Montag der 9. Woche im Jahreskreis (Mk 12,1-12)
1In jener Zeit begann Jesus zu den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und den Ältesten in Form von Gleichnissen zu reden. Er sagte: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.
2Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen.
3Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort. 4Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; auch ihn misshandelten und beschimpften sie.
5Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht. 6Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben.
7Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns. 8Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus.
9Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben. 10Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden;
11das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? 12Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.
„Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns“ (Mk 12, 7)
… „Meine Tochter, mein Wille ist mitten unter den Geschöpfen wie das Zentrum ihres Lebens, so wie sich das menschliche Herz königlicher Herrscher der Natur nennen kann.
In der Tat, wenn auch der Geist denkt, der Mund spricht, die Hände arbeiten, die Füße laufen, – wenn aber das Herz nicht pocht, ist alles mit einem Schlag zu Ende, weil der armen Natur der König fehlt, und somit jener, der die Gedanken, Worte und all das beherrscht, was das Geschöpf tun kann, und all diesem Leben verleiht.
Als König der Seele ist der Gedanke, der Sitz, der Thron, wo die Seele ihre Aktivität, ihr Leben, ihre Herrschaft entfaltet. Wenn nun die menschliche Natur den Herzschlag unterdrücken und beim Sprechen, Denken, usw., ohne ihren König auskommen möchte, was würde geschehen?
Sie selbst würde alle ihre Akte ertöten, so wäre es Suizid an sich selbst. Wenn die Seele den Gedanken ersticken wollte, würde sie kein Mittel finden, um ihre Aktivität entfalten zu können, so wäre sie wie ein König ohne Reich und ohne Völker.
Was nun das Herz für das Leben des Menschen, und der Gedanke für die Seele ist, das ist mein Göttlicher Wille in jedem Geschöpf. Er ist wie das Zentrum des Lebens. Er pocht mit seinem unaufhörlichen und ewigen Herzschlag, und das Geschöpf denkt, Er pocht und es spricht, geht und arbeitet.
Die Menschen aber denken nicht nur nicht daran, sondern würgen Ihn ab, unterdrücken sein Licht, seine Heiligkeit, seinen Frieden, das richtige Handeln, das rechte und heilige Sprechen; und einige unterdrücken Ihn so sehr, dass sie Selbstmord an ihren eigenen Seelen begehen.
Mein Wille ist auf dieser niedrigen Welt [hier unten] wie ein König ohne Reich und ohne Völker. Die Geschöpfe leben so, als hätten sie weder König noch Göttliches Leben, noch Herrschaft, da der königliche Herrscher ihres Herzschlages für ihre Natur, und der Herrscher der Gedanken für ihre Seelen fehlt.
Da Er aufgrund seiner Unermesslichkeit alles und alle einhüllt, ist Er genötigt, wie in Sich Selbst abgewürgt zu leben, weil eine Seele fehlt, die sein Leben, seine Haltung, seine Herrschaft aufnimmt.
Doch Er möchte sein Reich auf Erden bilden, will sein auserwähltes und treues Volk haben. Daher bleibt Er, obwohl Er mitten unter den Menschen unerkannt und unterdrückt lebt, nicht stehen und zieht sich nicht in seine Himmlischen Regionen zurück, sondern beharrt darauf, in ihrer Mitte zu bleiben, um Sich bekannt zu machen.
Er möchte allen das Gute zu erkennen geben, das Er tun will, seine Himmlischen Gesetze, seine unübertreffliche Liebe, seinen Herzschlag, der vor Licht, Heiligkeit, Liebe, Gaben, Frieden und Seligkeit pocht – und so möchte Er auch die Kinder seines Reiches haben. Darum sind sein Leben und seine Kenntnisse in dir, damit du bekannt machst, was ‚Göttlicher Wille‘ bedeutet.
Ich freue Mich daran und verberge Mich in meinem eigenen Willen, um Ihm das ganze Feld und die Entfaltung seines Lebens in dir zu überlassen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 25. Februar 1928)
„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden“ (Mk 12, 10)
Ich bin weiterhin in meinem leidvollen Zustand. Mein süßer Jesus kam nur kurz, und während Er mich fest an sich zog, sagte Er zu mir: „Meine Tochter, Ich wiederhole es dir, betrachte nicht die Erde. Lassen wir sie nur machen.
Wollen sie Krieg führen, lassen wir sie nur. Und wenn sie dessen müde geworden sind, dann werde auch Ich meinen Krieg führen. Ihre Müdigkeit im Bösen, ihre Ernüchterungen, ihre Enttäuschungen, die erlittenen Verluste werden sie dazu disponieren, meinen Krieg anzunehmen.
Mein Krieg wird ein Krieg der Liebe sein. Mein Wille wird vom Himmel in ihre Mitte herabsteigen. Alle deine Akte und die Akte der anderen, die in meinem Willen getan wurden, werden den Geschöpfen den Krieg erklären, aber keinen blutigen Krieg.
Sie werden mit den Waffen der Liebe kämpfen und ihnen Geschenke, Gnaden und Frieden bringen, ihnen so überraschende Dinge geben, dass sie den undankbaren Menschen zum Staunen bringen werden.
Dieser mein Wille, die Miliz vom Himmel, wird den Menschen mit göttlichen Waffen verwirren, ihn überwältigen, ihm das Licht verleihen, damit er sehen könne, aber nicht das Böse, sondern die Gaben und Reichtümer, mit denen Ich ihn bereichern will.
Die in meinem Willen getanen Akte tragen die schöpferische Macht in sich, und sie werden die neue Errettung des Menschen sein, und während sie vom Himmel herabsteigen, werden sie alle Güter auf die Erde bringen; sie werden die neue Ära herbeiführen und den Triumph über die menschliche Bosheit.
Vervielfältige deshalb deine Akte in meinem Willen, um die Waffen, die Gaben und die Gnaden zu bilden, um in die Mitte der Geschöpfe herabsteigen zu können und sie in Liebe zu bekriegen.“
Dann fügte Er mit betrübterem Ton hinzu: „Meine Tochter, Mir wird es ergehen wie einem armen Vater, dessen böse Kinder ihn nicht nur beleidigen, sondern ihn auch töten wollen.
Und wenn sie es nicht tun, dann nur deshalb, weil sie dazu nicht in der Lage sind. Nun, da diese Kinder ihren eigenen Vater töten wollen, ist es kein Wunder, dass sie sich gegenseitig töten, dass eins gegen das andere ist, dass sie sich gegenseitig arm machen und schließlich an den Rand des Verderbens gelangen; und was noch schlimmer ist, dass sie sich nicht einmal daran erinnern, dass sie einen eigenen Vater haben.
Was tut nun dieser Vater, der von den eigenen Söhnen in die Verbannung geschickt worden ist? Während sich diese bekämpfen, sich verwunden, vor Hunger fast umkommen, müht sich der Vater im Schweiße ab, neue Schätze, Gaben und Heilmittel für seine Kinder zu erwerben.
Wenn er sie also beinahe verloren sieht, so begibt er sich mitten unter sie, um sie reicher zu machen. Er reicht ihnen die Heilmittel für ihre Wunden und bringt Friede und Glück zu allen. Dann werden diese Kinder, überwältigt von so viel Liebe, sich mit dem Vater durch das Band dauerhaften Friedens verbinden, und sie werden ihn lieben.
So wird es auch Mir ergehen. Daher wünsche Ich dich in meinem Willen als treue Tochter meines Willens und gemeinsam mit Mir an der Arbeit, um die neuen Reichtümer zu erwerben, die den Geschöpfen gegeben werden sollen.
Sei Mir treu und beschäftige dich mit nichts anderem.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 26. April 1921)
“Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder” (Mk 12, 11)
… „Meine Tochter, Uns ist alles möglich. Die Unmöglichkeiten, Schwierigkeiten und für Menschen unüberwindlichen Klippen lösen sich vor unserer Höchsten Majestät wie Schnee in der heißen Sonne auf.
Alles liegt darin, dass Wir es wollen, alles Übrige bedeutet nichts. War dies nicht auch bei der Erlösung so? Die Sünde nahm mehr denn je überhand, kaum eine kleine Gruppe von Menschen ersehnte den Messias, und in jenem kleinen Kern gab es so viel Heuchelei, Sünden aller Art und oft Götzendienst!
Doch mein Kommen auf die Erde war beschlossen, und angesichts unserer Ratschlüsse können alle Übel das nicht verhindern, was Wir tun wollen.
Ein einziger Akt unseres Willens verherrlicht Uns mehr, als alle Übel und Sünden der Menschen Uns beleidigen können, da unser Willensakt göttlich und unermesslich ist und in seiner Unermesslichkeit die ganze Ewigkeit, alle Jahrhunderte umfasst und sich zu allen erstreckt.
Darum entspricht es nicht unserer unendlichen Weisheit, dass Wir auch nur einen einzigen Akt unseres Willens wegen der Sünden der Menschen nicht verwirklichen.
Wir walten als Gott und tun, was Wir tun müssen – und belassen die Geschöpfe in ihrem menschlichen Part und herrschen souverän über alles und alle, selbst über das Böse und verwirklichen unsere Ratschlüsse.
Wie Wir nun mein Kommen auf die Erde beschlossen hatten, so ist auch das Reich unseres Willens auf Erden durch unseren Ratschluss verfügt, mehr noch, sie stellen beide ein einziges Dekret dar.
Wie Wir den ersten Akt dieses Dekrets erfüllt haben, führen Wir nun den zweiten aus. Es ist wahr, dass Wir die gute Disposition der Geschöpfe brauchen, um das große Gut zu gewähren, das ein Akt unseres Willens hervorbringen kann; daher benötigen Wir höchstens [noch mehr] Zeit und bahnen unseren Weg mitten unter ihren Übeln, um die Seelen zu disponieren.
Es stimmt [auch], dass die Zeiten traurig und die Völker müde sind, welche alle Wege verschlossen und nicht einmal für die natürlichen Lebensbedürfnisse einen Ausweg sehen.
Die Bedrückungen und Ansprüche ihrer Anführer sind untragbar – eine gerechte Strafe dafür, dass sie Menschen ohne Gott zu ihren Oberhäuptern gewählt haben.
Diese führen ein schlechtes Leben, ohne rechtmäßigen Anspruch auf Führerschaft und verdienten eher das Gefängnis als den Anspruch auf Herrschergewalt.
Viele Throne und Königreiche wurden gestürzt, und die wenigen verbliebenen sind alle schwankend und befinden sich gleichsam im Umsturz, sodass die Erde quasi ohne König, und in der Hand böser Menschen sein wird.
Arme Völker, meine armen Kinder, die unter der Herrschaft mitleidloser Menschen ohne Herz sind, die nicht die Gnade besitzen, ihre Untergebenen führen zu können. Schon wiederholt sich die Epoche des jüdischen Volkes.
Als die Zeit meiner Ankunft auf Erden herannahte, besaß es keinen König und war unter der Herrschaft eines fremden Kaiserreichs, von Barbaren und Götzendienern, die nicht einmal ihren Schöpfer erkannten – und doch war dies das Zeichen, dass Ich bald in ihre Mitte kommen sollte.
Diese Epoche und jene gleichen sich in vielem, und das Verschwinden der Throne und Kaiserreiche kündigt an, dass das Reich meines Göttlichen Willens nicht mehr ferne ist.
Da es ein universelles, friedvolles Reich sein soll, braucht es keine Könige, die es regieren, sondern jeder wird sein eigener König sein. Mein Wille wird ihnen Gesetz, Führung, Stütze, Leben und der absolute König aller und jedes einzelnen sein; und alle eigenmächtigen Führer ohne Berechtigung werden zu Bruch gehen wie Staub im Wind.
Die Nationen werden sich weiterhin durch Krieg und Revolution bekämpfen, untereinander und gegen meine Kirche. Sie haben ein Feuer in ihrer Mitte, das sie verzehrt und ihnen keinen Frieden gibt und keinen Frieden von ihnen ausgehen lässt.
Es ist das Feuer der Sünde und des Vorgehens ohne Gott, das ihnen keinen Frieden gibt.
Sie werden nie Frieden schließen können, wenn sie Gott nicht als Ordnung und Band der Einheit und des Friedens in ihre Mitte rufen. Ich aber lasse sie gewähren und werde sie am eigenen Leib verspüren lassen, was es bedeutet, ohne Gott zu handeln. Doch das verhindert nicht, dass das Reich meines Höchsten Fiat kommt.
Das ist alles Menschenwerk, sind Dinge von der niedrigen Welt, die mein Wille – wann Er es wünscht – zerschlägt und zerstreut und aus dem Unwetter den heitersten Himmel und die strahlendste Sonne aufgehen lässt.
Das Reich meines Göttlichen Willens hingegen ist von den Höhen des Himmels, es wurde inmitten der Göttlichen Personen gebildet und beschlossen, niemand kann es Uns antasten oder zerstreuen.
Zuerst handeln Wir unseren Willen mit einem einzigen Geschöpf ab und formen in ihm das erste Reich, dann mit wenigen, und danach werden Wir dieses Reich kraft unserer Allmacht überall hin ausbreiten.
Sei gewiss und sorge dich nicht, dass die Übel schlimmer werden. Unsere Macht, unsere erobernde Liebe, die stets siegt, unser Wille, der alles vermag und mit unbesiegbarer Geduld sogar Jahrhunderte warten kann – der aber das, was Er tun will, tun wird – wiegt schwerer als alles Böse der Menschen.
Vor seiner unbesiegbaren Macht und seinem unendlichen Wert werden alle ihre Übel wie Wassertropfen und Bedeutungslosigkeiten sein, die dem Triumph unserer Liebe und der größeren Ehre unseres vollbrachten Willens dienen.
Wenn Uns dann die große Ehre zuteilwird, dass dieses Reich in einer einzigen Seele errichtet ist, wird diese wie die Sonne sein, deren Licht alle zu Recht genießen und besitzen dürfen. Mehr als die Sonne, wird sie allen Seelen das Recht auf den Besitz eines so heiligen Reiches verleihen.
Wir werden mit unendlicher Weisheit weder Gnaden, noch Licht, Hilfen und überraschende Mittel zurückhalten, damit sie das Reich meines Willens unter ihnen zur Herrschaft bringen. Lass Mich daher handeln. Wenn Jesus es dir verheißen hat, genügt das, und es ist so, als wäre es schon geschehen.
Alles Böse und alle Geschöpfe zusammen haben weder Macht noch Recht über unseren Willen und können auch keinen einzigen Akt unseres, durch Dekrete unserer Weisheit gewollten Willens verhindern.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 3. Januar 1932)


