16In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
19Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

„Als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel“ (Mt 28, 17)

Ich dachte bei mir: „Jesus sagt so viele Dinge über seinen Heiligsten Willen, aber es scheint, dass er nicht verstanden wird, selbst von den Beichtvätern nicht: sie scheinen voll Zweifel, und angesichts eines so unermesslichen Lichtes, werden sie weder erleuchtet noch gedrängt, einen so liebenswürdigen Willen zu lieben.
Während ich nun dies dachte, sagte mein immer liebenswürdiger Jesus zu mir, indem Er seine Arme um meinen Hals legte:
„Meine Tochter, wundere dich nicht darüber: wer nicht ganz von seinem eigenen Wollen leer ist, kann keine sichere Erkenntnis von dem Meinen haben, denn der menschliche Wille bildet die Wolke zwischen dem Meinen und dem seinen und verhindert die Erkenntnis des Wertes und der Wirkungen, die mein Wille enthält; aber trotzdem können sie nicht sagen, dass Er nicht Licht sei.
Siehst du, auch die Dinge, die man hier unten sehen kann, werden vom Menschen nicht verstanden. Wer kann jemals aussagen, wie Ich die Sonne erschaffen habe, wie viel Licht und Wärme sie enthält?
Und doch sehen die Menschen sie, erfreuen sich ihrer Wirkungen, den ganzen Tag lang ist sie bei ihnen, ihre Wärme und ihr Licht begleiten sie überall; und trotzdem verstehen sie es weder, noch sind sie in der Lage, ihre Höhe, ihr Licht und ihre Wärme zu beschreiben, und wenn jemand in die Höhe aufsteigen wollte, um dies zu erfahren, so würde ihn das Licht blenden und die Hitze versengen.
So ist der Mensch gezwungen, die Augen gesenkt zu halten und sich des Lichtes zu erfreuen, ohne es erforschen zu können, und sich damit begnügen festzustellen: Es ist die Sonne.
Wenn nun dies mit der sichtbaren Sonne geschieht, die Ich zum natürlichen Wohl des Menschen erschuf, so trifft das umso für die Wahrheiten zu, die o wie viel mehr Licht und Wärme als selbst die Sonne enthalten!
Insbesondere die Wahrheiten, die sich auf meinen Willen beziehen, die ewige Wirkungen, Güter und Werte enthalten! Wer kann jemals all das ermessen, was Er enthält?
Es wäre, als wollte man sich auslöschen, und es wäre besser, die Stirn zu neigen und das Licht zu genießen, das meine Wahrheit mit sich bringt, es zu lieben und sich dieses kleine Licht zu eigen zu machen, das der menschliche Verstand begreift, und nicht, weil man nicht die ganze Fülle des Lichtes versteht, es wie etwas zur Seite zu stellen, was einem nicht gehört.
Obwohl also die Sonne nicht begriffen wird, erfreuen sich die Mensch dennoch ihres Lichtes so viel sie können, um zu arbeiten, zu gehen, zu schauen, und o!, wie sehr ersehnen sie den Tag, auf dass das Licht sie begleite und mit ihnen lebe.
Meine Wahrheiten aber, die mehr als das Licht sind, die die Sonne des Tages im menschlichen Geist aufgehen lassen, werden weder geachtet, noch geliebt, noch ersehnt, sondern für ein Nichts gehalten: Welcher Schmerz!
Wenn Ich jedoch sehe, dass sie meine Wahrheiten beiseitelegen, so stelle Ich diese Seelen beiseite und erlaube meinen Wahrheiten, ihren Lauf bei jenen Seelen zu machen, die sie lieben und ersehnen und sich ihres Lichtes bedienen, um ihr Leben zu modellieren und mit ihnen eins zu werden.
Glaubst du, dass Ich dir alles über die Wahrheiten, die Wirkungen und den Wert, den mein Wille in sich birgt erzählt habe? O, wie viele weitere Sonnen muss Ich aufgehen lassen!
Wundere dich nicht, wenn du nicht alles verstehst, begnüge dich, in seinem Licht zu leben, und dies genügt Mir“.(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 23. Juni 1922)

“Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde” (Mt 28, 18)

… „Meine gesegnete Tochter, was den Menschen unmöglich ist, das ist für Gott durchaus möglich. Wäre es unmöglich, dass mein Wille wie im Himmel so auf Erden regiere, dann hätte meine große Vatergüte nicht das Vaterunser-Gebet gelehrt.
Ich hätte weder um Unmögliches gebetet, noch es als Erster und als Haupt aller mit so viel Liebe gesprochen, noch die Apostel unterwiesen, damit sie es die ganze Welt als schönstes und gehaltvollstes Gebet meiner Kirche lehren. Weder wünsche Ich unmögliche Dinge, noch verlange Ich sie vom Geschöpf, noch tue Ich Selbst Unmögliches.
Wäre es daher unmöglich gewesen, dass mein Göttlicher Wille wie im Himmel so auf Erden regiere, hätte Ich ein nutzloses und wirkungsloses Gebet gelehrt – Ich kann aber keine nutzlosen Dinge tun. Höchstens warte Ich – vielleicht sogar Jahrhunderte lang – noch ab, doch die Früchte dieses Gebets werden sich zeigen müssen, zumal diese Gabe unentgeltlich ist: wie Mich bei der Schöpfung niemand darum gebeten hatte, dass Ich die Himmel ausbreiten und die Sonne und alles Übrige schaffen solle, so war es auch hier: Ich sprach, ohne dass Mich jemand um die große Wohltat des „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ gebeten hätte, wie bei einer zweiten Schöpfung ganz freiwillig und spontan: ‘Betet, dass mein Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe.’
Und wenn Ich spontan sage: ‚Betet darum, dass dies geschehe‘, ohne dass sich jemand [zuvor] aufgedrängt und Mich damit behelligt hätte, so zeigt dies, dass Ich zuerst alles in meiner Allsicht betrachtet und gut abgewogen habe.
Als Ich die Durchführbarkeit erkannte, beschloss Ich, das Vaterunser zu lehren, weil Ich wünschte, dass [auch] die Menschen ihren Willen mit unserem Willen vereinen und sich danach sehnen, dass unser Wille wie im Himmel so auf Erden herrsche.
So sind alle Offenbarungen über meinen Willen in diesen Worten allein eingeschlossen: ‘Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.’ In diesen wenigen Worten sind Abgründe von Gnaden, Heiligkeit und Licht eingeschlossen, sowie abgrundtiefe Mitteilungen und göttliche Umwandlungen zwischen Schöpfer und Geschöpf.
Meine Tochter, diese Gabe schenkte dein Jesus den Menschengeschlechtern als Vollendung meiner Erlösung.
Meine Liebe war noch nicht zufrieden, meine Leiden hatten Mir noch keine volle Befriedigung gebracht. Ich wollte immer noch mehr geben und meinen Himmel auf Erden unter meinen Kindern finden.
Deshalb beschloss Ich einige Tage vor meiner Rückkehr in den Himmel zunächst, meinen Willen ‚wie im Himmel so auf Erden‘ zu schenken und lehrte sie danach das Vaterunser, das Mich dazu verpflichtete, diese Gabe zu geben.
Und wenn sich dein Jesus auf etwas festlegt, versagt Er nie darin; zweifle also nicht, und wenn die anderen zweifeln, dann lass sie nur; sie wissen ja nicht, wie Ich alles abwickeln werde.
Ich besitze Macht und Willen, und das genügt Mir. Du aber bleib im Frieden und schwinge dich stets in meinem Willen auf; vertraue deinem Jesus und du wirst sehen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 24. Februar 1933)

„Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes…“ (Mt 28, 19)

„Meine Tochter, Ich segne dich von Herzen, in der Seele und im Leib, mein Segen sei die Bestätigung unserer Ähnlichkeit in dir.
Er bekräftigt in dir das, was die Gottheit bei der Erschaffung des Menschen wirkte: unser Abbild und Gleichnis. So sollst du wissen, dass Ich im Lauf meines sterblichen Lebens bei allem, was Ich tat, immer segnete.
Es war der erste Akt der Schöpfung, den Ich über die Geschöpfe zurückrief, und als Bekräftigung [dieses Aktes], rief Ich beim Segen den Vater, das Wort und den Heiligen Geist an.
Die Sakramente selbst sind beseelt von diesen Segnungen und Anrufungen. Während also mein Segen die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer in die Seelen herabruft, ruft er zugleich das Leben meines Göttlichen Willens, damit Dieser wieder wie am Beginn der Schöpfung in den Seelen regiere.
In der Tat, Er allein hat die Kraft, in der Seele die lebensechte Ähnlichkeit mit Dem zu porträtieren, Der sie geschaffen hat, um sie heranwachsen zu lassen und in den lebendigen Göttlichen Farben zu bewahren.
Du siehst also, was Segen bedeutet: es ist die Bekräftigung unseres Schöpfungswerkes. Tatsächlich ist das Werk, das Wir einmal tun, so voller Weisheit, Erhabenheit und Schönheit, dass Wir es lieben, es stets zu wiederholen.
Wenn nun unser Segen nichts anderes ist als der Seufzer unseres Herzens, unser Bild in der Seele wiederhergestellt zu sehen, wie auch die Wiederholung unserer Bestätigung dessen, was Wir zu tun wünschen – so ist das Zeichen des Kreuzes, das die Kirche die Gläubigen lehrt, nichts anderes als das Flehen der Seelen um ihre Ähnlichkeit mit Uns.
So wiederholt die Kirche als Echo unseres Segens: ‘Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.’
Ohne es zu wissen, sind also die Kirche und alle Gläubigen in Einklang mit dem Ewigen Schöpfer und wollen alle dasselbe: Beim Segen und durch das Aussprechen der Worte ‘Vater, Sohn und Heiliger Geist’, möchte Gott ihnen die Ähnlichkeit mit Ihm mitteilen; und die Seelen erflehen diese [Ähnlichkeit], indem sie das Kreuzzeichen machen und dieselben Worte aussprechen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 29. Juli 1928)

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„Meine Tochter, mein Schmerz war groß und für den geschaffenen Geist unbegreiflich, besonders, als Ich den menschlichen Intellekt verunstaltet sah, das schöne Abbild von Mir, das Ich im Intellekt reproduzierte, nicht mehr schön, sondern hässlich und schrecklich.
Ich stattete ihn mit Willen, Intellekt und Gedächtnis aus: im ersten erstrahlte mein Himmlischer Vater, der ihm als ersten Akt seine Macht, Heiligkeit und Erhabenheit mitteilte, durch welche Er den menschlichen Willen erhob, indem Er ihn mit seiner eigenen Heiligkeit, Macht und seinem Adel erfüllte, und alle Ströme zwischen Ihm und dem menschlichen Willen offen ließ, damit dieser sich immer mehr mit den Schätzen meiner Gottheit bereichern konnte.
Zwischen dem menschlichen Willen und dem Göttlichen gab es weder Dein noch Mein, sondern alles war gemeinsam, in gegenseitiger Übereinstimmung. Die Seele war unser Abbild, unser eigenes Ding, sodass sie Uns andeutete; unser Leben sollte daher das der Seele sein, und deshalb bildete Ich als ersten Akt ihren Willen frei und unabhängig, wie als erster Akt, der Wille meines Himmlischen Vaters war.
Doch wie wurde dieser Wille entstellt! Von der Freiheit, die er hatte, wurde er zum Sklaven der niedrigsten Leidenschaften. Ach, es ist der Wille, welcher der Anfang aller Übel des Menschen ist! Er ist nicht wieder zu erkennen! Wie ist er von seinem Adel herabgesunken, er ist ekelhaft anzusehen!
Nun, beim zweiten Akt wirkte Ich, der Sohn Gottes, mit und stattete den Menschen mit Vernunft aus: Ich teilte ihm meine Weisheit mit und die Wissenschaft von allen Dingen, damit er durch ihre Kenntnis im Guten genießen und sich erfreuen könne.
Doch, ach, welche Lasterhöhle ist der Intellekt des Menschen! Des Intellekts bediente er sich, um seinen Schöpfer zu verleugnen. Und als dritter Akt sodann, wirkte der Heilige Geist mit und stattete ihn mit dem Gedächtnis aus, damit er sich an so viele Wohltaten erinnere und er somit in ständigen Liebesströmen, in ständigen Beziehungen sein könne.
Die Liebe sollte ihn krönen, ihn umfangen und sein ganzes Leben gestalten. Doch wie sehr wird die Ewige Liebe betrübt! Dieses Gedächtnis erinnert sich an Vergnügungen, an Reichtümer und sogar an Sünden, und die Heiligste Dreieinigkeit wird aus den Gaben hinausgeworfen, die Sie ihrem Geschöpf gegeben hat.
Mein Schmerz war unbeschreiblich beim Anblick der Verunstaltung der drei Kräfte im Menschen. Wir hatten unseren Königspalast in ihm gestaltet, und er hatte Uns daraus verjagt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 8. April 1922)

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… „Meine gebenedeite Tochter meines Willens! Wie viele Wunder weiß mein Wille im Geschöpf zu vollbringen, wenn es Ihm nur den ersten Platz einräumt und Ihn in voller Freiheit wirken lässt.
Er nimmt den Willen, das Wort, die Handlung, welche die Seele vollbringen möchte, vereinigt es mit Sich selbst, umhüllt es mit seiner schöpferischen Kraft, spricht darüber sein Fiat aus und bildet so viele Leben, wie viele Geschöpfe es gibt.
Siehst du, du hast Mich in meinem Willen um die Taufe für alle Neugeborenen gebeten, die das Licht der Welt erblicken werden und folglich um die Herrschaft seines Lebens in ihnen.
Mein Wille zögerte keinen Augenblick, sondern sprach sofort sein Fiat aus und bildete so viele Leben von Sich, wie viele Neugeborene das Licht [der Welt] erblickten, indem Er sie, wie du es wolltest, zuerst mit seinem Licht taufte und dann jedem von ihnen sein Leben schenkte.
Wenn diese Neugeborenen nun wegen fehlender Entsprechung oder aus Mangel an Erkenntnis dieses unser Leben nicht besitzen werden, so bleibt für Uns dennoch dieses Leben. Und Wir haben so viele göttliche Leben, die Uns lieben, verherrlichen und preisen, wie Wir in Uns Selbst lieben.
Diese unsere göttlichen Leben sind zwar unsere größte Glorie, aber sie stellen jene [Seele] nicht zur Seite, die unserem Göttlichen Fiat die Gelegenheit gab, so viele unserer göttlichen Leben zu bilden, wie Kinder geboren wurden.
Sondern sie – diese göttlichen Leben – halten diese Seele in sich verborgen, um zu bewirken, dass die Seele liebe, wie sie lieben und das tue, was sie tun, und sie ignorieren auch die Neugeborenen nicht, sondern wachen voller Aufmerksamkeit über sie und verteidigen sie, um in ihren Seelen regieren zu können.
Meine Tochter, wer beschreibt dir unsere große Liebe zu jener Seele, die in unserem Willen lebt? Wir lieben sie so sehr, dass Wir unseren Willen in ihre Gewalt geben, damit sie mit Ihm tue, was sie möchte. Wenn sie unsere Leben bilden will, lassen Wir sie tun.
Wenn sie Himmel und Erde mit unserer Liebe anfüllen will, geben Wir ihr die Freiheit dazu, sodass sie bewirkt, dass alle Uns ihre Liebe beteuern. Auch im kleinen Vöglein, das trillert und zwitschert und singt, hören Wir das ‚Ich liebe Dich‘ der Seele, die in unserem Willen lebt.
Wenn diese Seele im Feuereifer ihrer Liebe noch mehr lieben möchte, tritt sie ein in unseren Schöpfungsakt und erfreut sich daran, für Uns neue Sonnen, Himmel und Sterne zu schaffen und Uns unaufhörlich sagen zu lassen: ‚Ich liebe Euch, ich liebe Euch“, und sie übernimmt die Rolle der Erzählerin, die von unserem Ruhm erzählt.
In unserem Willen ist die Sicht weit und sie ist ganz aufmerksam darauf bedacht, was Wir wollen, und wie sie Uns noch mehr lieben kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 12. April 1938)

„Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28, 20)

Unbefleckte Jungfrau, nimm mich auf deine mütterlichen Knie und sei meine Mutter; mit deinen heiligen Händen nimm Besitz von meinem Willen, reinige ihn, forme und erwärme ihn mit der Berührung deiner mütterlichen Hände; lehre mich, einzig und allein im Göttlichen Willen zu leben. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 1. Tag)

„Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28, 20)

Und doch war Ich ja für den Menschen auf die Erde gekommen, um Mich ihm zu schenken, ihn zu retten und in meine himmlische Heimat zurückzuführen! Deshalb wartete Ich gespannt, ob der Mensch zu Mir komme, um das große Geschenk meines Gott-Menschlichen Lebens in Empfang zu nehmen: so tat Ich in der Menschwerdung nichts anderes, als Mich in die Gewalt der Menschen zu begeben.
Bei der Menschwerdung gab Ich Mich in die Macht meiner lieben Mama, bei der Geburt kam noch der heilige Josef hinzu, dem Ich das Geschenk meines Lebens machte.
Und da meine Werke ewig, und keinem Ende unterworfen sind, zog sich diese Gottheit, dieses WORT, das vom Himmel herabstieg, nicht mehr von der Erde zurück, damit Es sich ständig allen Menschen hingeben könne.
Solange Ich lebte, gab Ich Mich unverhüllt hin, und wenige Stunden vor meinem Tod wirkte Ich dann das große Wunder, dass Ich Mich im Sakrament zurückließ, damit jeder, der Mich wünschte, das große Geschenk meines Lebens empfangen könne.
Ich achtete nicht auf die Beleidigungen, die sie Mir zufügen würden, noch auf ihre Weigerung, Mich zu empfangen. Ich sagte Mir: „Ich habe Mich hingegeben und will Mich nicht mehr zurückziehen. Sie mögen mit Mir tun, was sie wollen, doch Ich werde immer für sie da sein und zu ihrer Verfügung stehen.“
Meine Tochter, so ist das Wesen der wahren Liebe, dies ist das Wirken Gottes: festzustehen und sich auch um den Preis eines jeglichen Opfers nicht zurückzuziehen. Diese Festigkeit in meinen Werken ist mein Sieg und meine größte Ehre und das Kennzeichen, ob der Mensch für Gott wirkt.
Die Seele lässt sich von niemandem beeindrucken (abbringen), sie schaut weder auf die Leiden, noch auf sich selbst oder ihren guten Ruf, noch die Menschen, selbst um den Preis ihres eigenen Lebens.
Sie sieht nur Gott, aus Liebe zu Dem sie sich zu wirken vorgenommen hat und fühlt sich siegreich, wenn sie ihr Leben aus Liebe zu Ihm opfert. Nicht fest zu bleiben, ist Zeichen der menschlichen Natur und des menschlichen Wirkens, bedeutet, dass die Leidenschaften am Werk sind und mit Leidenschaft handeln.
Nicht fest zu sein, ist das Wirken der Leidenschaften und mit den Leidenschaften. Die Unbeständigkeit ist Schwäche und Feigheit und besitzt nicht die Natur der wahren Liebe; daher muss die Beständigkeit eine Seele leiten, die für Mich wirken möchte.
So ändere Ich Mich in meinen Werken nie, was immer auch geschehen mag – einmal getan, ist für immer getan.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 24. Dezember 1924)