Montag der 4. Osterwoche – A (Joh 10,11-18)
11In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. 12Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, 13weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
14Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. 16Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
17Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. 18Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
„Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11)
Ich war an diesem Morgen in meinem üblichen Zustand, als ich mich über einer Person befand, die wie ein Schaf gekleidet schien. Ich wurde auf ihren Schultern getragen, doch ging diese Person mit langsamem Schritt, während vor ihr etwas wie ein Auto war, das sich schneller bewegte.
Ich sagte innerlich: „Dieser hier geht langsam; ich würde lieber ins Auto steigen, denn das geht schneller.“ Ich weiß nicht warum, doch kaum hatte ich diesen Gedanken, da befand ich mich in jenem Auto bei anderen Leuten, die zu mir sagten: „Was hast du getan – warum hast du den Hirten verlassen? Und was für einen Hirten! Denn er führt sein Leben mitten in den Feldern und alle Arzneikräuter gehören ihm, die giftigen wie die heilsamen; wenn man bei ihm ist, kann man sich stets guter Gesundheit erfreuen, und wenn du ihn wie ein Schaf gekleidet siehst, dann deshalb, damit er sich den Schafen angleichen und ihnen erlauben kann, sich ihm ohne Furcht zu nähern; und wenn er auch langsamen Schrittes geht, ist er doch sicherer.“ Als ich das hörte, sagte ich mir: „Wenn es so ist, dann möchte ich ihm gerne etwas über meine Krankheit sagen.“
Während ich dies dachte, fand ich Ihn bei mir, näherte mich ganz glücklich seinem Ohr und sagte zu Ihm: „Guter Hirte, wenn du ein so großer Experte bist, gib mir ein Heilmittel für meine Übel, denn ich bin in diesem Leidenszustand.“ Als ich mehr sagen wollte, schnitt Er mir das Wort im Mund ab und sagte zu mir: „Wahre Ergebung, nicht eine eingebildete, unterzieht die Dinge keiner Überprüfung, sondern betet schweigend die Göttlichen Verfügungen an.“
Bei diesen seinen Worten schien das Schaffell zu reißen, und ich konnte das Gesicht Unseres Herrn und sein dornengekröntes Haupt sehen… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 16. März 1904)
„Ich gebe mein Leben hin für die Schafe“ (Jhn 10, 15)
… „Meine Tochter, Wir beide müssen Geduld haben und an die Arbeit der Bildung des Reiches des Göttlichen Willens denken. Niemand weiß davon, was Wir gerade tun, die Opfer, die nötig sind, die ständigen Akte, die Gebete, die erforderlich sind, um ein solches Gut zu bilden und zu erlangen.
Niemand nimmt an unseren Opfern teil, niemand hilft uns, dieses Reich zu bilden, das ihnen ein solches Gut bringen wird.
Während sie Uns keinerlei Aufmerksamkeit schenken, denken sie daran, das elende Leben zu genießen, ohne sich auch nur dafür zu disponieren, das Gut zu empfangen, das Wir gerade vorbereiten.
O, wenn die Menschen sehen könnten, was im Verborgenen unserer Herzen geschieht, wie überrascht wären sie vor Verwunderung! So geschah es auch, als Ich und meine Mutter auf Erden waren.
Als Wir das Reich der Erlösung vorbereiteten und alle nötigen Heilmittel, damit alle das Heil finden könnten, ersparten Wir Uns weder Opfer noch Mühen, noch Leben und Gebet.
Während wir damit beschäftigt waren, an alle zu denken, das Leben für alle zu geben, dachte niemand an Uns und wusste niemand, was Wir gerade taten.
Meine Himmlische Mama war die Schatzwalterin des Reiches der Erlösung, daher nahm Sie teil an allen Opfern und allen Schmerzen. Nur der heilige Josef wusste, was Wir taten, doch trat er nicht in alle unsere Schmerzen ein.
O, wie schmerzte unser Herz, als Wir dies sahen: während Mutter und Sohn sich vor Leiden und Liebe für alle verzehrten, um alle möglichen und vorstellbaren Heilmittel für alle zu bereiten, sie zu heilen und in Sicherheit zu bringen, da dachten sie nicht nur nicht an Uns, sondern beleidigten und verachteten Uns.
Andere wieder trachteten Mir sogar von meiner Geburt an nach dem Leben! Dies wiederhole Ich mit dir, meine Tochter, um das Reich meines Göttlichen FIAT aufzubauen.
Die Welt empfängt von Uns, obwohl sie Uns nicht kennt, und nur mein assistierender (Beistand leistender) Diener weiß, was Wir tun, nimmt aber weder an unseren Opfern noch an unserer Arbeit Teil.
Wir sind allein, habe also Geduld bei dieser langen Arbeit: je mehr Wir arbeiten, desto mehr Früchte dieses himmlischen Reiches werden Wir genießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 30. April 1927)
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… Dann folgte ich den Akten des Göttlichen Fiat und wanderte durch die Werke der Schöpfung. Ich kam zum Garten Eden und besuchte die bedeutendsten Episoden und Personen der Weltgeschichte, um im Namen aller um das Reich des Göttlichen Willens auf Erden zu flehen. Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, als sich der Mensch aus meinem Göttlichen Willen zurückzog, versetzte er allen Gütern den Tod, die mein Göttliches Fiat in ihm hervorgebracht hätte, wenn er Es nicht zurückgewiesen hätte. Als der Mensch meinen Willen verließ, starb der kontinuierliche Akt des Göttlichen Lebens im Menschen.
Es starb die Heiligkeit, die stets zunimmt. Es starb das immer aufstrahlende Licht, die Schönheit, welche [die Seele] ununterbrochen schöner macht. Es starb die unermüdliche Liebe, die nie Genug sagt und in einem fort geben möchte – umso mehr, da mit meinem zurückgewiesenen Willen zugleich die Ordnung, die Luft und die Nahrung starb, die den Menschen ständig nähren sollte.
Du siehst also, wie viele Göttliche Güter der Mensch durch seinen Rückzug aus meinem Göttlichen Willen in sich sterben ließ. Nun, wo ein Gut gestorben ist, ist das Opfer des Lebens für die Wieder-Auferstehung dieses zerstörten Gutes erforderlich.
Als Ich die Welt erneuern und den Menschen eine Wohltat spenden wollte, verlangte Ich daher aus Gerechtigkeit und Weisheit das Opfer des Lebens: so wie Ich von Abraham forderte, dass er Mir seinen einzigen Sohn opfern sollte, wie Er es auch wirklich tun wollte und von Mir an der Ausführung gehindert wurde.
Und in jenem Opfer, das Abraham mehr als sein eigenes Leben kostete, erstand von neuem die neue Generation, in welche der Göttliche Erlöser und Befreier hinabsteigen sollte, um das Gute, das im Menschen tot war, wieder auferstehen zu lassen.
Nach einiger Zeit ließ Ich bei[m Patriarchen] Jakob das Opfer und den Kummer über den Tod seines geliebten Sohnes Josef zu, und wenn dieser auch nicht starb, so war es für Jakob doch so, als sei er wirklich gestorben.
Es war der neue Aufruf, der in jenem Opfer wiederauflebte. Der Himmlische Befreier berief das verlorene Gut zur Wieder-Auferstehung. Überdies, als Ich auf die Erde kam, wollte Ich selbst sterben, aber mit meinem Lebensopfer bewirkte Ich, dass viele Leben auferstanden, sowie das Gute, das der Mensch sterben hatte lassen.
Sodann wollte Ich auferstehen, um das Leben des Guten zu bekräftigen und für die Menschheitsfamilie die Auferstehung zu bestätigen. Welch großes Verbrechen ist es, das Gute sterben zu lassen, dass sogar das Opfer weiterer Leben erforderlich ist, damit dieses Gute wiederauflebe!
Da aber mein Göttlicher Wille nicht [in den Menschen] herrscht, ist trotz meiner Erlösung und meines Lebensopfers, noch nicht das Gesamte Gute im Menschen wiederauferstanden. Mein Wille ist zurückgedrängt und kann die gewünschte Heiligkeit nicht entfalten.
Das Gute leidet an Unterbrechungen, bald taucht es auf (zeigt es sich), bald verschwindet es wieder. Mein Fiat muss mit dem ständigen Schmerz leben, im Geschöpf nicht all das Gute hervorbringen zu können, wie Es möchte. Daher blieb Ich im Sakrament in der kleinen Hostie zurück.
Obwohl Ich zum Himmel aufstieg, blieb Ich zugleich auf der Erde unter den Menschen.
Somit konnte Ich – wenngleich auf mystische Weise – geboren werden, leben, sterben und in ihnen all das Gute wieder aufleben lassen, das der Mensch mit dem Rückzug aus meinem Göttlichen Willen zurückgewiesen hatte.
Und, vereint mit meinem Opfer verlangte Ich von dir das Opfer deines Lebens, damit mein Wille wieder unter den Generationen herrsche. Von jedem Tabernakel aus bin Ich gleichsam auf einem Wachtposten, um aus der Erlösung und dem Werk des „Fiat Voluntas Tua wie im Himmel so auf Erden“ ein vollendetes Werk zu machen.
Ich tue das, indem Ich Mich darauf beschränke, Mich in jeder Hostie zu opfern und zu sterben, um die Sonne meines Göttlichen Fiat aufgehen zu lassen, die neue Ära und seinen vollen Triumph.
Als Ich die Erde wieder verließ, sagte Ich: „Ich gehe zum Himmel und bleibe zugleich im Sakrament auf der Erde zurück. Ich weiß, dass Ich Jahrhunderte warten muss und dass es Mich viel kosten wird – unerhörte Schmähungen, vielleicht mehr als bei meiner Passion selbst, werden Mir nicht fehlen; aber Ich werde Mich mit Göttlicher Geduld bewaffnen und von der kleinen Hostie aus ein vollendetes Werk ausführen.
Ich werde meinen Willen in den Herzen herrschen lassen und weiterhin in ihrer Mitte bleiben, um mich an den Früchten meiner vielen Opfer zu erfreuen.‘
Vereinige dich also zusammen mit Mir im Opfer für eine so heilige Sache und für den gerechten Triumph der Regentschaft und Herrschaft meines Willens.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 22. februar 1930)
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Meine Hingabe im Göttlichen Willen dauert an. Als ich meine Akte tat, überlegte ich: ‘Doch gefallen Jesus meine fortgesetzten kleinen Akte wirklich?’ Da ließ sich Jesus vernehmen und sagte zu mir:
„Meine Tochter, eine unstete Liebe kann nie heroisch sein, da sie mangels Kontinuität viele leere Stellen in der Seele hervorbringt. Diese machen sie schwach und kalt, löschen die kleine entzündete Flamme fast aus und rauben der Seele daher die Kraft der Liebe.
Die Liebe zeigt der Seele mit ihrem Licht, Wer es ist, Den sie liebt, und hält mit ihrer Glut die Flamme am Brennen, die den Heroismus wahrer Liebe hervorbringt, die sich glücklich schätzt, ihr Leben für den Geliebten hinzugeben.
Eine beständige Liebe kann in der Seele Den generieren, Den sie immer liebt, und diese Hervorbringung geschieht im Mittelpunkt ihrer kontinuierlichen Liebe. Erkennst du also die Wichtigkeit der unaufhörlichen Liebe?
Die Seele errichtet sich damit gleichsam den ‚Scheiterhaufen‘, auf dem sie sich verzehrt und verbrennt, um in diesem Feuer das Leben des geliebten Jesus bilden und sagen zu können: ‘Ich verzehre mein Leben in kontinuierlicher Liebe, damit Jener lebe, Den ich unaufhörlich liebe.’
O, hätte Ich die Seelen nicht stets geliebt und zwar mit einer Liebe, die niemals Genug sagt, so wäre Ich nie vom Himmel auf die Erde herabgestiegen, um ihnen mein Leben unter so vielen Leiden und heroischer Liebe zu ihnen zu schenken!
Es war meine kontinuierliche Liebe, die Mich wie eine süße Kette fesselte und Mich den heroischen Akt der Hingabe meines Lebens vollbringen ließ, um ihnen das Leben zu erwerben. Eine kontinuierliche Liebe erreicht alles, kann alles tun, erleichtert alles und vermag alles in Liebe umzuwandeln.
Eine unstete Liebe hingegen könnte man eine Liebe unter bestimmten Umständen nennen, eine eigennützige und feige Liebe: wenn die Umstände sich ändern, könnte es sogar so weit kommen, dass sie jenen, den sie liebte, verkennt und vielleicht verachtet; zumal – weil nur die kontinuierlichen Akte Leben in der Seele bilden – wenn die Seele ihren Akt vollbringt, in eben diesem Akt das Licht, die Liebe, die Heiligkeit, die Gnade aufscheinen, je nach dem Akt, den sie tut.
Darum kann eine unstete Liebe und etwas Gutes, das unterbrochen ist, weder wahre Liebe, noch wahres Leben, noch wahres Gut genannt werden.”
Dann fügte Er mit einem zärtlicheren Tonfall hinzu: „Meine Tochter, wenn du möchtest, dass dein Jesus in dir seine liebevollen Pläne vollende, dann lass deine Liebe und deine Akte in meinem Willen kontinuierlich sein.
Wenn Er nämlich Kontinuität antrifft, so findet Er seine [eigene] göttliche Handlungsweise und bleibt in den beständigen Akt der Seele miteinbezogen und mitbeteiligt.
Dann beeilt Er sich, seine Ratschlüsse mit ihr auszuführen, da Er kraft ihrer unaufhörlichen Akte den Platz, die notwendigen Vorbereitungen und das Leben selbst vorfindet, wo Er seine wunderbaren Pläne [wahr]machen und seine schönsten Werke vollenden kann; zumal jeder in meinem Willen getane Akt eine weitere Verknüpfung zwischen dem Göttlichen und dem menschlichen Willen ist, ein weiterer Schritt der Seele, tiefer ins Meer des Fiat hinein und ein größerer Anspruch, den sie erwirbt.”
Dann setzte ich mein Gebet vor dem Tabernakel der Liebe fort und sagte in meinem Inneren: ‘Was tust Du, meine Liebe, in diesem Gefängnis der Liebe?’ Und Jesus antwortete mir voller Güte:
„Meine Tochter, willst du wissen, was Ich mache? Ich gestalte meinen Tagesablauf. Wisse, dass Ich mein ganzes irdisches Leben in den Verlauf eines Tages einschließe. Mein Tag beginnt mit meiner Empfängnis und Geburt, die Schleier der Akzidenzien des Sakraments dienen Mir als Windel in meinem Kindesalter.
Wenn die Menschen Mich aus Undank allein lassen und zu beleidigen suchen, gehe Ich in die Verbannung, in der Gesellschaft nur einiger liebender Seelen, die Mich wie eine zweite Mutter nicht verlassen können und Mir treue Gesellschaft leisten.
Vom Exil ziehe Ich nach Nazareth und führe mein verborgenes Leben in der Gesellschaft jener wenigen Guten, die Mich umgeben. Im weiteren Tagesverlauf gehe Ich, wenn die Geschöpfe zu Mir kommen und Mich empfangen, in mein öffentliches Leben, verkünde wiederum das Evangelium und schenke allen meine Lehren, Hilfen und Tröstungen, die sie brauchen.
Ich handle als Vater, Lehrer und Arzt und wenn nötig, auch als Richter. So verbringe Ich meinen Tag, indem Ich alle erwarte und allen Gutes tue. Wie oft ist es mein Los, alleine zu bleiben – ohne ein pochendes Herz in meiner Nähe!
Ich fühle eine Wüste um Mich und bleibe allein – allein, um zu beten. Ich empfinde die Einsamkeit meiner in der Wüste hier unten verbrachten Tage – o, wie leidvoll ist das für Mich!
Ich, der Ich für alle der Herzschlag in jedem Herzen bin und eifersüchtig über alle wache – fühle Mich einsam und verlassen! Doch mein Tag endet nicht bloß in der Verlassenheit; es gibt keinen Tag, an dem Mich undankbare Seelen nicht beleidigen und sakrilegisch empfangen und somit bewirken, dass Ich meinen Tag mit meiner Passion und meinem Kreuzestod vollende.
Ach, die sakrilegische Kommunion ist der grausamste Tod, den Ich in diesem Sakrament der Liebe empfange! So durchlebe Ich in diesem Tabernakel meinen Tag, an dem Ich all das vollbringe, was Ich in den dreiunddreißig Jahren meines sterblichen Lebens erfüllte.
Und da in allem, was Ich tat und tue, die erste Absicht, der erste Akt des Lebens der Wille meines Vaters ist, das ‚Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden‘, so tue Ich in dieser kleinen Hostie nichts anderes als Ihn anzuflehen, dass mein Wille und der meiner Kinder nur einer sei.
Ich rufe dich in diesen Göttlichen Willen, in Dem du mein ganzes Leben im Akt findest. Und wenn du diesem Leben nachfolgst, es gut erwägst und aufopferst, dann vereinst du dich mit Mir in meinem eucharistischen Tag, damit mein Wille bekannt werde und auf Erden regiere.
So kannst auch du sagen: ‘Ich verbringe meinen Tag zusammen mit Jesus.’” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 12. September 1931)
„Ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin“ (Jhn 10, 17-18)
Ich hatte im ersten Band meiner Schriften gelesen, dass Unser Herr wünschte, dass ich es bei den harten Prüfungen, denen der Herr mich unterzog, akzeptieren solle, in den Kampf mit dem höllischen Feind einzutreten.
Da überlegte ich: ‘Hier scheint mir ein Widerspruch vorzuliegen. Jesus hat mir nämlich oft gesagt, dass die Seele, die in seinem Göttlichen Willen lebt, weder Versuchungen noch Beunruhigungen ausgesetzt ist, und der Feind auch nicht die Macht hat, in das Göttliche Fiat einzudringen, da Es ihn mehr brennen würde als das Feuer der Hölle selbst.
Um nicht noch mehr verbrannt zu werden, flieht er vor der Seele, die in Ihm lebt.’ Als ich nun dies und vieles andere erwog, da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
“Meine Tochter, du irrst dich, und es gibt auch keine Widersprüche. Wisse dies: Ich sollte dich auf ganz besondere Weise rufen, in meinem Göttlichen Willen zu leben, damit du selbst Ihn kennenlernst und anderen die Heiligkeit des Lebens in Ihm bekannt machst, damit Er auf Erden herrschen möge.
Darum musste Ich in dir die gesamte menschliche Heiligkeit zentrieren, um sie in dir zu vollenden und mit der wahren Heiligkeit des Lebens in meinem Willen den Anfang zu machen. Die Heiligkeit in der menschlichen Ordnung sollte der Fußschemel sein, der Thron der Heiligkeit in der Ordnung meines Göttlichen Willens.
Daher sagte Ich dir dies, seit damals, als Ich dich zum Stand des Sühneopfers berief und zu allem, was du in jenem Zeitabschnitt erlittest, und ersuchte dich um deine Einwilligung. Nachdem du eingewilligt hattest, versetzte Ich dich in diesen Leidenszustand.
Von dir wollte Ich freiwilliges, und kein erzwungenes Leiden, denn es war dein Wille, den Ich sterben lassen und über deinem Willen – gleichsam über einem erloschenen Flämmchen, das große Feuer der Sonne meines Fiat entzünden wollte. Das freiwillige Leiden ist etwas Großes vor unserer Höchsten Majestät.
Darum konnte unser Wille über dem Tod deines in Leiden gleichsam ertränkten Willens, die Herrschaft führen und dich zum Empfang des noch größeren Schatzes seiner Wahrheiten disponieren. War es nicht mein ganz freiwilliges Leiden – niemand konnte Mich dazu zwingen – welches das große Gut der Erlösung bewirkte?
So war alles, was du damals littest, nichts anderes als die Vervollständigung der Ordnung der Heiligkeit [in] menschlicher Art. Daher sagte Ich dir fast nichts über die Heiligkeit des Lebens in meinem Göttlichen Willen, Ich wollte nämlich die eine [Heiligkeit] abschließen, um die andere zu beginnen.
Und als Ich sah, dass du Mir – selbst um den Preis deines Lebens – nichts von dem, was Ich wünschte, verweigert hast, und dein Wille dabei seinen Weg verlor und sich im ständigen Akt des Sterbens befand, da ging mein Wille seinen Weg und erlangte sein Leben in dir zurück.
Im Maß, wie mein Wille sein Leben in dir zurückgewann, offenbarte Er sich und erzählte dir seine lange Geschichte, seinen Kummer, und wie sehr Er sich nach seiner Herrschaft unter den Völkern sehnt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 9. Mai 1929)
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Ich bin immer unterwegs im Göttlichen Fiat. Meine kleine Intelligenz bleibt nie stehen, sondern eilt stets dahin, damit ich, soweit ich kann, zusammen mit den unaufhörlichen Akten strömen kann, die der Göttliche Wille aus Liebe zu den Geschöpfen vollbringt. Wenn ich daran denke, dass Er mich immer und unaufhörlich liebt, dann kann ich nicht anders als [auch] in seiner Liebe zu strömen, um Ihn zu lieben – ich spüre, dass ich Ihm [sonst] Unrecht täte. Ich fühle mich vielmehr im Labyrinth seiner Liebe, und ohne Anstrengung liebe ich Ihn und möchte seine Liebe erforschen, um wie viel mehr Er mich liebt.
Ich bin überrascht beim Anblick seiner unermesslichen Liebesmeere, während meine Liebe kaum ein paar kleine Tropfen umfasst, und was noch mehr ist, sie sind aus demselben Meer geschöpft. Deshalb ist es angemessen für mich, in seinem Meer zu bleiben und Ihm zu sagen: ‚Deine Liebe ist mein, lieben Wir einander also mit einer einzigen Liebe.’ So beruhige ich mich und der Göttliche Wille ist zufrieden. Man muss seine Liebe annehmen und kühn sein, sonst gibt man schließlich gar nichts – bei einer so kleinen Liebe, dass sie quasi auf den Lippen stirbt. Doch als mein Geist Torheiten redete, machte mein guter Jesus, mein teures Leben, einen kurzen Besuch bei mir; Er schien mir wohlgefällig zuzuhören und sagte zu mir:
„Meine kleine Tochter, die Liebe, die Akte, die spontanen, zwanglosen Opfer, die Mir die Seele darbringt, sind Mir so wohlgefällig, dass Ich sie, um sie noch mehr zu genießen, in mein Herz einschließe, und meine Freude ist so groß, dass Ich stets wiederhole: ‚Wie schön sind sie, wie süß ist ihre Liebe! Ach, in ihnen finde Ich meine göttliche Weise, meine spontanen Leiden, meine Liebe, die immer liebt, ohne dass jemand Mich zwingen oder bitten würde.’
Wisse, dass eines der schönsten Charakteristika und gleichsam legitimes Eigentum und Tugend im Wesen meines Göttlichen Willens die Spontaneität ist. Alles ist spontan in Ihm. Wenn Er liebt, wenn Er wirkt, wenn Er mit einem einzigen Akt Leben gibt und alles bewahrt, macht Er keinerlei Anstrengung, noch lässt Er sich von jemandem dazu bitten. Sein Motto ist: ‚Ich will es, und Ich tue es.’ Denn Anstrengung bedeutet Notwendigkeit, und Wir haben weder etwas noch irgendjemanden nötig. Anstrengung bedeutet Mangel an Macht, während Wir doch von Natur aus mächtig sind und alle von unserer Macht abhängen, und Wir in einem Augenblick alles tun können, und im nächsten Augenblick, wenn Wir wünschen, alles vernichten können. Zwang deutet hin auf Mangel an Liebe, während unsere Liebe so groß ist, dass es fast unglaublich ist.
Daher schufen Wir alles, ohne dass Uns jemand darum gebeten oder etwas gesagt hätte. Selbst bei der Erlösung gab es kein einziges Gesetz über Mir, niemand konnte Mich verpflichten, so viel zu leiden bis hin zum Tod. Mein Gesetz war vielmehr die Liebe und die wirksame Kraft meiner göttlichen Spontaneität, sodass die Leiden zuerst in Mir gebildet wurden, Ich ihnen Leben verlieh, und Ich dann die Geschöpfe erfüllte, und sie Mir die Leiden dann zurückgaben. Und mit dieser spontanen Liebe, mit der Ich ihnen Leben gegeben hatte, nahm Ich diese [Leiden] entgegen. Niemand hätte Mich gegen meinen Willen antasten können.
So liegt alles Schöne, Gute, Heilige, Große im spontanen Wirken, während einer, der gezwungenermaßen arbeitet und liebt, das Schönste einbüßt. Man könnte dieses Wirken als Werke und Liebe ohne Leben bezeichnen, wie es auch tatsächlich so ist und folglich der Veränderlichkeit unterworfen, während die Spontaneität die Festigkeit im Guten hervorbringt. Nun, meine Tochter, das Zeichen, ob die Seele in meinem Göttlichen Willen lebt, ist dies, dass sie spontan liebt, arbeitet und auch leidet. Zwang gibt es hier nicht.
Mein Wille, der sie bei sich hält, teilt ihr seine Spontaneität mit, damit sie Ihn in seiner strömenden Liebe und seinen unaufhörlichen Werken begleite. Ohne dieses sein charakteristisches spontanes Handeln, wäre es nämlich eine Last für Ihn, die Seele in seinem lichtvollen Schoß zu behalten. Vielmehr ist die Seele ganz darauf bedacht, auf mein Göttliches Fiat zu schauen. Sie möchte nämlich nicht zurückbleiben, sondern mit Ihm zugleich strömen, um mit seiner Liebe zu lieben und um sich in seinen Werken zu befinden, damit sie meinem Willen für diese Werke Vergeltung darbringe und seine Macht und schöpferische Pracht lobpreise. So laufe und eile daher immer, und lass deine Seele zwanglos in meinen Göttlichen Willen eintauchen, um gemeinsam seine liebenden Wege zurückzulegen, die voller Kunstgriffe aus Liebe zu den Geschöpfen sind.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 21. Oktober 1934)
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Ich bin in den Armen meines liebenswürdigen Jesus, Der mich so sehr mit seinem Heiligen Willen umgibt, dass ich nicht ohne Ihn leben könnte. Ich fühle Den in mir, Der mit seiner lieblichen Herrschaft über mein ganzes Inneres herrscht und sich mit unbeschreiblicher Liebe zum Leben meines Gedankens, meines Herzschlages und Atems macht. Er denkt, pocht, atmet zusammen mit mir und scheint mir zu sagen:
‚Wie glücklich bin Ich, dass du das Leben deines Gedankens, deines Herzschlages, von allem in dir fühlst und erkennst, dass Ich es bin! Du fühlst Mich in dir, und Ich fühle dich in Mir.
Wir sind beide glücklich, zu zweit nur eine einziges zu tun. So ist es mein Wille, dass das Geschöpf fühlt und weiß, dass Ich mit ihm bin, Mich zu allen seinen Akten herabneige und sie gemeinsam mit ihm vollbringe, um ihm die Ähnlichkeit mit meinem Leben und meinen Göttlichen Akten zu verleihen.
Wie schmerzt es Mich, wenn sie Mich beiseite stellen und meine Herrschaft nicht anerkennen, und dass Ich wirklich Der bin, Der ihr Leben darstellt!’
Indessen dachte ich mir: ‚Das Kommen des Reiches des Göttlichen Willens scheint mir unmöglich. Wie kann es kommen, wenn die Übel auf erschreckende Weise überhandnehmen?’
Diese Worte aber erregten den Unmut meines süßen Jesus, und Er sagte zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wenn du daran zweifelst, glaubst du nicht an meine Macht und erkennst sie nicht an, die doch keine Grenzen hat und alles kann, wenn Ich es will.
Du sollst wissen, dass Wir bei der Erschaffung des Menschen unser Leben in ihn legten, er war unsere Wohnstätte. Wenn Wir nun dieses unser Leben nicht mit seiner Zierde und Herrschaft, mit unserem vollen Triumph in Sicherheit bringen, indem Wir dem Menschen bekanntmachen, dass Wir in dieser Wohnung leben, und er sich geehrt fühlen möge, von einem Gott beherrscht und bewohnt zu sein; wenn Wir also das nicht tun, bedeutet dies, dass unsere Macht begrenzt, ihr Vermögen nicht unendlich ist.
Wer nicht die Macht hat, sich selbst zu retten, kann noch viel weniger die anderen retten. Vielmehr dient aber das wahre Gute, die grenzenlose Macht zuerst dazu, sich selbst zu retten und dann fließt sie in die anderen über. Nun, als Ich auf die Erde kam, um zu leiden und zu sterben, wollte Ich den Menschen, d.h. meine Wohnstätte, in Sicherheit bringen.
Würde es nicht auch dir befremdlich scheinen, dass, während Ich die Wohnung in Sicherheit brachte, Ich als ihr Besitzer und Bewohner, ohne seine Rechte, ohne Herrschaft und unvermögend sein sollte, sich selbst in Sicherheit zu bringen?
Ach nein, nein, meine Tochter! Dies wäre absurd und gegen die Ordnung unserer unendlichen Weisheit gewesen. Die Erlösung und das Reich meines Willens sind ganz eins und unzertrennlich miteinander verbunden.
Mein Kommen auf die Erde bewirkte die Erlösung des Menschen und sollte zugleich das Reich meines Willens errichten, damit Ich Mich selbst rette und Mir meine Rechte wieder nehme, die Mir als Schöpfer mit Recht gebühren.
Ich unterwarf Mich in der Erlösung so vielen Demütigungen, unerhörten Leiden, ja sogar dem Kreuzestod und unterzog Mich allem, um meine Wohnung in Sicherheit zu bringen und die ganze Pracht, Schönheit und Herrlichkeit wiederherzustellen, mit der Ich sie errichtet hatte, damit sie von neuem Meiner würdig sei. – Als nun alles zu Ende schien und meine Feinde Genugtuung über meinen Tod empfanden, da rief meine grenzenlose Macht meine Menschheit wieder zum Leben.
Und mit der Auferstehung erstand alles zugleich mit Mir wieder auf: die Geschöpfe, meine Leiden und die Güter, die Ich für sie erworben hatte. Wie meine Menschheit über den Tod triumphierte, so erstand auch mein Wille wieder auf und triumphierte in den Geschöpfen, wo (indem) Er sein Reich erwartet.
Wäre meine Menschheit nicht auferstanden und hätte Ich diese Macht nicht besessen, so wäre die Erlösung gescheitert und man hätte daran zweifeln können, ob es das Werk eines Gottes wäre. Es war meine Auferstehung, die zu erkennen gab, wer Ich war, und die alle Schätze besiegelte, die auf Erden zu bringen Ich gekommen war.
So wird mein Göttlicher Wille das doppelte Siegel sein, die Übertragung seines Reiches, das meine Menschheit besaß, in die Seelen; zumal Ich ja für die Seelen dieses Reich meines Göttlichen Willens in meiner Menschheit gebildet hatte. Warum also sollte Ich es ihnen nicht gewähren? Es ist höchstens eine Frage der Zeit, doch für Uns sind die Zeiten wie ein einziger Punkt.
Unsere Macht wird so große Wunder wirken und den Menschen mit neuen Gnaden, neuer Liebe und neuem Licht überhäufen, dass unsere Wohnstätten Uns erkennen und Uns freiwillig und spontan die Herrschaft überlassen werden. Dann wird unser Leben mit seinen vollen Rechten im Menschen sichergestellt sein.
Mit der Zeit wirst du sehen, was meine Macht zu tun vermag und tun kann, wie sie alles zu erobern versteht und die verstocktesten Rebellen überwältigen kann. Wer kann je meiner Macht widerstehen?
Mit einem einzigen Hauch werfe Ich alles nieder, vernichte und stelle alles wieder her, wie es Mir am besten gefällt. Bete daher und lass deinen ständigen Ruf erschallen: ‚Es komme das Reich deines Fiat, und dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.‘“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 31. Mai 1935)


