Dienstag der 32. Woche im Jahreskreis (Lk 17,7-10)
7In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? 8Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
9Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? 10So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.
„Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven“ (Lk 17, 10)
Ich machte gerade meine gewohnten Akte im Höchsten Wollen und dachte mir: „Ist es möglich, dass die vielen Heiligen des Alten Testaments, die sich so sehr in ihrer Wundermacht auszeichneten, wie ein Moses, ein Elias und die vielen Propheten und Heiligen nach dem Kommen unseres Herrn, die durch ihre Tugenden und Großtaten so wunderbar waren, dennoch keiner von ihnen das Reich des Göttlichen Willens besessen und in der Einheit seines Lichtes gelebt hat? Das scheint unglaublich.“
Als ich dies erwog, trat mein süßer Jesus aus meinem Inneren heraus, drückte mich an sich und sprach zu mir: „Meine Tochter, dennoch ist es wahr, dass bis jetzt niemand das Reich meines Willens besessen noch die ganze Fülle der Einheit des Lichtes genossen hat, das Er enthält.
Dies ist es nämlich, was Mich am meisten interessiert und am meisten verherrlicht und was sogar alle göttlichen Rechte in Sicherheit bringen, das Werk der Schöpfung und Erlösung vervollständigen und zudem den Geschöpfen die größte Wohltat bringen wird, die es im Himmel und auf Erden geben kann.
Wenn dies also schon [in einem Heiligen] gewesen wäre, dann hätte Ich dies auf eine Art getan, dass Ich es bekannt gemacht hätte. Wie Ich die vielen Tugenden und Wunder meiner Heiligen bekannt machte, so hätte Ich die Seele bekannt gemacht, die das Reich meines Willens besessen hat, das Mir so sehr am Herzen liegt, um es an die anderen weiterzugeben, damit diese die Seele nachahmen, die es besessen hat.
Nun, die Heiligen des Alten Testamentes waren in derselben Lage wie Adam, dem der Göttliche Wiederhersteller fehlte, Der, während er den menschlichen und den Göttlichen Willen festigen sollte, auf göttliche Weise die Schuld des schuldig gewordenen Menschen abzahlen musste.
Jedoch nahmen sowohl die Heiligen der Antike wie auch die modernen, ebenso viel von meinem Willen, wie sie von Ihm erkannten. Die Wunder selbst, die sie wirkten, waren kleine Partikel der Macht meines Willens, die ihnen mitgeteilt worden war.
So haben alle meine Heiligen, einige unter seinem Schatten, andere in den Widerspiegelungen seines Lichtes gelebt, andere seiner Macht ergeben, wieder andere in den Ordnungen seiner Befehle, denn es gibt keine Heiligkeit ohne meinen Willen.
Doch sie haben von Ihm [nur] jenes Wenige besessen, das sie kannten und nicht mehr, denn erst wenn man ein Gut erkennt, dann ersehnt man es und erlangt seinen Besitz. Niemand besitzt ein Gut oder ein Eigentum, ohne es zu kennen.
Angenommen, er besitzt es, kennt es aber nicht – dann ist dieses Gut für ihn wie tot, da die lebendige Kenntnis fehlt. Nun, da mein Wille das Größte ist, alles umschließt und alle Dinge, vom größten bis zum kleinsten, Ihm gegenüber gleichsam verschwinden, müsste man über meinen Willen so viel wissen, dass es alles, was man über die Schöpfung und Erlösung, die Tugenden und alle Wissenschaften kennt, übertrifft.
Mein Wille sollte ein Buch für jeden Schritt, für jeden Akt, für jedes geschaffene Ding sein, sodass die ganze Erde voller Bücher und Kenntnisse wäre, die das Reich meines Willens betreffen, dass es die Zahl der erschaffenen Dinge übersteigt.
Nun, wo sind diese Bücher? Kein Buch ist bekannt, kaum einige Worte kennt man über Ihn, während Er am Ursprung einer jeden Kenntnis und von allem stehen müsste.
Da Er nämlich das Leben eines jeden Dinges ist, sollte Er über allem stehen, wie das Bild des Königs in der Währung eingeprägt ist, die im Reich in Umlauf ist, wie das Licht der Sonne, das über jeder Pflanze strahlt, um ihr das Leben mitzuteilen, wie das Wasser, das den Durst der brennenden Lippen löscht, wie eine Speise, die den Hunger nach langem Fasten stillt.
Alles müsste von den Kenntnissen über meinen Willen erfüllt sein, und wenn dies nicht der Fall ist, ist dies ein Zeichen, dass das Reich meines Willens nicht bekannt und somit nicht besessen wird.
Könntest du Mir etwa einen Heiligen nennen, der behauptet hat, dieses Reich zu besitzen und die Einheit des Lichtes des Höchsten Willens? Sicher nicht. Ich selbst habe wenig darüber gesprochen.
Das Reich meines Willens nun ist der höchste Punkt, der Gott und der Ähnlichkeit mit Ihm am meisten nahekommt. Hätte Ich nun ausgedehnter über dieses Reich sprechen wollen und bekundet, dass Ich es im Menschen errichten wolle so wie der unschuldige Adam es besaß, dann wären alle, da der Fall Adams noch frisch war, entmutigt gewesen, hätten Mir den Rücken zugekehrt und gesagt: „Wenn der unschuldige Adam es sich nicht zutraute noch die Beständigkeit besaß, in diesem heiligen Reich zu leben, so dass er selbst und alle Generationen ins Elend, in die Leidenschaften und nicht wiedergutzumachende Übel stürzten, wie können wir, die wir schuldig sind, in einem so heiligen Reich leben?
Schön ist es, ja, doch wir müssen feststellen, dass es nicht für uns ist.”
Nicht nur das, sondern weil mein Wille das Erhabenste ist, brauchte man dazu die Wege, die Transportmittel, die Treppen, die schicklichen Kleider, die angemessenen Speisen, um in diesem Reich wohnen zu können. Nun, mein Kommen auf die Erde diente dazu, all dies bereitzustellen.
So waren jedes meiner Worte, jedes Werk, Leid, Gebet, Beispiel, jedes eingesetzte Sakrament, Wege, die Ich bildete, Transportmittel, um sie rascher dorthin gelangen zu lassen, Treppen, um sie aufsteigen zu lassen.
Man kann sagen, dass Ich ihnen die Kleider meiner Menschheit gab, die gerötet waren von meinem Blut, damit sie in diesem so heiligen Reich meines Willens geziemend gekleidet seien, von dem die unerschaffene Weisheit bei der Schöpfung beschlossen hat, es dem Menschen als Erbe zu geben.
Wenn Ich also auch wenig darüber gesprochen habe – denn wenn Ich rede, spreche Ich zu bestimmter Zeit und gewissen Umständen, da die Notwendigkeit und der Nutzen des Gutes, das mein Wort enthält, in ihm eingeschlossen werden soll – so schuf Ich, anstatt zu sprechen, die Taten, und behielt Mir vor, zu dir über das Reich meines Willens zu sprechen.
Nun, wie konnten sie es besitzen ohne eine volle Kenntnis darüber zu haben? Andererseits sollst du dies wissen: alles, was Ich dir über Ihn mitgeteilt habe – seine Wunder, seine Güter, was für die Seele zu tun angebracht ist, um sich in diesem Reich festigen zu können, mein ausdrücklicher Wille, dass der Mensch in mein Reich zurückkehrt, und wie Ich alles, die Schöpfung und Erlösung gemacht habe, damit der Mensch in den Besitz meines verlorenen Reiches eintrete – sind Bande der Übermittlung.
Es sind Türen, damit Er eintrete, Geschenke, die Ich mache, Gesetze und Belehrungen, wie man in ihm lebt, Intelligenz, um ihnen das Gut, das sie besitzen, verständlich zu machen und damit sie es schätzen.
Wenn all das fehlte, wie konnten sie dieses Reich meines Willens besitzen? Es wäre, wie wenn eine Person in ein anderes Reich ziehen und dort leben wollte, ohne Pass, ohne die Gesetze, noch die Lebensweise, noch die Mundart zu kennen.
Der arme Mensch, der Eintritt würde ihm verwehrt, und wenn er so [als Eindringling] hineingelangt, würde er sich in so großer Verlegenheit befinden, dass er selbst gerne dieses Reich verlassen würde, über das er nichts weiß.
Nun, meine Tochter, scheint es dir nicht leichter, ermutigender, der menschlichen Natur naheliegender, dass sie ins Reich meines Willens übergehen, nachdem sie das Reich der Erlösung kennengelernt haben?
Im Reich der Erlösung können nämlich die Blinden, Krüppel und Kranken geheilt werden, da keine Blinden [und Kranken] ins Reich meines Willens gelangen, sondern [in Ihm sind] alle aufrecht und in blühender Gesundheit.
Zudem finden sie alle möglichen Mittel im Reich der Erlösung und sogar den Pass meines Leidens und meines Todes, um ins Reich meines Willens überzugehen, und entschließen sich, bewegt vom Anblick eines so großen Schatzes, dieses Reich in Besitz zu nehmen.
Sei daher aufmerksam und wolle die Güter in diesem Reich meines Willens, weder einschränken noch mindern; dies geschieht nämlich, wenn du nicht alles kundtust, was Ich dich wissen lasse, denn die Kenntnis ist Trägerin der Gabe.
Wenn Ich jetzt überreichliche Kenntnissen über meinen Willen gebe, so sind dies Geschenke, die Ich mache, und in diesen Gaben lege Ich das Mehr oder Weniger fest, das Ich ins Reich meines Willens lege, zum Wohl derer, die es besitzen sollen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 1. Juli 1926)
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… „Meine Tochter, welch süße Erinnerung ist [für Uns] die Erschaffung des Menschen! Er war glücklich und Wir auch. Wir empfanden die Frucht der Glückseligkeit unseres Werkes und genossen es so sehr, ihn zu lieben und wieder geliebt zu werden!
Unser Göttlicher Wille bewahrte ihn für Uns frisch und schön. Er brachte Uns den Menschen in seinen Armen aus Licht und ließ Uns die Schönheit des von Uns erschaffenen Werkes betrachten – unseren teuren Sohn.
Als Sohn hielten Wir ihn in unserem Haus, in unseren grenzenlosen Gütern, und folglich war er als Sohn auch der herrschende Besitzer. Jenen, den Wir so liebten und der Uns so liebte, nicht Herrn sein zu lassen – dies hätte der Natur unserer Liebe widersprochen.
In der wahren Liebe gibt es kein Dein und Mein, sondern man hat alles [als] gemeinsam[en Besitz]. Zudem fügte es Uns keinerlei Schaden zu, wenn Wir ihn als Besitzer handeln ließen, sondern machte Uns fröhlich, brachte Uns zum Lächeln, unterhielt Uns und bereitete Uns die schönen Überraschungen an unseren eigenen Gütern.
Warum sollte er überdies nicht Herr sein, da er doch unseren Göttlichen Willen besaß, der über alles Herr ist und alles beherrscht? Hätten Wir den Menschen nicht zum Herrn gemacht, so hätten Wir unseren eigenen Willen unfrei machen (‚zu Diensten‘ stellen) müssen – was nicht sein kann – denn wo Er regiert, existiert keine Dienerschaft, sondern alles ist Herrschaft (Eigentümerschaft).
Solange daher der Mensch in unserem Göttlichen Fiat lebte, kannte er keine Knechtschaft. Erst als er durch die Sünde aus unserem Göttlichen Willen hinaustrat, verlor er die Herrschaft und degradierte sich zur Knechtschaft.
Welch große Veränderung – vom Sohn zum Knecht! Er verwirkte die Befehlsgewalt über die geschaffenen Dinge und wurde zum Diener von allem. Der Mensch fühlte sich mit dem Rückzug aus unserem Göttlichen Fiat bis in die Grundfesten erschüttert und nahm seine eigene Person als schwankend (wankelmütig) wahr.
Er erfuhr, was Schwachheit bedeutet und fühlte sich als Diener der Leidenschaften, die ihn mit Scham vor sich selbst erfüllten und verlor schließlich seine Herrschaft. Kraft, Licht, Gnade und Friede waren also nicht mehr wie früher in seiner Macht, sondern er musste sie mit Tränen und Gebeten von seinem Schöpfer erbetteln.
Siehst du also, was es bedeutet, in meinem Göttlichen Willen zu leben? Es bedeutet, Herr zu sein; und Diener ist, wer seinen eigenen Willen tut.”
Diese Worte Jesu überraschten mich und ich sagte zu Ihm: „Meine Liebe, wie tröstlich es auch ist, Dich über deinen Göttlichen Willen sprechen zu hören, so schmerzt es ebenso, vom Übel des menschlichen Willens zu vernehmen.”
Jesus fügte hinzu: „Meine Tochter, Ich muss dir über mein Göttliches Fiat erzählen, was als Einladung und Lockmittel dienen wird, um mit lieblichen, sanften und starken Stimmen alle zum Leben im Palast meines Göttlichen Willens zu berufen, damit sie nicht mehr Sklaven, sondern Herren seien.
In gleicher Weise muss Ich aber zu dir auch über die Übel des menschlichen Willens sprechen, weil Ich dem Menschen den freien Willen nie nehmen werde.
Darum muss Ich im Reich meines Göttlichen Willens die Wächter und edlen Wachtposten aufstellen, die die Geschöpfe bewachen. Sie sollen ihnen das große Unglück des menschlichen Willens aufzeigen, damit sie wachsam seien, und ihren Willen verabscheuend, die Glückseligkeit und Herrschaft lieben, die ihnen mein Göttlicher Wille schenkt.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 26. Februar 1930)
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Ich machte meine Runden in der Schöpfung, um den Akten des Göttlichen Willens nachzufolgen, die Er in ihr tat. Wie viele Überraschungen gab es da! Jedes erschaffene Ding enthielt eine so große Glückseligkeit, um damit alles und alle glücklich machen zu können.
Da sprach mein stets liebenswürdiger Jesus, als Er mich so erstaunt sah, voller Güte zu mir: „Meine Tochter, unser Höchstes Sein besitzt die Quelle der Glückseligkeit, daher konnten aus Uns keine Dinge oder Wesen hervorgehen, die nicht glücklich wären.
So besitzt die ganze Schöpfung eine solche Fülle an Glück, dass sie der ganzen Erde vollkommenes irdisches Glück schenken kann. Daher erfreute sich Adam der Fülle des Glücks, alle Dinge ließen Ströme von Freuden und Wonnen auf ihn herabregnen.
In seinem Inneren schloss er, da er meinen Willen besaß, Meere der Befriedigung, der Seligkeiten und endlosen Freuden ein. Für ihn war innen und außen alles Glückseligkeit. Als er sündigte und sich meinem Willen entzog, trennte sich die Freude von ihm.
Alle geschaffenen Dinge zogen die Freuden, die sie in sich bargen, in ihren Schoß zurück und gaben dem Menschen nur [mehr] die nötigen Mittel, nicht wie einem Eigentümer, sondern wie einem undankbaren Diener. Du siehst also, dass die Unglückseligkeit weder aus Uns hervorging, noch Wir sie geben konnten, da Wir keine besaßen; und was man nicht hat, kann man unmöglich geben.
So war es die Sünde, die im Menschen den Samen des Unglücks, des Schmerzes und aller Übel säte, die ihn innerlich und äußerlich umgeben. Als dann die Himmlische Herrin auf die Erde kam und danach meine Heiligste Menschheit, begann die ganze Schöpfung zu feiern, lächelte Uns vor Freude zu und begann erneut, auf Uns Freuden und Glück herabströmen zu lassen.
Als Wir ins Freie traten, liefen die geschaffenen Dinge Uns entgegen, verneigten sich und ließen über Uns Freuden und Glück herabkommen. Die Sonne schenkte Uns die Wonnen ihres Lichtes, erfreute unseren Blick mit ihren mannigfaltigen Farben, gab Uns voll Freude die Küsse ihrer Liebe, die sie besaß und breitete sich ehrfürchtig in Anbetung unter unseren Schritten aus.
Der Wind regnete auf Uns die Freuden seiner Frische und entfernte mit seinen Windstößen von Uns die faulige Luft so vieler Sünden. Die Vögel umgaben Uns, um Uns mit ihren Trillern und Liedern zu erfreuen. Wie viel schöne Musik machten sie Uns, sodass Ich ihnen sogar befehlen musste, sich von Mir zu entfernen und in die Luft aufzufliegen, um ihrem Schöpfer zu huldigen!
Die Erde erblühte unter meinen Schritten, um Mich mit ihrem großen Blumenschmuck zu erfreuen, und als Ich ihr befahl, Mir keine derartige Bezeigung zu machen, gehorchte sie Mir.
Die Luft brachte Mir die Freuden unseres allmächtigen Atems – denn wenn der Mensch atmete, dann schenkten Wir ihm Leben, indem Wir ihn mit göttlichen Freuden und Wonnen überhäuften; wenn Ich atmete, fühlte Ich unsere Freuden und Wonnen erneuert, die Wir bei der Erschaffung des Menschen erfuhren.
So gab es keine geschaffenen Dinge, die nicht die Freuden, die sie besaßen, ausströmen lassen wollten, nicht nur um Mich zu beglücken, sondern um Mir als ihrem Schöpfer Huldigung und Ehre darzubringen.
Ich opferte sie meinem Vater im Himmel auf, um Ihm die Herrlichkeit, Ehre, Huldigung und Liebe für so viel Pracht und wunderbare Werke zu geben, die Wir in der Schöpfung aus Liebe zum Menschen vollbracht hatten.
Nun, meine Tochter, diese Freuden in den geschaffenen Dingen existieren immer noch. Wie die Schöpfung von Uns mit solchem Glanz, solcher Pracht und mit der Fülle des Glücks gemacht wurde, so hat sie nichts verloren. Wir warten nämlich auf unsere Kinder, die Söhne und Töchter unseres Willens, die mit Recht die Freuden und irdische Glückseligkeit genießen werden, welche die ganze Schöpfung besitzt.
Ich könnte sagen, dass sie aus Liebe zu diesen immer noch existiert, und die Menschen – wenn auch nicht die Fülle des Glücks – so doch wenigstens die lebensnotwendigen Dinge genießen.
Dass die Schöpfung nach so viel menschlicher Undankbarkeit und so vielen schaudererregenden Sünden immer noch existiert, spricht von der Gewissheit des Reiches meines Willens auf Erden; es wird nämlich der Mensch, der meinen Willen besitzt, sich befähigen, die Freuden der Schöpfung zu empfangen und Uns die Herrlichkeit, Liebe und Vergeltung für all das darzubringen, was Wir für ihn getan haben.
Er wird fähig werden, alles mögliche und vorstellbare Gute zu wirken, das ein Geschöpf nur tun kann. Daher kommt alles darauf an, dass die Seelen unseren Willen besitzen, denn dies war der Ursprung der ganzen Schöpfung, einschließlich des Menschen: alles war unser Wille, alle lebten eingeschlossen in Ihm und fanden in Ihm, was sie wollten: Freuden, Friede, vollkommene Ordnung, alles stand zu ihrer Verfügung.
Als sie vom Ursprung abgerückt waren, veränderten alle Dinge ihr Aussehen: Das Glück verwandelte sich in Schmerz, die Stärke in Schwachheit, die Ordnung in Unordnung, der Friede in Krieg. Armer Mensch ohne meinen Willen! Er ist der wahrhaft Blinde, der arme Gelähmte, und wenn er etwas Gutes tut, dann ist alles Mühsal und Bitterkeit.
Alle Dinge finden, wenn sie sich vom Ursprung her ableiten lassen, aus dem sie ihre Existenz hatten, den Weg, den festen Schritt und den glücklichen Ausgang der Werke oder des Guten, die sie unternommen haben.
Wenn sie den Ursprung verlieren, werden sie verdreht, schwanken, verirren sich auf dem Weg und können schließlich nichts bewirken; und wenn sie scheinbar etwas bewirken, dann ist es armselig und mitleiderregend.
Auch in den menschlichen Dingen ist es so: wollte der Lehrer dem Schüler [nur] die Konsonanten und nicht die Vokale beibringen, so würde der Ärmste, da es in jedem Wort und in allen Schrifttexten, von der geringsten bis zur höchsten Wissenschaft, Selbstlaute gibt, nie lesen lernen. Und wenn er es wollte, würde er verrückt werden.
Wer hat all dieses Übel verursacht? Die Entfernung vom Ursprung der Wissenschaft, welche die Vokale sind. Ach, meine Tochter! Solang der Mensch nicht zu seinem Ursprung zurückkehrt und nicht wieder in meinen Göttlichen Willen eintritt, wird das Werk meiner Schöpfung zerbrochen und entstellt sein. Armer Mensch, ohne die ersten Vokale meines Göttlichen Willens!
Wie viel Licht Ich ihm auch verleihen und zu ihm sprechen mag, so wird er Mich nicht verstehen, weil ihm der Ursprung und die ersten Vokale fehlen, um meine Lehren über mein Fiat lesen zu können. Daher ist er ohne Grundlage, ohne Fundament, ohne Lehrer, ohne Verteidigung. So groß ist sein Schwachsinn, dass er seinen armseligen Zustand nicht [einmal] erkennt.
Deshalb fleht er auch nicht darum, wieder in meinen Willen einzutreten, um die ersten Vokale zu lernen, mit denen er von Gott erschaffen worden war, um sich die wahre Himmelswissenschaft weiter aneignen zu können und sich so sein ganzes irdisches und himmlisches Glück zu bereiten.
Deshalb flüstere Ich stets ans Ohr seines Herzens: ‚Mein Kind, tritt wieder in meinen Willen ein! Komm zurück zu deinem Ursprung, wenn du Mir ähnlich sein willst und wünschst, dass Ich dich als meinen Sohn, meine Tochter anerkenne.‘ O wie schmerzt es, Kinder zu haben, die Mir nicht ähnlich sind, die unedel, arm, heruntergekommen, unglücklich sind – und warum all das?
Weil sie das große Erbe des Himmlischen Vaters zurückgewiesen haben und Mich zwingen, über ihr Los zu weinen. Tochter, bete, dass alle meinen Willen anerkennen, und du, anerkenne und schätze Ihn, liebe Ihn mehr als dein eigenes Leben und lasse Ihn dir auch nicht einen Augenblick lang entgehen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 2. August 1937)

Carlo Dolci, CC BY-SA 3.0 