Montag der 30. Woche im Jahreskreis (Lk 13,10-17)
10In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge. 11Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen.
12Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst. 13Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott.
14Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat! 15Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke?
16Diese Tochter Abrahams aber, die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen? 17Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die großen Taten, die er vollbrachte.
„Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen“ (Lk 13,11)
… Danach dachte ich über den Unterschied nach zwischen einem, der sich vom Willen Gottes beherrschen lässt und dem, der sich vom menschlichen Willen beherrschen lässt.
Bei letzterem sah ich vor meinem Geist eine gebeugte Person, die Stirn berührte die Knie, sie war mit einem schwarzen Schleier bedeckt und in dichten Nebel eingehüllt, der sie daran hinderte, das Licht zu sehen.
Die Ärmste, sie schien betrunken und schwankend, sie fiel einmal nach rechts, einmal nach links und erregte wahrhaft Mitleid. Als ich dies schaute, regte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, dies ist das Bild einer Seele, die sich vom eigenen Willen beherrschen lässt. Der menschliche Wille krümmt die Seele so sehr, dass sie gezwungen ist, stets auf die Erde zu schauen: diese kennt sie und diese liebt sie.
Diese Kenntnis und diese Liebe [zur Erde] bilden so viele Ausdünstungen und stellen jenen dichten und schwarzen Nebel dar, der sie ganz einhüllt und ihr die Sicht auf den Himmel und das schöne Licht der ewigen Wahrheiten nimmt.
Daher bleibt die Gabe der menschlichen Vernunft berauscht von den Dingen der Erde und hat somit keinen festen Schritt, schwankt nach rechts und nach links und hüllt sich immer mehr in die dichte Finsternis, die sie umgibt. Daher gibt es also kein größeres Unglück als eine Seele, die sich von ihrem Willen beherrschen lässt.
Ganz das Gegenteil ist es jedoch bei dem, der sich von meinem Willen beherrschen lässt: Mein Wille lässt die Seele gerade wachsen, sodass sie sich nicht zur Erde beugen kann, sondern stets zum Himmel schaut.
Diese stetige Betrachtung des Himmels bildet so viele Ausstrahlungen des Lichtes, die sie ganz einhüllen, und diese Lichtwolke ist so dicht, dass sie – alle Dinge der Erde in den Schatten stellend – vor der Seele alles verschwinden lässt, und als Vergeltung alles, was vom Himmel ist, ihr wieder vor Augen führt. Man kann also sagen, dass diese Seele den Himmel kennt und alles liebt, was zum Himmel gehört.
Mein Wille macht den Schritt sicher, es besteht also nicht die Gefahr, dass sie im Geringsten schwanken könnte, und die schöne Mitgift der gesunden Vernunft ist dermaßen vom Licht, das sie einhüllt, erleuchtet, dass sie von einer Wahrheit zur anderen schreitet.
Dieses Licht enthüllt ihr göttliche Geheimnisse, unaussprechliche Dinge, himmlische Freuden. Daher ist es das höchste Glück einer Seele, sich von meinem Willen beherrschen zu lassen.
Diese Seele hat die Oberherrschaft über alles, nimmt den ersten Ehrenplatz in der ganzen Schöpfung ein und entfernt sich nie von dem Punkt, aus dem Gott sie hat hervorgehen lassen.
Gott findet sie stets auf seinen väterlichen Knien, wo sie seine Herrlichkeit, seine Liebe und seinen ewigen Willen besingt.
Da sie nun auf den Knien des Himmlischen Vaters weilt, ist die erste Liebe also für sie, und die Gnadenmeere, die beständig vom Inneren Gottes überfließen, gehören ihr, die ersten Küsse, die liebreichsten Zärtlichkeiten sind gerade für sie.
Nur ihr vertrauen Wir unsere Geheimnisse an, denn da sie Uns am nächsten steht und am meisten bei Uns ist, lassen Wir sie an all dem Unseren teilhaben, und Wir stellen ihr Leben, ihre Freude und Glückseligkeit dar. Sie bildet unsere Freude und unsere Wonne, weil ihr Wille eins ist mit dem Unseren.
Da sie unseren Willen und unsere Glückseligkeit selbst besitzt, ist es kein Wunder, dass sie – weil die Seele unseren Willen besitzt – Uns Freuden und Wonnen bereiten kann, und so beglücken Wir Uns gegenseitig.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 9. April 1926)
„Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte…“ (Lk 13,14)
… „Meine Tochter, Wir beide müssen Geduld haben und an die Arbeit der Bildung des Reiches des Göttlichen Willens denken. Niemand weiß davon, was Wir gerade tun, die Opfer, die nötig sind, die ständigen Akte, die Gebete, die erforderlich sind, um ein solches Gut zu bilden und zu erlangen.
Niemand nimmt an unseren Opfern teil, niemand hilft uns, dieses Reich zu bilden, das ihnen ein solches Gut bringen wird.
Während sie Uns keinerlei Aufmerksamkeit schenken, denken sie daran, das elende Leben zu genießen, ohne sich auch nur dafür zu disponieren, das Gut zu empfangen, das Wir gerade vorbereiten.
O, wenn die Menschen sehen könnten, was im Verborgenen unserer Herzen geschieht, wie überrascht wären sie vor Verwunderung! So geschah es auch, als Ich und meine Mutter auf Erden waren.
Als Wir das Reich der Erlösung vorbereiteten und alle nötigen Heilmittel, damit alle das Heil finden könnten, ersparten Wir Uns weder Opfer noch Mühen, noch Leben und Gebet.
Während wir damit beschäftigt waren, an alle zu denken, das Leben für alle zu geben, dachte niemand an Uns und wusste niemand, was Wir gerade taten.
Meine Himmlische Mama war die Schatzwalterin des Reiches der Erlösung, daher nahm Sie teil an allen Opfern und allen Schmerzen. Nur der heilige Josef wusste, was Wir taten, doch trat er nicht in alle unsere Schmerzen ein.
O, wie schmerzte unser Herz, als Wir dies sahen: während Mutter und Sohn sich vor Leiden und Liebe für alle verzehrten, um alle möglichen und vorstellbaren Heilmittel für alle zu bereiten, sie zu heilen und in Sicherheit zu bringen, da dachten sie nicht nur nicht an Uns, sondern beleidigten und verachteten Uns.
Andere wieder trachteten Mir sogar von meiner Geburt an nach dem Leben! Dies wiederhole Ich mit dir, meine Tochter, um das Reich meines Göttlichen FIAT aufzubauen.
Die Welt empfängt von Uns, obwohl sie Uns nicht kennt, und nur mein assistierender (Beistand leistender) Diener weiß, was Wir tun, nimmt aber weder an unseren Opfern noch an unserer Arbeit Teil.
Wir sind allein, habe also Geduld bei dieser langen Arbeit: je mehr Wir arbeiten, desto mehr Früchte dieses himmlischen Reiches werden Wir genießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 30. April 1927)
„Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler!…“ (Lk 13,15)
Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, sah ich viele Beleidigungen durch Priester und Gottgeweihte und den großen Kummer, den der gebenedeite Jesus ihretwegen fühlte. Beinahe überrascht sagte ich:
„Mein süßes Leben, es stimmt zwar, dass die gottgeweihten Personen Dich beleidigen, doch mir scheint, dass Dich die Weltleute noch mehr beleidigen. Und doch zeigst Du größeren Schmerz bei den ersten als bei den zweiten. Mir scheint, dass Du ganz Auge bist für alles, was die Ersten tun, und nicht auf das zu sehen scheinst, was die Zweiten tun.“
Er erwiderte: „Ach, meine Tochter! Du begreifst nicht den Unterschied zwischen den Beleidigungen durch die Gottgeweihten und jenen der Weltleute, daher bist du überrascht.
Die Gottgeweihten haben erklärt, dass sie Mir gehören, Mich lieben und Mir dienen wollen, und Ich habe ihnen die Schätze meiner Gnade anvertraut und anderen die Schätze der Sakramente, das sind die Priester.
Während sie nun dem Äußeren nach vorgeben, Mir zu gehören, sind sie in ihrem Inneren, wenn es für sie erforderlich ist, weit weg von Mir. Sie zeigen, dass sie Mich lieben und Mir dienen, doch sie beleidigen Mich und bedienen sich heiliger Dinge, um ihren eigenen Leidenschaften zu dienen.
Deshalb bin Ich ganz Auge, dass sie meine Gaben und Gnaden nicht verschwenden. Doch trotz meiner Sorgfalt richten sie mit all jenen Dingen Verwüstungen an, mit denen sie Mich äußerlich zu verherrlichen scheinen.
Diese Beleidigung wiegt so schwer, dass du vor Schmerz in deinem Herzen sterben würdest, könntest du sie begreifen. Andererseits erklären die Weltleute, dass sie nicht zu Mir gehören, dass sie Mich nicht kennen und Mir nicht dienen wollen, und so sind sie zunächst frei vom Geist der Heuchelei, die Mir am meisten missfällt.
Da sie es also selbst erklärt haben, konnte Ich ihnen meine Gaben nicht anvertrauen, obwohl die Gnade sie anregt und mit ihnen kämpft, aber sie hat sich ihnen nicht geschenkt, da sie diese nicht wollen.
Es ist wie bei einem König, der eine Befreiungsschlacht für Völker geführt hat, die von anderen Königen versklavt wurden und der einen Teil dieser Völker mit blutiger Gewalt befreien konnte. Dann nahm er sie unter seine Herrschaft und sorgte in allem für sie, und ließ sie, wenn nötig, in seiner eigenen Residenz wohnen.
Nun, wer würde ihm mehr missfallen, wenn sie ihn beleidigen: die Völker, die weit weg von ihm verblieben, und die er auch frei sehen wollte, oder jene, die mit ihm leben?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 16. November 1906)
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… Man sah alle Rassen kämpfen und konnte erkennen, wie alle sich auf weitere Kriege vorbereiteten. Da sagte Jesus ganz betrübt zu mir:
„Meine Tochter, du weißt nicht, wie mein glühendes Herz den Geschöpfen voller Liebe entgegeneilen möchte, aber sobald es zu ihnen hinläuft, weisen sie es zurück und begegnen Mir mit den brutalsten Beleidigungen und schauderhaftesten Vortäuschungen.
Da sich meine Liebe also verfolgt sieht, tritt meine Gerechtigkeit auf und verteidigt meine Liebe. Sie schlägt jene mit Geißeln, die Mich verfolgen und entlarvt die Vortäuschungen, die sie nicht nur Mir, sondern die sich die Nationen untereinander zufügen.
Indem sie nämlich einander betrügen, zeigen sie, dass sie sich grimmig hassen anstatt sich zu lieben. Dieses Jahrhundert könnte man das Jahrhundert der schlimmsten Täuschungen nennen, und zwar bei allen Ständen: so werden sie nie miteinander übereinkommen.
Während sie sich scheinbar einigen, hecken sie in Wirklichkeit neue Kriege aus. Die Vortäuschung hat nie wirklich etwas Gutes bewirkt, weder in der zivilen noch in der kirchlichen Ordnung, höchstens einige vergängliche Schatten davon.
Nun sind sie dabei, den mit Worten und nicht mit Taten gepriesenen Frieden in Kriegsvorbereitungen zu verwandeln. Wie du schon siehst, haben sich viele Menschenrassen zum Kampf zusammengetan, unter diesem oder jenem Vorwand, und noch andere werden sich zusammenschließen.
Doch Ich werde Mich der Vereinigung jener verschiedenen Menschen bedienen, denn damit das Reich meines Göttlichen Willens komme, muss die Vereinigung aller Rassen durch einen weiteren, noch viel ausgedehnteren Krieg als den letzten kommen, in dem Italien finanziell so stark belastet war.
Mit der Vereinigung dieser Rassen werden sich die Völker kennenlernen, und nach dem Krieg wird es leichter sein, das Reich meines Willens auszubreiten.
Ertrage daher geduldig meine Abwesenheit und die Leere, die meine Gerechtigkeit als Verteidigung meiner verfolgten Liebe schaffen möchte. Du bete und opfere alles auf, damit das Reich meines FIAT bald kommt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 31. März 1927)


