzung sogar als göttliche Ehren zurückzahlt; und so ist es mit allem Übrigen.
Wer Mich also als Richter haben will, findet Mich als Richter; wer Mich als Freund, als Bräutigam, Fürsprecher, Priester haben möchte, der findet Mich als solcher.
Deshalb wollte Ich an Händen und Füßen angenagelt werden, um Mich dem, was sie wollen, in nichts zu widersetzen, um Mich so zu machen, wie sie Mich wollen.
Doch wehe jenen, die sehen, dass Ich unfähig bin, auch nur einen Finger zu bewegen und daher wagen, Mich zu beleidigen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 15. Dezember 1905)