1Als Jesus einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er wieder zu Hause war. 2Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
3Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. 4Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen die Decke durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
5Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 6Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: 7Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
8Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? 9Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
10Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: 11Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
12Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

„Er verkündete ihnen das Wort“ (Mk 2,2)

Ich setze meine überaus bitteren Tage fort, bin aber ergeben in den Willen Gottes. Wenn sich mein stets liebenswürdiger Jesus zeigt, dann ist Er stets traurig und schweigsam.
Es scheint, dass Er mir in keiner Sache mehr Aufmerksamkeit schenken will. Diesen Morgen erschien Er und legte zwei Ohrringe an meinen Ohren an – strahlend wie zwei Sonnen. Dann sagte Er zu mir:
„Meine geliebte Tochter, wer ganz darauf bedacht ist, Mich anzuhören, für den ist mein Wort eine Sonne, die nicht nur das Gehör erfreut, sondern den Geist nährt und das Herz mit Mir und meiner Liebe sättigt.
Ach, sie wollen nicht begreifen, dass Ich euch ganz auf Mich ausgerichtet haben möchte, ohne einer anderen Sache Aufmerksamkeit zu schenken!
Betrachte diese Person, wie sie mit ihrer Art alles zu untersuchen, allen Dingen Aufmerksamkeit schenkt und sich von allem – bis zum Übermaß – beeindrucken lässt, sogar von heiligen Dingen: doch dies ist nichts anderes als ein Leben außerhalb von Mir, und eine Seele, die außerhalb von Mir lebt, fühlt sich selbst notwendigerweise sehr stark.
Sie denkt, sie würde Mir Ehre erweisen, doch das Gegenteil ist der Fall.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 14. Dezember 1911)

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… „Meine Tochter, was glaubst du, war das größere Wunder, als Ich auf die Erde kam: Mein Wort, das Evangelium, das Ich verkündete, oder dass Ich den Toten das Leben, den Blinden die Sicht, den Tauben das Gehör gab, usw.?
Ach, meine Tochter! Das größere Wunder war mein Wort, mein Evangelium, umso mehr, als dieselben Wunder aus meinem Wort hervorgingen!
Die Grundlage, die Substanz aller Wunder ging aus meinem schöpferischen Wort hervor.
Die Sakramente, die Schöpfung selbst, ein ständiges Wunder, hatten Leben aus meinem Wort.
Und für meine Kirche selbst ist mein Wort, mein Evangelium das Regierungssystem [Ordnung, Regelung] und die Grundlage.
So war mein Wort, mein Evangelium ein größeres Wunder als die Wunder selbst, die nur durch mein wunderbares Wort lebendig und aktiv waren.
Sei dir also sicher, dass das Wort deines Jesus das größte Wunder ist.
Mein Wort ist wie ein heftiger Wind, der bläst, das Gehör erschüttert, in die Herzen eintritt, wärmt, reinigt, erleuchtet, umher kreist und immer wieder von Nation zu Nation wandert, die ganze Welt umrundet und durch alle Jahrhunderte wandert.
Wer kann je eines meiner Worte töten und begraben? Niemand!
Und wenn es manchmal scheint, dass mein Wort schweigt und wie verborgen ist, verliert es doch nie das Leben. Wenn man es am wenigsten erwartet, tritt es hervor und macht überall seine Runden.
Die Jahrhunderte werden vergehen, in denen alles – Menschen und Dinge – fortgerissen und verschwinden werden, doch mein Wort wird nicht vergehen, denn es enthält das Leben, die wunderbare Kraft Dessen, Der es hervorgehen ließ.
Deshalb bestätige Ich, dass jedes Wort und jede Mitteilung, die Ich dir über das ewige FIAT mache, das größte Wunder ist, welches dem Reich meines Willens dienen wird.
Dies ist der Grund, warum Ich dich so dränge und so großen Wert darauf lege, dass es kein einziges Wort von Mir gibt, das du nicht kundtust und aufschreibst.
In der Tat, Ich sehe, wie zu Mir ein Wunder von Mir zurückkehrt, das den Kindern des Reiches des Höchsten FIAT so viele Schätze bringen wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 22. Oktober 1926)

„Da brachte man einen Gelähmten zu ihm“ (Mk 2, 3)

… Danach verstummte Er, ganz betrübt wegen des großen Unglücks, das der menschliche Wille in den Geschöpfen verursacht und sogar Gottes schönes Abbild entstellt hatte, das Er ihnen bei der Erschaffung eingegossen hatte und fügte seufzend hinzu:
„Meine Tochter, der menschliche Wille lähmt das Leben der Seele. Denn ohne meinen Willen kreist das Göttliche Leben nicht in der Seele, das mehr als reines Blut die Bewegung, die Vitalität, den vollkommenen Gebrauch aller geistigen Fähigkeiten bewahrt, auf eine Art, dass diese gesund und heilig heranwächst und man in der Seele die Ähnlichkeit mit Uns erkennen kann.
Wie viele Seelen sind gelähmt ohne meinen Willen!
Welch mitleiderregendes Schauspiel, die Menschengeschlechter fast alle in der Seele gelähmt zu sehen. Daher sind sie unlogisch denkend, blind für das Gute, taub für die Wahrheit, stumm um sie zu lehren, träge zu heiligen Werken, unbeweglich, um den Weg des Himmels zu gehen, weil der menschliche Wille, der den Kreislauf meines Willens behindert, die allgemeine Lähmung in der Menschenseele bewirkt.
Es ist wie beim Leib, dessen Krankheiten zum Großteil, besonders die Lähmungen, wegen des mangelnden Blutkreislaufs verursacht sind.
Wenn das Blut gut kreist, ist der Mensch robust und stark und erleidet keinerlei Unwohlsein.
Doch wenn der Blutkreislauf unregelmäßig wird, beginnen die Unpässlichkeiten, die Schwächen, die Schwindsucht, und wenn der Kreislauf sehr unregelmäßig wird, bleibt man gelähmt, weil das Blut, das nicht zirkuliert und schnell durch die Adern fließt, die großen Übel der menschlichen Natur bildet.
Was würden die Menschen nicht alles unternehmen, wenn sie wüssten, dass es eine Medizin für einen regelmäßigen Blutkreislauf gibt?
Sie würden, wer weiß wohin gehen, um sie zu bekommen, damit ihnen kein Übel widerfahre.
Und doch gibt es das große Heilmittel meines Willens, um jegliches Übel der Seele zu vermeiden, um nicht im Guten gelähmt zu sein, sondern stark und kräftig in der Heiligkeit heranzuwachsen, aber wer ergreift es?
Es ist dies ein Heilmittel, das kostenlos gegeben wird, und die Menschen müssen auch nicht umherfahren, um es zu erhalten, sondern es ist im Gegenteil stets bereit, sich zu verschenken und sich zum geregelten Leben des Geschöpfs zu machen.
Welcher Schmerz, meine Tochter! Welcher Schmerz!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 31. August 1926)

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… „Meine gesegnete Tochter, hab Mut, fürchte dich nicht. Mein Wille ist so mächtig, dass Er alle Übel, Leidenschaften, schlechten Schritte und Werke lähmt, sobald eine Seele in Ihn eintritt, um in Ihm zu leben.
Der menschliche Wille erfährt die äußerste Niederlage, dass er zu sterben glaubt, ohne jedoch zu sterben. Dennoch begreift und spürt er voller Freude – während er die Übel lahmgelegt fühlt – wie das Leben des Guten wiederaufersteht, das Licht, das nie verlöscht, die Kraft, die nie nachlässt, die Liebe, die immer liebt.
Der heroische Opfergeist wird in ihm erweckt, sowie die unbesiegbare Geduld. Mein Wille schleudert den Übeln des Menschen sozusagen ein „Genug, es reicht“ entgegen, denn es gibt keinen Anfang und kein Leben des Guten, das nicht von meinem Willen kommt.
Wie nun mein FIAT die Macht besitzt, die Übel lahmzulegen, so wird, wenn der menschliche Wille allein in der Seele herrscht, alles Gute gelähmt. Armes Gut, behindert durch den menschlichen Willen!
Es will gehen und schleppt sich kaum fort, es will arbeiten und fühlt, wie seine Arme schlappmachen, es will Gutes denken und fühlt sich benommen und wie stupide.
So ist der menschliche Wille ohne den Meinen der Beginn aller Übel und das völlige Verderben des armen Geschöpfs“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 19. Mai 1938)

„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ (Mk 2,5)

An diesem Morgen ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus ganz gebunden erblicken, gebunden an den Händen, den Füßen, der Taille; und eine doppelte Eisenkette kam von seinem Hals herab.
Er war so stark gefesselt, dass seine Göttliche Person jeder Bewegung beraubt war. Welch harte Position, dass es sogar die Steine zum Weinen brachte!
Und Jesus, mein höchstes Gut, sagte zu mir:
„Meine Tochter, im Lauf meiner Passion wetteiferten all die anderen Leiden miteinander, doch sie wechselten einander ab, und eines überließ dem anderen den Platz, fast wie Wachen waren sie auf der Hut, um mir das Schlimmste anzutun, um damit zu prahlen, dass die eine noch besser sei als die andere.
Doch die Stricke wurden nie von Mir genommen, von der Gefangennahme an bis zum Kalvarienberg war Ich immer gefesselt, ja, sie fügten immer neue Stricke und Ketten hinzu aus Furcht, dass Ich fliehen könnte, und um Mich mehr zu schikanieren.
Doch wie viele Schmerzen, Verwirrungen, Demütigungen und Stürze verursachten Mir diese Ketten!
Doch wisse, dass in diesen Ketten ein großes Geheimnis und eine große Sühne liegt: Als der Mensch begann, in Sünde zu fallen, bleibt er mit den Ketten seiner eigenen Schuld gefesselt: wenn sie schwer ist, sind das Ketten aus Eisen, wenn sie lässlich sind, sind es Fesseln aus Seilen. Wenn er so im Guten dahinschreiten möchte, fühlt er die Behinderung durch die Ketten und sein Schritt wird gehemmt.
Dieses Hemmnis, das er fühlt, entnervt ihn, schwächt ihn und bringt ihn zu neuen Stürzen; wenn er arbeitet, fühlt er die Behinderung in den Händen und ist fast wie einer, der keine Hände zum Gutestun hat.
Die Leidenschaften, die ihn so gefesselt sehen, feiern ein Fest und sagen: „Der Sieg ist unser“, und aus dem König, der er ist, machen sie einen Sklaven brutaler Leidenschaften.
Wie ist der Mensch abstoßend im Zustand der Sünde! Und Ich wollte gebunden und nie ohne Fesseln sein, um seine Ketten zu zerbrechen, um stets die Meinigen bereit zu halten, die seinigen zu zerbrechen.
Und wenn die Schläge und Stöße Mich stürzen ließen, streckte Ich ihm die Hände entgegen, um ihn loszubinden und von neuem frei zu machen.”
Doch während Er dies sagte, sah ich fast alle Völker von Ketten gefesselt, dass es Mitleid erregte, und Ich bat Jesus, ihre Ketten mit den Seinen zu berühren, damit bei der Berührung mit den Seinen jene der Geschöpfe ganz zertrümmert würden. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 16. November 1921)