16In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
18Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

„Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel“ (Mt 28,17)

Da der gebenedeite Jesus diesen Morgen nicht kam, versuchte der Teufel, seine Gestalt anzunehmen und sich sehen zu lassen, doch da ich nicht die gewohnten Wir-kungen empfand, begann ich zu zweifeln und bezeichnete mich mit dem Kreuz – zuerst mich, dann ihn; und als sich der Teufel bezeichnet sah, zitterte er.
Sofort wies ich ihn zurück, ohne ihn nur anzublicken. Kurz danach kam mein lieber Jesus, und aus Angst, dass es noch einmal der böse Geist sei, versuchte ich ihn zu verjagen und rief die Hilfe Jesu und der Königin Mama an. Doch um mir zu versichern, dass es nicht der Teufel sei, sagte Er mir:
„Meine Tochter, um sicher zu sein, ob Ich es bin oder nicht, muss deine Aufmerksamkeit auf die inneren Wirkungen gerichtet sein, ob sie sich zur Tugend oder zum Laster hin bewegen; denn da meine Natur Tugend ist, mache ich meine Kinder zu Erben von nichts anderem als der Tugend.
Du kannst das auch im Bezug auf die fleischliche menschliche Natur verstehen: wenn irgendeine Wunde entsteht, so verfault das Fleisch, und man kann sagen, dass es nicht länger Fleisch ist; so würde, wenn meine Natur den geringsten Schatten eines Lasters in sich behielte, sie aufhören, der Gott zu sein, der sie ist – was niemals ge-schehen kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 4. November 1899)

„Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18)

… Dann meditierte ich über die Himmelfahrt Unseres Herrn, als Er herrlich und triumphierend in den Himmel stieg, mit seiner Menschheit, die nicht mehr gedemütigt und den Leiden unterworfen war.
Sie trug nicht mehr die Abzeichen des gefallenen Adam, sondern war unantastbar für jegliches Leid, mit den Zeichen des neuen, unschuldigen Adam und all den schönsten Vorrechten der Schöpfung, mit Licht bekleidet und unsterblich.
Als ich dies erwog, bewegte sich mein süßester Jesus in meinem Inneren und sagte mir: „Meine Tochter, meine Menschheit macht in Sich selbst und über Sich selbst alle Übel der abgefallenen Menschheit wieder gut, sodass sie sogar starb, damit sie (die gefallene Menschheit) wieder vom Tod auferstehen könne, dem sie unterworfen war.
Das ist der Grund, warum Ich das Reich meines Göttlichen Willens nicht auf der Erde zurückließ, weil nämlich die glorreiche und unsterbliche Menschheit des un-schuldigen Adams fehlte, [die nötig wäre,] um Es erflehen und das große Geschenk meines Fiat empfangen zu können.
So musste meine Menschheit zuerst die gefallene Menschheit wiederherstellen und ihr alle Heilmittel reichen, um sie wieder aufzurichten, um dann zu sterben und mit den Eigenschaften des unschuldigen Adam wieder aufzuerstehen. Dann erst könnte Ich dem Menschen das geben, was er verloren hat.
Nicht nur das, sondern Ich wollte auch mit meiner Menschheit in den Himmel auffahren, so schön und mit Licht bekleidet, wie sie aus unseren Schöpferhänden her-vorgegangen ist, um zum Vater im Himmel sagen zu können: ‘Mein Vater, sieh Mich an, wie meine Menschheit wiederhergestellt ist und wie gewiss das Reich unseres Willens in ihr ist.
Ich bin das Haupt aller, und Der, der Dich bittet, hat alle Rechte, zu bitten und zu geben, was Ich besitze.’ Meine Tochter, um das Reich unseres Willens unter den Völ-kern wieder zu erflehen, bedurfte es einer unschuldigen Menschheit, ausgestattet mit allen Eigenschaften, wie sie aus unseren Schöpferhänden hervorging. Bis dahin fehlte sie, und Ich erkaufte sie mit meinem Tod.
Ich fuhr in den Himmel auf, um zusätzlich zu meiner ersten Aufgabe noch meine zweite Aufgabe zu erfüllen, nämlich das Reich meines Göttlichen Willens auf Erden zu erflehen und zu schenken.
Seit etwa zweitausend Jahren betet diese meine Menschheit nun darum. Und unsere Göttliche Majestät, die eine erneute, aber noch stärkere Liebe in Sich fühlte als die Liebe der Schöpfung, die Wir bei der Erschaffung des Menschen wahrnahmen, und bezaubert und fasziniert von der Schönheit meiner Menschheit, hat sich von neuem nach außen ergossen.
Daher tut unsere Göttliche Majestät die Himmel auf und ergießt das Licht der vielen Wahrheiten über mein Fiat wie Regen in Strömen auf die Seelen. Dieser Regen soll den menschlichen Willen beleben und heilen, damit Wir in diesem Transformationsprozess die Wurzel meines Willens in die Herzen pflanzen und sein Reich auf Erden errichten können.
Damit nun mein Reich auf die Erde kommen kann, musste Ich es zuerst bekannt machen, Ich musste ihnen unser Verlangen nach der Ankunft unseres Reiches und sei-ner Herrschaft kundtun.
Und als ein älterer Bruder der Menschheitsfamilie bin Ich dabei, vor der Gottheit im Himmel alle praktischen Vorkehrungen dafür zu treffen, der Menschheit ein so großes Geschenk zu machen.
Deshalb musste Ich also in meiner verherrlichten Menschheit in den Himmel auffahren, damit Ich dadurch für meine Brüder und Kinder die Wiederherstellung des Reiches meines Fiat auf Erden erwerben konnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 12. Mai 1929)

„… Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28, 19)

… „Meine Tochter, Ich segne dich von Herzen, in der Seele und im Leib, mein Segen sei die Bestätigung unserer Ähnlichkeit in dir. Er bekräftigt in dir das, was die Gott-heit bei der Erschaffung des Menschen wirkte: unser Abbild und Gleichnis.
So sollst du wissen, dass Ich im Lauf meines sterblichen Lebens bei allem, was Ich tat, immer segnete. Es war der erste Akt der Schöpfung, den Ich über die Geschöpfe zurückrief, und als Bekräftigung [dieses Aktes], rief Ich beim Segen den Vater, das Wort und den Heiligen Geist an.
Die Sakramente selbst sind beseelt von diesen Segnungen und Anrufungen. Während also mein Segen die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer in die Seelen herabruft, ruft er zugleich das Leben meines Göttlichen Willens, damit Dieser wieder wie am Beginn der Schöpfung in den Seelen regiere.
In der Tat, Er allein hat die Kraft, in der Seele die lebensechte Ähnlichkeit mit Dem zu porträtieren, Der sie geschaffen hat, um sie heranwachsen zu lassen und in den lebendigen Göttlichen Farben zu bewahren.
Du siehst also, was Segen bedeutet: es ist die Bekräftigung unseres Schöpfungswerkes. Tatsächlich ist das Werk, das Wir einmal tun, so voller Weisheit, Erhabenheit und Schönheit, dass Wir es lieben, es stets zu wiederholen.
Wenn nun unser Segen nichts anderes ist als der Seufzer unseres Herzens, unser Bild in der Seele wiederhergestellt zu sehen, wie auch die Wiederholung unserer Bestä-tigung dessen, was Wir zu tun wünschen – so ist das Zeichen des Kreuzes, das die Kirche die Gläubigen lehrt, nichts anderes als das Flehen der Seelen um ihre Ähnlich-keit mit Uns.
So wiederholt die Kirche als Echo unseres Segens: ‘Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.’
Ohne es zu wissen, sind also die Kirche und alle Gläubigen in Einklang mit dem Ewigen Schöpfer und wollen alle dasselbe: Beim Segen und durch das Aussprechen der Worte ‘Vater, Sohn und Heiliger Geist’, möchte Gott ihnen die Ähnlichkeit mit Ihm mitteilen; und die Seelen erflehen diese [Ähnlichkeit], indem sie das Kreuzzeichen machen und dieselben Worte aussprechen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hanni-bal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 29. Juli 1928)

„Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20)

„… So tat Ich in der Menschwerdung nichts anderes, als Mich in die Gewalt der Menschen zu begeben. Bei der Menschwerdung gab Ich Mich in die Macht meiner lie-ben Mama, bei der Geburt kam noch der heilige Josef hinzu, dem Ich das Geschenk meines Lebens machte.
Und da meine Werke ewig, und keinem Ende unterworfen sind, zog sich diese Gottheit, dieses WORT, das vom Himmel herabstieg, nicht mehr von der Erde zurück, damit Es sich ständig allen Menschen hingeben könne.
Solange Ich lebte, gab Ich Mich unverhüllt hin, und wenige Stunden vor meinem Tod wirkte Ich dann das große Wunder, dass Ich Mich im Sakrament zurückließ, da-mit jeder, der Mich wünschte, das große Geschenk meines Lebens empfangen könne.
Ich achtete nicht auf die Beleidigungen, die sie Mir zufügen würden, noch auf ihre Weigerung, Mich zu empfangen. Ich sagte Mir: „Ich habe Mich hingegeben und will Mich nicht mehr zurückziehen. Sie mögen mit Mir tun, was sie wollen, doch Ich werde immer für sie da sein und zu ihrer Verfügung stehen.“
Meine Tochter, so ist das Wesen der wahren Liebe, dies ist das Wirken Gottes: festzustehen und sich auch um den Preis eines jeglichen Opfers nicht zurückzuziehen. Diese Festigkeit in meinen Werken ist mein Sieg und meine größte Ehre und das Kennzeichen, ob der Mensch für Gott wirkt.
Die Seele lässt sich von niemandem beeindrucken, sie schaut weder auf die Leiden, noch auf sich selbst oder ihren guten Ruf, noch die Menschen, selbst um den Preis ihres eigenen Lebens.
Sie sieht nur Gott, aus Liebe zu Dem sie sich zu wirken vorgenommen hat und fühlt sich siegreich, wenn sie ihr Leben aus Liebe zu Ihm opfert. Nicht fest zu bleiben, ist Zeichen der menschlichen Natur und des menschlichen Wirkens, bedeutet, dass die Leidenschaften am Werk sind und mit Leidenschaft handeln.
Nicht fest zu sein, ist das Wirken der Leidenschaften und mit den Leidenschaften. Die Unbeständigkeit ist Schwäche und Feigheit und besitzt nicht die Natur der wah-ren Liebe; daher muss die Beständigkeit eine Seele leiten, die für Mich wirken möchte.
So ändere Ich Mich in meinen Werken nie, was immer auch geschehen mag – einmal getan, ist für immer getan.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 24. Dezember 1924)

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… „Meine Tochter, Mut, lasse dich nicht niederdrücken! Ich verlasse dich nicht; das ist so wahr, dass Ich immer aus deinem Inneren heraustrete, um Mich mit dir zu unterhalten. Wenn du Mich nicht immer siehst, so deshalb, um dich frei zu lassen, diesem einen Akt meines Willens zu folgen, der alle Akte zusammen enthält.
Siehst du nicht, dass das Licht meines Höchsten Willens aus deinem Herzen strömt, aus dem Mund, aus den Augen, den Händen, den Füßen, aus deinem ganzen We-sen? Da Er Mich in dir in den Schatten stellt, siehst du Mich nicht immer, denn da mein Wille grenzenlos ist, hat Er die Kraft, Mich in den Schatten zu stellen.
Und Ich genieße es, von meinem Höchsten Willen ausgeblendet zu werden und schaue aus deinem Inneren selbst heraus deinem Flug und deinen Akten im Göttlichen FIAT zu.
Wenn Ich Mich immer sehen ließe, würdest du, um dich mit Mir zu unterhalten und meine süße und anbetungswürdige Gegenwart zu genießen, dich mit meiner Menschheit beschäftigen und deiner Liebe zu Mir freien Lauf lassen, wie Ich zu dir.
Dann brächtest du es nicht übers Herz, Mich zu verlassen, um dem Flug meines Willens in der Schöpfung und jenen Akten selbst zu folgen, die meine Menschheit bei der Erlösung wirkte. Damit du also stets die Mission erfüllst, die dir anvertraut ist, um dich freier zu machen, bleibe Ich in dir gleichsam verborgen, um deinen eigenen Akten im ewigen FIAT zu folgen.
Erinnerst du dich nicht, dass sogar meinen eigenen Aposteln gesagt wurde, dass sie sich von meiner Menschheit trennen sollten, die sie sehr liebten und ohne die sie nicht sein konnten?
Dies ist so wahr, dass sie sich nicht von Mir entfernten, solange Ich auf Erden lebte, um in die ganze Welt zu gehen, um das Evangelium zu predigen und mein Kommen auf die Erde bekannt zu machen.
Doch nach meinem Weggang in den Himmel hatten sie, erfüllt vom Geist Gottes, diese Kraft, ihr Gebiet zu verlassen, um die Güter der Erlösung zu verkünden und auch das Leben aus Liebe zu Mir hinzugeben.
So wäre meine Menschheit ein Hindernis für die Sendung meiner Apostel gewesen. Ich sage nicht, dass dies bei dir der Fall ist, denn zwischen dir und Mir gibt es nicht dieses Hemmnis, denn ein Hindernis gibt es dann, wenn man zwei Wesen trennen kann.
Doch wenn diese zwei so sehr miteinander vereint sind, dass eines im anderen lebt, hört das Hindernis auf, denn wo der eine hingeht, befindet sich auch der andere.
Da sie also zusammen sind, braucht es keine Anstrengungen, um dorthin zu gehen, wo es nötig ist, denn die geliebte Person ist in der anderen, um ihr überallhin zu folgen.
Aber Ich sage nur, dass es oft zu den Verdunkelungen kommt wegen des starken Lichtes meines Willens, Der dich und meine eigene Menschheit in dir beherrscht, Uns ausblendet und Uns seinen Akten folgen lässt.
Das heißt nicht, dass Ich dich nicht so liebe wie früher und ohne dich sein kann, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, mein Wille in dir schenkt dir die ewige und voll-ständige Liebe deines Jesus, und indem Er sich mit seinem Licht zur Mauer um Mich herum macht, erlaubt Er nicht, dass Ich Mich auch nur für einen Augenblick von dir entferne.
Weißt du, wer die Entfernung zwischen Gott und die Seele setzt? Der menschliche Wille! Jeder Akt von ihm ist ein Schritt der Distanz zwischen Schöpfer und Ge-schöpf.
Je mehr der menschliche Wille wirkt, umso mehr entfernt sich der Mensch von Dem, Der ihn erschaffen hat, verliert Ihn aus dem Blick, steigt von seinem Ursprung herab und zerreißt jedes Band mit der himmlischen Familie.
Stelle dir einen Sonnenstrahl vor, der sich aus dem Mittelpunkt seiner Sphäre entfernen könnte. Wenn er sich von der Sonne wegbewegt, fühlt er, wie er das Licht ver-liert.
Und wenn er sich so weit entfernt, dass er die Sonne ganz aus dem Blick verliert, verliert dieser Strahl sein gesamtes Licht und verwandelt sich in Finsternis. Dieser in Finsternis verwandelte Strahl fühlt in sich eine Bewegung, ein Leben, doch ist er nicht mehr fähig, Licht zu spenden, weil er keines besitzt.
So ist seine Bewegung, sein Leben, nur imstande, dichte Finsternis zu verbreiten. So sind die Geschöpfe: Lichtstrahlen, hervorgegangen aus der Sphäre der Sonne der Gottheit.
Wenn sie sich von meinem Willen entfernen, werden sie leer an Licht, denn meinem Willen war es gegeben, das Licht in diesen Strahlen zu bewahren, und daher ver-wandeln sie sich in Finsternis.
O, wenn alle wüssten, was es bedeutet, nicht meinen Willen zu tun! Wie aufmerksam wären sie, nicht das Gift des menschlichen Willens in sich eindringen zu lassen, den Zerstörer eines jeden Gutes!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 3. Dezember 1926)

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Unser Höchstes Sein liebt die [menschlichen] Geschöpfe so sehr, dass Wir sogar so weit kommen, sie nachzuahmen. Wir machen Uns klein und schließen Uns in ihnen ein, Wir wollen mit ihren Füßen gehen, mit ihren Händen arbeiten, mit ihrem Mund sprechen, mit ihren Augen schauen, mit ihrem Verstand denken, in ihren Herzen schlagen und lieben.
Damit Wir also alles vollbringen, was die Seele tut, und wie sie es tut, wollen Wir [durch die Seele unsere eigenen] Füße, Hände, Mund, Augen und Herz erwerben, wie das [menschliche] Geschöpf sie hat: dies erbitten Wir von der Seele, als wären Wir nicht absoluter Herr [über alles], und sagen zu ihr: ‚Lieben Wir Uns [gegenseitig].
Wir geben dir von dem Unsrigen, und du gib Uns von dem Deinen.’ Denn unser Höchstes Wesen, das reinster Geist ist, ist Schritt ohne Füße, und befindet sich überall, ohne zu gehen. Es tut alles, wirkt alles, ohne Hände zu benötigen. Es ist Wort ohne Mund, Es ist Licht und sieht alles ohne Augen.
Da Wir das Geschöpf sehr lieben, finden Wir Gefallen daran, es nachzuahmen. Doch das ist eine unermessliche Erfindung unserer Liebe, die nur ein Gott bewerkstelli-gen kann.
Damit Wir der Seele sagen können: ‚Du musst Uns nachahmen und sollst es machen, wie Wir es tun’, sagen Wir zu ihr: ‚Wir wollen dich nachahmen und es machen wie du.’
Übrigens ist der Mensch ja unser Geschöpf, das Werk unserer Schöpferhände, von Uns aus dem Inneren der Macht unserer Schöpferliebe hervorgebracht.
So ist es kein Wunder, dass Wir in das Geschöpf herabsteigen wollen, um es nachzuahmen und zu tun, was es tut und wie es das tut. Es heißt nichts anderes, als Uns zu ehren und unseren Werken größere Bedeutung zu verleihen.
Das können Wir jedoch nur in einem Geschöpf tun, in welchem unser Wille regiert. Hier können Wir alles tun: unsere Liebe zur Schau stellen und Uns gegenseitig nachahmen, denn das Geschöpf stellt sich in allem zur Verfügung, um zu tun, was Wir wollen.
Wo hingegen unser Wille nicht regiert, können Wir [bloß] sagen: „Wir können nichts tun“. Vernimm nun eine weitere, unglaubliche Überraschung unserer Liebe. Wenn die Seele Uns die Freiheit eingeräumt hat, sie nachzuahmen und Uns Leben in sich verliehen, Uns Füße, Hände, einen Mund gegeben hat, dann laden Wir sie ein, Uns nachzuahmen.
Wir lassen sie in unser Göttliches Wesen eintreten. Die Macht unseres Fiat lässt sie ohne Füße dahinschreiten und bewirkt, dass sich die Seele in allem wiederfindet, in den Engeln, in den Heiligen, in der Himmelskönigin, sogar in unserem göttlichen Schoß.
O, wie freut Uns dies, sie nicht mehr von der menschlichen Natur eingeschlossen zu sehen, sondern frei, zusammen mit Uns, dass sie ohne Hände arbeitet, ohne Mund spricht – wie viele Worte!
Mit unseren Worten erzählt sie Uns die lange Geschichte unserer Liebe und der Werke des Fiat. Sie fühlt sich von unserer ewigen Weisheit überflutet und verkündet Uns so viel über unser Göttliches Wesen!
Sie spricht stets, und wie genießen Wir es doch, wenn Uns die Seele erzählt, wer Wir sind, sodass sie, ergriffen von unseren Liebesflammen, das Bedürfnis fühlt, Uns ohne Herz zu lieben; denn das Herz hat seine Grenzen, während unsere Liebe – ohne Herz – keine Grenzen hat.
Sie ist unermesslich, und das Geschöpf entledigt sich des Herzens und liebt [Uns] in unserer unendlichen Liebe. Siehst du, meine Tochter, kann es schönere Liebesüber-raschungen als diese geben?
Das Wohlgefallen, den Genuss zu empfinden, die Seele nachzuahmen! Zu tun, was sie tut, als Vorwand der Liebe, um sie zu unserer Nachahmung einzuladen und sie tun zu lassen, was Wir tun!
Die Abgründe unserer Liebe sind zahlreich, und was noch mehr ist, sie ist stets dabei, immer neue Kunstgriffe der Liebe zu erfinden!“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 20. September 1937)