22In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, 23und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
24Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!
25Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; 26ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
27Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. 28Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
29Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. 30Ich und der Vater sind eins.

„Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab“ (Joh 10,25)

… Dann folgte ich im Göttlichen Willen allem, was mein süßer Jesus getan hatte, als Er in seiner Menschheit auf Erden war, und bat in jedem seiner Akte, dass sein FIAT bekannt werde und triumphierend komme, um mitten unter den Menschen zu regieren.
Da bewegte sich mein höchstes und einziges Gut in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, wie die ganze Schöpfung ein Schleier ist, der meinen Willen verhüllt, so sind meine Menschheit und alle meine Werke, Tränen und Leiden ebenso viele Schleier, die mein Höchstes FIAT verbergen.
Es regierte triumphierend und herrschend in meinen Akten und legte die Fundamente dafür, dass Es komme, um in den menschlichen Akten der Geschöpfe zu herrschen.
Doch weißt du, wer diese Schleier zerreißt, um meinen Willen hervortreten zu lassen, um im eigenen Herzen zu herrschen? Die Seele, die Ihn in jedem meiner Akte erkennt und einlädt, hervorzutreten.
Das Geschöpf zerreißt die Hülle meiner Werke, tritt darin ein, erkennt den edlen König und bittet Ihn, drängt Ihn, nicht mehr verborgen zu bleiben; und indem die Seele Ihm das Herz öffnet, lädt sie Ihn ein, einzutreten. Die Seele zerreißt den Schleier meiner Tränen, meines Blutes, meiner Leiden, den Schleier der Sakramente, die Hülle meiner Menschheit.
Indem sie sich Ihm unterwirft, beschwört sie Ihn, nicht länger verhüllt zu bleiben, sondern sich als König bekannt zu machen, der Er ist, um seine Herrschaft zu ergreifen und sich die Söhne und Töchter seines Reiches heranzubilden.
Daraus erkennst du die Notwendigkeit deiner Rundgänge in unserem Willen und in all unseren Werken, um den edlen König unseres Willens zu entdecken, der in ihnen verborgen ist, und Ihn zu bitten, den Schleier abzulegen und aus seinen Gemächern hervorzutreten, damit alle Ihn erkennen und Ihn herrschen lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 8. Dezember 1926)

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„… Von der Wüste ging Ich zum öffentlichen Leben über, wo nur wenige daran glaubten, dass Ich der Messias war, besonders unter den Gelehrten war es fast niemand.
Ich wollte meine Macht gebrauchen und Wunder wirken, um Mir mein Volk zu bilden, damit sie [wenigstens] der Macht meiner Wunder glauben sollten, wenn sie schon meinen Worten nicht glaubten.
Mit göttlicher und liebevoller Besorgtheit wollte Ich Mich um jeden Preis als ihr Erlöser bekanntgeben, denn wenn sie Mich nicht kannten, konnten sie die Wohltat der Erlösung nicht empfangen. So musste Ich Mich bekannt machen, damit mein Kommen auf die Erde für sie nicht nutzlos war.
O, wie gut symbolisiert mein öffentliches Leben den Triumph des Reiches meines Fiat in der Menschheit, das Ich mit überraschenden Wahrheiten bekannt machen und zu diesem Zweck Zeichen und Wunder wirken werde.
In der Macht meines Willens werde Ich die in der Gnade Toten zum Leben zurückrufen und das Wunder der Auferstehung des Lazarus wiederholen.
Obwohl die Menschen im Bösen verderbt und zu einem stinkenden Leichnam wie Lazarus geworden sind, wird mein Fiat sie zum Leben zurückrufen, dem Gestank der Sünde ein Ende setzen und sie im Guten wiedererstehen lassen. Kurzum, Ich werde meine ganze göttliche Betriebsamkeit anwenden, damit mein Wille unter den Völkern herrsche.
Du siehst also, in jedem meiner Worte, das Ich sprach, und in jedem Wunder, das Ich wirkte, rief Ich meinen Willen, dass Er in ihrer Mitte regiere, und Ich rief die Völker zum Leben in Ihm…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 31. Mai 1936)

„Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen…“ (Joh 10,27-28)

An diesem Morgen ließ Jesus sich kaum sehen; ich fühlte meinen Geist so verwirrt, dass ich den Verlust Jesu fast nicht begriff, als ich mich von vielen Geistern umgeben fühlte – vielleicht waren sie Engel, ich kann es nicht mit Sicherheit sagen.
Als ich in ihrer Mitte war, suchte ich jeden Augenblick – ob ich etwa schließlich den Atem meines Geliebten wahrnähme; aber so viel ich unternahm, ich fand nichts, das die Gegenwart meines geliebten Gutes verriet. Da spürte ich auf einmal einen süßen Hauch, der hinter meinen Schultern herkam und rief sofort aus: „Jesus, mein Herr!“
Er fragte: „Luisa, was willst du?“
„Jesus, mein Schöner, komm, bleib nicht hinter meinen Schultern, denn ich kann Dich nicht sehen. Ich habe den ganzen Morgen auf Dich gewartet und geforscht, ob ich Dich vielleicht unter diesen englischen Geistern sehen könnte, die mein Bett umgaben.
Aber so war es nicht, deshalb fühle ich mich sehr müde, denn ich kann ohne Dich keine Ruhe finden. Komm, wir wollen gemeinsam ausruhen.“
So setzte sich Jesus zu mir und stützte meinen Kopf. Diese Geister sprachen: „Herr, wie rasch hat sie Dich erkannt! Nicht einmal an deiner Stimme, sondern an deinem bloßen Atem und hat Dich sofort gerufen.“
Jesus antwortete ihnen: „Sie kennt Mich, und Ich kenne sie. Sie ist Mir so lieb, wie die Pupille meiner Augen.“
Und als Er dies sagte, befand ich mich in den Augen Jesu. Wer kann sagen, was ich in diesen reinsten Augen empfand? Es ist unmöglich in Worten zu beschreiben, selbst die Engel waren erstaunt. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 6. Mai 1899)

„Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen“ (Jhn 10, 30)

Ich fühlte mich ständig im Heiligen Willen meines Jesus versenkt und schien meine kleine Seele wie ein neugeborenes Mädchen zu sehen, das der gebenedeite Jesus in seinen Armen mit dem Hauch seines Willens aufzog, und zwar mit einer so großen Eifersucht, dass Er nicht wollte, dass sie etwas [anderes als seinen Willen] sehe, höre oder berühre; und damit nichts sie ablenke, hielt Er sie mit dem süßen Zauber seiner Lehren über seinen Heiligsten Willen gefesselt.
Die kleine Neugeborene wuchs heran und ernährte sich mit dem Hauch des Willens ihres Jesus, und zusätzlich bedeckte Er mich mit so vielen kleinen Kreuzen aus Licht, dass ich in jedem Teil von mir ein Kreuz aus Licht eingeprägt sah; Jesus erfreute sich daran: bald vervielfältigte er diese Kreuze, bald wieder wünschte Er, dass ich nur Ihn fokussiere und alle seine Worte zähle, die mir als Speise und zum Wachstum dienten.
Danach sagte mein Jesus zu mir: „Meine kleine Tochter, meine Neugeborene des Göttlichen Willens! Mein Wollen hat dich empfangen, ließ dich geboren werden, und nun zieht Es dich voller Liebe auf.
Siehst du nicht, mit welch großer Liebe Ich dich in meinen Armen halte und nicht zulasse, dass du eine andere Speise zu dir nimmst als den Hauch meines Willens? Es ist das Schönste, Liebste und Kostbarste, das in der Schöpfung bis jetzt hervorgegangen ist: die Neugeborene meines Willens!
Deshalb werde Ich dich mit solcher Eifersucht beschützen, dass niemand meine Neugeborene antasten darf. Mein Wille wird alles für dich sein: Leben, Nahrung, Gewand, Bekleidung und Kreuz.
Da Er das Größte ist, wäre es für deinen Jesus nicht geziemend, Ihn mit anderen Dingen zu vermengen, die nicht Frucht unseres Willens sind. Vergiss daher alles, damit dich weder im Inneren noch im Äußeren andere Wasser umgeben, als allein das unermessliche Meer des ewigen Wollens.
Ich wünsche in dir die Ehre, den Adel und die Zierde der wahren neugeborenen Tochter meines Willens.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 28. November 1923)

„Ich und der Vater sind eins“ (Jn 10, 30)

Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, kam mein süßer Jesus nur flüchtig vorbei und sprach zu mir:
„Meine Tochter, Ich tat nichts anderes, als Mich in die Gewalt des Willens des Vaters zu begeben; wenn Ich dachte, dachte Ich im Geist des Vaters, wenn Ich sprach, sprach Ich im Mund und mit der Zunge des Vaters; wenn Ich arbeitete, arbeitete Ich in den Händen des Vaters.
Auch den Atem atmete Ich in Ihm, und alles, was Ich tat, wurde geordnet, wie Er es wollte. So konnte Ich sagen, dass Ich mein Leben im Vater lebte und abwickelte und Ich der Träger des Vaters war, weil alles in seinem Willen eingeschlossen war und Ich nichts aus Mir heraus tat.
Meine Hauptsache war der Wille des Vaters, daher achtete Ich nicht auf Mich selbst, noch unterbrach Ich wegen der Beleidigungen, die sie Mir zufügten, meinen Lauf, sondern Ich eilte immer mehr zu meinem Mittelpunkt hin, und mein natürliches Leben endete dann, als Ich in allem den Willen des Vaters erfüllt hatte.
So wirst auch du, meine Tochter, wenn du dich in die Gewalt meines Willens begibst, keinen Gedanken mehr an etwas haben; selbst meine Entbehrung, die dich so sehr quält und verzehrt, wird – wenn sie in meinem Willen eingebettet ist – die Stütze finden, meine verborgenen Küsse, mein Leben in dir, bekleidet mit dir.
In deinem eigenen Herzschlag wirst du den Meinen fühlen, feurig und schmerzhaft, und wenn du Mich nicht siehst, so fühlst du Mich; meine Arme umfangen dich, und wie oft fühlst du nicht meine Bewegung, meinen erfrischenden Atem, der deine Glut kühlt!
Du fühlst dies alles, und wenn du dann sehen willst, wer dich umarmt hat, wer dich anhaucht und du siehst Mich nicht, lächle Ich dir zu und küsse dich mit den Küssen meines Willens; und Ich verberge Mich noch mehr in dir, um dich von neuem zu überraschen, und um dich einen weiteren Sprung in meinen Willen machen zu lassen.
Betrübe Mich also nicht, indem du dich bekümmerst, sondern lass Mich handeln. Der Flug meines Willens soll in dir niemals anhalten, sonst würdest du mein Leben in dir behindern; wenn du hingegen in meinem Willen lebst, finde Ich keine Hindernisse und lasse dich wachsen und entfalte mein Leben, wie Ich will“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 14. August 1917)