34In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
35Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 36und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.
37Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 38Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.
39Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. 40Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
41Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. 42Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
1Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig“ (Mt 10, 37)

… Anbetungswürdiger Jesus! Während ich Anteil genommen habe an den Schmerzen deines Abschiedes und den Schmerzen deiner geprüften Mutter, sehe ich, dass du dich entscheidest, dahin zu gehen, wohin der Wille des Vaters dich ruft. Und doch verbindet Sohn und Mutter eine Liebe, die euch unzertrennlich macht.
So lässt du dich, mein Jesus, im Herzen deiner Mutter zurück, und deine gütige Mutter lässt sich in dir zurück. Indem ihr euch gegenseitig segnet, umarmst du, Jesus, deine Mutter zum letzten Mal, flößt ihr Starkmut ein in dem herben Leide, das auf sie wartet, gibst ihr den letzten Abschiedsgruß und gehst davon.
Aber dein bleiches Antlitz, deine bebenden Lippen, deine von Schmerz überwältigte Stimme, als wolltest du beim Abschied in Tränen ausbrechen, sagt mir, wie sehr du deine Mutter liebst und wie schwer du leidest, da du sie verlassen musst.
Um jedoch den Willen des Vaters zu erfüllen, unterwerft ihr euch, in Liebe vereint, diesem höchsten Willen. Ihr leistet damit Sühne für jene, die sich nicht um den Willen Gottes kümmern wegen zu großer Anhänglichkeit an Verwandte und Freunde, oder weil sie die erlaubten und heiligen Zuneigungen nicht besiegen können, wenn es sein muss.
Sie entsprechen somit nicht jenem Grade der Heiligkeit, zu dem Gott sie beruft. Jesus, welchen Schmerz bereiten dir jene Seelen, die von ihrem Herzen deine Liebe zurückweisen, um sich zufriedenzugeben mit der Liebe der Geschöpfe! (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 18 bis 19 Uhr: Jesus trennt sich von seiner Mutter und macht sich auf den Weg zum Abendmahlsaal)

„Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 10,39)

… „Meine Tochter, auch du kannst Hostien bilden und sie konsekrieren. Siehst du das Gewand, das Mich im Sakrament bedeckt? Es sind die Akzidenzien des Brotes, aus denen die Hostie gebildet wird, das Leben, das in dieser Hostie existiert, sind mein Leib, mein Blut und meine Gottheit.
Die Fassung, die dieses Leben einschließt, ist mein Höchster Wille, und dieser Wille entfaltet die Liebe, die Wiedergutmachung, die Aufopferung, und alles andere, was Ich im Sakrament wirke, was niemals auch nur ein Jota von meinem Willen abweicht. Nichts geht aus Mir hervor, dem mein Wille nicht voranginge.
Und hier siehst du, wie auch du die Hostie bilden kannst: die Hostie ist materiell und ganz menschlich, und auch du hast einen materiellen Leib und einen menschlichen Willen.
Wenn du diesen deinen Körper und diesen deinen Willen rein und aufrecht hältst und weit weg von jedem Schatten einer Sünde, sind sie die Akzidenzien, die Schleier, damit Ich Mich konsekrieren und verborgen in dir leben kann; aber dies ist nicht genug, es wäre so wie eine unkonsekrierte Hostie, es bedarf also meines Lebens, das aus Heiligkeit, Liebe, Weisheit, Macht, usw. besteht, aber der Motor, die treibende Kraft von allem ist mein Wille.
Nachdem du also die Hostie bereitet hast, musst du deinen Willen in der Hostie sterben lassen, du musst ihn sehr gut backen, damit er nicht mehr zum Leben aufsteht und musst in deinem ganzen Wesen meinen Willen an dessen Stelle treten lassen: und mein Wille, der mein ganzes Leben enthält, wird die wahre und vollkommene Konsekration vollziehen.
So wird der menschliche Gedanke kein Leben mehr haben, sondern der Gedanke meines Willens, und diese Konsekration wird meine Weisheit in deinem Geist erschaffen; es wird kein Leben des Menschlichen, der Schwäche und Unbeständigkeit in dir sein, da mein Wille die Konsekration des göttlichen Lebens, der Stärke, der Festigkeit, und alles dessen, was Ich bin, vollziehen wird. S
o werde Ich also jedes Mal, wenn du deinen Willen, deine Wünsche und alles, was du bist und tun kannst, in meinen Willen fließen lässt, die Konsekration erneuern, und werde als lebendige Hostie, nicht als tote, wie die ohne Mich, mein Leben in dir fortsetzen.
Aber dies ist noch nicht alles: in den konsekrierten Hostien, in den Speisekelchen, in den Tabernakeln, ist alles tot, stumm, es ist kein Herzschlag zu fühlen oder eine Bewegung der Liebe, als Antwort auf meine so große Liebe.
Würde Ich nicht auf die Herzen warten, um Mich ihnen zu schenken, wäre Ich recht unglücklich und um meine Liebe betrogen, mein sakramentales Leben wäre ohne Zweck; und während Ich dies in den Tabernakeln toleriere, würde Ich es in den lebendigen Hostien nicht ertragen.
Da Leben Nahrung benötigt, will Ich im Sakrament genährt werden und zwar von meiner eigenen Speise, d.h. die Seele wird sich meinen Willen zu eigen machen, meine Liebe, meine Gebete, die Sühneleistungen, die Opfer und sie Mir geben, als wären sie ihre eigenen, und Ich werde Mich damit ernähren.
Die Seele wird sich mit Mir vereinigen, sie wird lauschen, um zu vernehmen, was Ich gerade tue, um es dann gemeinsam mit Mir zu tun, und Hand in Hand, wie sie meine eigenen Akte wiederholt, wird sie Mir ihre Nahrung reichen, und Ich werde darüber glücklich sein; und nur in diesen lebendigen Hostien werde Ich den Ersatz finden für die Einsamkeit, das Fasten und für alles, was Ich in den Tabernakeln erleide.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 17. Dezember 1914)

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Als ich in meinem gewohnten Zustand war, befand sich mein armer Geist in einer ganz hohen Sphäre, ich schien die Gottheit zu sehen, und auf einem Knie des Himmlischen Vaters meine Königin Mutter, tot, als ob sie kein Leben hätte.
Ich dachte mir verwundert: „Meine Mama ist gestorben, doch welch glücklicher Tod, auf den Knien unseres Schöpfers zu sterben!” Doch als ich genauer hinblickte, sah ich, als ob ihr Wille sich vom Leib getrennt hätte und von den Händen von Gott Vater gehalten wurde. Ich schaute verwundert und wusste mir nicht zu erklären, was ich sah, doch eine Stimme vom Göttlichen Thron her sprach:
„Dies ist die Auserwählte unter allen Auserwählten, sie ist ganz schön, das einzige Geschöpf, das Uns seinen Willen schenkte, und sie ließ ihn Uns leblos zurück, auf unseren Knien, in unseren Händen; und Wir schenkten ihr als Austausch dafür unseren Willen.
Ein größeres Geschenk konnten Wir ihr nicht machen, denn mit dem Erwerb dieses Höchsten Willens hatte sie die Macht, das WORT auf die Erde herabsteigen und die Erlösung des Menschengeschlechts verwirklichen zu lassen.
Ein menschlicher Wille hätte keine Macht noch Anziehungskraft über Uns, ein Göttlicher Wille jedoch, den Wir selbst diesem unvergleichlichen Geschöpf gegeben hatten, besiegte Uns, eroberte und entzückte Uns, und da Wir nicht widerstehen konnten, gaben Wir ihrem Ansuchen, das WORT auf die Erde herabsteigen zu lassen, nach.
Nun warten Wir darauf, dass du kommst, auf dem anderen Knie zu sterben, indem du Uns deinen Willen schenkst; und wenn Wir ihn leblos in unseren Händen sehen, wie wenn er für dich nicht mehr existierte, werden Wir dir den Unseren schenken und durch dich, d.h. durch diesen unseren Willen, der dir geschenkt wurde, wird unser FIAT zurückkehren, um auf Erden zu leben.
Diese beiden leblosen Willen auf unseren Knien werden so viele rebellische Willen freikaufen, und Wir werden sie wie ein kostbares Pfand bewahren, das Uns eine Entschädigung für so viele Übel der anderen Geschöpfe darbringt, denn mit unserem Willen werden sie Uns für alles genugtun können.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 10. Oktober 1925)

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Meine Hingabe und mein Leben im Göttlichen Fiat dauern an. O wie mächtig ist seine Schöpferkraft! O wie blendend sein Licht, das in die innersten Fasern des Herzens dringt und sie erfüllt, und sie liebkosend sich Platz verschafft und seinen Thron der Herrschaft und Befehlsgewalt errichtet!
Doch mit so bezaubernder Lieblichkeit, dass die Kleinheit des Geschöpfs verschwindet, aber zugleich glücklich ist, ohne Leben und im Göttlichen Fiat ‚aufgelöst‘ zu sein! Würden alle Dich kennen, o anbetungswürdiger Wille, so würden sich alle gern in Dir verlieren, um dein Leben zurück zu erwerben und in der göttlichen Glückseligkeit selbst glücklich zu sein!
Doch als sich meine Begrenztheit im Göttlichen Fiat ‚auflöste‘, regte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren, drückte mich ganz fest an sein Göttliches Herz und sagte zu mir: „Meine Tochter, mein Göttlicher Wille allein kann das Geschöpf glücklich machen.
Mit seinem Licht überstrahlt Er entweder alle Übel oder schlägt sie in die Flucht und spricht in seiner Göttlichen Macht: ‘Ich bin immerwährende Seligkeit. Flieht, all ihr Übel; Ich will frei sein, denn vor meiner Seligkeit verliert alles Böse sein Leben.’
Seine Liebe zu einer Seele, die ganz in meinem Göttlichen Willen lebt, ist so groß, dass Er die Handlungen des Geschöpfes umwandelt, und ein Austausch des Lebens, ein Austausch der Handlungen, Schritte und Herzschläge zwischen Gott und der Seele stattfindet.
Gott bleibt an das Geschöpf gefesselt, und das Geschöpf an Gott. Sie werden unzertrennlich und in diesem Handlungs- und Lebensaustausch entsteht das Spiel zwischen Schöpfer und Geschöpf – einer macht sich zur Beute des anderen. In diesem gegenseitigen „Beute-Werden“ scherzen sie auf göttliche Art, beglücken einander und feiern festlich.
Beide, Gott und das Geschöpf, rühmen sich und fühlen sich als Sieger, weil keiner verloren, sondern einer den anderen erobert hat. In der Tat, in meinem Göttlichen Willen verliert keiner und gibt es keine Niederlage (Verluste).
Nur die Seele, die in meinem Willen lebt, kann Ich meine Unterhaltung in der Schöpfung nennen. Ich fühle Mich als Sieger, wenn Ich Mich herablasse, um Mich von ihr besiegen zu lassen, da Ich sicher weiß, dass sie nichts dagegen hat, sich von Mir besiegen zu lassen. Möge daher der Flug in meinem Willen stets andauern.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 2. Oktober 1929)