16In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: 17Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
18Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. 19Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.

„Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen“ (Mt 11,17)

Mein süßester Jesus tut sich weiterhin beinahe immer auf dieselbe Art kund. Diesen Morgen fügte Er hinzu:
„Meine Tochter, meine Liebe gegen die Geschöpfe ist so groß, dass sie wie ein Echo in den himmlischen Regionen widerhallt, die Atmosphäre erfüllt und sich über die ganze Erde verbreitet. Doch wie entsprechen die Geschöpfe diesem liebevollen Echo?
Ach, sie vergelten Mir mit einem Echo von Undankbarkeit, das giftig ist und voll von allen möglichen Bitterkeiten und Sünden; mit einem gleichsam todbringenden Echo, das bloß dazu taugt, Mich zu verletzen…“(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 25. Oktober 1899)

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Nach bittersten Tagen der Beraubung schwankte mein armes Herz zwischen der Angst, Ihn verloren zu haben und der Hoffnung, Ihn vielleicht wieder sehen zu können.
O Gott, welch blutigen Krieg hatte dieses mein armes Herz auszutragen! Die Pein war so groß, dass es bald eiskalt wurde, bald wie unter einer Presse ausgedrückt wurde und Blut heraustropfte.
Während ich in diesem Zustand war, fühlte ich meinen süßen Jesus bei mir; Er entfernte einen Schleier von mir, der mich daran hinderte, Ihn zu sehen, und so konnte ich Ihn schließlich schauen. Sofort sagte ich zu Ihm: „Ach, Herr! Du liebst mich nicht mehr!“
Und Er: „Ja, ja, was Ich dir empfehle ist, meiner Gnade zu entsprechen, und um treu zu sein, musst du wie das Echo sein, das in einem leeren Raum wiederhallt: sobald eine Stimme ertönt, vernimmt man sofort danach, ohne die geringste Verzögerung, das Hallen des Echos.
So musst du, sobald du meine Gnade zu empfangen beginnst, das Echo deiner Entsprechung ertönen lassen, sogar ohne die Vollendung meiner Gabe abzuwarten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 22. Januar 1900)

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Jesus setzt seine Besuche weiterhin stets im Schweigen fort und geht wie ein Blitz vorüber, und Ich verbringe meine Tage in Bitterkeit und wie gebannt, wie wenn mein ganzes Inneres von einem Blitz getroffen wäre, ohne dass ich mich nach vorne oder zurück bewegen kann.
Ich kann selbst nicht erklären, was in meinem Inneren geschehen ist und glaube, besser darüber zu schweigen, als zu sprechen. Da kam Er an diesem Morgen ganz kurz und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wer meiner Gnade nicht entspricht, der lebt wie die Raubvögel. So tut die Seele nichts anderes, als vom Raub zu leben. Sie raubt meine Gnade, sie lebt und erkennt Mich nicht, und zu guter Letzt beleidigt sie Mich.“
Und Er verschwand wie ein Blitz und ließ mich noch betäubter zurück als vorher. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 20. Februar 1907)

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… „Meine gesegnete Tochter, den eigenen [vom Göttlichen Willen getrennten] Willen zu tun ist so schwerwiegend, dass es ein kleineres Übel wäre, wenn das Geschöpf den Lauf der Sonne, des Himmels, des Windes, der Luft, des Wassers anhielte: dies würde eine so große Unordnung und so großen Schrecken hervorrufen, dass der Mensch nicht mehr leben könnte.
Und dennoch wäre dieses große Übel nichts im Vergleich zu dem tragischen Unglück, seinen eigenen Willen zu tun, denn damit hindert der Mensch nicht den Lauf der geschaffenen Dinge, sondern seines Schöpfers selbst.
Adam brachte mit seinem Rückzug aus unserem Willen den Fluss der Gaben zum Stillstand, die Er seinem geliebten Geschöpf geben sollte. Wäre Adam fähig dazu gewesen, dann hätte er Gott [Selbst] zur Unbeweglichkeit eingeschränkt.
Als unser Höchstes Sein den Menschen schuf, wollte Es in ständiger Verbindung mit ihm bleiben und ihm bald die eine Gabe, bald die andere geben und ihm ununterbrochen viele schöne Überraschungen bereiten.
Tut nun die Seele ihren eigenen Willen, dann sagt sie stillschweigend zu ihrem Schöpfer: ‘Ziehe Dich zurück, ich habe keinen Platz, wo ich deine Gaben hinlegen könnte; wenn Du zu mir sprichst, verstehe ich Dich nicht, deine Überraschungen sind nicht für mich, ich genüge mir selbst.’
Und zu Recht spricht sie so: denn ohne meinen Willen, der ihr primäres Leben ist, hat sie das Leben und die Kapazität für die Aufbewahrung meiner Gaben und das Verständnis unserer himmlischen Sprache verloren, und unsere schönsten Überraschungen werden ihr fremd.
Wenn die Seele nicht unseren Willen tut, verliert sie das Leben Gottes und den schönsten, reizvollsten und wichtigsten Akt ihrer Erschaffung und der Weise, wie sie von Gott geschaffen wurde.
Als sich daher der Mensch aus unserem Fiat zurückzog, brachte er sich ganz durcheinander, sodass er bei jedem Schritt wankte, da er sich vom lebendigen Akt seines Lebens loslöste und ihn zurückwies.
Er trennte sich von jenem stabilen und permanenten Akt, d.h. von unserem Göttlichen Willen, der zusammen mit ihm gleichsam ein einziges Leben führen sollte.
So fühlen Wir Uns vom Menschen zur Unbeweglichkeit eingeschränkt, da Wir geben möchten und nicht können, sprechen wollen, und er Uns nicht versteht.
Es ist, als ließen Wir von der Ferne unsere leidvollen Klagen vernehmen und sprächen zu ihm: ‘O Mensch, höre auf, rufe diesen Willen zu dir zurück, den du abgewiesen hast!
Er schaut nicht auf das Böse, das du getan hast, und wenn du Ihn rufst, ist Er bereit, dich in Besitz zu nehmen und in dir sein Reich der Herrschaft, des Friedens, des Glückes, der Ehre, des Sieges für dich und Mich zu errichten.
O, wolle doch kein Sklave mehr sein, noch im Labyrinth deiner Übel und Armseligkeiten leben! Dafür habe Ich dich nicht erschaffen, sondern Ich schuf dich als König über dich selbst und über alles.
Lade daher meinen Willen ein, dass Er [dein] Leben sei, und Er wird dich deinen Adel und die Höhe deines Platzes erkennen lassen, auf den du von Gott gestellt wurdest.
O, wie wird dich dies freuen, und du wirst deinen Schöpfer glücklich machen!’“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 8. Mai 1932)