52In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? 53Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
54Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 55Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
56Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. 57Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
58Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. 59Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

„Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch“ (Joh 6, 53)

Ich war ganz niedergeschlagen und bedrückt, und als ich den guten Jesus von Blut triefend sah, sagte ich:
„Gebenedeiter Herr, willst Du mir nicht wenigstens einen Tropfen Blut geben als Heilmittel für alle meine Übel?“ Und Jesus antwortete mir:
„Meine Tochter, um zu geben, ist der Wille dessen nötig, der geben soll und der Wille dessen, der empfängt. Sonst kann einer, der geben will, nicht geben, wenn der andere nicht empfangen will, selbst dann, wenn er etwas geben möchte.
Und umgekehrt ist es auch: Wenn der erste nicht geben will, kann der andere nicht empfangen: es braucht die Einheit der Willen. Ach, wie oft wird meine Gnade erstickt und mein Blut abgelehnt und mit Füßen getreten!“
Während Er so sprach, sah ich alle Völker im Blut des sanften Jesus schwimmen; doch viele traten heraus und wollten nicht in diesem Blut bleiben, in dem alle unsere Schätze und alle Heilmittel für unsere Übel eingeschlossen sind. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 24. November 1904)

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Ich war dabei mich vorzubereiten, meinen süßen Jesus sakramental zu empfangen und ich bat Ihn, dass Er mein großes Elend zudecke, und Jesus sagte zu mir: „Tochter, um zu bewirken, dass die Geschöpfe alle nötigen Mittel haben, um Mich zu empfangen, wollte Ich dieses Sakrament einsetzen, das letzte meines Lebens, um rings um jede Hostie mein ganzes Leben aufstellen zu können, als Vorbereitung für jedes Geschöpf, das Mich empfangen würde.
Nie könnte Mich die Seele empfangen, wenn sie nicht einen Gott hätte, der sie vorbereitet, und der allein vom Übermaß der Liebe gepackt war, sich der Seele schenken zu wollen.
Da das Geschöpf unfähig war, Mich zu empfangen, brachte Mich eben dieses Übermaß der Liebe dazu, mein ganzes Leben zu geben, um das Geschöpf vorzubereiten; Ich setzte also meine Schritte, meine Werke und meine Liebe vor die seinen.
Und da in Mir auch meine Passion war, setzte Ich auch meine Leiden ein, um die Seelen vorzubereiten; so bekleide dich also mit Mir, bedecke dich mit jedem meiner Akte und komme.“
Dann beklagte ich mich bei Jesus, dass Er mich nicht mehr wie einst leiden ließ, und Er fügte hinzu: „Meine Tochter, Ich sehe nicht so sehr auf das Leiden, sondern auf den guten Willen der Seele, auf die Liebe, mit der sie leidet; aus diesem Grund wird das kleinste Leiden groß, das reinste Nichts nimmt das Leben im Alles an und erringt einen Wert, und das ‚Nicht-Leiden‘ ist stärker als das Leiden selbst; welch sanfte Gewalt ist es für Mich, ein Geschöpf zu sehen, das aus Liebe zu Mir leiden will!
Was macht es Mir aus, dass es nicht leidet, wenn Ich sehe, dass das ‚Nicht-Leiden‘ für die Seele ein durchbohrender Nagel als das Leiden selbst ist? Wo hingegen kein guter Wille ist, erzwungene Dinge und ohne Liebe, mögen sie auch noch so groß sein – die sind in Wirklichkeit klein: Ich sehe nicht auf sie, sie sind Mir vielmehr zur Last.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 24. Oktober 1918)

„Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank“ (Joh 6,55)

Ich begleitete meinen leidenden Jesus in den Stunden seiner bittersten Passion, besonders, als die Juden Ihn Pilatus vorführten und bei ihm anklagten; Pilatus aber war mit den einfachen Anklagen, die sie vorbrachten, nicht zufrieden und vernahm Ihn von neuem, um einen hinreichenden Grund für seine Verurteilung zu finden oder Ihn freizulassen.
Da nahm Jesus seine Rede in meinem Inneren auf und sagte zu mir: „Meine Tochter, alles in meinem Leben ist voll tiefer Geheimnisse und erhabener Lehren, in denen der Mensch sich spiegeln soll, um Mich nachzuahmen.
Du sollst wissen, dass der Stolz der Juden so groß war – besonders in der geheuchelten Heiligkeit, die sie vorgaben, weshalb sie für aufrechte und gewissenhafte Menschen gehalten wurden – dass sie dachten, Pilatus müsse ihnen glauben, bloß indem sie Mich vorführten und sagten, dass sie Mich für schuldig und des Todes würdig hielten, und dass Er Mich verurteilen müsse, ohne dass er sie irgendeiner Befragung unterzogen hätte, umso mehr, da sie es mit einem heidnischen Richter zu tun hatten, der weder Kenntnis von Gott, noch Gewissen besaß.
Doch Gott verfügte es anders, um sie zu demütigen und um die Höhergestellten zu belehren, dass – so gut und heilig die Personen scheinen, die einen armen Angeklagten belasten – sie diesen nicht leichthin glauben, sondern durch viele Befragungen gleichsam in Verlegenheit bringen sollen, um zu sehen, ob die Anklage der Wahrheit entspricht, oder ob unter dem Deckmantel der Güte Eifersucht oder Groll oder die Absicht vorhanden ist, beim Vorgesetzen einen Posten oder erstrebte Würden zu ergattern, indem sie sich in ihre Herzen einschleichen.
Durch genaue Überprüfung lernt man die Personen kennen, sie werden dadurch verwirrt und es zeigt sich, dass man kein Vertrauen in sie haben kann; und da sie sich nicht geschätzt sehen, lassen sie den Gedanken fallen, Posten anzustreben oder andere anzuklagen.
Wie viel Schaden verursachen die Hochgestellten, wenn sie mit geschlossenen Augen einer geheuchelten Güte vertrauen und nicht einer erprobten Tugend, und den auf einen Posten setzen oder ihm Gehör schenken, der seinen Nächsten wegen irgendeiner Schuld anklagt! Welche Demütigung war es für die Juden, als Pilatus ihnen nicht leichthin glaubte und sie so viele Befragungen durchstehen mussten!
Und wenn er dann nachgab und Mich verurteilte, so nicht, weil er ihnen glaubte, sondern gezwungenermaßen und um seinen Posten nicht zu verlieren. Dies verwirrte sie so sehr, dass die äußerste Verwirrung und tiefe Demütigung wie ein Brandmal auf ihrer Stirne blieb, umso mehr, als sie in einem heidnischen Richter mehr Redlichkeit und Gewissen entdeckten, als in sich selbst.
Wie notwendig und gerecht ist die Überprüfung! Sie wirft Licht in die Sache, bringt Ruhe in den wirklich Guten und Verwirrung in den Bösen hervor. Als Pilatus Mich verhören wollte und Mich fragte: „Ein König bist Du?
Und wo ist dein Reich?”, wollte Ich ihm eine weitere erhabene Lehre erteilen und sprach: „Ich bin ein König”, und wollte damit sagen: „Weißt du, welches mein Reich ist? Mein Reich sind meine Schmerzen, mein Blut, meine Tugenden: dies ist das wahre Reich, das Ich nicht außerhalb Meiner, sondern in Mir besitze.
Was man im Äußeren besitzt, ist kein wahres Reich, noch eine gesicherte Herrschaft, da alles, was nicht im Menschen ist, weggenommen und widerrechtlich angeeignet werden kann, und der Mensch dann gezwungen ist, es zurückzulassen; was jedoch im Inneren ist, kann ihm niemand rauben; die Herrschaft wird ewig in seinem Inneren sein.
Die Merkmale meiner Herrschaft sind meine Wunden, meine Dornen, das Kreuz; Ich mache es nicht wie die anderen Könige, welche die Völker außerhalb von sich und in Unsicherheit leben lassen, und manchmal sogar hungern lassen.
Ich nicht! Ich rufe meine Völker auf, in den Gemächern meiner Wunden zu wohnen, gestärkt und beschützt von meinen Schmerzen, getränkt von meinem Blut, gesättigt von meinem Fleisch – und nur dies ist die wahre Herrschaft. Alle anderen Reiche sind Reiche der Sklaverei, der Gefahren und des Todes, doch in meinem Reich ist das wahre Leben. Wie viele erhabene Lehren, wie viele tiefe Geheimnisse sind in meinen Worten!
Jede Seele müsste sich bei Leiden und Schmerzen, wenn sie von allen gedemütigt und verlassen wird und die wahren Tugenden übt, selbst sagen: „Dies ist mein Reich, das nicht der Vergänglichkeit unterworfen ist, keiner kann es mir wegnehmen, noch es antasten, sondern mein Reich ist ewig und göttlich, ähnlich dem meines süßen Jesus; meine Schmerzen und Leiden bestätigen es mir und machen mein Reich noch stärker und wehrhafter, und angesichts meiner großen Stärke wird niemand einen Krieg gegen mich wagen.“
Dies ist das Reich des Friedens, das alle meine Kinder anstreben sollten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 5. Juli 1923)

„Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben“ (Joh 6,57)

… „Deine Liebe bleibe nicht stehen: eile zu allen Tabernakeln, zu jeder sakramentalen Hostie, und in jeder Hostie wirst du den Heiligen Geist mit unaussprechlichem Schmerz seufzen hören.
Das Sakrament der Eucharistie ist nicht nur das eigene Leben, das die Seelen empfangen, sondern es ist mein Leben selbst, das ihnen gegeben wird, sodass es die Frucht dieses Sakramentes ist, mein Leben in ihnen zu bilden. Jede Kommunion dient dazu, mein Leben wachsen zu lassen und es auf eine Art zu entfalten, dass man sagen kann: „Ich bin ein anderer Christus.”
Doch, ach, wie wenige profitieren davon! Im Gegenteil, wie oft steige Ich in die Herzen hinab, und sie lassen Mich die Waffen finden, die Mich verwunden und wiederholen an Mir die Tragödie meiner Passion; und wenn sich die sakramentalen Gestalten auflösen, bin Ich, anstatt dass sie Mich drängen, bei ihnen zu bleiben, gezwungen, unter Tränen wegzugehen, weinend über mein Schicksal im Sakrament, und Ich finde niemanden, der mein Weinen stillt und mein schmerzerfülltes Stöhnen.
Wenn du diese Schleier der Hostie, die Mich bedecken, zerreißen könntest, würdest du Mich in Tränen aufgelöst finden, da Ich das Los kenne, das Mich erwartet, wenn Ich in die Herzen hinabsteige.
Deshalb sei deine Vergeltung der Liebe für jede Hostie beständig, um meine Tränen zu trocknen; so wirst du die Seufzer des Heiligen Geistes weniger schmerzvoll machen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 5. November 1925)