11Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen 13und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
14Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein. 15Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. 16Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter.
17Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? 18Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? 19Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

„Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm“ (Lk 17, 15-16)

… Als sich mein armer Geist im unermesslichen Licht des Göttlichen Willens verlor, sagte mein stets liebenswürdiger Jesus zu mir: „Meine Tochter, wer empfangen will, muss geben.
Das Geben disponiert das Geschöpf zum Empfang und Gott zum Geben. Oft macht es auch dein Jesus so: Wenn ich etwas von der Seele will, dann gebe Ich. Und wenn Ich große Opfer wünsche, dann gebe Ich viel, so dass die Seele im Blick auf meine großen Gaben, die Ich ihr schenkte, beschämt wird und nicht den Mut hat, Mir das erbetene Opfer zu verweigern.
Wenn man einer Person etwas gibt, so verpflichtet man sie quasi, man zieht ihre Aufmerksamkeit und ihre Liebe an. Zu Geben bedeutet Wertschätzung und Hoffnung und erweckt im Herzen [des Empfängers] die Erinnerung an den Geber.
Wie oft wurden Personen, die einander nicht kannten, durch ein Geschenk zu Freunden? Nun, in der göttlichen Ordnung ist der Geber immer Gott, der als Erster dem Geschöpf seine Gaben spendet.
Wenn dieses jedoch nicht reagiert und seinem Schöpfer etwas [zurück] gibt – und sei es auch nur seine kleine Liebe, seine Dankbarkeit, ein kleines Opfer, dann geben Wir dem Geschöpf keine weiteren Gaben.
Denn wenn Wir schenkten, so deshalb weil Wir [etwas zurück erhalten] wollten – weil es dadurch, dass es Uns nichts gab, die Korrespondenz mit Uns abgeschlossen und die schöne Freundschaft unterbrochen hat, die unsere Gabe erwecken wollte.
Nun, meine Tochter, zu geben und zu empfangen sind die ersten und unentbehrlichen Akte, die ganz klar zeigen, dass Wir das Geschöpf lieben und es Uns liebt.
Doch das ist nicht genug, die Seele muss auch zu empfangen verstehen, indem sie das empfangene Gut in ihre Natur umwandelt, wenn sie es isst und gut kaut, sodass die Gabe in das Blut der Seele gewandelt wird.
Wenn Wir unsere Gaben ausspenden, bezwecken Wir nämlich dies: Wir wollen die Gabe, die Wir gegeben haben, in [der Seele] in Natur umgewandelt sehen, weil erst dann unsere Gaben nicht mehr gefährdet sind und Uns disponieren, noch größere zu geben.
Die Seele, welche sie in ihre Natur umgewandelt hat, bringt unsere Gabe in Sicherheit, bleibt deren Besitzerin und wird in sich das Gute, die Quelle und die empfangene Gabe in Natur umgewandelt fühlen.
Da unsere Gaben Friede, Wonne, unbesiegbare Kraft und Himmelsluft mit sich bringen, wird die Seele in sich selbst die Natur des Friedens, des Glücks, der göttlichen Stärke fühlen, die in ihr himmlische Luft hervorbringen werden.
Dies ist der Grund, warum Ich schweige, nachdem Ich dir die große Gabe meines Wortes geschenkt habe: weil Ich nämlich warte, dass du dich von meinem Wort nährst und es gut kaust, sodass Ich meine Worte in dir in deine Natur umgewandelt sehe.
Ist dies der Fall, dann fühle Ich das unwiderstehliche Bedürfnis der Liebe, erneut zu dir zu sprechen, da eine Gabe von Mir die nächste ruft, und sie nicht isoliert bleiben können.
So habe Ich in einer Seele, die meine Gaben in ihre Natur umwandelt, stets etwas zu geben, zu sagen und zu tun.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 10. Mai 1931)

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Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, da brachte mich mein anbetungswürdiger Jesus aus meinem Körper heraus und sagte zu mir: „Meine Tochter, der Schöpfer geht auf die Suche nach dem Geschöpf, um die Güter, die Er in der Schöpfung hervorbrachte, in dessen Schoß zu legen.
Aus diesem Grund verfügt Er, dass es stets, in allen Jahrhunderten, Seelen gibt, die Ihn allein suchen, damit Er seine Güter in jene legen kann, die Ihn suchen und seine Gaben empfangen wollen. So bewegt sich der Schöpfer vom Himmel herab und das Geschöpf von der Erde [zu Ihm] hinauf, wo sie sich treffen: Der Eine, um zu geben, das andere, um zu empfangen.
Ich empfinde ein starkes Bedürfnis zu geben; wenn man Güter bereithält, um sie zu verschenken und niemanden hat, dem man sie geben könnte und man sie unwirksam und brachliegen lassen muss, weil die Übereinstimmung seitens jener fehlt, die sich nicht um ihren Empfang kümmern, ist dies stets eine große Pein.
Doch weißt du, in wem Ich die Güter, die Ich bei der Schöpfung hervorbrachte, niederlegen kann? In dem, der sich meinen Willen zu eigen macht, denn Er allein verleiht der Seele die Aufnahmefähigkeit, die Wertschätzung und die wahre Disposition zum Empfang der Gaben ihres Schöpfers, und reicht ihr die Vergeltung, Dankbarkeit, Danksagung und Liebe dar, welche die Seele für die Gaben zu geben verpflichtet ist, die sie von einer so großen Güte empfangen hat.
Komm daher mit Mir, und wandern Wir gemeinsam durch Himmel und Erde, damit Ich in dir die Liebe niederlege, die Ich aus Liebe zu den Menschen [aus Mir hervorgebracht und] in alle geschaffenen Dinge gelegt habe, und damit du meine Liebe vergiltst und gemeinsam mit Mir alle mit meiner Liebe liebst, und Wir allen Liebe schenken mögen; so werden Wir zu zweit alle lieben – Ich werde nicht mehr allein sein.”
So wanderten Wir überall hin, und Jesus legte seine Liebe in mich, die alle geschaffenen Dinge enthielten. Ich bildete das Echo seiner Liebe und wiederholte mit Ihm das „Ich liebe Dich” seitens aller Geschöpfe.
Dann fügte Er hinzu: „Meine Tochter, bei der Erschaffung des Menschen goss Ich ihm mit meinem Hauch die Seele ein und wollte ihm dabei den allerinnersten Teil unseres Inneren einflößen, welcher unser Wille ist, der ihm damit auch alle Partikel unserer Gottheit bringen sollte, die der Mensch als Geschöpf fassen konnte, so sehr, dass Wir ihn zu unserem Abbild machten.
Doch der undankbare Mensch wollte seinen Willen von dem Unseren abspalten, und obwohl ihm doch die Seele verblieb, verdunkelte und infizierte ihn sein menschlicher Wille, der den Platz des Göttlichen einnahm, und machte alle göttlichen Partikel unwirksam, bis er ihn ganz in Unordnung brachte und entstellte.
Da Ich ihn jetzt von neuem disponieren möchte, diesen meinen Willen zu empfangen, muss Ich ihn wieder anhauchen, damit mein Atem seine Finsternis und Ansteckung vertreibe und die Partikel unserer Gottheit aktiviere, die Wir ihm bei seiner Erschaffung eingegossen hatten.
O, wie sehr wünsche Ich, ihn so schön und wiederhergestellt zu sehen, wie Ich ihn schuf! Mein Wille allein kann dieses große Wunder wirken. Deshalb will Ich dich anhauchen, damit dir diese große Wohltat zuteilwerde, dass mein Wille in dir herrsche und dir alle Güter und Rechte zurückgebe, die Er dem Menschen bei der Erschaffung verlieh.”
Während Er so sprach, trat Er zu mir heran, hauchte mich an, sah mich an, drückte mich an sich und entschwand dann von mir. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 16. Juli 1924)

„Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun?“ (Lk 17, 17)

Diesen Morgen fand ich das Jesuskind in meinen Armen, als ich außerhalb meines Körpers war. Er war von verschiedenen frommen Personen und Priestern umgeben, und viele von ihnen waren auf Eitelkeiten, auf Luxus und Mode aus. Sie schienen untereinander das alte Sprichwort zu bemühen: „Der Habit macht noch nicht den Mönch aus.“
Der gebenedeite Jesus sagte zu mir: „Meine Geliebte, o wie betrogen fühle Ich Mich um die Herrlichkeit, welche die Geschöpfe Mir schulden! Sie wird Mir mit so viel Unverfrorenheit verweigert, sogar von Personen, die sich fromm nennen!“
Als ich das hörte, sagte ich: „Geliebtes Kindlein meines Herzens, beten wir drei Ehre sei dem Vater und legen die Intention hinein, deiner Gottheit die ganze Herrlichkeit darzubringen, welche die Geschöpfe Ihr schulden, so wirst Du wenigstens eine Wiedergutmachung erhalten.“
Er sagte: „Ja, ja, beten wir.“
So beteten wir gemeinsam, dann sprachen wir ein Ave Maria und machten die Meinung, der Königin und Mutter ebenso die ganze Verherrlichung zu geben, welche die Geschöpfe ihr schulden.
O wie schön war das gemeinsame Gebet mit dem gebenedeiten Jesus! Ich fühlte mich so wohl dabei, dass ich sagte: „Mein Geliebter, wie gerne würde ich den Glauben in deine Hände bekennen, indem ich zusammen mit Dir das Credo bete!“
Er sprach: „Das Glaubensbekenntnis wirst du selber beten, denn es steht dir zu, nicht Mir, und du wirst es im Namen aller Geschöpfe sprechen, zu meiner größeren Herrlichkeit und Ehre.“
So legte ich meine Hände in die Seinen und betete das Credo. Dann sprach der gebenedeite Jesus zu mir: „Meine Tochter, es scheint, dass Ich Mich erleichterter fühle, und dass die schwarze Wolke der menschlichen Undankbarkeit, besonders der frommen Seelen, weg ist.
Ach, meine Tochter, das äußerliche Tun hat so viel Kraft, dass es in das Innere eindringt und ein stoffliches Gewand um die Seele formt; und wenn diese von der Göttlichen Berührung erfasst wird, fühlen sie dies nicht lebendig, da sie ihre Seelen mit einem schlammigen Gewand umhüllt haben, und da sie nicht die lebendige Gnade empfinden, wird die Gnade entweder zurückgewiesen oder bleibt fruchtlos.
O wie schwierig ist es, Vergnügungen zu genießen, sich äußerlich luxuriös zu kleiden und diese Dinge [zugleich] innerlich zu verachten! Vielmehr geschieht das Gegenteil, d.h., in seinem Inneren liebt man und freut sich an dem, wovon man außen umgeben ist.
Meine Tochter, bedenke du selbst, wie groß der Schmerz meines Herzens in diesen Zeiten ist, meine Gnade von allen Arten von Menschen zurückgewiesen zu sehen, während es doch all mein Trost ist, den Geschöpfen beizustehen, und das ganze Leben der Geschöpfe göttliche Hilfe ist.
Doch die Geschöpfe lehnen meinen Beistand und meine Hilfe ab. Du aber komme, um an meinem Schmerz teilzuhaben und bemitleide Mich in meiner Bitterkeit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 26. April 1904)

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Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus, und weil ich seit einigen Tagen ganz zusammengezogen war, sodass ich mich bewegungsunfähig fühlte, sagte Er zu mir, indem Er meine Hände in die seinen nahm: „Meine Tochter, lass Mich dich lösen.“
Und indem Er sich nahe zu mir begab, legte Er meine Arme über seine Schultern, und sagte zu mir: „Nun bist du gelöst. Drücke dich an Mich, der Ich gekommen bin, um dir Gesellschaft zu leisten und im Gegenzug die deine zu erhalten.
Siehst du, Ich bin der von den Menschen isolierte Gott: Ich lebe in ihrer Mitte, bin das Leben eines jeden ihrer Akte, und sie sehen Mich an, als wäre Ich nicht bei ihnen. O, wie beweine Ich meine Einsamkeit!
Mich hat dasselbe Schicksal getroffen wie die Sonne: während sie mit ihrem Licht und ihrer Wärme inmitten aller lebt, und es keine Fruchtbarkeit gibt, die nicht von ihr kommt, und sie mit ihrer Hitze die Erde von so viel Unflat reinigt und ihre Güter unzählige sind, die sie großzügig über alle niedersteigen lässt, lebt sie doch stets allein in der Höhe und der undankbare Mensch entsendet ihr nie ein „Danke!“, ein Zeichen der Anerkennung.
So bin ich: Allein, immer allein, während Ich in ihrer Mitte das Licht eines jeden Gedanken bin, der Klang eines jeden Wortes, die Bewegung eines jeden Werkes, der Schritt eines jeden Fußes, der Schlag eines jeden Herzens; und der undankbare Mensch lässt Mich allein, sagt Mir kein „Dankeschön“, kein „Ich liebe Dich“.
Ich bleibe im Intellekt allein, denn das Licht, das Ich ihnen gebe, verwenden sie für sich selbst, und vielleicht, um Mich zu beleidigen. In den Worten bleibe Ich allein, denn der Klang, den sie bilden, dient oftmals dazu, um Mich zu lästern.
Ich bleibe allein in den Werken, weil sie sich ihrer bedienen, um Mich zu töten, in den Schritten, im Herzen, die nur beabsichtigen, Mir ungehorsam zu sein und das zu lieben, was nicht Mir angehört. O, wie lastet diese Einsamkeit auf Mir!
Doch meine Liebe und Großmut sind so groß, dass Ich wirksamer als die Sonne meinen Lauf fortsetze, und in meinem Lauf halte Ich Ausschau, ob Mir jemand in so großer Einsamkeit Gesellschaft leisten will, und wenn Ich ihn finde, bilde Ich meine ständige Gesellschaft mit ihm und überschütte ihn überreich mit all meinen Gnaden.
Deshalb bin Ich zu dir gekommen, Ich war so vieler Einsamkeit müde, lasse Mich nie allein, meine Tochter!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 26. Juni 1922)

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… Als ich weiter über die Geburt des kleinen Königs Jesus nachdachte, fragte ich Ihn: ‚Liebes kleines Kindchen, sag mir, was tatest Du, als Du den schrecklichen Undank der Menschen gegen deine so große Liebe sahst?‘
Da erwiderte Jesus: „Meine Tochter, hätte Ich die menschliche Undankbarkeit gegen meine so große Liebe in Betracht gezogen, so wäre Ich gleich wieder in den Himmel zurückgekehrt.
Ich hätte also meine Liebe betrübt und verbittert und das Fest in Trauer verwandelt. Willst du wissen, wie Ich meine größten Werke noch schöner mache? Mit dem Aufwand und der größten Pracht meiner Liebe lasse Ich alles beiseite, die menschliche Undankbarkeit, die Sünden, die Armseligkeiten und Schwächen, und Ich gebe meinen größten Werken [freien] Lauf, als ob es diese Dinge nicht gäbe.
Wollte Ich das Böse im Menschen berücksichtigen, hätte Ich weder großen Werke tun, noch meine ganze Liebe dabei ins Spiel bringen können. Ich wäre in meiner Liebe gehemmt und blockiert.
Um hingegen in meinen Werken frei zu sein und sie so schön wie möglich zu gestalten, stelle Ich alles zur Seite, und wenn nötig, decke Ich alles mit meiner Liebe zu, sodass Ich nichts sehe als meine Liebe und meinen Willen.
So gehe Ich bei meinen größten Werken vor und vollbringe sie, als hätte Mich niemand beleidigt, denn zu unserer Ehre darf nichts an der Zierde, Schönheit und Großartigkeit unserer Werke mangeln.
Daher wünsche Ich, dass auch du dich nicht mit deinen Schwächen, Armseligkeiten und Übeln befasst. In der Tat, je mehr man daran denkt, desto schwächer fühlt man sich, desto mehr erdrücken die Übel das arme Geschöpf, und das Elend zieht sich noch mehr um den Menschen zusammen.
Indem man an sie denkt, nährt die Schwachheit wieder die Schwachheit, und das arme Geschöpf fällt noch tiefer, die Übel gewinnen an Kraft, das Elend lässt es vor Hunger sterben. Denkt man hingegen nicht an sie, verschwinden sie von selbst.
Ganz gegenteilig verhält es sich mit dem Guten: ein Gut nährt das andere Gute, ein Akt der Liebe ruft nach weiterer Liebe, eine Hingabe an meinen Willen lässt neues göttliches Leben in sich fühlen.
Der Gedanke an das Gute bildet also die Nahrung und die Kraft, um weiteres Gutes zu tun. Daher will Ich, dass sich deine Gedanken nur damit befassen, Mich zu lieben und in meinem Willen zu leben.
Meine Liebe wird dein Elend und all deine Übel verbrennen. Mein Göttlicher Wille wird sich zu deinem Leben machen und sich deiner Armseligkeiten als Schemel bedienen, auf dem Er seinen Thron errichten kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 25. Dezember 1937)

„Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet“ (Lk 17,19)

Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, dachte ich daran, wie viel mein süßer Jesus getan und gelitten hat, um die Seelen zu retten, und Er sagte bei seinem Kommen zu mir: „Meine Tochter, all das, was meine Menschheit tat, Gebete, Worte, Werke, Schritte und Leiden, ist dabei, sich dem Menschen zu schenken, doch wer nimmt, wer empfängt die Veredelung meines Wirkens?
Wer sich Mir nähert und sich beim Gebet mit Mir vereinigt, der empfängt die Veredelung meines Gebetes und die Güter, die dieses enthält. Wer mit Mir vereint spricht oder lehrt, empfängt die Veredelung und die Früchte meiner Worte. Und wer mit Mir vereint arbeitet oder leidet, empfängt die Veredelung und die Güter, die in meinen Peinen und Werken vorhanden sind.
Ansonsten bleiben alle Schätze, die Ich für die Seele erworben habe, in der Schwebe, und, da die Seele nicht in Mir aufgepfropft wurde, zieht sie keinen Nutzen aus den Gütern, die meine Menschheit mit so viel Liebe geben will: denn wenn es keine Vereinigung gibt, bleiben die Güter des Einen wie unwirksam für den anderen.
Stelle dir ein Rad vor: der Mittelpunkt des Rades ist meine Menschheit, die Speichen sind all das, was Sie getan und gelitten hat; der Kreisumfang, wo die Speichen befestigt sind, ist die ganze Menschheitsfamilie, die sich um das Rad dreht.
Wenn nun dieser Kreisumfang, dieser zweite Kreis des Rades, sich nicht nähert, um den Halt durch die Speichen zu bekommen, bleiben die Speichen in der Schwebe und können die Güter nicht mitteilen, die das Zentrum des Rades enthält. O wie leide Ich, wenn Ich sehe, dass meine vielen Güter in der Schwebe sind, welche die Undankbarkeit der Menschen nicht nur nicht annimmt, sondern verachtet und mit Füßen tritt!
Deshalb gehe Ich mit solcher Sehnsucht auf die Suche nach Seelen, die in meinem Willen leben wollen, um in ihnen die Speichen meines Rades befestigen zu können; und mein Wille wird ihnen die Gnade verleihen, den Kreisumfang des zweiten Kreises des Rades bilden zu können, und sie werden alle Güter empfangen, welche die anderen Mir zurückweisen und verachten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 29. August 1922)