20In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr aber seht, dass Jerusalem von einem Heer eingeschlossen wird, dann könnt ihr daran erkennen, dass die Stadt bald verwüstet wird. 21Dann sollen die Bewohner von Judäa in die Berge fliehen; wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer auf dem Land ist, soll nicht in die Stadt gehen. 22Denn das sind die Tage der Vergeltung, an denen alles in Erfüllung gehen soll, was in der Schrift steht.
23Wehe den Frauen, die in jenen Tagen schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn eine große Not wird über das Land hereinbrechen: Der Zorn Gottes wird über dieses Volk kommen. 24Mit scharfem Schwert wird man sie erschlagen, als Gefangene wird man sie in alle Länder verschleppen, und Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis die Zeiten der Heiden sich erfüllen.
25Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. 26Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
27Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. 28Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

„Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres“ (Lk 21,25)

Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, als ich kurz den gebenedeiten Jesus sah, wie Er zahlreiche Arme Seelen den Völkern zu Hilfe sandte, die viele Schicksalsschläge durch ansteckende Krankheiten und Erdbeben an manchen Orten erfahren sollten.
Manche töteten sich selbst, andere warfen sich in die Wellen oder ins Meer, und einige töteten andere. Es scheint, dass der Mensch seiner selbst müde ist, denn ohne Gott fühlt er nicht die Kraft, weiterzuleben.
O Gott, wie viele Strafen, und wie viele tausende von Menschen werden Opfer dieser Geißeln sein! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 9. März 1906)

„Die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden“ (Lk 21,26)

Ich dachte darüber nach, wie alle Dinge sich um die Sonne drehen: die Erde, wir selbst, alle Geschöpfe, das Meer, die Pflanzen, kurz, wir alle drehen uns um die Sonne, und weil wir uns um die Sonne drehen, werden wir erleuchtet und empfangen ihre Wärme.
So ergießt sie ihre sengenden Strahlen über alle, und wir und die ganze Schöpfung, genießen, indem wir uns um sie drehen, ihr Licht und haben Anteil an den Wirkungen und Gütern, welche die Sonne enthält.
Nun, wie viele Wesen drehen sich doch um die göttliche Sonne! Alle: alle Engel, die Heiligen, die Menschen, alle geschaffenen Dinge; hat die Königliche Mutter selbst nicht etwa die erste Umdrehung inne, bei der sie in rascher Drehung um diese ewige Sonne alle ihre Widerspiegelungen absorbiert?
Als ich dies dachte, bewegte sich mein Göttlicher Jesus in meinem Inneren, drückte mich ganz an sich und sprach zu mir: „Meine Tochter, genau dies war der Zweck, wofür Ich den Menschen erschuf: er sollte sich ständig um Mich drehen, und Ich sollte gleichsam als Sonne in der Mitte seines Umlaufes, mein Licht, meine Liebe, die Ähnlichkeit mit Mir und meine ganze Seligkeit in ihm widerstrahlen lassen.
Bei jeder Umdrehung würde Ich ihm stets neues Glück, neue Schönheit und noch glühendere Pfeile verleihen. Bevor der Mensch sündigte, war ihm meine Gottheit nicht verborgen, denn mit seinen Umdrehungen um Mich, war er mein Widerschein und somit das kleine Licht.
So war es ganz natürlich, dass, wie Ich die große Sonne bin, das kleine Licht die Widerspiegelungen von Mir empfangen konnte. Doch sobald er sündigte, hörte er auf, sich um Mich zu drehen; sein kleines Licht wurde dunkel, er wurde blind und verlor das Licht, um meine Gottheit im sterblichen Fleisch sehen zu können, soweit ein Geschöpf dazu imstande ist.
Daher nahm Ich, als Ich kam, um den Menschen zu erlösen, sterbliches Fleisch an, um Mich sichtbar zu machen, nicht nur, weil er mit dem Fleisch gesündigt hatte, und Ich mit dem Fleisch dafür sühnen sollte, sondern weil ihm die Augen fehlten, um meine Gottheit sehen zu können.
Dies ist so wahr, dass meine Gottheit, die in meiner Menschheit wohnte, nur durch wenige Blitze und in Funken einige Lichtstrahlen meiner Gottheit aussenden konnte. Du siehst also, welch großes Übel die Sünde ist: sie bedeutet, dass der Mensch seine Umdrehung um seinen Schöpfer verliert, den Zweck seiner Erschaffung annulliert, von Licht in Finsternis verwandelt wird, von Schönheit in Hässlichkeit.
Sie ist ein so großes Übel, dass Ich trotz meines ganzen Erlösungswerkes seine Augen nicht wiederherstellen konnte, damit er in seinem sterblichen Fleisch meine Gottheit sehen könne, wenn dieses Fleisch nicht, vernichtet und zu Staub geworden durch den Tod, von neuem wieder aufersteht am Tag des Gerichts.
Was würde geschehen, wenn die ganze Schöpfung von ihrer Umdrehung um die Sonne abweichen würde? Alle Dinge würden durcheinandergeraten, sie würden das Licht, die Harmonie, die Schönheit verlieren, das eine würde gegen das andere stoßen; und wenn die Sonne auch fix an ihrem Platz bliebe, wäre sie für die ganze Schöpfung, da sich diese nicht um sie dreht, wie zwecklos.
Nun, der Mensch verlor mit der Ursünde seine Umdrehung um seinen Schöpfer, und deshalb verlor er unsere göttliche Ordnung, die Herrschaft über sich selbst, unser Licht. Und jedes Mal, wenn er sündigt, dreht er sich nicht nur nicht um seinen Gott, sondern bleibt auch bei seiner Rotation um die Güter der Erlösung immer wieder stehen, die ihm wie eine neue Sonne Vergebung, Ausweg und Rettung bringen sollte.
Doch weißt du, wer seinen Umlauf nie unterbricht? Die Seele, die meinen Willen tut und in Ihm lebt. Sie läuft stets ohne anzuhalten und empfängt alle Widerspiegelungen meiner Menschheit, sowie auch die Lichtstrahlen aus meiner Gottheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 14. September 1923)

„Richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe“ (Lk 21, 28)

Diesen Morgen fühlte ich mich ganz bedrückt, und eine Melancholie füllte meine ganze Seele. Es schien, dass der gebenedeite Jesus mich nicht zu sehr abmühen ließ, und als Er mich so bedrückt sah, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, warum diese Melancholie? Weißt du nicht, dass die Melancholie für die Seele, wie der Winter für die Pflanzen ist? Er entkleidet sie der Blätter und hindert sie daran, Blüten und Früchte hervorzubringen, sodass, wenn dann nicht die Heiterkeit des Frühlings und der Wärme kämen, die armen Pflanzen außer Gefecht gesetzt und schließlich verwelken würden.
So ist die Melancholie für die Seele: sie nimmt ihr die göttliche Frische, die wie der Regen alle Tugenden grünen lässt, macht die Seele unfähig zum Gutestun, und wenn diese etwas Gutes tut, dann mühsam und gleichsam gezwungen, aber nicht aus Tugend.
Sie hindert die Seele am Wachstum in der Gnade, und wenn die Seele sich nicht mit einer heiligen Heiterkeit aufrafft, die wie Frühlingsregen ist, der den Pflanzen in kürzester Zeit das Wachstum verleiht, dann wird sie darin enden, im Guten zu verwelken.“
Während Er dies sagte, sah ich in einem Lichtblitz die ganze hl. Kirche, die Kriege, welche die Gottgeweihten durchmachen müssen und die sie von anderen her erfahren, und auch Kriege zwischen den Gesellschaft[sschicht]en. Es schien wie ein allgemeiner Aufruhr.
Es schien auch, dass der Heilige Vater sich sehr weniger gottgeweihter Personen bedienen musste, um sowohl den Zustand der Kirche, der Priester und anderer, wie auch die Gesellschaft in dieser Situation des Aufruhrs, in eine gute Ordnung zu bringen.
Während ich das sah, fragte mich der gebenedeite Jesus: „Glaubst du, dass der Triumph der Kirche in weiter Ferne ist?“
Ich erwiderte: „Ja, sicher, denn wer kann Ordnung in so viele Dinge bringen, die so durcheinander sind?“
Er sagte: „Im Gegenteil, Ich sage dir, dass er nahe ist. Es muss eine Erschütterung geschehen, eine starke, und deshalb werde ich alles zugleich zulassen, unter den Gottgeweihten und den Weltleuten, um die Zeit abzukürzen.
Und inmitten dieser total chaotischen Erschütterung, wird sich die gute und geordnete Erschütterung ereignen, jedoch in solchem Zustand der Demütigung, dass sich die Menschen als verloren betrachten werden; Ich werde ihnen so viel Gnade und Licht geben, dass sie das Böse erkennen und sich zur Wahrheit bekennen werden können, wobei Ich dich auch zu diesem Zweck leiden lasse.
Wenn sie trotz alledem nicht auf Mich hören, werde Ich dich in den Himmel holen; dann werden noch ernstere Dinge geschehen, und es wird sich bis zum ersehnten Triumph noch ein wenig länger hinziehen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 15. August 1904)