9In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. 10Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
11Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? 12Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?
13Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. 14Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn.
15Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Greuel.

„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen“ (Lk 16, 10)

Ich war bedrückt wegen der Beraubungen meines guten Jesus, und gleichsam meiner langen Verbannung müde, dachte ich mir: ‘Ich hätte das nie geglaubt – ein so langes Leben! O, wäre es kürzer gewesen, wie bei so vielen anderen – dann hätte ich nicht so viel durchgemacht.
Doch Fiat, Fiat!’ Ich merkte, dass mein Geist Ungereimtheiten sagen wollte, deshalb bat ich Jesus um Hilfe und schwor, stets seinen anbetungswürdigen Willen zu tun. Und Jesus, der Herr, zerstreute die Finsternis, die mich umgab: Er besuchte kurz meine Seele und sprach mit unbeschreiblicher Zärtlichkeit zu mir:
„Gute Tochter, Mut. Da dein Jesus dir mehr geben und von dir mehr erhalten will, erlaube Ich die lange Dauer der Zeit. Kein Vergleich hält stand zwischen einer Seele, die Mir wenige Jahre, und einer, die Mir viele Jahre lang Beweise [ihrer Treue] gegeben hat.
Eine längere Zeit bedeutet stets mehr: mehr Umstände, mehr Gelegenheiten, mehr Prüfungen, mehr Leiden – und wenn man in so vielen Situationen, und nicht nur eine kurze, sondern eine lange Zeit über, treu, konstant und geduldig bleibt, o wieviel mehr sagt das aus!
Du musst wissen, dass man durch jede Stunde des Lebens unter der Herrschaft meines Göttlichen Willens neue göttliche Leben empfängt, neue Gnaden, neue Schönheiten, neuen Einfluss (Vorrangstellung) bei Gott, was neuer Glorie entspricht.
Wir bemessen die Zeit und das, was Wir geben, und erwarten die Erwiderung des Aktes seitens der Seele, um neuerlich geben zu können. Die Seele braucht ihre Zeit, um das, was Wir ihr gegeben haben, zu verdauen und damit sie dann einen weiteren Schritt auf Uns zu machen kann.
Wenn sie dem, was Wir gegeben haben, nichts hinzufügt, geben Wir nicht sofort, sondern warten auf ihren Akt, um wieder zu geben. Deshalb gibt es nichts Größeres, Wichtigeres, Willkommeneres vor Uns, als ein langes, heiligmäßig gelebtes Leben.
Jede Stunde ist schon ein weiterer Beweis der Liebe, Treue und Opfer, welche die Seele Uns gegeben hat. Wir zählen auch die Minuten, damit es nicht eine einzige gebe, die Wir nicht mit unseren Gnaden und göttlichen Charismen erfüllen.
Bei einem kurzen Leben können Wir [nur] wenige Stunden zählen und können der Seele keine großen Dinge geben. Lass Mich daher machen; Ich wünsche, dass du mit meinem Handeln zufrieden bist.
Willst du glücklich sein, dann denke daran, dass jede Stunde deines Lebens ein Pfand der Liebe ist, das du Mir gibst, das Mich verpflichten wird, dich noch mehr zu lieben.
Freust du dich nicht darüber?” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 6. Dezember 1931)

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… „Meine Tochter, wenn du wüsstest, wie sehr ich es liebe dich eng in meinen Armen zu halten, an mein Herz gelehnt, um dir von den himmlischen Geheimnissen des Göttlichen FIAT hören zu lassen!
Wenn du dich so danach sehnst, mich anzuhören, sind es meine Seufzer, die dies in deinem Herzen bewirken; es ist deine Mutter, die ihre Tochter will; die dir ihre Geheimnisse anvertrauen will und dir die Geschichte erzählen will über das, was der Göttliche Wille in mir gewirkt hat. Tochter meines Herzens, schenke mir deine Aufmerksamkeit.
Mein Mutterherz, das sich bei dir will aussprechen will, will dir meine Geheimnisse bekannt machen, die bis jetzt noch niemandem geoffenbart worden sind, weil die Stunde Gottes noch nicht geschlagen hat; Gott, indem er den Kreaturen überraschende Gnaden austeilen wollte, die er in der ganzen Weltgeschichte nicht gewährt hat, will die Wundertaten des Göttlichen FIAT bekannt machen und das, was das Göttliche FIAT in der Kreatur wirken kann, wenn sie sich beherrschen lässt; deshalb will Gott mich allen als Vorbild zeigen, da ich die große Ehre hatte, mein Leben ganz im Göttlichen Willen zu bilden.
Nun wisse, meine Tochter, als ich kaum empfangen war, brachte ich die Gottheit in Feststimmung. Himmel und Erde feierten mich und erkannten mich als ihre Königin an.
Ich war dermaßen mit meinem Schöpfer verschmolzen, dass ich mich in den göttlichen Herrschaftsbereichen als Herrin fühlte; ich wusste nicht, was die Trennung von meinem Schöpfer bedeutete; derselbe Göttliche Wille, der in mir herrschte, regierte in den Göttlichen Personen und machte uns untrennbar.
Während alles Lächeln und Festfeier zwischen mir und ihnen war, sah ich, dass sie sich mir nicht anvertrauen konnten, wenn sie mir nicht eine Prüfung auferlegt hätten; meine Tochter, die Prüfung ist die Fahne, die zum Sieg führt.
Die Prüfung bringt alle Güter, die uns Gott geben will, in Sicherheit. Die Prüfung macht reif und disponiert die Seele zur Gewinnung großer Eroberungen; auch ich sah die Notwendigkeit dieser Prüfung, da ich meinem Schöpfer als Vergeltung für die vielen Gnadenmeere, mit denen er mich überhäuft hatte, einen Akt meiner Treue bezeugen wollte, der mich das Opfer meines ganzen Lebens kosten sollte …
Wie schön ist es, sagen zu können: „Du hast mich geliebt, und ich habe dich geliebt!“ Ohne die Prüfung kann man das nie sagen. Wisse also, meine Tochter, dass das Göttliche FIAT mir die Erschaffung des unschuldigen und heiligen Menschen offenbarte.
Auch für ihn war alles Glückseligkeit; er hatte die Befehlsgewalt über die ganze Schöpfung, und alle Elemente waren seinen Winken gehorsam. In Adam regierte der Göttliche Wille und kraft dessen war er untrennbar von seinem Schöpfer.
Um in Adam einen Akt der Treue zu sehen gegenüber so vielen Gütern, die Gott ihm verliehen hatte, befahl er ihm, dass er eine einzige Frucht nicht anrühren solle unter so vielen in diesem irdischen Paradies.
Um aber die Unschuld, die Heiligkeit und das Glück des ersten Menschen zu bestätigen, bevor er ihm die Herrschaftswürde über das ganze Universum gewährte, wollte Gott ihn einer gerechten Prüfung unterwerfen. Unter den vielen Früchten, die sich im irdischen Paradies, gebot er ihm, nur eine nicht anzurühren.
Aber Adam versagte in der Prüfung, und da er nicht treu war, konnte sich Gott auf ihn nicht verlassen: Deshalb verlor Adam die Befehlsgewalt, die Unschuld, das Glück, und man kann sagen, er stürzte das Werk der ganzen Schöpfung um.
Wisse, Tochter meines Herzens, als ich die schlimmen Folgen des menschlichen Willens in Adam und seiner Nachkommenschaft erkannte, weinte ich, deine Himmlische Mutter, obwohl kaum empfangen, bitterlich mit heißen Tränen über den gefallenen Menschen; und als der Göttliche Wille mich weinen sah, fragte er mich, ob ich ihm zur Prüfung meinen menschlichen Willen überlasse.
Das Göttliche FIAT sprach zu mir: „Ich verlange von dir nicht, dass du keine Frucht, wie bei Adam, anrührst; ich verlange von dir deinen Willen.
Du wirst ihn behalten, als ob du ihn nicht hättest, unter der Herrschaft meines Göttlichen Willens, der für dich das Leben sein wird und sich sicher fühlen wird, das zu tun, was er von dir will…“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 4. Tag)

„Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Lk 16,13)

Diesen Morgen sah ich meinen geliebten Jesus nur kurz, und Er schien ein beschriebenes Papier in seiner Hand zu halten, auf welchem man lesen konnte: „Die Abtötung bringt Verherrlichung hervor.
Wer die Quelle aller Freuden finden will, muss sich von allem, was Gott missfallen könnte, fernhalten.“ Als Er dies gesagt hatte, verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 17. Juni 1902)

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Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, sah ich nach vielen Bemühungen meinen anbetungswürdigen Jesus nur kurz in meinen Armen; ein Licht trat aus seiner Stirn, in dem diese Worte geschrieben standen:
„Die Liebe ist alles für Gott und für den Menschen.“ Wenn die Liebe aufhörte, würde das Leben enden, es gibt jedoch zwei Arten von Liebe: die eine ist geistlich und göttlich, die andere körperlich und ungeordnet, und zwischen diesen zwei Arten von Liebe besteht ein großer Unterschied an Intensität, Vielfalt, Verschiedenheit.
Man könnte ihn fast wie den Unterschied bezeichnen, der zwischen dem Denken des Geistes und dem Wirken der Hände besteht: in kürzester Zeit kann der Geist an hundert Dinge denken, während die Hände kaum ein einziges Werk vollbringen können.
Gott ist der Schöpfer, und wenn Er die Geschöpfe macht, ist es allein die Liebe, die Ihn erschaffen lässt. Wenn Er all seine Eigenschaften ständig den Geschöpfen zugewandt hält, ist es die Liebe, die Ihn dazu drängt, und seine Eigenschaften selbst empfangen von der Liebe das Leben.
Die ungeordnete Liebe selbst, wie die Liebe zum Reichtum, zum Vergnügen und so vielen anderen Dingen – dies ist nichts, was das Leben des Menschen bildet; aber wenn der Mensch Liebe zu diesen Dingen empfindet, formen sie nicht nur sein Leben, sondern er macht aus ihnen sogar seinen eigenen Götzen.
Wenn also die Liebe heilig ist, bildet sie das Leben der Heiligung, wenn sie pervers ist, das Leben der Verdammung.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 5; 23. März 1903)