Mittwoch der 19. Woche im Jahreskreis (Mt 18,15-20)
15In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. 16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. 18Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
19Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. 20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
„Geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht“ (Mt 18,15)
Nachdem Er mich einige Zeit hatte warten lassen, kam mein anbetungswürdiger Jesus diesen Morgen und sagte mir: „Meine Tochter, diesen Morgen will Ich dich vollkommen Mir gleichförmig machen. Ich wünsche, dass du mit meinem eigenen Geist denkst, mit meinen eigenen Augen schaust, mit meinen eigenen Ohren hörst, mit meiner eigenen Zunge sprichst, mit meinen eigenen Händen arbeitest, mit meinen eigenen Füßen gehst und mit meinem eigenen Herzen liebst.“
Danach vereinigte Jesus seine oben erwähnten Sinne[sorgane] mit den meinen, und ich sah, dass Er mir seine eigene Gestalt gab; nicht nur das, sondern Er verlieh mir die Gnade, davon Gebrauch zu machen, wie Er Selbst es tat. Dann fuhr Er fort: „Große Gnaden gieße Ich in dich, Ich empfehle dir, sie gut zu bewahren.“
Und ich: „Ich fürchte sehr, o mein geliebter Jesus, da ich mich selbst als voller Elend erkenne, dass ich, anstatt Gutes zu tun, schlechten Gebrauch von deinen Gnaden machen könnte. Doch was ich am meisten fürchte, ist meine Zunge, die mich oft in der Liebe gegen meinen Nächsten ausgleiten lässt.“
Und Jesus: „Fürchte dich nicht, Ich Selbst werde dich die Art lehren, wie du mit deinem Nächsten sprechen musst. Wenn dir etwas über deinen Nächsten gesagt wird, wirf zuerst einen Blick auf dich selbst und prüfe, ob du desselben Fehlers schuldig bist, und wenn dem so ist und du ihn dann korrigieren möchtest, machst du Mich ungehalten und erregst Anstoß bei deinem Nächsten. Zweitens, wenn du dich selbst frei von diesem Fehler erkennst, erhebe dich und versuche zu sprechen, wie Ich es getan hätte; so wirst du mit meiner eigenen Zunge sprechen.
Wenn du so tust, wirst du nie in der Liebe zum Nächsten fehlen, sondern mit deinen Worten dir selbst und deinem Nächsten Gutes tun und Mir Ehre und Verherrlichung erweisen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 12. August 1899)
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… „Nun, meine Liebe zu der in meinem Göttlichen Willen lebenden Seele ist so groß, dass Ich das, was Ich tue, die Seele [ebenfalls] tun lasse. Ich verleihe ihr das Recht über meine Akte, als wären es die ihren, und warte voll Sehnsucht, dass sie meine Schritte nimmt, um [mit ihnen] zu gehen, meine Hände, um zu arbeiten, meine Stimme, damit sie mit ihr spricht.
Meine Liebe ist so groß, dass Ich, wenn die Seele es manchmal unterlässt, von Mir Gebrauch zu machen, sie sanft tadle und mit unaussprechlicher Zärtlichkeit zu ihr sage:
‚Heute hast du Mir nicht erlaubt, zu gehen. Meine Schritte waren bereit und haben auf dich gewartet, um in dir zu gehen, aber du hast sie angehalten. Meine Werke sind heute in der Schwebe, weil du Mir nicht den Raum gabst, in deinen Händen zu arbeiten.
Ich war stets im Schweigen, weil du Mich nicht in deiner Stimme sprechen ließest. Du siehst, sogar meine Tränen sind [noch] auf meinem Angesicht, denn du hast sie nicht weggenommen, um sie zu nutzen, um dich [mit ihnen] zu waschen, dich in meiner Liebe zu erfrischen und sogar meine Beleidiger darin zu baden, daher fühle Ich mein Angesicht noch nass von Tränen.
Meine Leiden werden heute nicht von den Küssen und Liebkosungen der Mich liebenden Seele erwidert und schmerzen Mich dadurch noch mehr.‘ Nimm darum alles von Mir, lass Mir nichts übrig.
Lasse Mich mein ganzes Wesen mit all meinen Akten auf dich und all deine Akte aufstützen, dann werde Ich dich meine Stütze und meine Zuflucht nennen und alles, was Ich auf Erden tat und litt, auf die Bank meines Willens legen, der in dir herrscht.
Ich werde es vermehren, verhundertfachen und ständig zu neuem Leben erstehen lassen, damit du für dich nimmst, was du willst und Mich allen gibst, damit alle Mich kennen und Mich lieben.
Weiter sollst du wissen, sobald die Seele in meinen Willen eintritt, um in Ihm ihre Akte zu tun, richtet sie an alle geschaffenen Dinge, die Heiligen und Engel einen Appell, damit alle in diesen Akt eingeschlossen werden.
O, wie schön ist es doch, in diesem Akt die Liebe, Anerkennung und Anbetung aller zu verspüren und zu sehen, wie alle dasselbe tun!
Mein Wille ruft alle, setzt sich bei allen durch, und alle sind glücklich und geehrt, in diesem im Göttlichen Willen vollbrachten Akt eingeschlossen zu sein, um Jenen, der sie [alle] so sehr geliebt hat, mit neuer Liebe und mit der Liebe aller zu lieben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 24. Juli 1938)
„Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten“ (Mt 18,19)
… „Meine Tochter, wenn die Seele meinen Willen in ihre Akte und ihr Gebet ruft, dann wiederholt Er gemeinsam mit der Seele den Akt und betet zusam-men mit ihr.
Da Er sich nun in seiner Unermesslichkeit überall befindet, fühlen die Schöpfung, Sonne, Wind, Himmel, die Engel und Heiligen in sich selbst die Kraft des schöpferischen Gebetes, und alle beten.
Die Wunder dieses allmächtigen Gebetes beziehen alle mit ein und schenken sich allen. Nur jene, die es undankbarerweise nicht aufnehmen wollen, blei-ben seiner Wirkungen beraubt.
So besitzt mein Wille also die Eigenschaft, die Kraft des Gebetes. O, wie schön ist es, Ihn auf seine göttliche Weise und mit seiner schöpferischen Kraft beten zu sehen, die sich allen auferlegt und bewirkt, dass alle beten!
Dieses Gebet drängt sich unseren göttlichen Eigenschaften auf und lässt reichlich Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung und Liebe herabströmen. Es genügt zu sagen, dass es unser Gebet ist, um behaupten zu können: ‚Es kann alles geben.’
Nun sollst du dies wissen: ob die Seele unseren Willen tut oder nicht, ob sie in Ihm lebt oder nicht – sie befindet sich schon in seiner Unermesslichkeit, ja Er ist das Leben ihres Lebens, Er ist der Akt ihrer Akte und steht ihr ständig mit seinem schöpferischen und bewahrenden Akt bei. Jedoch fühlt [nur] jemand, der in Ihm lebt, sein Leben, seine Macht, seine Heiligkeit, und empfindet, wie sehr Er ihn liebt.
Diese Seele gleicht einem Fisch im Meer, der auch weiß[, dass er im Meer ist]: sie fühlt dieses göttliche Meer, das ihr Bett ist und sie in den Armen seiner himmlischen Wasser trägt, sie ernährt, sie in seinem Meer umherziehen lässt, sie unterhält und schmückt.
Wenn sie schlafen will, bereitet Er ihr ein Bett in den Tiefen seines Meeres, damit niemand sie aufwecke, ja Er schläft gemeinsam mit ihr.
So groß ist die Liebe meines Willens zu der Seele, die in seinem Meer ist und weiß, dass sie darin ist, dass Er in der Seele alle Künste vollbringt, die Er tun möchte.
Wenn die Seele denken will, dann denkt Er in ihr, wenn sie schauen will, dann schaut Er in ihren Augen, wenn sie sprechen möchte, dann spricht Er und hält sie in ständiger Verbindung [mit Sich] und erzählt der Seele die vielen Wunder unserer ewigen Liebe. Will sie arbeiten, dann arbeitet Er, will sie gehen, dann geht Er, will sie lieben, dann liebt Er.
Mein FIAT hat mit dieser Seele immer etwas zu tun, und die Seele erkennt dieses Fiat nicht nur, sondern lässt Es auch nie alleine; vielmehr versenkt sie sich noch tiefer in sein Meer, da sie weiß, dass sie ihr Leben einbüßt, wenn sie das Meer verlässt, wie der Fisch, der außerhalb des Meeres sein Leben verliert.
Jene in unserem Willen lebenden Seelen sind unsere Himmelsbewohner, die sich daran erfreuen, mit ihrer Liebe die Wellen unseres Meeres zu bilden, um Uns zu unterhalten und zu beglücken.
Wer sich hingegen in unserem unermesslichen Meer befindet und Uns nicht erkennt, empfindet nichts von alledem: diese Seelen verspüren unsere väterliche Fürsorglichkeit nicht, mit der Wir sie an unsere Brust drücken.
Sie leben in unserem Meer, als ob sie nicht lebten und sind recht unglücklich, als wären sie nicht unsere Kinder. Sie sind wie Fremde, und da Wir [ihnen] nicht bekannt sind, sind Wir wegen ihrer Undankbarkeit gezwungen, ihnen nicht einmal ein Wort sagen zu können und die Güter in unserem Schoß zurückzuhalten, die Wir ihnen geben sollten.
Unsere Kinder arm und Uns unähnlich zu sehen, nur weil sie Uns nicht kennen, ist ein Schmerz für Uns. Würden Wir ihnen aber unsere Schätze schenken, dann träfe das Wort des Evangeliums zu: ‚Gebt die Perlen nicht den Schweinen preis, denn sie erkennen sie nicht und würden sie in den Schmutz ziehen und mit ihren Füßen zertreten.’
Deshalb ist es die Kenntnis, die den Seelen zu verstehen gibt, wo Gott ist, mit wem Er ist, was sie empfangen können und was sie tun sollen.
Wer daher nicht erkennt, der ist in Wahrheit blind: wie viele Güter Wir auch rund um ihn platzieren, er sieht nichts und ist der Vagabund der Schöpfung.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 6. Juli 1938)


