Dienstag der 19. Woche im Jahreskreis (Mt 18,1-5.10.12-14)
1In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte? 2Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.
4Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. 5Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
10Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
12Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? 13Und wenn er es findet – Amen, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 14So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
„Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18,3)
Ich setzte meinen Flug im Göttlichen FIAT fort, und mein süßer Jesus zeigte sich, wie Er aus meinem Inneren heraustrat und seine Hände mit den meinigen verband und mich aufforderte, mit Ihm zu kämpfen. Ich war ganz klein und fühlte mich nicht fähig und stark, um mit Ihm zu kämpfen, umso mehr, als eine Stimme aus einem Licht hervortrat, die sagte: „Sie ist zu klein, wie kann sie in diesem Kampf siegen?“
Jesus erwiderte: „Im Gegenteil, gerade weil sie klein ist, kann sie siegen, denn die ganze Kraft liegt in der Kleinheit.“
Ich war entmutigt und wagte auch nicht, mit Jesus zu kämpfen. Doch Er forderte mich zum Kampf auf und sprach zu mir: „Meine Tochter, Mut! Versuche es! Wenn du siegst, wirst du das Reich meines Willens gewinnen, und du darfst auch nicht zögern, weil du klein bist, denn Ich habe dir die ganze Kraft der geschaffenen Dinge zur Verfügung gestellt.
So kämpft gemeinsam mit dir die ganze Kraft, die der Himmel enthält, die Sonne, das Wasser, der Wind, das Meer. Alle führen eine Schlacht gegen Mich. Sie kämpfen mit Mir, damit Ich das Reich des Göttlichen Willens gewähre.
Sie kämpfen mit den Menschen – mit den Waffen, die jedes geschaffene Ding in seiner eigenen Macht hat, damit die Menschen nachgeben und meinen Willen anerkennen und Ihn herrschen lassen, wie die geschaffenen Dinge Ihn herrschen lassen.
Da sie zum Sieg entschlossen sind, haben sich alle wie in einer Schlachtordnung aufgestellt. Wenn sie sehen, dass die Menschen sich widersetzen, wollen sie mit Gewalt siegen – denn sie haben die Kraft dieses Willens bei sich, der sie belebt und beherrscht – und reißen mit den Waffen, die sie besitzen, Völker und Städte mit solcher Wucht nieder, dass ihnen niemand widerstehen kann.
Du kannst nicht die ganze Kraft und Macht begreifen, die alle Elemente in sich bergen: wenn mein Wille sie nicht wie im Zaum hielte, wäre der Kampf so erbittert, dass sie die Erde in einen Trümmerhaufen verwandeln würden.
Nun ist ihre Kraft auch die deine, und deshalb mache du deine Rundgänge in ihrer Mitte, um sie in die Schlachtordnung zu stellen. Deine Akte, dein ständiges Bitten um das Reich des Höchsten FIAT möge die ganze Schöpfung zur Aufmerksamkeit rufen.
Mein Wille, der sich in ihr bewegt, stellt all seine Akte in den königlichen Dienst, um sein Reich zu gewähren und es unter den Menschen zu gewinnen. Daher ist es mein Wille selbst, der kämpft, der die Schlacht mit meinem eigenen Willen führt, für den Triumph seines Reiches.
So wird dein Kampf von Ihm beseelt – der die ausreichende und unwiderstehliche Kraft besitzt, um zu siegen. Deshalb kämpfe nur, und du wirst siegen! Und überdies, zu kämpfen, um das Reich des Höchsten FIAT zu gewinnen, ist der heiligste Kampf, den es geben kann; es ist die gerechteste und am meisten gerechtfertigte Schlacht, die man führen kann.
So wahr ist dies, dass mein eigener Wille, als Ich die Schöpfung gestaltete, diese Schlacht und diesen Kampf begann, und Er wird sich erst dann ergeben, wenn Er vollständig gesiegt hat. Doch willst du wissen, wann du mit Mir kämpfst und Ich mit dir? Ich kämpfe, wenn Ich dir die Kenntnisse über mein ewiges FIAT mitteile.
So ist jedes Wort, jede Kenntnis, jedes Gleichnis über das FIAT ein Kampf und eine Schlacht, die Ich mit dir führe, um deinen Willen zu gewinnen, ihn auf den von Uns geschaffenen Platz zu stellen und um ihn gleichsam durch Kämpfe in die Ordnung des Reiches meines Göttlichen Willens zu rufen.
Und während Ich mit dir kämpfe, um deinen Willen zu unterwerfen, beginne Ich [den Kampf] mitten unter den Menschen. Ich kämpfe mit dir, wenn Ich dich den Weg lehre, den du einhalten sollt, und was du tun sollst, um in meinem Reich zu leben, die Seligkeit, die Freuden, die du besitzen wirst.
Mit einem Wort, Ich kämpfe auf dem Wege des Lichtes, das meine Kenntnisse enthalten. Ich kämpfe auf dem Wege der Liebe, und mit den bewegendsten Beispielen, auf eine Art, dass du meinem Kampf nicht widerstehen kannst.
Ich kämpfe mittels der Verheißung von Glückseligkeit und Freude ohne Ende. Mein Kampf ist andauernd, Ich werde nie müde. Doch um was zu gewinnen? Deinen Willen, und in deinem jene, die den Meinen anerkennen werden, um in meinem Reich zu leben.
Und du kämpfst mit mir, wenn du meine Kenntnisse erhältst, und formst das Reich meines Höchsten FIAT in dir, indem du sie in deiner Seele ordnest – und wenn du mit Mir kämpfst, suchst du mein Reich zu gewinnen.
Jeder in meinem Willen getane Akt, ist ein Kampf, den du mit Mir führst. In jedem deiner Rundgänge, die du durch alle geschaffenen Dinge machst, um dich mit allen Akten zu vereinigen, die mein Wille in der ganzen Schöpfung tut, rufst du die ganze Schöpfung zum Kampf um den Gewinn meines Reiches auf, indem du meinen eigenen Willen, der in allen geschaffenen Dingen herrscht, antreibst, mit meinem eigenen Willen zu kämpfen, um sein Reich aufzurichten.
Deshalb sind in der gegenwärtigen Zeit der Wind, das Wasser, das Meer, die Erde, der Himmel mehr denn je in Bewegung und führen eine Schlacht gegen die Geschöpfe, wobei neue Phänomene vorkommen. Wie viel weitere werden noch geschehen, welche Völker und Städte zerstören! Denn bei Schlachten muss man bereit sein, Verluste zu erleiden – und oftmals auch auf der Seite der Sieger.
Ohne Kampf wurden nie Reiche erobert, und wenn dies vorkam, so waren diese nicht von Dauer. Du kämpfst mit Mir, wenn du alles, was Ich in meiner Menschheit tat und litt, d.h. meine Tränen, meine innersten Leiden, meine Gebete, Schritte, Worte, bis hin zu meinen Blutstropfen einhüllst, und ihnen dein „Ich liebe Dich“ aufdrückst, und Mich für jeden meiner Akte um die Ankunft des Reiches meines FIAT bittest.
Wer kann dir den Kampf schildern, den du Mir lieferst? Du treibst meine eigenen Akte an, gegen Mich in die Schlacht zu ziehen, damit Ich Mich ergebe, um dir mein Reich zu gewähren.
Deshalb kämpfe Ich mit dir, und du kämpfst mit Mir. Dieser Kampf ist notwendig – für dich, damit du mein Reich gewinnst, und für Mich, um deinen Willen zu besiegen und die Schlacht unter den Geschöpfen einzuleiten, um das Reich meines Höchsten Willens zu errichten.
Um zu siegen, habe Ich meinen eigenen Willen, seine ganze Macht, Stärke und Unermesslichkeit selbst. Du besitzt meinen eigenen Willen, und zu deiner Verfügung hast du die ganze Schöpfung und alles, was Ich an Wohltaten in der Erlösung bewirkte, um ein gewaltiges Heer zu rüsten, damit es in die Schlacht ziehe und das Reich des Höchsten FIAT gewinne.
Siehst du, auch jedes Wort, das du schreibst, ist ein Kampf, den du Mir lieferst und ein weiterer Soldat, der im Heer eingesetzt wird, welches das Reich meines Willens gewinnen soll. Sei also aufmerksam, meine Tochter, denn es sind Zeiten des Kampfes, und es ist notwendig, alle Mittel einzusetzen, um zu siegen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 19. Februar 1927)
„Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte“ (Mt 18,4)
Ich sammelte alle Akte des Göttlichen Willens in der Schöpfung ein, die Meere der Himmelskönigin, die meines geliebten Jesus, mit einem Wort, alle Akte, die das Göttliche FIAT aus Sich hervorgebracht hat.
Dann fasste ich alles zusammen, um sie alle vor die Erhabenheit der Höchsten Majestät zu bringen, um damit den letzten Angriff auf Sie zu machen und Sie zu zwingen, mir ihr Reich auf Erden zu geben.
Doch als ich das tat, dachte ich mir: „Ich bin klein, ich bin kaum ein Atom. Wie kann ich den weiten Himmel, die Vielzahl der Sterne, die Unermesslichkeit des Sonnenlichtes bringen, und dann noch alle Meere meiner Mama, und jene von Jesus, die grenzenlos sind?
Geht nicht mein kleines Atom inmitten so vieler großer Werke verloren? Ich glaube, der ganze Himmel wird lächeln, wenn er meine Kleinheit sieht, die diesen Angriff als letzte Erfindung ihres Rundgangs im Göttlichen Willen machen will, denn da ich klein bin, verliere ich mich nicht nur, sondern werde von einem einzigen Werk des Göttlichen Willens gleichsam erschlagen.
So wird mein Angriff keine Wirkung zeigen und vielleicht dazu dienen, den ganzen himmlischen Hof über mich Arme heimlich lachen zu lassen.“
Doch als ich darüber nachdachte, trat mein süßer Jesus aus meinem Inneren heraus und sprach voller Zärtlichkeit zu mir: „Meine kleine Tochter, deine Kleinheit hat solche Anziehungskraft, dass sie die Aufmerksamkeit des ganzen Himmels auf sich zieht, der sehen möchte, was deine Begrenztheit tun will und zu tun vermag.
Große Dinge von einer großen Person tun zu sehen – das erregt keine Aufmerksamkeit, noch bringt es Freude mit sich.
Wenn man aber ein kleines Kind dasselbe Große tun sähe, so erregt dies Staunen und Verwunderung, sodass alle das große Werk der ganz Kleinen sehen wollten – was nicht geschehen würde, wenn eine große Person dasselbe Werk vollbrächte.
Wenn du wüsstest, wie der Blick Gottes und des ganzen Himmels auf dich gerichtet ist, wenn du gleichsam in Eile alle Werke des Göttlichen Willens zusammen vereinigst, um den Schöpfer zu überfallen, wobei du seine eigenen Waffen trägst, um gegen Ihn einen heiligen Krieg zu führen, dass Er dir sein Reich gewähre!
Man kann sagen, dass deine rastlosen Bemühungen, und dass du alles vereinst, das wahre Lächeln des Himmels und die neue Festfeier ist, die deine Kleinheit der Himmlischen Heimat bringt. Alle warten auf den Ansturm des kleinen Mädchens. Doch willst du wissen, wo das Geheimnis deiner Stärke liegt?
In deiner Kleinheit! Während du dich bald im Licht der Sonne, bald inmitten der Sterne, bald in meinen Meeren und denen der Himmlischen Mama verlierst, bleibt dein Atom nicht stehen, sondern geht weg und wird neuerlich tätig, um seine Zusammenfassung aller Werke des Göttlichen FIAT zu vollenden.
Das ganze Geheimnis ist in Diesem [Göttlichen Willen] eingeschlossen, Der dich bewegt, dich umhüllt, dir das Seil reicht, damit du umher kreist und alle seine Akte einschließt, um mittels deiner Kleinheit, einen Angriff auf Sich Selbst machen zu lassen, damit Er bewogen werde, zur Herrschaft auf die Erde zu kommen. Was kann das von meinem Willen beseelte Atom nicht [alles erreichen]?
Alles, weil es ein Akt des Göttlichen Willens unter all Seinen Akten wird, und das genügt, um aus all Seinen Akten einen einzigen Akt machen zu können, um zu sagen:
„Alles ist mein, und alles muss mir dazu dienen, das Reich des Göttlichen FIAT auf die Erde herabziehen zu können.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 31. Januar 1928)
„Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?“ (Mt 18,12)
Ich dachte über den Heiligen Göttlichen Willen nach und betete zu meinem liebenswürdigen Jesus, dass Er mir gütig seine Gnade verleihe, in allem seinen Willen zu vollbringen: „Du, der Du es liebst und wünschst, dass dein Wille geschehe, hilf mir, steh mir bei und speise mich in jedem Augenblick mit diesem deinem Willen, damit nichts anderes in mir Leben habe.”
Während dieses Gebetes nun bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren, drückte mich fest an sich und sprach zu mir: „Meine Tochter, wie sehr verwundet das Gebet einer Seele, die allein meinen Willen sucht, mein Herz! Ich höre das Echo meines eigenen Gebetes, das Ich auf Erden sprach.
Alle meine Gebete liefen auf ein einziges Thema hinaus: dass der Wille meines Vaters sowohl an Mir wie an allen Menschen in vollkommener Weise geschehe. Das war die größte Ehre für Mich und den Himmlischen Vater: dass Ich in allem seinen Heiligsten Willen tat.
Indem meine Menschheit stets und in allem den Willen des Ewigen tat, eröffnete sie die Pfade zwischen dem menschlichen und dem Göttlichen Willen, die der Mensch durch die Sünde versperrt hatte.
Du musst wissen, dass die Gottheit bei der Erschaffung des Menschen viele Mittel und Wege der Kommunikation zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf machte. Die drei Kräfte der Seele waren solche Wege (oder Ströme): der Verstand ein Mittel, um meinen Willen zu begreifen; das Gedächtnis, um sich ständig daran zu erinnern; der Wille, in der Mitte dieser beiden Wege, bildete den dritten Strom, um sich zum Willen seines Schöpfers aufzuschwingen.
Intelligenz und Erinnerung des Menschen waren die Stützen, Verteidigung und die Kraft des Stromes seines Willens, damit er weder nach links noch rechts schwanke.
Ein Weg, ein Strom war das Auge, damit er die Schönheiten und Schätze in meinem Willen sehen könne, Weg war das Gehör, damit er seine Rufe und Harmonien in Ihm vernehme; ein Strom war das Wort, in dem der Mensch den ständigen Erguss meines Wortes „FIAT“ empfange, sowie alles Gute, das mein FIAT enthält; Weg waren die Hände, die er bei seiner Arbeit in meinem Willen erheben und somit die Bestimmung erreichen möge, seine Werke mit denen seines Schöpfers zu vereinigen; Weg waren seine Füße, die den Schritten meines Willens nachfolgen sollten; Ströme waren das Herz, die Wünsche und Gefühle, damit sich der Mensch mit der Liebe meines Willens anfülle und in Ihm ausruhe.
Du siehst also, wie viele Wege es im Menschen gab, damit er in meinen Willen gelange, wenn er es nur wollte. Alle Wege waren offen zwischen Gott und dem Menschen, und kraft unseres Willens waren unsere Güter die seinigen.
Und dies zu Recht, denn er war unser Sohn, unser Abbild, das Werk unserer Hände und der brennende Atem unserer Brust. Doch der widerspenstige menschliche Wille wollte sich nicht des rechtmäßigen Anspruchs auf die Schätze erfreuen, die Wir ihm gaben.
Da er nicht unseren Willen tun wollte, tat er den seinen, und indem er den eigenen tat, versperrte er diese Wege mit Schranken und Gittern und schloss sich dadurch in die erbärmlichen Grenzen seines Willens ein; er verlor unseren Willen und irrte im Exil seiner Leidenschaften und Schwächen umher, unter einem finsteren Himmel, unter Donner und Stürmen.
Mein armer Sohn, inmitten so vieler selbstgewählter Übel! So ist jeder Akt des menschlichen Willens eine Schranke, die er dem Meinen entgegensetzt, ein Gitter, das die Vereinigung mit unserem Willen verhindert – und so wurde die Güterverbindung zwischen Himmel und Erde unterbrochen.
Meine Menschheit, die Mitleid mit dem Menschen hatte und ihn mit unendlicher Liebe liebte, hielt, indem sie in allem den Willen meines Vaters vollbrachte, diese Wege offen und erflehte die Entfernung der Gitter und die Vernichtung der Schranken, die der menschliche Wille errichtet hatte.
So öffnete sie von neuem die Wege für alle, die in meinen Willen kommen wollten, damit Wir ihre Rechte wiederherstellten, die Wir ihnen bei ihrer Erschaffung verliehen hatten. Die Wege sind nötig, damit die Reise des Menschen leichter werde, sie sind Mittel, damit er öfter seine himmlische Heimat besuchen könne.
Da er nun weiß, wie schön sein Vaterland ist und wie glücklich man dort ist, liebt er es und hofft es sich anzueignen, und lebt somit losgelöst von dieser Verbannung hier unten. Diese Wege im Menschen waren notwendig, damit er sehr oft zu seinem wahren Vaterland aufsteige, es kennenlerne und liebe.
Ein Kennzeichen, ob der Mensch auf diesen Wegen ist und seine himmlische Heimat liebt, ist dies, dass er sich selbst auf den Weg in unseren Willen macht und seine kleinen Besuche abstattet.
Dies ist auch ein Zeichen für dich: erinnerst du dich nicht, wie oft du dich auf den Weg zum Himmel machtest und in die himmlischen Regionen gelangtest, und wie dich mein Wille nach deinem kurzen Besuch sofort wieder in das Exil hinabsteigen ließ, und wie dir die Verbannung dann hässlich und fast unerträglich vorkam, da du deine Heimat liebtest?
Doch dass du dein Vaterland liebtest und die Bitterkeit des Lebens im Exil empfandest, war ein gutes Zeichen für dich – dass nämlich das Vaterland dir gehört.
Siehst du, auch bei den niedrigen Dingen dieser Welt ist es so: wenn jemand einen großen Besitz hat, findet und gestaltet er einen Weg, um ihn oft zu besuchen und zu genießen und die Schätze zu nehmen, die der Besitz enthält, und dabei liebt er ihn und trägt ihn in seinem Herzen.
Wenn er sich hingegen keinen Weg [zu seinem Besitz] bahnt, kann er seinen Besitz nie besuchen – da er ohne einen Weg fast unzugänglich ist – und wenn er nicht daran denkt noch je davon spricht, ist das ein Zeichen, dass er ihn nicht liebt und seine eigenen Güter verachtet.
Mag er auch reich sein, so ist er doch wegen seines eigenen bösen Willens ein Armer, der im trostlosesten Elend lebt. Daher wollte meine Weisheit bei der Erschaffung des Menschen die Wege zwischen Mir und ihm bahnen, um ihm die Heiligkeit, die Mitteilung unserer Güter und den Eintritt in die himmlische Heimat leichter zu machen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 22. Februar 1925)


