Dienstag der 25. Woche im Jahreskreis (Lk 8,19-21)
19In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. 20Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. 21Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.
„Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln“ (Lk 8,21)
Während ich betete und an jenen Moment dachte, als sich Jesus von seiner Heiligsten Mutter verabschiedete, um hinzugehen und seine Passion zu erleiden, sagte ich mir: „Wie ist es möglich, dass sich Jesus von seiner lieben Mutter trennen konnte und sie von Jesus?“ Und der gebenedeite Jesus sprach zu mir:
„Meine Tochter, sicher konnte es zwischen Mir und meiner süßen Mutter keine Trennung geben: die Trennung war nur scheinbar. Ich und sie, Wir waren miteinander verschmolzen, und die Verschmelzung war so groß und stark, dass Ich bei ihr verblieb, und sie mit Mir kam; so kann man sagen, dass es eine Art Bilokation war.
Dies geschieht auch bei den Seelen, wenn sie wahrhaft mit Mir vereint sind, und wenn sie beim Gebet in ihre Seelen das Gebet als Leben eintreten lassen, so geschieht eine Art Verschmelzung oder Bilokation: wo immer Ich Mich befinde, trage Ich sie mit Mir, und Ich bleibe bei ihnen.
Meine Tochter, du kannst nicht begreifen, was meine geliebte Mama für Mich war. Als Ich auf die Erde kam, konnte Ich nicht ohne Himmel sein, und mein Himmel war meine Mutter.
Zwischen Mir und ihr floss eine solche ‚Elektrizität‘, dass meiner Mutter auch nicht ein Gedanke entging, den sie nicht aus meinem Geist geschöpft hätte; und indem sie alles aus Mir schöpfte: das Wort, den Willen und das Verlangen, die Handlung und den Schritt, mit einem Wort, alles, bildete dies in jenem Himmel die Sonne, die Sterne, den Mond und alle möglichen Freuden, die Mir die Seele geben, und die sie selbst genießen kann.
Ach, wie erfreute Ich Mich in diesem Himmel! Wie fühlte Ich Mich erquickt und für alles vergolten! Auch die Küsse, die meine Mutter Mir gab, schlossen für Mich den Kuss der ganzen Menschheit ein und erstatteten Mir den Kuss aller Geschöpfe zurück.
Ich fühlte meine süße Mutter überall: Ich fühlte sie in meinem Atem, und wenn er beklommen war, erleichterte sie ihn Mir; Ich fühlte sie in meinem Herzen, und wenn es verbittert war, versüßte sie es Mir; im Schritt, und wenn er müde war, gab sie Mir Kraft und Rast.
Und wer kann dir schildern, wie Ich sie in meiner Passion wahrnahm? Bei jedem Geißelhieb, bei jedem Dorn, bei jeder Wunde, bei jedem Tropfen meines Blutes, überall nahm Ich sie wahr, und sie handelte als wahre Mutter an Mir.
Ach, wenn die Seelen Mir entsprechen und alle aus Mir schöpfen würden, wie viele Himmel und wie viele Mütter hätte Ich auf Erden!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 9. Mai 1913)
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… Ich füge noch an, dass ich eines Tages die Stunde betete, in der die Himmlische Mutter Jesus zum Grab begleitete, und ich folgte ihr, um ihr in ihrer bitteren Trostlosigkeit Gesellschaft zu leisten, um sie zu bemitleiden. Ich hielt diese Stunde nicht immer gewohnheitsmäßig, nur einige Male.
Nun war ich unentschlossen, ob ich diese Stunde halten solle oder nicht, und der geliebte Jesus sprach voller Liebe und als wolle Er mich bitten, zu mir:
„Meine Tochter, Ich will nicht, dass du sie auslässt, du wirst sie halten aus Liebe zu Mir, zu Ehren meiner Mutter; wisse, dass jedes Mal wenn du sie verrichtest, meine Mutter sich fühlt, als wäre sie persönlich auf Erden um ihr Leben zu wiederholen, und folglich empfängt sie dafür jene Glorie und Liebe, die sie Mir auf Erden erwies, und Ich fühle Mich, als wäre meine Mutter von neuem auf Erden, spüre ihre mütterliche Zärtlichkeit, ihre Liebe und all die Glorie, die sie Mir erwies, deshalb wirst du für Mich als [meine] Mutter gelten.“
Dann, als Er mich umarmte, hörte ich, wie Er zu mir ganz leise sagte: „Meine Mama, Mama“.
Und Er gab mir ein, was in jener Stunde die süße Mutter tat und litt, und ich folgte ihr nach; und von da an habe ich diese Stunde, mit Hilfe seiner Gnade, nicht mehr ausgelassen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; Oktober 1914)
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Ich setzte meinen gewohnten Zustand unter Entbehrungen und Bitterkeiten fort, und dachte gerade an die Passion meines liebenswürdigen Jesus, da wiederholte Er mir:
„Mein Leben, mein Leben, meine Mama, meine Mama.“ Ich sprach erstaunt zu Ihm: „Was soll dies bedeuten?“
Und Jesus: „Meine Tochter, wenn Ich in dir meine Gedanken und meine Worte wiederholen höre, wenn Ich wahrnehme, dass du mit meiner Liebe liebst, mit meinem Willen willst, mit meinem Verlangen wünschest, und alles Übrige, so fühle Ich, wie mein Leben in dich hineingezogen und meine eigenen Akte wiederholt werden. So groß ist deshalb mein Wohlgefallen, dass Ich wiederhole: „Mein Leben, mein Leben.“
Und wenn Ich daran denke, was meine teure Mutter litt, die alle meine Leiden übernehmen wollte, um sie an meiner Stelle zu erleiden, und wie du sie nachzuahmen suchst, indem du Mich bittest, dass du die Leiden erleiden darfst, die die Geschöpfe Mir bereiten, so wiederhole Ich: „Meine Mama, meine Mama“.
In so großen Bitterkeiten meines Herzens wegen der vielen zerrissenen Glieder so vieler Geschöpfe, die Ich in meiner Menschheit wahrnehme, ist es mein einziger Trost, zu fühlen, wie sich mein Leben wiederholt. So spüre Ich, wie die Glieder der Geschöpfe in Mir wieder gefestigt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 25. Oktober 1915)
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Ich befand mich in meinem ständigen Zustand im Höchsten Willen, und bat meine Königin und Mutter, dass Sie mir helfe, dieses Reich des ewigen FIAT zu erflehen; da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, die vollkommenste Nachbildung der Kinder des Reiches meines Willens war meine himmlische Mutter, und weil dieses Reich die erste Tochter in sich hatte, konnte die Erlösung kommen.
Hätten Wir nicht die erste Tochter unseres Willens gehabt, so wäre Ich, das ewige Wort, nie vom Himmel herabgestiegen, und hätte Mich nie Kindern, die unserem Willen fremd sind, anvertraut, noch Mich ihrer bedient, um auf die Erde herabzusteigen.
So siehst du also, dass Wir eine Tochter unseres Willens brauchten, damit das Reich der Erlösung komme, und da Sie die Tochter des Reiches des ewigen FIAT war, war Sie die getreue Nachbildung ihres Schöpfers und die vollkommene Nachbildung der ganzen Schöpfung. Sie musste alle Akte des Höchsten Willens einschließen, die Dieser in allen geschaffenen Dingen ausführt.
Da Sie die Oberherrschaft und Souveränität über die ganze Schöpfung innehatte, musste Sie in sich den Himmel, die Sterne, die Sonne und alles einschließen, damit man in ihrer Souveränität die Nachbildung des Himmels, der Sonne, des Meeres und auch der blumenübersäten Erde finden könne.
So sah man in meiner Mutter nie gesehene Wunder: man erblickte in Ihr den Himmel, die strahlendste Sonne, das klarste Meer, in dem Wir Uns spiegelten, um unsere Tochter zu sehen, man erblickte die frühlingshafte, immer blühende Erde, die den himmlischen Künstler anzog, seine Spaziergänge zu machen.
O, wie schön war die Himmlische Herrin, da Wir in Ihr nicht nur unsere Nachbildung sahen, sondern alle unsere Werke, die in Ihr eingeschlossen waren, und dies, weil Sie unseren Willen in sich einschloss!
Nun, damit das Reich des FIAT komme, brauchte Es eine weitere Tochter unseres Willens, denn wenn sie nicht seine Tochter gewesen wäre, hätte Er ihr weder seine Geheimnisse, noch seine Schmerzen, noch seine Kenntnisse, seine Wunder, seine Heiligkeit, seine Besitztümer mitteilen können.
Wie ein Vater, eine Mutter sich daran erfreuen, ihren Kindern ihre Güter bekanntzumachen und in Besitz nehmen zu lassen – ja, sie vielmehr wünschten, mehr zu haben, um sie noch reicher und glücklicher zu machen – so genießt es mein Wille, seinen Kindern seine Güter bekannt zu machen, um sie mit einer endlosen Seligkeit reich und glücklich zu machen.
Im Reich des Höchsten FIAT nun werden Wir die Nachbildungen der Höchsten Königin haben. So ersehnt und erwartet auch Sie dieses Göttliche Reich auf Erden, um ihre Kopien zu haben.
Welch schönes Reich wird es sein, ein Reich des Lichtes, der unendlichen Reichtümer, ein Reich vollkommener Heiligkeit und der Herrschaft! Unsere Kinder dieses Reiches werden alle Könige und Königinnen sein, sie werden ganz der göttlichen und königlichen Familie angehören.
Sie werden die ganze Schöpfung in sich einschließen, sie werden die Ähnlichkeit und die Physiognomie unseres Himmlischen Vaters haben, und deshalb werden sie die Vollendung unserer Herrlichkeit und die Krone unseres Hauptes sein.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 4. November 1926)
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Ich bin eine stete Beute des Göttlichen Fiat, das mich in allen geschaffenen Dingen erwartet, um die Liebe, die Es bei der Erschaffung so vieler Dinge für mich erzeigte, zu verdoppeln.
Der Göttliche Wille scheint sich nach der Liebe seines geliebten Geschöpfes zu sehnen, um in der geschöpflichen Liebe die kleine Stütze für seine große Liebe zu finden. So sind Himmel, Sonnen, Winde nichts anderes als Lockrufe, die uns ständig sagen: ‘Ich bin dir mit meiner Liebe zuvorgekommen, und du – lasse Mich nicht ohne die deine.’
Als ich hörte, wie alle mich einluden, meinen Schöpfer zu lieben, überraschte mich mein geliebter Jesus und sagte zu mir: „Meine Tochter, wie Ich einen sternenübersäten Himmel über deinem Haupt erschuf, so schuf Ich auch einen Himmel in dir: dieser Himmel ist deine Seele, die sich überallhin erstreckt, von der Höhe des Hauptes bis zu deinen Füßen unten.
Es gibt keinen Teil in dir, wo sich dieser Himmel nicht ausdehnt. So hast du einen Himmel außen und einen noch schöneren Himmel im Inneren. Alles, was dieser Himmel kraft deiner Natur tut, d.h., wenn du denkst, sprichst, arbeitest, leidest – stellt nichts anderes als überaus strahlende Sterne dar, mit welchen dieser Himmel der Seele geschmückt wird.
Die Sonne, die an ihm erglänzt, ist mein Wille, das rauschende Meer ist meine Gnade; der Wind sind meine erhabenen Wahrheiten, welche die blühenden Wiesen der schönsten Tugenden bilden. Die ganze Schöpfung ist in die Seele eingeschlossen.
Es war weder die Absicht unserer Weisheit, noch unserer machtvollen Liebe, nur außerhalb des Menschen eine Schöpfung zu schaffen; und das Innere, der vitale und substantielle Teil, sollte ohne Himmel, Sterne und Sonne bleiben – nein, nein!
Wenn Wir ein Werk schaffen, füllen Wir es innen und außen mit unseren Werken und unserem eigenen Leben an – aber so intensiv, dass es in der Seele keinen Teil ihres Wesens geben darf, der nicht unser Leben und die Kraft unserer Schöpferwerke verspüre.
Daher lieben Wir den Menschen so sehr, weil er unser Werk ist, und Wir lassen unser Leben in ihm zurück, um das, was wir [in ihm] gewirkt haben, zu bewahren. Wer also das Leben meines Göttlichen Willens nicht in sich spürt, der kennt Ihn zwar theoretisch, aber nicht in der Praxis.
Wenn man nämlich etwas Gutes kennt und ausübt, dann hat dieses Gute die Kraft, die Substanz des Lebens des Guten zu bilden, das man kennt, sonst würde es nicht praktiziert und wäre wie ein gemaltes Bild, das leblos ist und somit sein Leben nicht im Betrachter bilden kann.
Mein Wille ist Leben, unsere Werke sind lebendige und keine toten Werke; für den aber, der sie nicht kennt oder nicht zu erkennen trachtet oder sie nicht in die Praxis umsetzt, sind sie wie tote und leblose Werke.
Daher erwarte Ich, dass die Seelen sie in die Tat umsetzen, damit Ich das Leben meines Willens verwirklichen, heranbilden und großziehen und unsere Werke für sie lebendig machen kann.”
Später kamen in mir Angst und Zweifel auf, ob mein guter Jesus [noch] in meiner Seele war oder Er sich zurückgezogen hat und mich allein und verlassen zurückließ. Welch grausamer stechender Dorn ist dies, der den unerbittlichsten Tod erleiden lässt!
Da überraschte mich mein stets liebenswürdiger Jesus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, fürchte dich nicht; um dir Sicherheit zu geben, will Ich dir das Kennzeichen dafür nennen, ob Ich [noch in der Seele] bin oder sie verlassen habe: wenn sich die Seele meinem Willen unterwirft, Ihn liebt und Ihm den ersten Platz einräumt, zeigt dies, dass Ich in der Seele wohne, weil meine Gegenwart die Eigenschaft hat, den menschlichen Willen dem Meinen untergeordnet zu halten.
Fühlt sie hingegen Auflehnung gegen meinen Willen, dann ist es ein sicheres Zeichen, dass Ich Mich zurückgezogen habe. Beruhige dich daher und fürchte dich nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 21. Oktober 1932)


