2Am ersten Tag der Woche lief Maria von Magdala schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. 5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. 8Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

„Da lief sie schnell…“ (Joh 20,2)

Mein Flug im Fiat dauert an. Ja, ich spüre sogar, dass Er mir in jedem Augenblick entgegenkommt, in allem, was ich berühre, was ich tue, in den Leiden und Freuden, in allem Geschaffenen, mit dem Er mich umgibt, damit ich es gebrauche.
Er scheint gleichsam auf der Lauer zu liegen, um sich zu erkennen zu geben und mir zu sagen: ‚Hier bin Ich, sag mir, was du willst; du machst Mich noch glücklicher, wenn du Mir Gelegenheit gibst, dir noch reichlicher zu geben, so dass Ich wegen der Glückseligkeit meiner Tochter, die Ich glücklich mache, noch seliger bin.“
Als nun mein Geist in seinem göttlichen Meer wie versenkt war, überraschte mich mein geliebter Jesus mit einem kurzen Besuch und sprach mit einer Liebe, die Er nicht zurückhalten konnte, zu mir: „Meine gesegnete Tochter, die übergroße Liebe des Göttlichen Willens ist unglaublich.
Wenn das Geschöpf in Ihm lebt und sein kleines Meer des Fiat in seiner Seele gebildet hat, möchte mein Wille, angezogen von seiner eigenen Macht, dieses sein kleines Meer im Bereich der Seele immer weiter ausdehnen. Höre nun, was Er tut: Erfasst von unwiderstehlicher Liebe, fließt und wirkt Er stets in jedem Akt, den die Seele verrichtet.
Wenn Er sieht, dass sie vom Wort Gebrauch machen [, also sprechen] will, eilt Er ihr entgegen, umhüllt ihr Wort mit seinem Fiat und vermehrt seine göttliche Macht im Wort der Seele. Wenn sie arbeiten möchte, eilt Er hin, nimmt ihre Hände, drückt sie an Sich, erfüllt sie mit seinem Fiat und steigert seine göttliche Macht in ihren Werken.
Wenn Er sieht, dass sie gehen und Schritte tun will, eilt Er hin, umhüllt diese und verleiht ihr die große Macht, immer auf Den zuzueilen, Der ihr stets entgegenkommt. Wenn sie liebt, beeilt Er sich, ihr neue Liebe zu schenken, Wenn Er sieht, dass sie immer besser zu werden verlangt, eilt Er und steigert ihre Güte.
Es gibt keinen Gedanken, Herzschlag und Atemzug, den Er nicht mit seinem Fiat erfüllt, damit seine Weisheit, seine Schönheit und der Herzschlag seiner ewigen Liebe [in der Seele] intensiver werde. Doch das ist noch nicht alles.
Glaubst du, dass mein Wille in seinem Lauf auf die Seele zu, die sein Wollen besitzt, innehalten kann? Um ihr entgegenzueilen, bedient Er sich tatsächlich aller Dinge: wenn z.B. die Sonne das Geschöpf umhüllt, beeilt Er sich, dem Geschöpf [noch] mehr Licht zu spenden; und da das Geschöpf mehr als die Sonne ist, verleiht Er ihm die Eigenschaften des Lichtes, ja intensiviert diese noch.
Er verleiht der Seele seine göttliche Süßigkeit, seine Fruchtbarkeit, seine mannigfaltigen himmlischen Düfte, den Geschmack seiner göttlichen Aromen, seine erhabenen Eigenschaften als schönste Farbenvielfalt.
Er tut dies mit der Macht seines Fiat auf eine Weise, dass Er nichts anderes mehr hat als Licht und Glut, mit denen Er sein geliebtes Geschöpf, mehr als die Sonne, erfüllt, und dieses sich [damit] erfüllen lässt.
Wenn der Wind das Geschöpf anbläst, beeilt Er sich, es zu erfüllen und vermehrt mit seinem Fiat die Macht seiner beherrschenden Liebe, seine göttlichen Seufzer, damit das Geschöpf mit Seinem eigenen Seufzen und Stöhnen nach der Ankunft seines Reiches auf Erden verlange.
Er küsst und liebkost es, drückt es fest an Sich, damit es fühlt, wie sehr Er es liebt und wiedergeliebt werden möchte. Wenn es Wasser trinkt, beeilt Er sich, es mit Seiner Frische und himmlischen Erquickungen zu erfüllen.
Nimmt es Nahrung zu sich, beeilt Er sich, es mit der Speise seines Willens zu nähren, damit das göttliche Leben im Geschöpf wachse, sich festige und sich noch mehr in ihm bestätige.
Mit einem Wort, es gibt nichts, worin mein Wille nicht wirksam wäre. O, welches Fest feiert Er, wenn Er sieht, dass das Geschöpf diese liebliche Begegnung akzeptiert und das Gute annimmt, das Er ihm unaufhörlich anbietet!
Und wenn die Seele ebenfalls in allem auf Den zueilt, Der ihr entgegenläuft, o, dann ist mein Fiat von solcher Liebe ergriffen, dass sein grenzenloses Meer anschwillt; dieses bildet überaus hohe Wellen und entlädt sie in dem kleinen Meer, wobei Er auf wunderbare und außerordentliche Weise die Fassungskraft und Ausdehnung seines Meeres im kleinen Meer der Seele vergrößert.
Meine Tochter, so ist unsere göttliche Handlungsweise: immer und unaufhörlich zu lieben, immer und unaufhörlich zu geben. Wäre das nicht so, müssten Wir unserer Macht eine Grenze setzen, unsere Liebe einschränken.
Doch dazu sind Wir nicht einmal fähig, denn da unser Wesen unendlich ist, eilt es von selbst auf die Suche nach Seelen, die Wir lieben und von denen Wir wiedergeliebt werden wollen.
Darum sind Grenzen für Uns bedeutungslos, und es gibt kein ‚Genug’. Es könnte höchstens einige Undankbare geben, die Uns nicht anerkennen wollen und somit Blinden gleichen: Obwohl die Sonne ihnen ihr Licht nicht verweigert, sondern sie überall einhüllt, können sie die Sonne weder sehen noch erkennen; und doch können sie nicht leugnen, dass sie ihre Wärme verspüren.
Dies kann jedoch der Seele, die in unserem Willen lebt, nicht passieren. Er selbst wacht schon über sie und wartet ständig darauf, ihr zu begegnen. Wir eilen ihr entgegen, dass sie Uns entgegenläuft.
Und wenn unsere Liebe – obwohl Wir ihr entgegenlaufen – ihr dies verbirgt, damit sie [noch mehr angetrieben wird und Uns] noch schneller entgegenläuft, o, wie verzehrt sich dann unsere arme Tochter [nach Uns], sodass Wir genötigt sind, sogleich den verhüllenden Schleier zu zerreißen und ihr zu beteuern: ‚Wir sind da, beruhige dich.
Fürchte nicht, dass Wir jemals unsere Tochter verlassen, die Tochter unseres Wollens.’ Um sie zu beruhigen, lassen Wir sie unsere Liebe noch lebhafter fühlen und überhäufen sie mit noch größeren Gnaden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 18. April 1937)

„Dem Jünger, den Jesus liebte…“ (Jhn 20, 2)

… Ich schien außerhalb von mir zu sein und hatte den Eindruck, dass es ein besonderes Fest im Himmel gab und ich zu dem Fest eingeladen war und gemeinsam mit den Seligen selbst sang, denn dort oben muss man nichts lernen, sondern man fühlt es wie in seinem Inneren eingegossen, und was immer die anderen singen oder tun, kann man selbst tun.
Nun schien mir jeder Selige eine Taste, d.h., selbst eine Melodie zu sein – zwar alle harmonisch vereint untereinander, und doch einer vom anderen verschieden. Einer singt die Noten des Lobpreises, ein anderer die Noten der Verherrlichung, einer der Danksagung, ein anderer singt von Segen, doch all diese Noten vereinigen sich zu einer einzigen Note, und diese Note ist die Liebe.
Es scheint, dass eine einzige Stimme all diese Stimmen vereint und mit dem Wort „Liebe“ endet. Dieser Ruf „Liebe“ hallt so lieblich und stark wider, dass alle anderen Stimmen von diesem Gesang „Liebe“ wie ausgelöscht werden.
Alle Seligen schienen bei diesem hohen, harmonischen, schönen Ruf oder Gesang „Liebe“, der den ganzen Himmel betäubte, wie ekstatisch, entspannt, wach, trunken zu sein, und nahmen sozusagen an einem weiteren Paradies teil.
Doch wer waren die Glücklichen, die es lauter ausriefen und in allem diese Note „Liebe“ widerhallen ließen, und dem Himmel selbst so große Glückseligkeit brachten?
Es waren jene, die den Herrn mehr geliebt hatten, als sie auf Erden lebten. Ach, es waren nicht jene, die große Dinge, Buße, Wunder vollbracht hatten, ach, niemals!
Die Liebe allein übertrifft alles und lässt alles zurück. Wer also viel liebt, nicht wer viel tut, wird dem Herrn wohlgefälliger sein.
Mir scheint, dass ich Unsinn rede, doch was kann ich tun? Der Gehorsam ist schuld. Wer weiß es nicht, dass man von den Dingen dort oben auf der Erde nicht reden kann?
Daher mache ich Schluss, um nicht noch mehr Unsinn zu reden. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 16. Oktober 1906)

„Sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab“ (Joh 20, 4)

Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand und befand mich außerhalb meiner selbst; da sah ich mich als kleines Dampfboot und war ganz überrascht, mich in dieser Gestalt zu erblicken. Inzwischen kam mein anbetungswürdiger Jesus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, das Leben des Menschen ist ein Dampfer, und wie das Feuer allein diesen Dampfer antreibt, und er sich umso schneller bewegt, je lebhafter und stärker das Feuer ist, und sich langsamer bewegt, wenn das Feuer schwach ist, und stehenbleibt, wenn das Feuer verlöscht, so ist es auch mit der Seele: Wenn das Feuer der Gottesliebe stark ist, kann man sagen, dass sie über die Dinge der Erde hinwegfliegt, immerzu eilt und zu ihrem Mittelpunkt fliegt, welcher Gott ist.
Wenn das Feuer aber schwach ist, kann man sagen, dass sie nur mühsam geht, dahin kriecht und sich mit all dem beschmutzt, was von der Erde ist. Wenn das Feuer aber ausgeht, bleibt die Seele stehen, ohne das Leben Gottes in sich selbst, wie tot für alles, was göttlich ist.
Meine Tochter, wenn die Seele all ihre Handlungen nur mit der Absicht tut, Mich zu lieben und keinen anderen Lohn für ihr Werk will als allein meine Liebe, dann geht sie immer im Tageslicht, und es wird nie Nacht für sie, mehr noch, sie wandert in der Sonne selbst, die sie beinahe wie Dampf umgibt und die Seele in sich selber wandeln und die ganze Fülle des Lichtes genießen lässt.
Nicht nur das, sondern ihre eigenen Handlungen dienen ihr als Licht für die Reise, und vermehren für sie stets neues Licht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 1. November 1903)

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… Ich sagte darauf: ‘Meine Liebe, der Lauf deiner Liebe hält nie an; Du eilst und läufst stets dahin, und ich fühle mich unfähig, meine Liebe so dahinströmen zu lassen wie Du. Ich bin zu klein und kann mich nicht aufschwingen, um überall zu fließen, damit ich Dich liebe.’ Da erwiderte mein süßer Jesus:
„Meine Tochter, auch du kannst im unermesslichen Meer meines Göttlichen Willens deine Liebe strömen lassen. Du wirst es wie ein Schiff machen: wenn es das Meer durchqueren will, taucht es ins Meer ein, die Wasser teilen sich und lassen es vorüberziehen.
Während es dahinzieht, lässt es einen weißen Streifen Kielwasser hinter sich, der anzeigt, dass das Schiff an dieser Stelle das Meer passiert.
Nach und nach verschwindet der Streifen, und es bleibt keine Spur von der Durchfahrt des Schiffes mehr. Dennoch hat das Schiff das Meer durchpflügt und ist am gewünschten Ziel angekommen.
So wird auch die Seele, wenn sie lieben möchte, in das Meer meines Göttlichen Fiat eintauchen und ihren Lauf der Liebe machen. Sie wird die ganze Ewigkeit durchkreisen.
Aber es ist anders als beim Schiff, das im Meer keine Spur seiner Durchfahrt zurücklässt, da sich die stolzen Wasser von hinten wieder schließen und keine Spur zurücklassen.
Vielmehr sprudeln, wenn die Seele ins Meer meines Göttlichen Willens eintaucht, um ihren Lauf zu beginnen, unsere Göttlichen Wasser auf und bilden gurgelnd eine Furche, die nicht verschwindet.
Es bleibt vielmehr das Zeichen zurück und weist alle auf den Lauf der Liebe der Seele in unserem Meer hin, sodass Wir sagen können: ‘Hier kam die Seele, die in unserem Willen lebt, vorbei und vollzog den Lauf ihrer Liebe, denn was in Ihm getan wird, kann nicht ausgelöscht werden.’
Wenn du Uns also anbeten, wenn du schön und heilig, mächtig und weise sein willst – so tauche in unseren Willen ein.
Und wenn du deinen Lauf machst, wirst du ganz Liebe, ganz schön und ganz heilig werden, du wirst die Wissenschaft über deinen Schöpfer erwerben, all deine Bewegungen werden tiefe Anbetung sein.
Du wirst in unserem Meer so viele Furchen hinterlassen, wie viele verschiedene Läufe du im Göttlichen Fiat absolviert hast, sodass Wir sagen können:
‘In diesem [einen] Lauf, den die kleine Tochter unseres Göttlichen Willens in unserem Meer durchlief, formte sie die Furche der Heiligkeit, und Wir heiligten sie und sie blieb heilig; in jenem anderen Lauf tauchte sie in das Meer unserer Schönheit ein und machte ihre Furche, und Wir verschönerten sie und sie blieb schön; in einem weiteren Lauf bildete sie die Furche unserer Kenntnisse, und sie erkannte Uns, und Wir sprachen zu ihr und gaben Uns zu erkennen und redeten mit ihr lange über unser Göttliches Wesen; unser Wort verband und vereinigte sie mit Uns, und Wir empfinden das unwiderstehliche Verlangen, Uns immer mehr zu erkennen zu geben und ihr das größte Geschenk der Mitteilung unserer Wahrheiten zu machen‘.
So nimmst du bei jedem Lauf in unserem Höchsten Fiat stets von dem Unsrigen. Unsere überquellende Liebe redet zu Uns über dich und weist Uns mit seinem Sprudeln auf deine Läufe hin und zeigt Uns, dass du in unserem Göttlichen Meer warst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 24. Dezember 1929)