35Als Jesus im Tempel lehrte, sagte er: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei der Sohn Davids? 36Denn David hat, vom Heiligen Geist erfüllt, selbst gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße.
37David selbst also nennt ihn Herr. Wie kann er dann Davids Sohn sein? Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu.

„Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde unter die Füße“ (Mk 12, 36)

… Ich war erschrocken, als ich hörte, welch großes Unheil die bloße Überlegung sei, ob ich das tun soll, was Jesus von mir will, obwohl ich dann schließlich stets nachgebe… Was aber wäre, wenn ich – was nie sein möge! – nicht nachgäbe?
Ich war bedrückt und fürchtete, dass ich das tun könnte; mein liebenswürdiger Jesus hatte Mitleid mit meiner Angst, da ich mich niedergeschmettert fühlte und befürchtete – was niemals geschehen möge – nicht immer seinen Heiligsten Willen zu tun; so kehrte Er zurück und sprach zu mir:
„Meine Tochter, Mut, fürchte dich nicht! Deswegen habe Ich es dir gesagt und gezeigt, wie der ganze Himmel an diesen meinen Willen gebunden ist, der in dir herrscht, damit du niemals deinem Willen nachgibst, denn der Göttliche Wille und der menschliche sind einander die grausamsten Feinde.
Da der Göttliche Wille stärker, heiliger, unermesslicher ist, ist es angemessen, dass sein Feind – der menschliche Wille – Ihm zu Füßen liegt und dem Göttlichen Willen als Schemel dient. In der Tat, wer in meinem Willen leben soll, darf sich nicht als Erdenbürger, sondern muss sich als Bürger des Himmels erachten.
Mit gutem Grund sind alle Seligen erschüttert, wenn jemand, der mit ihnen im gleichen Willen lebt, in Erwägung zieht, den menschlichen Willen ins Feld treten zu lassen, den Grund der Unordnung, der nie die Himmelsgefilde betreten hat.
Du musst überzeugt sein, dass mit dem Leben in meinem Willen das Leben deines Willens zu Ende ist – es hat keine Existenzberechtigung mehr. Deshalb habe Ich dir so oft gesagt, dass das Leben in meinem Willen sehr verschieden davon ist, meinen Willen bloß zu tun.
Jene [, die Ihn bloß tun] sind frei, ihren eigenen Willen hinzugeben und ihn wieder zurückzunehmen, da sie wie Erdenbürger leben; doch wer in meinem Willen lebt, ist an einen ewigen Punkt gebunden; er fließt gemeinsam mit meinem Willen und ist von einer uneinnehmbaren Festung umgeben; fürchte dich also nicht und sei aufmerksam.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 21. Mai 1925)

„Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu“ (Mk 12,37)

Diesen Morgen fühlte ich mich ganz bedrückt, da der Monsignore mich besucht hatte und meinte, er sei sich nicht sicher, dass es Jesus Christus wäre, der in mir wirkt. Als der gebenedeite Jesus kam, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, um einen Gegenstand gut zu begreifen, braucht es Glauben, denn ohne diesen ist alles im menschlichen Intellekt dunkel, während doch der Glaube allein ein Licht im Geist entzündet, und man mittels dieses Lichtes mit Klarheit, Wahrheit und Irrtum unterscheiden kann, wann die Gnade wirkt, wann die menschliche Natur oder wann der Teufel.
Schau, das Evangelium ist allen bekannt, doch wer versteht die Bedeutung meiner Worte und die Wahrheiten, die es in sich schließt?
Wer bewahrt sie in seinem Herzen und macht aus ihnen einen Schatz, um sich das ewige Königreich zu erwerben? Jener, der glaubt. Alle anderen verstehen nicht nur gar nichts, sondern bedienen sich meiner Worte, um sie zu verspotten und sich einen Spaß aus den heiligsten Dingen zu machen.
So kann man sagen, dass alles in den Herzen jener eingeschrieben ist, die glauben, hoffen und lieben, während für die übrigen [es so ist, wie wenn] nichts geschrieben ist.
So ist es bei dir: wer ein wenig Glauben hat, sieht die Dinge klar und findet die Wahrheit; wer keinen hat, sieht die Dinge ganz verwirrt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. Januar 1903)

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… „Meine Tochter, Mut! Du musst wissen, dass alles, was diese Seele, die Mir sehr teuer ist, getan hat, alle Kenntnisse, die P. Di Francia über meinen Willen erlangt hat, wie so viele weitere Lichter sind, die er in seiner Seele einschloss.
So ist jede weitere Kenntnis ein größeres Licht, das er besitzt, und jede Kenntnis schenkt der Seele ein besonderes Licht, eines schöner als das andere, mit dem Keim der besonderen Seligkeit, den jedes Licht enthält.
Denn bei all dem, was die Seele an Gutem wissen kann, zugleich mit dem Willen, es in die Tat umzusetzen, bleibt die Seele selbst im Besitz des Guten, das sie erkennt.
Wenn sie aber nicht den Willen hat, die erworbenen Kenntnisse in die Tat umzusetzen, gleicht sie einer Person, die [nur] einmal eine Blume berührt oder sich einmal mit ganz frischem Wasser wäscht: sie wird zwar im Moment den Duft der Blume wahrnehmen, doch da sie die Blume nicht besitzt, noch die Quelle des frischen Wassers, wird der Duft allmählich verschwinden sowie die Wohltat des frischen Wassers.
So wird sie weder den Duft noch das frische Wasser genießen, die sie zuvor genossen hat. So wirken die Kenntnisse, wenn man die Wohltat hat, sie zu kennen, aber nicht in die Tat umsetzt.
Nun war diese Seele voll guten Willens, dies alles in die Tat umzusetzen, sodass er im Blick auf das große Gut, das er wahrnahm, es den anderen durch Veröffentlichung bekannt machen wollte.
Solange er auf Erden war, mauerte der Körper mehr als eine Mauer dieses Licht ein, aber kaum trat die Seele aus dem Kerker ihres Körpers heraus, fand sie sich von dem Licht erfüllt, das sie besaß.
Da sich nun die vielen Keime der Seligkeit entfalteten, die sie besaß, welche die Wirkung der Kenntnisse des Göttlichen Willens sind, begann sie, den Anfang des Lebens der wahren Glückseligkeiten zu verspüren. Indem sich diese Seele in das ewige Licht ihres Schöpfers versenkte, fand sie sich im Himmlischen Vaterland wieder.
Hier wird P. Hannibale seine Sendung über meinen Willen fortsetzen und selbst vom Himmel aus alles lenken. Wenn du den großen Unterschied an Glorie, Schönheit, Seligkeit kennen würdest zwischen dem, der beim Tod von der Erde das Licht mit den Keimen vieler Seligkeiten mitnimmt, und dem, der es erst von seinem Schöpfer empfängt!
Der Abstand ist größer als zwischen Himmel und Erde. O, wenn die Sterblichen den großen Schatz kennen würden, den sie erwerben, indem sie ein wahres Gut, eine Wahrheit kennen und sie zum eigenen Fleisch und Blut werden lassen, um sie in das eigene Leben zu absorbieren!
Sie würden untereinander wetteifern und alles andere vergessen, um eine Wahrheit zu kennen und sogar das Leben hingeben, um sie in die Tat umzusetzen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 1. Juni 1927)