28In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. 29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. 30Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11,28)

Ich war weiterhin in meinem armseligen Zustand, da schien es, dass Er öfter als einmal kam, und ich schien Ihn als Kind zu sehen, wie von einem Schatten umgeben.
Er sagte zu mir: „Tochter, empfindest du nicht die Frische meines Schattens? Ruhe darin aus, dann wirst du Erholung finden.“
Wir schienen gemeinsam in seinem Schatten zu ruhen, und ich fühlte mich in seiner Nähe wieder ganz gestärkt. Dann fuhr Er fort: „Meine Geliebte, wenn du Mich liebst, möchte Ich, dass du weder in dich, noch außerhalb von dir blickst, noch darauf schaust, ob du warm oder kalt bist, ob du viel oder wenig tust, ob du leidest oder dich freust.
All das muss in dir vernichtet werden und du sollst deine Augen allein darauf richten, ob du für Mich so viel tust, wie du kannst und alles, um Mir zu gefallen.
Die anderen Gesinnungen können Mir nicht gefallen, so hoch, erhaben und betriebsam sie auch sein mögen, noch meine Liebe zufriedenstellen.
O wie viele Seelen verfälschen die wahre Andacht und profanieren die heiligsten Werke mit ihrem eigenen Willen, indem sie immer sich selbst suchen!
Und wenn die Seele auch in den heiligen Dingen ihre eigene Art und ihren Geschmack und ihre eigene Befriedigung sucht und somit sich selbst findet, flüchtet sie vor Gott und findet Ihn nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 31. Juli 1904)

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11, 28)

Ich fühlte mich sehr bedrückt, doch ganz hingegeben in die Arme Jesu; ich betete, dass Er sich meiner erbarme, da fühlte ich meine Sinne schwinden und sah, wie ein kleines Mädchen aus mir heraustrat, schwach, blass, und ganz versunken in eine tiefe Traurigkeit.
Der gebenedeite Jesus kam auf sie zu, nahm sie in seine Arme und drückte sie, von Mitleid bewegt, an sein Herz; Er berührte mit seinen Händen ihre Stirn und bezeichnete ihre Augen, die Lippen, die Brust und alle Glieder mit dem Kreuzzeichen.
Da wurde sie gestärkt, gewann die Farbe zurück und raffte sich aus dem Zustand der Traurigkeit auf, und als Jesus sah, dass sie die Kraft zurückgewann, drückte Er sie zur größeren Stärkung noch fester ans Herz und sprach zu ihr: „Arme Kleine, in welchem Zustand bist du! Doch fürchte dich nicht, dein Jesus wird dich aus diesem Zustand befreien.”
Währenddessen dachte ich mir: „Wer wird dieses Mädchen sein, das aus mir heraustrat und das Jesus so liebt?” Da sprach mein süßer Jesus: „Meine Tochter, dieses Mädchen ist deine Seele – bist du selbst – und Ich liebe sie so sehr, dass Ich es nicht ertrage, dich so traurig und schwach zu sehen.
Daher bin Ich gekommen, um dir neues Leben einzugießen und neue Kraft.” Als ich dies hörte, sprach ich weinend zu Ihm: „Jesus, meine Liebe und mein Leben, wie sehr fürchte ich, dass Du mich verlässt!
Was mache ich ohne Dich? Wie kann ich weiterleben, in welch beklagenswerten Zustand wird meine arme Seele geraten? Wie schrecklich quält mich der Gedanke, dass Du mich verlassen könntest!
Es ist ein Schmerz, der mich zerfleischt, mir den Frieden raubt und die Hölle in mein Herz bringt! Jesus, hab Mitleid, Barmherzigkeit und Erbarmen mit mir, dem kleinen Mädchen! Ich habe niemanden, wenn Du mich ver-lässt, ist alles zu Ende für mich!”
Da nahm Jesus seine Rede wieder auf und erwiderte: „Meine Tochter, beruhige dich, fürchte dich nicht, dein Jesus verlässt dich nicht. Ich bin eifersüchtig auf dein Vertrauen, und wünsche nicht, dass du Mir nur im Geringsten misstraust.
Siehst du, Ich liebe es so sehr, dass die Seelen ein volles Vertrauen zu Mir haben, so dass Ich ihnen oftmals einige ihrer Fehler oder Unvollkommenheiten verberge, oder manchen Mangel an Entsprechung gegen meine Gnade, um ihnen keinen Vorwand (keine Gelegenheit) zu geben, nicht volles Vertrauen zu Mir zu haben; wenn nämlich die Seele das Vertrauen verliert, bleibt sie wie getrennt von Mir und ganz in sich selbst verkapselt.
Sie begibt sich in eine angemessene Distanz zu Mir und ist in ihrem Liebeselan wie gelähmt und somit auch in ihrer Opferbereitschaft für Mich gelähmt. O, welchen Schaden richtet das Misstrauen an!
Man könnte sagen, es ist wie der Frost im Frühling, der die pflanzliche Vegetation zum Stillstand bringt, und sie oftmals – wenn er stark ist – auch absterben lässt.
So unterbricht auch das Misstrauen, noch mehr als der Frost, die Entfaltung der Tugenden und legt gleichsam Eiseskälte auf die brennendste Liebe…. O, wie oft hat der Mangel an Vertrauen meine Pläne und die größte Heiligkeit verhindert! Deshalb dulde Ich eher einige Fehler als das Misstrauen, denn diese können nie so viel Schaden anrichten….
Und wie könnte Ich dich zudem verlassen, da Ich so viel in deiner Seele gewirkt habe? Schau doch, wie viel Ich arbeiten musste.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 2. September 1924)

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Ich fühlte mich ganz in das Göttliche Fiat versenkt. Sein Licht blendet meinen Verstand, und während Es mich in seinem Licht absorbiert, bewirkt Es, dass ich seinen Akten in der Schöpfung folge.
Doch dabei empfand ich solche Bitterkeit und Bedrückung, dass ich meine Akte im Göttlichen Willen nur mühsam vollziehen konnte. Mein süßer Jesus hatte Mitleid mit mir und sprach:
„Meine Tochter, wie schmerzt Mich deine Bitterkeit, die Ich in mein Herz ausgegossen fühle! So hab also Mut. Weißt du nicht, dass Bedrückung und Bitterkeit für das Gute wie ein schleichendes Gift sind?
Dieses bewirkt, dass sich die Seele so abquält, dass sie in eine äußerste Agonie gerät und den Todeskampf im Herzen spürt, und [auch] meine Liebe liegt in ihrem Herzen im Todeskampf; die Seele fühlt die Agonie auf ihren Lippen – und mein Gebet liegt im Todeskampf; sie fühlt die Agonie in ihren Händen und Schritten – und meine Werke und Schritte fühlen sich wie im Todeskampf.
Mehr noch [gilt dies] für die Seele, die meinen Göttlichen Willen als Leben haben möchte. Da ihr Wille mit dem Meinen eins ist, fühle Ich, wie ihre Agonie in meine Göttliche Person eingegossen wird.
Habe daher Mut. Gib dich meinen Armen hin, und Ich werde ein neues, noch strahlenderes Licht aus meinem Göttlichen Willen erscheinen lassen.
Es macht sich zu einer Wiege und wird dich in ihr wiegen, um dir meine Göttliche Ruhe mitzuteilen und mit seinem Licht und seiner Glut das schleichende Gift deiner Bitterkeit vernichten und sie in Süßigkeit und in eine Freudenquelle verwandeln.
Du wirst in der Wiege meines Göttlichen Willens sanfte Ruhe finden und wenn du aufwachst, werden Bitterkeiten und Bedrückungen verschwunden sein.
Ich werde dich mit deiner gewohnten Sanftmut und Heiterkeit in meinen Armen halten, damit das Leben meines Göttlichen Willens in dir noch weiter zunehme.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 20. September 1930)

„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11, 29)

Ich fühle mich in den Armen des Göttlichen Fiat, dessen Liebe so groß ist, dass Es mich mit seinem Licht ernährt und mit seiner Wärme wärmt. Wenn ich müde bin, wiegt Es mich auf seinen Knien, um mich seine Ruhe verkosten zu lassen, die mich zu neuem Leben erstehen lässt.
Göttlicher Wille, wie liebenswürdig bist Du! Du allein vermagst mich wahrhaftig zu lieben, und ich finde [in Dir] meine Zuflucht vor allen meinen Übeln! Aber ich war bedrückt, da ich die Personen in meiner Umgebung meinetwegen leiden und große Opfer bringen sah.
Wie ist es schmerzvoll, die anderen geopfert zu sehen! Da sprach mein süßer Jesus, der mich in seine Arme nahm, um mich zu bemitleiden, voller Zärtlichkeit zu mir:
„Mut, meine arme Tochter! Ich wünsche nicht, dass du dir darüber Sorgen machst. Du sollst wissen, dass Ich auch die kleinen Opfer und Aufmerksamkeiten gut zu bezahlen weiß und kann, umso mehr die großen.
Ich zähle alles und lasse nicht einen einzigen für Mich dargebrachten Seufzer unbelohnt, speziell wenn diese Opfer für jemanden gebracht werden, der Mich liebt und in meinem Willen leben möchte. Dann empfinde Ich es so, als wären sie für Mich Selbst gebracht.
Damit diese Opfer mit gutem Willen dargebracht werden, lege Ich meinen göttlichen Geschmack hinein, sodass Ich die Seelen den Geschmack und die Freude am Opferbringen verspüren lasse, und diese somit das Bedürfnis empfinden, sie zu bringen, und Gefallen und Freude am Opfer finden.
Diese sind wie Salz und Würze für die Speisen, wie Schmieröl für die Räder. Haben sich diese zuvor nur mühsam gedreht, so laufen sie nach der Schmierung ganz flüssig.
Der göttliche Geschmack ‚entleert‘ das Opfer [an Last] und macht es leicht und wohlgefällig. Siehe, das ist der Grund, warum Wir in unserer Liebe eine heilige Leidenschaft schufen, einen Geschmack, ein Wohlgefallen, dass Wir nicht sein können, ohne das Geschöpf zu lieben.
Es war diese unsere Liebesleidenschaft, die Uns das äußerste Verlangen empfinden ließ, die Liebe zu den Menschen mit unseren Werken zu bezeugen, sodass Wir, ohne dass Uns jemand darum gebeten hätte, einen Himmel, eine Sonne und so viele andere Dinge erschufen.
Nachdem Wir diese Dinge erschaffen hatten, sahen Wir sie an und fanden einen solchen Geschmack und ein Wohlgefallen daran, dass Wir in unserer Begeisterung der Liebe ausriefen:
„Wie schön sind unsere Werke – aber sie werden Uns noch mehr verherrlichen und noch mehr Wohlgefallen bereiten, wenn sich unsere Werke den Geschöpfen schenken, um sie zu lieben, damit Wir von ihnen geliebt werden!“
Dann gesellte sich zu unserer Liebesleidenschaft, zum äußersten Bedürfnis, sie zu lieben, die Torheit, der ‚Fieberwahn‘ der Liebe, sodass Wir Uns nicht mit bloßen Werken allein begnügten: Die Liebe erreichte ein solches Maß, dass Wir ersehnten, auch das Leben dafür einzusetzen.
In der Tat, was ließ Mich dieser Drang zu lieben, den Ich in Mir verspürte, nicht alles tun? Er ließ Mich unerhörte Peinen erdulden, Ich ertrug die erniedrigendsten Demütigungen, bis hin zum Tod selbst unter schrecklichen Qualen.
Nun, diese unsere Liebesleidenschaft gibt sich nicht zufrieden, wenn sie das Geschöpf nicht an unserer eigenen Passion der Liebe teilnehmen lässt. Darum schaffen Wir in den Opfern, die Wir sie bringen lassen, die heilige Leidenschaft.
Wir statten sie aus mit Geschmack und Wonnen, damit die Seelen die schönsten Eroberungen machen können. Diese Leidenschaft wird erfinderisch und müht sich auf tausend Weisen ab. Wenn sie nicht tätig ist, scheint sie weder existieren noch leben zu können.
Wenn keine Leidenschaft da ist, auch in den heiligen Werken, und Geschmack an den Opfern, so scheinen es gemalte, aber keine lebendigen Werke zu sein: sie haben etwas Kaltes, Apathisches an sich, das mehr Widerwillen erweckt als Wohlgefallen und vielleicht mehr Schlechtes als Gutes hervorbringt.
Sorge dich daher, meine Tochter, nicht um die Opfer, die man für dich bringt: Ich sollte dir vielmehr sagen, dass sie diese Opfer für Mich, nicht für dich bringen.
Ich werde so viel Gnade hineinlegen und einen solchen Geschmack und Genuss, dass diese das Opfer [von der Last] freimachen. Je nach [dem Maß] der Liebe, mit der die Seelen es bringen, werde Ich Mich in sie ergießen und werde, wenn sie das von Mir gewünschte Opfer bringen, mein Leben in ihnen wachsen lassen.
Ist es etwa nicht meine Liebesleidenschaft, die Mich so viel über meinen Willen sagen lässt, um im Menschen die Leidenschaft für das Leben in meinem Willen zu schaffen?
Indem Ich so viel darüber sage, möchte Ich den menschlichen Willen in unseren göttlichen Genüssen ertränken, sodass er sich kraft des Geschmacks, den er verkostet und der Wonne, die er verspürt, zum Leben in meinem Göttlichen Willen entschließe.
Zudem kannst du es selbst bestätigen, wie viele Genüsse, Wonnen und Freuden Ich dir in dem Opferzustand schenkte, in den Ich dich versetzt habe!
Lass daher deinen Jesus handeln, der das Opfer zu arrangieren, gut zu regeln weiß und es liebenswürdig, leicht und auch wünschenswert macht, zumal Ich das Opfer der Seele mit der Kraft, der Stütze und dem Leben meines Opfers ergänze.
Mein Opfer nimmt sozusagen das Opfer der Seele in seinen Schoß auf und schenkt dem- oder derjenigen Führung, Leben und Licht, der oder die sich mit gutem Willen für Mich opfern will.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 30. März 1938)

„Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht“ (Mt 11, 30)

Diesen Morgen sagte der gebenedeite Jesus bei seinem Kommen zu mir:
„Meine Tochter, Kreuze und Abtötungen sind wie ebenso viele Taufbecken, und jede Art von Kreuz, das in den Gedanken meiner Passion eingetaucht wird, verliert die Hälfte seiner Bitterkeit und verringert seine Last um die Hälfte.“
Dann verschwand Er wie ein Blitz, und ich blieb zurück und verrichtete gewisse Akte der Anbetung und Wiedergutmachung in meinem Inneren; Er kam von neuem und fügte hinzu:
„Welch ein Trost ist es für Mich zu sehen, dass du das von neuem tust, was meine Menschheit vor vielen Jahrhunderten getan hat! Denn alles, was Ich für jede Seele zu tun festgesetzt habe, wurde vorher in meiner Menschheit getan.
Und wenn die Seele Mir entspricht, dann tut sie das wieder, was Ich für sie getan habe, in sich selbst. Wenn aber nicht, bleibt es nur in Mir selbst getan, was Mir unaussprechliche Bitterkeit bereitet.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 5. Juni 1905)

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… „Meine Tochter, alles kommt darauf an, den großen Nutzen zu begreifen, welcher der Seele mit dem Tun meines Willens zuteilwird, wenn sie in Ihm wirkt und lebt, und zu verstehen, wer jener Wille ist, der dieses Opfer wünscht, und dass sich dieser höchste Wille nicht herablässt, mit einem niedrigen, kleinen und endlichen Willen zu vermischen und zusammen zu leben; Er möchte nämlich die Akte der Seele, die in meinem Willen zu leben wünscht, ewig, unendlich und Göttlich machen.
Und wie könnte Er das vollbringen, wenn sie den Hauch ihres menschlichen Willens einsetzen will, und sei es auch in einer heiligen Sache, wie du sagst? Er ist doch immerhin ein endlicher Wille, und somit wäre dieses Leben in meinem Willen keine Realität mehr, sondern eine bloße Redensart.
Die Aufgabe meines Willens ist hingegen eine totale Herrschaft, und es ist gerecht, dass das kleine Atom des menschlichen Willens besiegt wird und seinen Handlungs[spiel]raum in meinem Willen verliert.
Was würdest du sagen, wenn sich ein kleines Licht, ein Streichholz oder ein Feuerfunke in die Sonne begeben wollte, um seinen eigenen Weg zu gehen und mitten in der Sonne sein Licht- und Handlungsfeld zu gestalten?
Wäre die Sonne mit Vernunft ausgestattet, so würde sie sich empören, und ihr Licht und ihre Glut würden dieses kleine Licht, das Streichholz oder den Funken vernichten; und du würdest sie als erste verspotten, indem du ihre Verwegenheit verurteilst, dass sie ihr eigenes Handlungsfeld mitten im Licht der Sonne aufrichten wollen…
So ist der Hauch des menschlichen Willens in meinem Willen – sogar im Guten. Gib daher gut acht, dass dein eigener Wille in nichts Leben habe; Ich habe dich ganz bedeckt und in Mir verborgen, damit du für nichts anderes mehr Augen habest als allein für meinen Willen, um Ihm ein freies Handlungsfeld in deiner Seele zu geben.
Die Schwierigkeit wird eher darin liegen, dieses Leben in meinem Willen recht zu verstehen, nicht im Sich-Opfern. Wenn die Seelen nämlich die großen Schätze begriffen haben, die ihnen aus dem Leben in meinem Göttlichen Willen zukommen, dass sie aus Armen Reiche werden, aus Sklaven niedriger Leidenschaften zu Freien und Herren, aus Dienern zu Befehlenden, aus Unglücklichen zu Glücklichen, sogar inmitten der Leiden dieses armen Lebens, dann werden sie sich in alle Güter verlieben, die in meinem Willen sind [und sie sehnlichst erflehen], und es wird für sie eine ersehnte und erwünschte Ehre sein, alles vollständig zu opfern um dieser Güter willen.
Deshalb dränge Ich dich so sehr, das mitzuteilen, was Ich dir über meinen Willen sage, denn alles wird darauf ankommen, Ihn zu begreifen, zu erkennen und zu lieben.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Ir-mengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 25. Juni 1925)