Donnerstag der 25. Woche im Jahreskreis (Lk 9,7-9)
7In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. 8Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
9Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.
„Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen” (Lk 9,9)
… Dann dachte ich über das nach, was Jesus mir gesagt hatte und fragte mich: „Wie kann man dies in die Praxis umsetzen?” Und Jesus, der zurückkehrte, fügte hinzu:
„Meine Tochter, um die Wahrheiten kennen zu lernen, ist es nötig, den Willen und den Wunsch zu haben, sie zu kennen.
Stelle dir ein Zimmer vor, in dem die Fensterläden geschlossen sind. Wie viel Sonne es auch draußen gibt, das Zimmer wird immer dunkel bleiben. Nun, die Läden zu öffnen, bedeutet, das Licht zu wollen.
Aber das genügt nicht, wenn jener, der die Läden öffnet, nicht vom Licht profitiert, um das Zimmer aufzuräumen, abzustauben, und sich an die Arbeit zu machen, beinahe so, um das Licht, das gegeben wurde, nicht totzuschlagen und sich als undankbar zu erweisen.
So genügt es nicht, den Willen zu haben, um die Wahrheiten kennenzulernen, wenn jemand im Licht der Wahrheit, das ihn erleuchtet, nicht danach strebt, sich von seinen Schwächen abzustauben und sich gemäß dem Licht der Wahrheit, das er kennt, neu zu ordnen, und sich gemeinsam mit dem Licht der Wahrheit an die Arbeit zu machen, aus ihm seine eigene Substanz zu machen, auf eine Art, dass das Licht, welches er aufgenommen hat, aus seinem Mund, aus seinen Händen, aus seinem Benehmen durchscheint.
Das wäre so, als würde man die Wahrheit töten, und sie nicht in die Praxis umzusetzen würde bedeuten, in völliger Unordnung angesichts des Lichtes zu bleiben. Armes Zimmer, voller Licht, doch ganz durcheinander, drunter und drüber und in völliger Unordnung, und drinnen eine Person, die sich nicht die Mühe macht, es wieder zu ordnen. Welches Mitleid würde sie nicht erregen?
So ist jemand, der die Wahrheiten kennt und sie nicht praktiziert. Wisse jedoch, dass in allen Wahrheiten als erste Nahrung die Einfachheit eintritt, wenn die Wahrheiten nicht einfach wären, wären sie nicht Licht, und könnten nicht in den menschlichen Geist eintreten, um ihn zu erleuchten, und wo kein Licht ist, kann man die Gegenstände nicht unterscheiden.
Die Einfachheit ist nicht nur Licht, sondern auch wie die Luft, die man atmet, und die, während sie unsichtbar ist, allen den Atem gibt; wenn es nicht um der Luft willen wäre, blieben die Erde und alle Menschen ohne Bewegung. Wenn also die Tugenden und Wahrheiten nicht den Stempel der Einfachheit tragen, sind sie ohne Licht und ohne Luft.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 19. November 1921)
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… Danach folgte ich meinem leidenden Jesus in der Passion, und als ich zu jener Episode kam, wo Herodes Ihn mit Fragen bestürmte und Er schwieg, dachte ich mir: „Wenn Jesus gesprochen hätte, hätte sich jener vielleicht bekehrt.“
Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, Herodes fragte Mich nicht, um die Wahrheit zu erkennen, sondern aus Neugier und um seinen Spott mit Mir zu treiben.
Wenn Ich geantwortet hätte, hätte Ich mir einen Spaß mit ihm gemacht, denn wenn der Wille fehlt, die Wahrheit zu erkennen und sie auszuführen, fehlt der Saft in der Seele, um die Wärme zu empfangen, die das Licht meiner Wahrheiten mit sich bringt.
Da diese Hitze nicht die Feuchtigkeit vorfindet, um die Wahrheit keimen und fruchtbar werden zu lassen, brennt sie noch mehr und lässt das Gute vertrocknen, das sie hervorbringen kann.
Es ist wie bei der Sonne: wenn sie keine Feuchtigkeit bei den Pflanzen findet, dient ihre Hitze dazu, das Leben der Pflanzen auszutrocknen und zu versengen. Doch wenn sie es feucht vorfindet, wirkt sie Wunder.
Deshalb ist die Wahrheit schön und liebenswert, sie ist die Wiederherstellerin und Befruchterin der Seelen. Mit ihrer Glut und ihrem Licht schafft sie Wunder der Entfaltung, der Gnade und der Heiligkeit – bei dem, der es liebt, sie zu kennen und sie auszuführen.
Doch mit denen, die es nicht lieben, sie zu vollführen, treibt sie ihren Spott, anstatt von ihnen verspottet zu werden.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 4. Januar 1927)
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… „Meine gesegnete Tochter, meine Heiligste Menschheit war die Verwahrungsstätte meines Göttlichen Willens. Es gab keinen kleinen oder großen Akt, bis hin zum Atem und zur Bewegung, wo meine Menschheit, die sich zur Hülle machte, nicht in allem mein Göttliches FIAT verbarg, ja Ich hätte weder zu atmen noch Mich zu bewegen vermocht, wenn Ich das FIAT nicht in Mich eingeschlossen hätte. So diente Mir meine Menschheit als Schleier, der sowohl meine Gottheit wie auch das große Wunder des Wirkens meines Willens in all meinen Akten verbergen sollte.
Anderenfalls hätte sich Mir niemand nähern können. Meine Majestät, das strahlende Licht meiner Gottheit hätte sie geblendet und zur Erde geworfen, und alle wären vor Mir geflohen. Wer hätte es je gewagt, Mir auch nur das geringste Leid zuzufügen? Doch Ich liebte den Menschen und kam nicht auf die Erde, um meine Gottheit zur Schau zu stellen, sondern meine Liebe. Daher wollte Ich Mich unter der Hülle meiner Menschheit verbergen, um mit den Menschen vertraut zu werden und das zu tun, was er tat, und ging sogar so weit, Mir unerhörte Leiden und den Tod selbst zufügen zu lassen.
Wer sich nun mit meiner Menschheit in all seinen Akten und Leiden vereint, zerreißt, wenn er meinen Willen finden und Ihn sich aneignen möchte, die Hülle meiner Menschheit; diese Seele findet in meinen Akten die Frucht, das Leben und die Wunder, die mein Wille in Mir wirkte und empfängt das, was Ich in Mir tat, als ihr Leben (= als Leben der Seele). Meine Menschheit wird für sie Hilfe und Führung sein und sie lehren, in meinem Willen (oder: in meiner Menschheit) zu leben. So werde Ich auf Erden [in dieser Seele] ein [zweites] Ich-selbst haben (alter Christus), Das für Mich weiterhin die Hülle bildet, um das Wirken meines Willens zu verbergen.
Wenn die Menschen Mich aber ohne meinen Willen suchen, werden sie nur meine Hülle finden, aber nicht das Leben meines Willens, Der dann nicht die Wunder hervorbringen kann, die Er in der Verborgenheit meiner Menschheit gewirkt hat. Stets ist es mein Wille, der in der Seele die größten Wunder zu verbergen vermag, die strahlendsten Sonnen, die noch nie gesehenen Wunder. Wie viele dieser meiner lebenden Menschheiten hätte Ich gerne auf der Erde! Doch leider, Ich suche sie und finde sie nicht, denn es gibt keinen, der mit aller Entschlossenheit meinen Willen sucht!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 8. Dezember 1938)
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… Mein göttlicher König! Ich will deine Gebete und Sühneakte wiederholen und dich zu Herodes begleiten. Ich sehe, deine Feinde möchten dich in ihrer Wut verschlingen und schleppen dich unter Spott und Hohn zu Herodes. Er, der sich freut, dich zu sehen, stellt dir viele Fragen. Du aber antwortest nicht, schaust ihn nicht einmal an.
Erzürnt, weil er seine Neugierde nicht befriedigt sieht und sich durch dein beharrliches Stillschweigen gedemütigt fühlt, erklärt er vor seinen Höflingen, du seiest ein Narr, und ordnet an, dich als einen Narren zu behandeln.
Um dich zu verhöhnen, lässt er dich mit einem weißen Mantel bekleiden und überlässt dich den Händen der Soldaten, dass sie dich misshandeln und erniedrigen sollen, soweit es ihnen möglich ist.
Mein unschuldiger Jesus! Keiner findet eine Schuld an dir, nur die Juden, weil sie in ihrer scheinheiligen Frömmigkeit nicht verdienen, dass in ihrem Geist das Licht der Wahrheit aufleuchte. Jesus, du unendliche Weisheit, was kostet es dich, zum Narren erklärt zu werden!
Die Soldaten treiben Unfug mit dir, werfen dich zu Boden, geben dir Fußtritte, verachten dich, besudeln dich mit Speichel, schlagen dich mit Stöcken und versetzen dir solche Schläge, dass ein anderer als du daran gestorben wäre.
Die Leiden, die Schmach, die Demütigungen, die sie dir zufügen, sind derart, dass „die Engel des Friedens weinen“ und sich mit ihren Flügeln das Antlitz verhüllen, um dich nicht in dieser Weise misshandelt zu sehen.
So weit geht das Übermaß deiner Liebe, dass du, anstatt dich beleidigt zu fühlen, betest und sühnst für jene Könige, die in ihrem Ehrgeiz, Reiche zu gewinnen, zum Ruin der Völker werden; für so viele Menschenschlächtereien, die sie veranlassen; für so viel Blut, das sie aus Willkür vergießen.
Du sühnst für alle Sünden sträflicher Neugierde sowie für alle Vergehen, die in der Politik und im Krieg begangen werden… (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 7 bis 8 Uhr: Jesus im Gerichtshaus des Pilatus und am Hof des Herodes)
