Samstag der 32. Woche im Jahreskreis (Lk 18,1-8)
1In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: 2In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.
3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher! 4Und er wollte lange Zeit nicht. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; 5weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
6Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! 7Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern?
8Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?
„Allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten“ (Lk 18, 1)
Ich betete, und da ich meine äußerste Armseligkeit empfand, bat ich meine Himmlische Mutter, mir ihre Liebe zu geben, um meine armselige Liebe zu ersetzen.
Doch währenddessen bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, meine Mutter tat ihre erste Liebe und ihren ersten Akt im Göttlichen Willen, und da er in Ihm getan wurde, besitzt ihr erster Akt die Kontinuität, als würde Sie stets lieben und wirken.
Ihre Liebe hört nie auf, ihre Werke machen stete Wiederholungen, auf eine Art, dass einer, der Mariens Liebe empfangen will, sie immer wirksam (im Akt) findet, während dies die Wirkung der ersten Liebe ist, die sich immer wiederholt.
So ist die Seele, die in meinem Willen wirkt: ihre Akte werden kontinuierlich, erwerben die Kontinuität, sie werden stets und unaufhörlich wiederholt. Diese Akte sind die wahre Sonne, die seit dem Augenblick, als Gott sie erschuf, ihren ersten Akt des Lichtes aussandte, der so groß ist, dass er Himmel und Erde mit einem einzigen Akt erfüllte.
Die Sonne wiederholt stets diesen ihren Akt, ohne je aufzuhören, auf eine Art, dass alle ihren Akt des Lichtes aufnehmen können, obwohl einer der Akt war, der sich selbst zum Akt des immerwährenden Lichtes für alle gemacht hat.
Wenn die Sonne ihren Licht-Akt wiederholen könnte, würde man so viele Sonnen sehen, als sie Akte wiederholen könnte. Doch da der Licht-Akt, den Sie tat, einer ist, sieht man nur eine Sonne und nicht mehr.
Was aber die Sonne nicht tut, das tun die Höchste Königin, sowie die Seelen, die in meinem Willen wirken. Wie viele Akte – so viele Sonnen.
Diese Sonnen sind miteinander verschmolzen, aber unterschiedlich an Schönheit, Licht und Herrlichkeit, die sie ihrem Schöpfer geben, und verschieden an dem universellen Nutzen, den sie auf alle Geschöpfe herabsteigen lassen.
Diese Akte haben eine Göttliche Macht, und kraft dieser Akte konnte die Heiligste Jungfrau das Kommen des WORTES auf die Erde erlangen, und kraft dieser Akte wird mein Reich auf die Erde kommen.
Ein in meinem FIAT unaufhörlich wiederholter Akt hat eine erobernde, hinreißende und bezaubernde Macht vor unserer Gottheit.
Diese ständige Wiederholung im Göttlichen Willen ist die Stärke der Seele, die unbesiegbare Waffe, die ihren Schöpfer mit den Waffen der Liebe schwach macht und überwindet, und Er fühlt sich geehrt, Sich vom Geschöpf erobern zu lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 25. Juni 1928)
„Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern?“ (Lk 18,7)
Es geht beinahe ständig auf dieselbe Art weiter, und Er lässt sich höchstens im Schweigen sehen. In diesen letzten Tagen liebkoste und küsste Er mich, wenn Er sich sehen ließ, und da meine Mama krank war, gab Er mir zu verstehen, dass Er sie holen würde.
Ich sagte zu Ihm: „Mein Herr, Du willst sie und ich gebe sie Dir als Geschenk, ehe Du sie holst. Ich will nicht warten, bis Du sie holst, ohne sie Dir vorher gegeben zu haben.
Doch will ich von Dir die Belohnung für das Geschenk, das ich Dir mache, dass Du sie gleich in das Paradies holst, ohne dass sie das Fegefeuer berührt, um den Preis, dass ich das Fegefeuer erleide, das meine Mama haben soll.“
Da sprach der gebenedeite Jesus zu mir: „Meine Tochter, lass Mich handeln.“
Ich bat Ihn wieder und sagte: „Doch, meine süße Liebe, wer wird das Herz haben, meine Mama im Fegefeuer leiden zu sehen, die so viel gelitten und meinetwegen so viel geweint hat?
Es ist das Gewicht der Dankbarkeit, die mich drängt, mich antreibt, und mir Kraft gibt. Was alle anderen Dinge betrifft, tue, was immer Du willst, doch hier, nein, hier gebe ich nicht nach. Du wirst mich zufriedenstellen und wirst tun, was ich will.“
Und Er erwiderte: „Meine Geliebte, werde doch nicht zu aufdringlich, du bist wirklich unverdrossen, und zwingst Mich dadurch, dich zufriedenzustellen.“ Er gab mir jedoch keine definitive Antwort.
Da bestürmte ich Ihn wieder, weinte wie ein kleines Kind und betete immer wieder darum, indem ich Ihm, Minute um Minute, Stunde um Stunde, die Leiden seiner Passion aufopferte, und sie zur Läuterung, Reinigung und Zierde der Seele meiner Mutter verwendete, und ich so meine Absicht erreichen möge.
Da fügte Er, während Er meine Tränen trocknete, hinzu: „Aber, meine Geliebte, weine nicht, du weißt, dass Ich dich liebe, kann Ich dich nicht glücklich machen?
Schau, mit der ständigen Aufopferung meiner Passion hast du dir nichts von dem entgehen lassen, was Ich für deine Mutter gelitten habe; somit ist ihre Seele wie in einem unermesslichen Meer und dieses Meer wäscht, verschönert, bereichert sie, und überflutet sie mit Licht.
Und gleichsam als Garantie, dass Ich dich zufriedenstellen werde, wirst du, wenn deine Mutter stirbt, von einem Feuer überrascht werden, dass du dich in Flammen aufgehen fühlst.“
Ich war zufrieden, doch nicht sicher, denn Er hatte mir noch nicht zugesagt, dass Er sie direkt ins Paradies holen wird. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 13. März 1907)
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Mein Flug im Göttlichen Willen dauert an; ich staune darüber, dass Er mir stets geben möchte. Da ich aber klein bin und seine Unermesslichkeit nicht in mich einschließen kann, wartet Er mit unbesiegbarer Geduld und Liebe darauf, dass ich in mir die mit seinen Gnaden ausgestatteten Wahrheiten verinnerliche, die Er mir mitgeteilt hat, und sie mir zu eigen mache.
Sobald Er sieht, dass ich sie besitze, zeigt Er sich sofort wieder bereit, mir zu geben und noch überraschendere Dinge zu sagen. Wille Gottes, wie sehr liebst Du mich! Wie kann ich Dir je vergelten?
Da sprach mein liebenswürdiger Jesus, der seinen gewohnten Kurzbesuch bei mir machte, voller Güte zu mir: „Gesegnete Tochter, es ist unsere Gottheit, die ihrer Natur nach stets geben will, so wie du die Atmung besitzt, die stets atmen will, obwohl du es möglicherweise nicht willst; so besitzen Wir den andauernden Akt, immer zu geben.
Wenn nun der Mensch im Undank das nicht annimmt, was Wir ihm schenken, dann bleiben diese Gaben bei Uns. Sie umgeben Uns und rühmen unsere Vollkommenheit, Güte und Heiligkeit, sowie die Großzügigkeit unseres Höchsten Seins als Triumph unserer Liebe und [Zeichen,] wie sehr Wir das Geschöpf lieben.
Und Wir warten mit einer nur Uns eigenen Geduld auf andere Seelen, die das bekommen [werden], was die ersten Uns zurückgewiesen haben.
Unsere Liebe ist so groß, dass Wir Uns ihnen anpassen, um ihnen kleinweise zu geben, denn da die Geschöpfe begrenzt sind, können sie unsere Gaben nicht alle zugleich aufnehmen.
Wir müssen jedoch kontinuierlich geben, sonst käme es Uns vor, als fehlte Uns der Atem und erstickte Uns, wenn Wir nicht geben.“
Nun, unser Göttlicher Wille will [das] Leben des Geschöpfs sein, der größte Akt, die überschwänglichste Liebe, deren nur ein Gott fähig ist und die nur Er zu wirken vermag.
Nun, damit eine Seele den Göttlichen Willen besitzen kann, schenkt Er ihr die Gabe des [Bitt]Gebetes, gleichsam seine bittende Kraft und stellt sich selbst an die Spitze, um die Gabe zu bestätigen und lässt alle geschaffenen Dinge darum beten.
Er drängt sich unserer Liebe, Macht und Güte auf, und lässt unsere Liebe, Macht und Güte beten. All unsere Eigenschaften bitten, auch unsere Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Macht verwandeln sich in Gebet; niemand darf hierbei fehlen.
Wenn unser Wille wünscht, dass Wir einen Akt vollbringen und ein Geschenk machen, bitten alle und alles gleichsam auf den Knien, um das zu tun, was Er will. Wenn alle Ihn gebeten haben, auch unsere göttlichen Attribute, bestätigen Wir die Gabe.
Das Gebet dieser Seele wird universell, und wann immer sie betet, hat sie solche Macht, dass alles, was Unser ist, [mit]betet, auch unsere Eigenschaften, denn mit der Gabe wurde der Seele das Recht über alle [und alles] gewährt.
Was kann man mit dieser Gabe des Gebetes nicht alles erlangen? Man kann sagen, die Himmel werden erschüttert, unser eigenes Sein fühlt sich besiegt und gebunden – und gewährt [die Bitte]. Zu[sätzlich zu] der Gabe des Gebetes, verleihe Ich der Seele die Gabe der Liebe.
Als Bestätigung dafür kann die Seele mit neuer Liebe in der Sonne, im Himmel, in den Sternen, im Wind, sogar in unserem Göttlichen Sein lieben, sodass sie das Recht erwirbt, alle zu lieben und von allen mit einer neuen, kontinuierlichen Liebe geliebt zu werden.
Wenn du wüsstest, was es bedeutet, von allen mit einer stets zunehmenden und neuen Liebe geliebt zu werden! Und die Macht zu haben, alles mit einer wachsenden und neuen Liebe zu lieben, um zum Schöpfer sagen zu können: ‚Deine Liebe zu mir ist stets wachsend und immer neu, und auch meine Liebe zu Dir ist stets neu und nimmt immer zu!’ Diese Liebe übertrifft die Himmel, erfüllt die himmlische Heimat, und ihre Wellen ergießen sich in unseren göttlichen Schoß.
O, welche Wunder geschehen hier! Alle sind erstaunt und verherrlichen meinen Göttlichen Willen wegen dieser so großen Gabe, die Er der Seele gewährt.
Nun, zugleich mit der Gabe erweitern Wir die Fassungskraft der Seele auf eine Weise, dass sie die erhaltene Gabe versteht und davon Gebrauch macht.
Wir gehen [noch] weiter und gewähren ihr die Gabe der unzertrennlichen Einheit mit Gott, sodass sie schließlich so weit kommt, mehr unser Leben wahrzunehmen als das eigene.
Gott wird für sie zu ihrem Handelnden und zum Zuseher, und sie bleibt die Trägerin ihres Schöpfers, indem sie von seinem eigenen Leben und seiner Liebe und Macht lebt.
Mit dieser Gabe gehört alles ihr und hat sie das Recht auf alles; wenn Wir sie als Besitzerin [dieser Gabe] sehen, schenken Wir ihr noch die Gabe, dass sie über alles siegreich ist, über sich selbst und über Gott.
Alles in ihr triumphiert: es ist ein Triumph der Gnade, der Heiligkeit, der Liebe, und Wir nennen sie ‚unser Siegerin’. Wir lassen sie über alles siegen, denn es ist eine Gabe, die Wir ihr gewährt haben, und wenn Wir geben, wollen Wir die Früchte sehen, die unsere Gabe enthält.
In jedem Akt, Wort, Werk und Schritt, den die Seele in unserem Willen vollbringt, entstehen zwischen ihr und Uns so viele verschiedene Harmonien, eine schöner als die andere.
Die Seele beschäftigt Uns ständig. Wir lieben sie so sehr, dass Wir sie im Äußeren mit all unseren Werken umgeben und im Inneren erfüllen.
Wir wiederholen all unsere Akte, die [ihr] das Leben gebracht haben, also das Leben der [Himmels]Königin, das Leben des WORTES auf Erden, das ein Übermaß andauernder Liebe war und allen neues Leben verliehen hat. Darum geben Wir stets und erschöpfen Uns nie.
Wer in unserem Willen lebt, ist der helllichte Tag unserer kontinuierlichen Werke, unser vibrierendes Leben, das unsere Akte wiederholt, die stets gegenwärtig [im Akt] sind, ohne je aufzuhören; daher ist diese Seele unser Triumph und unsere kleine Siegerin.
Unser ‚Liebeswahn‘ besteht darin, dass Wir vom Geschöpf überwunden werden wollen. Wenn es siegt, kann sich unsere Liebe ergießen, und unsere Sehnsüchte und Liebestorheiten finden das Leben im Geschöpf und kommen zur Ruhe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 26. September 1937)

