1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. 2Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.
3Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. 4Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben.
5Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! 6Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet“ (Lk 17,1)

Ich befand mich in meinem gewöhnlichen Zustand und empfahl meinem gebenedeiten Jesus die vielen Bedürfnisse der Kirche; da sprach Jesus zu mir:
„Meine Tochter, die heiligsten Werke, die mit menschlicher Absicht getan werden, sind wie rissige Behälter, bei denen die Flüssigkeit, die man hineingießt, nach und nach zu Boden fließt; und wenn man kommt und jene Gefäße zu Notzeiten verwenden möchte, dann findet man sie leer.
Deshalb sind die Söhne meiner Kirche in diesen Zustand geraten, da in ihren Werken alles [nur] menschliche Absicht ist, und somit haben sie sich in Zeiten der Bedürfnisse, bei Gefahren und Beleidigungen leer an Gnade gefunden.
Da sie also geschwächt, zermürbt und gleichsam vom menschlichen Geist geblendet sind, kommt es bei ihnen zu Überschreitungen. O, wie wachsam hätten die Führer der Kirche sein müssen, damit Ich nicht zum Gespött gemacht werde und fast zum Deckel, der ihre frevelhaften Handlungen zudeckt.
Es ist wahr, dass es einen großen Anstoß erregen würde, wenn sie sich [selbst] bestrafen würden, doch das wäre für Mich eine geringere Beleidigung im Vergleich zu den vielen Sakrilegien, die sie begehen.
Ach, Mir fällt es allzu hart, sie zu ertragen! Bete, bete, meine Tochter, denn viele traurige Dinge werden von den Söhnen der Kirche ausgehen.“ Dann verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 9. November 1910)

„Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.“ (Lk 17,2)

… Gehen wir noch weiter, Mutter! Hier siehst du gute, unschuldige Seelen, an denen Jesus sein Wohlgefallen hat und in denen er seine Ruhe in der Schöpfungswelt findet. Aber Bösewichte umgarnen sie mit allerlei List und geben ihnen viel Ärgernis.
Sie wollen die Unschuld rauben, um das Wohlgefallen und die Ruhe Jesu in bitteren Kummer zu verwandeln. Es ist, als ob sie kein anderes Ziel hätten, als dem göttlichen Herzen beständig Schmerz zuzufügen. Besiegeln und umgeben wir ihre Unschuld mit dem Blute Jesu.
Es sei der Schutzwall, durch den keine Schuld eindringen kann. Dieses Blut schlage alle in die Flucht, die diese Seelen beflecken wollen, und erhalte sie rein und unversehrt, auf dass Jesus in ihnen seine Ruhestätte finde, sein Wohlgefallen an ihnen habe und aus Liebe zu ihnen zum Mitleid bewegt werde mit so vielen anderen armen Menschenkindern.
Meine Mutter, versenken wir diese Seelen in das Blut Jesu und vereinigen wir sie immer wieder mit dem heiligen Willen Gottes. Legen wir sie in seine Arme und fesseln wir sie mit den Ketten seiner Liebe an sein Herz, um die Bitterkeiten seiner Todesangst zu versüßen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 23 bis 24 Uhr: Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)

„Wenn dein Bruder… sich ändert, vergib ihm“ (Lk 17, 3)

Danach empfing ich die Absolution, und ich sagte bei mir: „Mein Jesus, in deinem Willen möchte ich sie empfangen.” Und Jesus fügte sofort hinzu, ohne mir Zeit zu lassen:
„Und Ich spreche dich in meinem Willen los, und während Ich dich losspreche, lässt mein Wille die Absolutionsworte sich auf den Weg machen, um den loszusprechen, der losgesprochen werden will und dem zu vergeben, der die Vergebung will.
Mein Wollen nimmt alles, Es nimmt nicht einen einzigen; aber wer disponiert ist, nimmt mehr als alle.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 16. November 1922)

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… „Meine Tochter, die Königin des Himmels wirkte bei der Erlösung kein Wunder, denn ihre Lebensumstände erlaubten Ihr nicht, Totenerweckungen und Krankenheilungen zu wirken. Da nämlich ihr Wille der Wille Gottes Selbst war, so tat und wollte das, was ihr Gott tat und wollte, auch Sie.
Sie hatte keinen anderen Willen, um von Gott Wunder und Heilungen zu erbitten, da Sie ihrem menschlichen Willen nie Leben gewährte. Und um Wunder von diesem Göttlichen Willen zu erbitten, hätte Sie sich des ihren [getrennt vom Göttlichen Willen] bedienen müssen, was Sie nicht tun wollte, denn dies wäre ein Abstieg in die menschliche Ordnung gewesen.
Die Erhabene Königin wollte aber nie einen Schritt außerhalb der Göttlichen Ordnung tun, und wer in dieser [Ordnung] steht, muss das wollen und tun, was sein Schöpfer will und tut. Besonders, da Sie im Leben und Licht dieses Göttlichen Willens sah, dass das, was ihr Schöpfer wollte und tat, das Bessere, Vollkommenere und Heiligere war, auch für die Geschöpfe.
Wie konnte Sie daher von der Höhe der Göttlichen Ordnung herabsteigen? Daher wirkte Sie nur das große Wunder, das alle Wunder einschloss – die Erlösung – die gewollt war von jenem selben Willen, von Dem Sie beseelt war, der das universelle Gut brachte, und zwar jedem, der dies wünscht.
Während die erhabene Himmlische Mutter im Leben kein sichtbares Wunder tat, weder Heilungen, noch Totenerweckungen, wirkte und wirkt Sie Wunder in jedem Augenblick, zu allen Stunden und an allen Tagen.
Sobald die Seelen sich bereiten und bereuen – wobei Sie selbst ihnen die Disposition zur Reue verleiht – vervielfältigt Sie ihren Jesus, die Frucht ihres Leibes und gibt Ihn jeder Seele vollständig, als Bestätigung des großen Wunders, das dieses Himmlische Geschöpf nach Gottes Wunsch tun sollte.
Die Wunder, die Gott selbst geschehen lassen will, sollen ohne Vermischung mit dem menschlichen Willen geschehen. Es sind andauernde Wunder, denn sie entspringen aus der Göttlichen Quelle, die nie versiegt, und damit man sie empfange, genügt es, sie zu wollen.
Nun gleichen deine Umstände denen der unvergleichlichen Himmelskönigin. Da du das Reich des Höchsten FIAT bilden sollst, darfst du weder etwas anderes wollen als das, was mein Göttlicher Wille will und tut, noch darf dein Wille Leben haben, selbst wenn es dir scheint, dass du den Geschöpfen damit etwas Gutes erweist…” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 1. Juni 1927)

„Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben“ (Lk 17,4)

Mein gekreuzigtes Gut! Ich erblicke dich auf dem Kreuz wie auf einem Thron des Triumphs am Werk, alles und alle Herzen zu erobern und sie mit Macht an dich zu ziehen, so dass alle deine Herrschergewalt empfinden.
Die Natur, die bei dieser Missetat erschaudert, liegt zu deinen Füßen und erwartet schweigend den Befehl, dir Ehre zu erweisen und deine Herrschaft anzuerkennen. Als ob sie weinen würde, zieht die Sonne ihr Licht zurück, um dein allzu schmerzvolles Angesicht nicht schauen zu müssen.
Selbst die Hölle empfindet Schrecken und erwartet mit Schweigen, was da kommen wird. Überall herrscht Stillschweigen. Deine von Leid durchbohrte Mutter und alle deine Getreuen stehen stumm da, wie erstarrt bei dem allzu schmerzlichen Anblick deines durch zahllose Wunden zerrissenen und blutenden Leibes. Sie warten schweigend auf dein Wort.
Auch deine Menschheit, die in den Qualen des Todeskampfs in ein Meer von Schmerz versenkt ist, verhält sich schweigend, so dass von einem Augenblick zum anderen zu befürchten ist, du werdest verscheiden.
Ja, selbst die treulosen Juden und die erbarmungslosen Henkersknechte, die dich bis vor kurzem beschimpften und verhöhnten, dich Betrüger und Missetäter nannten, und sogar die beiden Schächer, die dich soeben noch gelästert hatten, sind verstummt.
Auch bei ihnen regt sich das Gewissen. Wenn sie sich bemühen, ein Schmähwort gegen dich auszustoßen, so erstirbt es auf ihren Lippen. Indem ich aber in dein Inneres eindringe, nehme ich wahr, dass deine Liebe überschäumt, dich überwältigt und sich nicht zurückhalten lässt.
Gedrängt von dieser Liebe, die dich mehr peinigt als dein Leiden, flehst du mit lauter und ergreifender Stimme, indem du als Gott, der du bist, deine erlöschenden Augen zum Himmel erhebst: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Und von neuem hüllst du dich in Stillschweigen, versenkt in unerhörte Qualen.
Gekreuzigter Jesus! Kann es eine solche Liebe geben? Ach, nach so vielen Peinen und Beschimpfungen ist dein erstes Wort die Bitte um Verzeihung, und du entschuldigst deine Feinde und uns beim Vater trotz der Menge unserer Sünden.
Dieses Wort lässt du nach der Schuld in jedes Herz herniedersteigen; du bist der Erste, der Verzeihung anbietet. Aber wie viele nehmen sie nicht an und weisen sie zurück! Bei diesen Worten erzittert die Hölle und erkennt dich als Gott an.
Die Natur und alle Elemente sind erschüttert und erkennen deine Gottheit und deine unauslöschliche Liebe an und warten schweigend, um zu sehen, wie weit sie noch gehen wird.
Doch ist es nicht allein deine Stimme, auch dein Blut und deine Wunden rufen nach der Sünde jedem Herzen zu: „Komm in meine Arme, ich verzeihe dir! Das Siegel der Verzeihung ist der Preis meines Blutes.“ Mein liebenswürdiger Jesus! Wiederhole auch jetzt noch dieses Wort bei allen Sündern, die in der Welt sind.
Bitte für alle um Barmherzigkeit und wende allen die unendlichen Verdienste deines kostbaren Blutes zu. Fahre fort, für alle die göttliche Gerechtigkeit zu besänftigen. Verleihe jedem die Gnade, der, wenn er verzeihen soll, nicht die Kraft dazu aufbringt. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)