Freitag der 25. Woche im Jahreskreis (Lk 9,18-22)
18In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? 19Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
20Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 21Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
22Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
„Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes“ (Lk 9,20)
Diesen Morgen wollte mein süßester Jesus mich meine eigene Nichtigkeit mit eigenen Händen greifen lassen. Im Augenblick, als Er sich sehen ließ, waren die ersten Worte, die Er an mich richtete, diese: „Wer bin Ich, und wer bist du?“
In diesen zwei Worten erblickte ich zwei unermessliche Lichter: in einem begriff ich Gott, im anderen sah ich mein Elend, mein Nichts. Ich sah, dass ich nichts als ein Schatten war, gerade so wie der Schatten, der von der Sonne gebildet wird, wenn sie die Erde erleuchtet: er ist abhängig von der Sonne, und wenn die Sonne sich an andere Orte entfernt, hört der Schatten außerhalb ihres Glanzes auf, zu existieren.
So ist mein Schatten, d.h. mein Sein, von der mystischen Sonne, von Gott abhängig, die diesen Schatten in einem einfachen Augenblick auflösen kann. Was soll man darüber sagen, wie ich diesen Schatten verformt habe, den der Herr mir gegeben hat, der nicht einmal mein Eigentum ist?
Der bloße Gedanke daran ist erschreckend; stinkend, faulig, und voller Würmer. Und doch mußte ich in solch einem schrecklichem Zustand, vor einem so heiligen Gott stehen. O, wie froh wäre ich gewesen, wenn ich mich in den dunkelsten Abgründen verbergen hätte können!
Dann sprach Jesus mir: „Es ist die größte Gunst, die Ich einer Seele erweisen kann, nämlich sich selbst zu erkennen. Die Selbsterkenntnis und die Gotteserkenntnis gehen einher; je mehr du dich selbst kennst, umso mehr kennst du Gott.
Wenn die Seele sich erkannt hat, da sie sieht, dass sie nichts Gutes aus sich selbst heraus tun kann, wandelt sie diesen Schatten ihres Wesens in Gott um, und es kommt dann so weit, dass sie alle ihre Werke in Gott verrichtet, dass die Seele in Gott ist und neben Ihm geht, ohne zu schauen, ohne nachzuforschen, ohne zu reden – mit einem Wort, als ob sie tot wäre, denn da sie ihre Nichtigkeit gründlich erkennt, wagt sie nichts aus sich heraus zu tun, sondern folgt blind der Flugbahn der Werke des Wortes (Verbum).“
Es scheint mir, dass eine Seele, die sich selbst kennt, so ist wie Leute, die mit einem Dampfschiff reisen: sie bewegen sich von einem Ort zum anderen, ohne einen eigenen Schritt zu tun, sie machen lange Reisen, aber alles durch die Kraft des Dampfers, der sie befördert.
So macht auch die Seele, die sich in Gott niederlässt, wie die Leute auf einem Dampfer, erhabene Flüge auf dem Weg zur Vollkommenheit, wobei sie genau weiß, dass nicht sie es ist, sondern die Wirksamkeit des heiligen Gottes, der sie in Sich trägt.
O, wie der Herr sie begünstigt, sie bereichert und ihr die größten Gnaden gewährt, im Wissen, dass sie sich nichts selbst, sondern alles Ihm zuschreibt! O Seele, die du dich selbst kennst – wie glücklich du bist! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 2. Juni 1899)
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Obwohl ich mich in den Armen des Göttlichen Willens hingegeben fühle, spürte ich, wie mein Geist von Sorgen und Ängsten überflutet war, doch ich opferte sie meinem guten Jesus auf, damit Er sie mit seinem Fiat erfülle und mir in Frieden und Liebe umwandle; da kam Jesus kurz auf Besuch und sprach gütig zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, die Angst – und mag sie auch heilig sein – ist stets eine menschliche Eigenschaft. Sie unterbricht den Flug der Liebe und erzeugt Befürchtung und Mühe auf dem Weg des Guten, da die Seele stets zur Rechten und zur Linken blicken muss und schließlich sogar Den fürchtet, der die Seele so sehr liebt.
Die Furcht raubt den süßen Schmelz des Vertrauens, das sie in den Armen ihres Jesus leben lässt; und wenn sich die Seele zu sehr fürchtet, verliert sie Jesus und lebt für sich selbst. Die Liebe hingegen ist göttliche Tugend und kann mit dem Feuer ihrer reinigenden Kraft die Seele von jeglichem Makel läutern.
Sie vereint und wandelt sie in ihren Jesus um und flößt ihr so viel Vertrauen ein, dass sie von Jesus hingerissen ist. Der sanfte Zauber des Vertrauens ist so groß, dass sie sich gegenseitig entzücken und nicht ohne einander sein können.
Wenn die Seele überhaupt etwas beachtet, dann schaut [und prüft] sie nur, ob sie Den liebt, Der sie so sehr liebt. So wird ihr ganzes Wesen in die Liebe eingeschlossen, und da die Liebe der unzertrennliche Spross des Göttlichen Willens ist, gibt sie meinem Göttlichen Willen seinen ersten herrscherlichen Platz, der sich auf alle menschlichen und spirituellen Akte der Seele erstreckt und alles adelt.
Obwohl die menschlichen Akte dieselbe Form und Materie besitzen, aus der sie gebildet wurden und sich im Äußeren nicht ändern, bleibt die ganze Veränderung in der Tiefe des menschlichen Willens.
Es werden nämlich alle Akte der Seele, selbst die gleichgültigsten Dinge, ins Göttliche verwandelt und vom Göttlichen Willen bestätigt, der unaufhörlich am Werk ist und über alles, was die Seele tut, seinen Frieden ausbreitet; als wahre Mutter bereichert Er seine teure Tochter andauernd mit göttlichen Eroberungen.
Verbanne daher jede Furcht. In meinem Willen haben weder Furcht noch Ängste noch Misstrauen ein Existenzrecht – es ist nichts, was zu Uns gehört: Lebe also nur von meiner Liebe und meinem Willen.
Wisse, dass das Vertrauen auf Mich eine der reinsten Freuden ist, welche die Seele Mir bereiten kann: sie ist für Mich Tochter und Ich tue mit ihr, was Ich will. Das Vertrauen auf Mich zeigt der Seele sozusagen, wer Ich bin, nämlich das unermessliche Sein, Dessen Güte endlos und dessen Erbarmen grenzenlos ist.
Je mehr Vertrauen Ich finde, desto mehr liebe Ich sie und bin noch großzügiger gegen die Seelen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 26. Mai 1935)
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(16) „Ich bin all das Schöne, das geliebt zu werden verdient“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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(120) „Ich bin deine Hilfe, was fürchtest du?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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„Ich bin der Ärmste der Armen, ich habe keinen Ort, wo ich bleiben kann. Ich bin zu dir gekommen, ob du mich in deinem kleinen Raum bei dir aufnehmen willst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 21. April 1899)
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„Fürchte dich nicht, Ich bin der Schild der Bedrängten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 27. Dezember 1899)
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… Während ich mit dir dieselben Sühneakte vornehme, bemerke ich, wie ein neuer Schmerz dein zartfühlendes Herz betrübt, ein Schmerz, wie du ihn bisher nicht erfahren hast. Sag mir doch, mein Jesus, warum dieser Schmerz? Lass mich an allem, was dich bedrückt, teilnehmen.
Und Jesus spricht: „Mein Kind, willst du es wissen? Ich höre die Stimme des Petrus, der sagt, er kenne mich nicht. Er schwört, schwört falsch und sagt sich los von mir. Wie, Petrus, du kennst mich nicht?
Denkst du nicht daran, wie viel Gutes ich dir erwiesen habe? Wenn die anderen mich sterben lassen an äußeren Qualen, lässt du mich sterben an Seelenschmerz. Wie übel hast du gehandelt, mir erst von ferne zu folgen und dich dabei der Gefahr auszusetzen zu fallen!“
Mein verleugnetes Gut! Wie rasch folgen doch die Beleidigungen vonseiten jener, die dir am teuersten sind! Jeden Schlag meines Herzens möchte ich in den deinen übergehen lassen, um die bittere Qual zu mildern, die du erduldest.
Dieser mein Herzschlag schwört dir Treue und Liebe und wiederholt tausend- und abertausend Mal mit einem Schwur, dass er dich kennt. Doch dein Herz beruhigt sich noch nicht, und du schaust dich nach Petrus um.
Bei deinem liebevollen, von Tränen des Schmerzes über seine Verleugnung umflorten Blick geht Petrus in sich und entfernt sich weinend. Nachdem du ihn in Sicherheit weißt, beruhigst du dich und sühnst die Vergehen der dir geweihten Seelen, besonders jener, die sich freiwillig den Gelegenheiten zur Sünde aussetzen und dabei kläglich zu Fall kommen.
Deine Feinde fahren in ihren Anklagen fort. Kaiphas, der sieht, dass niemand ihre Anschuldigungen erwidert, ruft aus: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“
Und du, meine Liebe, die du stets das Wort der Wahrheit auf deinen Lippen hast, nimmst eine majestätische und würdevolle Haltung an. Mit klarer und doch sanfter Stimme, so dass alle betroffen sind, ja selbst die bösen Geister in die ewigen Abgründe stürzen, gibst du zur Antwort: „Du hast es gesagt.
Von nun an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“, alle Völker des Erdkreises zu richten… (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 3 bis 4 Uhr: Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt)
