13Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. 14Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
15Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. 16Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
17Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. 18Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
19Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. 20Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
21Er aber meinte den Tempel seines Leibes. 22Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

„Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen“ (Joh 2, 14)
… Danach vergingen lange Tage der Entbehrung meines süßen Jesus. Ich fühlte mich gefoltert und am Ende meiner Kraft, sodass ich, als ich das niederschreiben wollte, was Er mir an den vergangenen Tagen gesagt hatte, mich unfähig dazu fühlte.
Als Er sah, dass ich nicht konnte, und die großen Mühen, die ich zum Schreiben aufwendete, trat Er aus dem Grund meines Inneren hervor wie einer, der von einem langen Schlaf aufwacht und sprach in mitleidsvollem Ton zu mir:
„Arme Tochter, Mut! Bekümmere dich nicht! Es ist wahr, dass das Martyrium meiner Beraubung schrecklich ist, und wenn Ich dich nicht im Verborgenen unterstützt hätte, hättest du es nicht lebend ertragen können; umso mehr, als Der, Der dich martert, mein Göttlicher Wille ist, der unermesslich und ewig ist, und deine Kleinheit daher das ganze Gewicht seiner Unermesslichkeit spürt und sich unter ihm zermalmt fühlt.
Doch wisse, meine Tochter, dass es seine große Liebe zu dir, seiner kleinen Tochter, ist, und daher möchte sein Licht nicht nur deine Seele wiederherstellen, sondern auch deinen Leib.
Sein Licht möchte ihn gleichsam pulverisieren, und indem Er die Atome deines Staubes mit seinem Licht und seiner Wärme beseelt, möchte Er jeglichen Keim und Saft des menschlichen Willens wegnehmen, damit alles sowohl in deiner Seele, wie auch in deinem Leib heilig sei.
Er will nichts, auch kein Atom deines Wesens dulden, das nicht von meinem Willen beseelt und konsekriert wäre. Daher bedeutet dein hartes Martyrium nichts anderes, als dass alles aufgezehrt wird, was nicht zu Ihm gehört.
Weißt du nicht, dass der menschliche Wille der Entweiher des Geschöpfes ist? Wenn er seine kleinen Wege und geringsten Öffnungen zum Eintritt in die Seele vorfindet, profaniert er die heiligsten und unschuldigsten Dinge.
Mein Wille machte aus dem Menschen seinen heiligen und lebenden Tempel, wo Er seinen Thron, seine Wohnstätte, seine Herrschaft, seine Herrlichkeit errichten möchte.
Nun nimmt es mein Wille wahr, wenn die Seele dem menschlichen Willen einen kleinen Einlass gewährt und fühlt seinen Tempel, seinen Thron, seine Wohnstätte, seine Herrschaft und seine eigene Herrlichkeit entweiht.
Darum möchte dich mein Wille in allem erreichen, auch in meiner Gegenwart selbst, um zu prüfen, ob seine Herrschaft über dich absolut ist, und du dich damit begnügst, dass Er allein in dir herrscht und das Vorrecht führt.
Alles in dir muss Göttlicher Wille sein, damit Er sagen kann: „Ich bin gewiss, sie hat Mir nichts verweigert, nicht einmal das Opfer der Gegenwart ihres Jesus, Den sie mehr liebte als sich selbst, daher ist mein Reich in Sicherheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 22. Januar 1928)

„Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“ (John 2, 16)

Mein geliebtes Gut, ich sehe, dass Du Deine Schritte neuerdings gegen Jerusalem richtest, und daher begleite ich Dich mit meinem „Ich liebe Dich, ich bete Dich an, ich lobe Dich, ich danke Dir“.
Aber welchen Schmerz leidet nicht Dein Göttliches Herz, als Es wahrnimmt, dass der Tempel, das Haus Deines Vaters, entweiht wird, gleichsam als wäre es ein Marktplatz!
Bei solchem Anblick gerätst Du in Zorn, nimmst die Stricke und mit göttlicher Autorität schlägst Du nach rechts und nach links, stürzt alles um und wirfst die Entweiher hinaus. Der Kraft Deines gebietenden Aktes stellt sich niemand entgegen und alle fliehen.
Mein Jesus, ich umhülle jene Stricke mit meinem „Ich liebe Dich“, um Dich zu bitten, Dich von Neuem zu erheben, um unseren menschlichen Willen zu verjagen, der es gewagt hat, Deinen lebendigen Tempel unserer Seelen zu entweihen.
Ich flehe Dich an, schlage ihn derart in die Flucht, dass er nicht mehr wage, die Seelen zu beherrschen, sondern seinen Platz gänzlich Deinem Göttlichen Willen überlasse! (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Achtzehnte Stunde)

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… „Ich leide darunter, wenn sie von Mir denken, dass Ich streng sei und dass Ich mehr von der Gerechtigkeit Gebrauch mache als von der Barmherzigkeit.
Sie gehen mit Mir um, als ob Ich sie bei jeder Gelegenheit schlagen wollte. O, wie fühle Ich Mich von jenen verunehrt, weil sie das dazu bringt, in angemessener Distanz von Mir zu bleiben, und wer auf Distanz bleibt, kann nicht die ganze Verschmelzung mit meiner Liebe empfangen.
Und während sie es sind, die Mich nicht lieben, glauben sie von Mir, dass Ich streng und gleichsam ein Wesen sei, das Angst macht, während sie mit einem bloßen Blick auf mein Leben feststellen können, dass Ich nur einen einzigen Akt der Gerechtigkeit übte, als Ich nämlich, um das Haus meines Vaters zu verteidigen, die Stricke nahm und nach rechts und links schlug, um die Profanierer zu vertreiben.
All das Übrige war völlige Barmherzigkeit: Barmherzigkeit war meine Empfängnis, meine Geburt, meine Worte, meine Werke, meine Schritte, mein Blutvergießen, meine Leiden, alles in Mir war barmherzige Liebe.
Trotzdem fürchten sie Mich, während sie sich mehr vor sich selbst als vor Mir fürchten müssten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 9. Juni 1922)

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Diesen Morgen trug mich mein sanftester Jesus aus mir heraus und ließ mich den Niedergang sehen, in den die Menschheit verfallen war. Es ist erschreckend, darüber nachzudenken!
Als ich inmitten dieser Leute war, sagte Jesus fast weinend: „O Mensch, wie hast du dich verunstaltet, entstellt, entwürdigt! O Mensch, Ich habe dich geschaffen, damit du mein lebendiger Tempel seiest, doch du hast aus dir die Wohnung des Teufels gemacht!
Schau, sogar die Pflanzen, indem sie von Blättern, Blüten und Früchten bedeckt sind, lehren dich Sittsamkeit und Schamgefühl, das du gegenüber deinem Leib haben musst; doch du hast jede Schamhaftigkeit verloren und sogar die natürliche Zurückhaltung, die du haben solltest: so bist du schlimmer geworden als die Tiere, sodass Ich nichts anderes habe, mit dem Ich dich vergleichen könnte.
Du warst mein Abbild, doch Ich erkenne dich nicht mehr, sondern bin so entsetzt über deine Unreinheiten, dass Mich dein bloßer Anblick ekelt, und du selbst Mich zwingst, vor dir zu fliehen.“
Als Jesus dies sagte, fühlte ich mich gemartert vom Schmerz, meinen geliebten Jesus so verbittert zu sehen, daher sagte ich zu Ihm: „Herr, Du hast recht, dass Du im Menschen nichts Gutes mehr findest, und dass er eine solche Blindheit erreicht hat, dass er sich nicht einmal mehr an die Gesetze der Natur halten kann.
Wenn Du also auf den Menschen blicken willst, wirst Du nichts anderes tun als Züchtigungen zu schicken; deshalb bitte ich Dich, deinen Blick fest auf deine Barmherzigkeit zu richten, und so wird alles gut werden.“
Als ich dies sagte, sprach Jesus zu mir: „Tochter, erquicke Mich in meinem Schmerz.“
Im Augenblick, als Er dies sagte, nahm Er die Dornenkrone herab, die in seinem anbetungswürdigen Haupt inkarniert schien und drückte sie auf meines. Ich fühlte bitterste Leiden, doch war ich zufrieden, dass Jesus getröstet war.
Danach sagte Er mir: „Tochter, ich liebe die reinen Seelen sehr, und wie Ich gezwungen bin, vor den unreinen zu fliehen, werde Ich von den reinen wie von einem Magneten angezogen, um in ihnen zu wohnen.
Reinen Seelen leihe Ich gerne meinen Mund, um sie mit meiner eigenen Zunge sprechen zu lassen, deshalb haben sie keine Anstrengung zu machen, um die Seelen zu bekehren.
Ich freue Mich nicht nur, in diesen Seelen meine Passion fortzusetzen und so die Erlösung weiterzuführen, sondern was noch mehr ist, Ich habe großes Wohlgefallen daran, in ihnen meine eigenen Tugenden zu verherrlichen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 1. August 1899)

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… „Tochter meiner Liebe, lass Mich Erleichterung [bei dir] finden, da Ich nicht mehr an Mir halten kann. Wie hart ist es, zu lieben und nicht wiedergeliebt zu werden und niemanden zu haben, dem Ich meine Liebesüberraschungen mitteilen könnte!
Es ist das unsagbarste Leid für unser Höchstes Wesen. Höre Mich daher an. Du sollst wissen, dass Ich auf die Erde kam, um meine Wohnstätten in Sicherheit zu bringen.
Der Mensch ist meine Wohnung, den Ich Mir mit so viel Liebe gebildet hatte, in der, um sie meiner würdig zu machen, meine Macht und die kreative Kunst meiner Weisheit mitgewirkt hatten.
Sie war ein Wunder, diese Wohnung, ein Wunder unserer Liebe und unserer göttlichen Hände. Als sie sich nun unserem Willen entzogen hatte, stürzte unsere Wohnstätte ein, wurde verfinstert und zur Behausung von Feinden und Räubern. Welch ein Schmerz war dies doch für Uns!
Daher diente mein Leben hier unten dazu, [Uns] diese Wohnung zurückzugeben, wiederherzustellen und in Sicherheit zu bringen, die Wir Uns mit soviel Liebe errichtet hatten.
Auch sie gehörte Uns, und es geziemte sich, sie zu retten, um sie von neuem bewohnen zu können. Um sie zu retten, setzte Ich daher alle möglichen und vorstellbaren Mittel ein: Ich setzte mein eigenes Leben aufs Spiel, um sie stark zu machen und von neuem zu festigen.
Ich vergoss all mein Blut, um sie von allen Unreinheiten abzuwaschen und ihr mit meinem Tod das Leben wiederzugeben, um sie würdig zu machen, Denjenigen von neuem als Bewohner aufzunehmen, der sie erschaffen hatte.
Nachdem Wir nun alle Mittel ausgegeben hatten, um unsere Wohnstätte zu retten, gebührte es für Uns, den König in Sicherheit zu bringen, der darin wohnen sollte: unsere Liebe blieb wie gehemmt auf halber Bahn stehen, wie aufgehängt und angehalten auf ihrem Weg.
Daher wird das Reich unseres Willens dazu dienen, jenes von den Geschöpfen zurückgewiesene Fiat in Sicherheit zu bringen und Ihm den Eintritt in seine Wohnung zu gewähren, damit Es als Souverän, der Es ist, regieren und herrschen könne.
Es wäre kein unserer schöpferischen Weisheit würdiges Werk, die Wohnung sicherzustellen, und Den, der sie bewohnen soll, im Freien umherirren zu lassen, ohne Reich und ohne Herrschaftsgebiet.
Die Wohnstatt zu retten und nicht Sich selbst zu retten, noch die geretteten Wohnstätten bewohnen zu können, wäre widersinnig, so als besäßen Wir nicht genügend Macht, um Uns Selbst zu retten.
Dies wird nie der Fall sein. Wenn Wir mächtig genug waren, unser Schöpfungswerk zu retten, werden Wir die Macht haben, unser Leben in unserem Werk in Sicherheit zu bringen.
O ja, Wir werden unser Reich haben, Wir werden unerhörte Wunder wirken, um es zu besitzen! Unsere Liebe wird ihren Lauf vollenden, sie wird nicht auf halbem Wege stehenbleiben, sondern sich von den Fesseln befreien.
Sie wird ihren Lauf fortsetzen und Balsam auf die Wunden des menschlichen Willens legen. Sie wird jene Wohnungen mit göttlichen Friesen schmücken und mit ihrer Herrschaftsgewalt unser Fiat herbeirufen, diese Wohnung zu bewohnen und zu herrschen, indem sie Ihm alle Ihm geschuldeten Rechte verleiht.
Wenn das Reich meines Willens nicht gewiss wäre, welchen Nutzen hätte es dann, die Wohnungen in Ordnung zu bringen und wiederherzustellen?
Ach, meine Tochter, du begreifst nicht gut, was es heißt, unseren Willen nicht zu tun: Uns werden damit alle Rechte genommen, man unterdrückt so viele unserer göttlichen Leben.
Unsere Liebe war und ist so groß, dass Wir in jedem Akt des Geschöpfes Uns Selbst erschaffen wollten, damit Wir geliebt und erkannt werden und in ständigem Austausch des Lebens zwischen den Geschöpfen und Uns stehen.
Dies ohne unseren Willen zu bewerkstelligen, ist unmöglich: Er allein hat die Macht und die Kraft, die Geschöpfe so ‚anpassungsfähig‘ zu machen, dass sie unser göttliches Leben empfangen. Er setzt unsere Liebe in Bewegung, um Uns im Akt des Geschöpfes zu erschaffen.
Du sollst wissen, dass bei jedem Akt, den das Geschöpf in unserem Willen tut, eine unwiderstehliche Kraft Uns ruft. Wir schauen die Seele an, spiegeln Uns in ihr und erschaffen mit einer Liebe, der Wir nicht widerstehen können, unser Leben.
Wenn du wüsstest, was es heißt, unser Leben zu erschaffen! Es ist dabei ein so großer ‚Aufwand‘ an Liebe beteiligt, dass Wir in unserer Liebesemphase ausrufen: „Ach, die Seele hat Uns ermöglicht, unser Leben in ihrem Akt heranzubilden!“ Wir fühlen eine Gleichheit (Ebenbürtigkeit) mit unserer Liebe, Heiligkeit und Glorie.
Und Wir warten mit sehnsüchtigem Verlangen auf die ständige Wiederholung ihrer Akte in unserem Willen, um unser Leben zu wiederholen, damit Wir in ihrem Akt Uns Selbst haben, die Wir Uns lieben und Uns verherrlichen.
Dann haben Wir den wahren Zweck der Schöpfung [erreicht], dass alles Uns dient. Auch der kleinste Akt des Geschöpfes dient dazu, unser Leben zu wiederholen und unsere Liebe in ihrer Pracht zur Schau zu stellen.
Daher wird das Leben in unserem Willen alles für Uns sein und alles für das Geschöpf.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 28. Dezember 1937)

„Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“ (Joh 2, 19)

… „Meine kleine Tochter meines Willens, es ist wirklich wahr, dass die Seele, die nicht in unserem Willen lebt, Ihn einsam macht und zum Schweigen bringt.
Du sollst wissen, dass jede Seele für Uns eine neue und besondere Arbeit ist und Wir somit Neues zu sagen haben. Lebt sie aber nicht in unserem Willen, fühlen Wir sie ferne von Uns, weil ihr Wille nicht in Unserem ist; so kommen Wir Uns alleingelassen von ihr vor und in unserer Arbeit blockiert.
Wenn Wir sprechen möchten, ist es, als wollten Wir zu Tauben und Stummen reden. Wer also nicht in unserem Willen lebt, ist unser Kreuz, er hindert unseren Schritt, bindet Uns die Arme und reißt unsere schönsten Werke nieder, und Ich, der Ich das WORT bin, muss schweigen!
Nun sollst du wissen, dass die Seele im Stand der Gnade der Tempel Gottes ist. Wenn jedoch die Seele in unserem Willen lebt, macht sich Gott selbst zum Tempel der Seele.
Wie groß ist doch der Unterschied zwischen dem ersten, der Seele als Tempel Gottes und dem letzteren, Gott als Tempel der Seele! Der erste ist ein Tempel, der Gefahren und Feinden ausgesetzt, sowie Leidenschaften unterworfen ist.
Oftmals befindet sich unser Höchstes Sein in diesen Tempeln wie in steinernen Tempeln, um die sich niemand kümmert und die nicht angemessen geliebt werden. Die kleine Lampe ihrer ständigen Liebe, welche die Seele als Huldigung für ihren Gott haben sollte, der in ihr wohnt, verlöscht ohne das reine Öl.
Und wenn sie, was nie geschehen möge, je in schwere Sünde fällt, stürzt unser Tempel ein und wird von Dieben in Beschlag genommen, von unseren und ihren Feinden, die ihn profanieren und verunstalten.
Der zweite Tempel, d.h. Gott als Tempel der Seele, ist keinen Gefahren ausgesetzt. Die Feinde können sich nicht nähern, und die Leidenschaften verlieren ihre Kraft.
Die Seele ist in diesem unserem göttlichen Tempel wie die kleine Hostie, die ihren Jesus in sich konsekriert bewahrt. Mit der unverlierbaren Liebe, die sie schöpft, empfängt und von der sie gespeist wird, bildet sie die kleine lebendige Lampe, die immer brennt, ohne je zu verlöschen.
Dieser unser Tempel nimmt seinen königlichen Platz ein, sein Wille wird erfüllt, und er ist unsere Herrlichkeit und unser Triumph. Was tut nun die kleine Hostie in diesem unserem Tempel? Sie betet, liebt und lebt vom Göttlichen Willen.
Sie ersetzt meine Menschheit auf Erden, nimmt meinen Platz des Leidens ein und ruft die ganze Armee unserer Werke, dass sie unser Gefolge bilden.
Schöpfung und Erlösung besitzt sie als ihr Eigentum und handelt als Kommandantin darüber: bald stellt sie diese wie eine Armee um Uns auf, im Akt des Gebetes und der Anbetung, bald als Heer im Akt, Uns zu lieben und zu verherrlichen.
Doch tut sie immer als Erste das, von dem sie wünscht, dass unsere Werke [es] tun, und endet stets mit ihrem kleinen, Uns so wohlgefälligen Kehrreim, ‚Dein Wille werde erkannt, geliebt und regiere und herrsche auf der ganzen Welt.’
So gehen alle Sehnsüchte, Seufzer, Interessen, Sorgen und Gebete dieser kleinen Hostie, die in unserem göttlichen Tempel lebt, dahin, dass unser Fiat alle umfasse, alle Übel der Geschöpfe beiseitestelle und mit seinem allmächtigen Hauch sich in den Herzen aller den Platz schaffe, um sich zum Leben eines jeden Menschen zu machen.
Kann man überhaupt einen schöneren, heiligeren, nützlicheren und wichtigeren Dienst für Himmel und Erde versehen als diese kleine Hostie, die in unserem Tempel lebt?
Überdies stellt unsere Liebe, unsere Macht bei einer Seele, die in unserem Willen lebt, alles zur Schau, alle Geschäftigkeit und alle Kunstgriffe: Er macht sich klein und schließt sich in der Seele ein, um ihr Leben zu bilden, und von der Seele bleibt nur die Hülle als Bedeckung zurück.
Er macht sich unermesslich, wie Er ist, und wird zum prachtvollen Tempel, um die Seele darin sicher zu bewahren und sich ihrer Gesellschaft zu erfreuen. Wer unseren Willen tut, ist immer mit Uns beschäftigt, und Wir immer mit ihm.
Sieh daher gut zu, dass du stets in unserem Willen seiest.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 11. März 1934)