28In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
29Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, 30wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.
31Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

„Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Mk 10,28)

Diesen Morgen kam mein anbetungswürdiger Jesus ein kleine Weile und sagte mir: „Meine Tochter, wer alles von Gott will, muss sich selbst Gott ganz hingeben.“
Und Er endete, ohne mir im Moment noch mehr zu sagen. Da ich Ihn mir nahe sah, sagte ich zu Ihm: „Herr, hab Mitleid mit mir; siehst Du nicht, wie alles trocken und verdorrt ist? Es scheint mir, dass ich so trocken geworden bin, als hätte ich niemals einen Tropfen Regen erhalten.“
Und Er: „So ist es besser. Weißt du nicht, dass das Feuer, je trockener das Holz, es umso leichter entzündet und in Feuer verwandelt? Ein Funke allein genügt, es zu entzünden.
Doch wenn es voller Feuchtigkeit und nicht gut abgetrocknet ist, braucht es ein großes Feuer, um es anzuzünden, und viel Zeit, um es in Feuer zu verwandeln.
So ist es auch in der Seele: wenn alles trocken ist, genügt ein Funke, um sie vollständig in das Feuer der göttlichen Liebe zu verwandeln.“
Und ich: „Herr, Du machst Dir einen Spaß mit mir. Wie hässlich ist dann alles; und was hast Du überdies zum Verbrennen, wenn alles trocken ist?“
Und Er: „Ich mache mir keinen Spaß mit dir; und verstehst du das nicht selbst, dass, wenn nicht alles in der Seele trocken ist, die Selbstzufriedenheit ein Feuchtigkeit ist, die Befriedigung, der eigene Geschmack, die Selbstschätzung eine Feuchtigkeit ist?
Wenn andererseits alles trocken ist und die Seele wirkt, haben diese Säfte keinen Ort, von dem sie sich erheben könnten, und das Göttliche Feuer findet die bloße Seele so nackt und trocken vor, wie sie von ihm erschaffen wurde, ohne andere wesensfremde Säfte; somit gelingt es diesem Feuer, da die Seele etwas ist, das zu ihm gehört, äußerst leicht, sie in sein eigenes Göttliches Feuer zu verwandeln.
Sodann gieße Ich ihr ein Gewand des Friedens ein, und dieser Friede wird erhalten durch den inneren Gehorsam und bewahrt durch den äußeren Gehorsam.
Dieser Friede bringt Gott in seiner Ganzheit in der Seele hervor, d.h. alle Werke, Tugenden und Weisen des Menschgewordenen Wortes, solcherart, dass man in ihr seine Einfachheit, seine Demut, die Abhängigkeit seines kindlichen Lebens, die Vollkommenheit seiner Tugenden als Erwachsener, die Abtötung und die Kreuzigung seines Sterbens sehen kann.
Doch es beginnt stets damit: jemand, der den ganzen Christus will, muss Christus alles geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 29. April 1902)

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Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, kam unser Herr für kurze Zeit und sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Seele, die sich Mir ganz hingibt, verdient es, dass Ich Mich ganz ihr hingebe. Hier bin Ich, ganz zu deiner Verfügung, nimm was immer du willst.“
Ich bat Ihn um nichts und sagte nur zu Ihm: „Mein Gut, ich will nichts – ich will nur Dich, Dich allein. Du allein genügst mir in allem, denn wenn ich Dich habe, habe ich alles.“
Und Er sagte: „Bravo, du hast eine gute Bitte ausgesprochen, und während du nichts wolltest, hast du alles gewollt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 10. Juli 1906)

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Als ich weiter in meinem gewohnten Zustand war, kam mein stets liebenswürdiger Jesus, ganz Zärtlichkeit, nahm mich in seine Arme, küsste mich und sagte, wer weiß wie oft, zu mir:
„Meine Tochter, die Tochter meines Willens, wie lieb bist du Mir! Höre, sobald dein Wille in Mich eintritt, macht er sich leer von dir, und der Meine tritt handelnd in dich ein; und wie der Meine handelt, so empfängt der deine die Macht der schöpferischen Kraft und verbleibt als Handelnder in Mir.
Und da Ich ein einziger Punkt bin, der Ich alles umfasse, alles umschließe, alles tue, sehe Ich deinen Willen, mit meiner schöpferischen Kraft in Mir wirkend, die Mir alles geben will und Mir für alle vergelten will; und zu meinem höchsten Wohlgefallen sehe Ich dein Wollen vor Mir, vom ersten Augenblick an, da die Schöpfung hervorging; und alle hinter sich zurücklassend, setzt es sich an die Spitze aller, als wärest du die erste von Mir Erschaffene, in der es keinen Bruch des Willens zwischen Mir und dir gibt, so wie Ich den ersten Menschen gewollt hätte, und dein Wille erweist Mir die Ehre, die Herrlichkeit, die Liebe, wie wenn die Schöpfung nicht aus meinem Willen herausgefallen wäre.
Du kannst nicht begreifen, welchen Geschmack, welches Wohlgefallen Ich empfinde! Die Ordnung der Schöpfung wird Mir zurückerstattet: die Freuden und Harmonien wechseln sich miteinander ab. Ich sehe diesen menschlichen Willen, handelnd in Mir, im Licht der Sonne, auf den Wellen des Meeres, im Flimmern der Sterne, über allem; und er gibt Mir die Ehre für all die Wohltaten, die diese geschaffenen Dinge dem Menschen erweisen.
Welche Glückseligkeit! Er ist Mir in allem ähnlich, mit diesem Unterschied, dass ich ein einziger Punkt bin, und du nach und nach – wie du in meinem Willen wirkst, denkst, sprichst, liebst – auf diese Weise immer mehr Raum einnimmst und dort göttliche Geburten bildest.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 9. Oktober 1922)

„… Das Hundertfache“ (Mk 10, 30)

Ich hatte die Kommunion empfangen, als mir plötzlich der Gedanke kam, wie ich mich noch mehr als zuvor an meinen gebenedeiten Jesus anschmiegen könne; und Er sprach zu mir:
„Um dich noch enger an Mich anzuschmiegen, bis du dein ganzes Wesen in Mir verlierst, so wie Ich das Meine in das deine übertrage, musst du in allem das nehmen, was Mir gehört und in allem von dem, was dir gehört, Abstand nehmen; sodass du, wenn deine Gedanken stets auf Heiliges gerichtet sind und auf das, was das Gute, die Ehre und Verherrlichung Gottes betrifft, [dies bedeutet, dass du] deinen Verstand loslässt und den Verstand Gottes annimmst; wenn du sprichst, wenn du Gutes tust und das nur aus Liebe zu Gott, dann lässt du deinen Mund, deine Hände los und nimmst meinen Mund und meine Hände; wenn du heilige und aufrichtige Wege gehst, dann wirst du mit meinen eigenen Füßen gehen; wenn dein Herz nur Mich liebt, lässt du dein Herz zurück und nimmst das meine und liebst Mich mit meiner eigenen Liebe, und so ist mit allem übrigen; so wirst du also von allen meinen Dingen umhüllt werden, und Ich mit all den deinen.
Kann es eine innigere Vereinigung als diese geben? Wenn die Seele so weit kommt, sich selbst nicht mehr zu erkennen, sondern [nur] das Göttliche Wesen in sich selbst, sind das die Früchte der guten Kommunionen, und dies ist ja die Absicht Gottes, wenn Er sich den Seelen [in der Kommunion] mitteilen möchte.
Doch wie oft wird meine Liebe vereitelt, und wie wenige Früchte ernten die Seelen von jenem Sakrament, sodass der Großteil von ihnen dieser göttlichen Speise gegenüber gleichgültig und sogar von ihr angewidert ist!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 8. Januar 1909)