33In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. 34Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet.
35Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeitlang an seinem Licht erfreuen. 36Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat.

„… Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat“ (Joh 5,36)

Ich machte gerade den Rundgang in den Akten des Göttlichen Willens und versuchte, mit meiner kleinen Liebe den Himmel, die Sonne und die ganze Schöpfung anzufüllen. Dann kreiste ich in den Akten der Erlösung, und der süße Jesus schloss seine Akte in mich ein und wiederholte die bewegendsten Szenen als Vergeltung für meine kleine Liebe.
Ich war überrascht, und mein geliebter Jesus sprach voller Zärtlichkeit und Liebe zu mir: „Meine gute Tochter, Tochter meines Willens, du musst wissen, dass meine Liebe so groß ist, dass Ich, um ihr ein Ventil zu verschaffen, meine Werke wiederholen möchte. Doch in wem kann Ich sie wiederholen?
In wem finde Ich den Platz, um sie einzuschließen, um Mich geliebt zu fühlen? In dem, der in meinem Willen lebt! Wenn das Geschöpf in meinen Werken umhergeht, um sie zu erkennen, zu lieben und sie in sich zu rufen, dann wiederholen sich diese Werke in ihm, und das Geschöpf führt das Theater unserer Werke auf.
Wie viele bewegende Szenen gibt es! Hier breitet sich der Himmel aus, dort geht die Sonne in ihrer ganzen Majestät auf, bald rauscht das Meer und möchte seinen Schöpfer mit seinen
Wellen wie mit seiner Liebe überfluten; dort zeigt die Seele die schönsten Blumenwiesen und lässt Uns durch jede Blume ihren kurzen Kehrreim sagen: ‚Ich liebe Dich, ich verherrliche Dich, ich bete Dich an, möge dein Fiat auf der Erde zur Herrschaft gelangen.’ Es gibt kein Wesen, das sie nicht in sich hineinruft, damit es Uns ihre kleine Geschichte aufsagt: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’.
Meine Tochter, unsere Liebe ist nicht zufrieden, wenn sie sich nicht ganz schenkt und in der Seele, die in unserem Willen lebt, nicht unsere Werke wiederholt. Doch das ist nicht alles, hör Mir noch weiter zu. Wenn die Seele in den Akten der Schöpfung umhergeht und dadurch meine Werke wiederholt, finde Ich das höchste Vergnügen und meine Wonne darin, den strahlendsten Szenen der Schöpfung in der Seele beizuwohnen.
Wenn sie in den Akten der Erlösung kreist, um sie sich anzueignen, wiederhole Ich mein Leben, meine Empfängnis und meine Geburt, bei der die Engel das „Gloria in excelsis Deo et pax in terra hominibus bonae voluntatis“ wiederholen.
Wenn Mich der Undank der Menschen zum Weinen bringt, dann gehe Ich zur Seele, um in ihr zu weinen, da Ich weiß, dass sie meine Tränen vergilt und mit ihrem ‚Ich liebe Dich’ wie mit Perlen ziert. So gehe Ich weiter und wiederhole [in ihr] mein Leben, meine Schritte, meine Lehren; und wenn die Sünden meine Leiden, meine Kreuzigung und meinen Tod erneuern, dann erleide Ich ihn nie außerhalb dieser Seele.
Vielmehr gehe Ich in sie hinein, um Leiden, Kreuz und Tod in ihr zu erdulden, weil sie Mich nicht allein lassen, sondern an meinen Leiden teilnehmen, mit Mir gekreuzigt und Mir ihr Leben als Vergeltung für meinen Tod geben wird.
So finde Ich in der Seele, die in meinem Willen lebt, das Theater meines Lebens, die bewegenden Szenen meiner Kindheit und meiner Passion. Ich finde wortreiche Himmel, Sonnen, die Mich lieben, Winde, die aus Liebe zu Mir seufzen. Kurzum, alle geschaffenen Dinge haben Mir ein kleines Wort zu sagen, ein ‚Ich liebe Dich’, ein Zeugnis der Dankbarkeit.
Doch wer reicht ihnen die Worte an Mich? Wer verleiht allen Dingen die Stimme? Die Seele, die in meinem Willen lebt! Er wandelt die Seele so sehr um, dass es weder eine Liebe gibt, die sie sich nicht schenken lässt, noch ein Werk, das Er in ihr nicht wiederholen könnte.
Daher können sich diese Seelen seine lebendigen Leben nennen und jene, welche die Werke ihres Schöpfers wiederholen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 22. Januar 1936)