16Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. 17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16)

Nun, zum Glauben zurückkehrend, sagte Jesus: „Um zu empfangen, muss man glauben.
Wie für das Haupt ohne das Augenlicht alles Finsternis und Verwirrung ist, sodass man beim Gehen einmal an dieser, dann an jener Stelle stolpern und schließlich ganz fallen würde, so geht es der Seele ohne Glauben – sie tut nichts anderes als von Abgrund zu Abgrund zu stürzen.
Aber der Glaube dient der Seele als Sehvermögen und als Licht, welches sie zum ewigen Leben führt. Nun, wovon wird dieses Licht des Glaubens genährt? Von der Hoffnung. Und was ist die Substanz dieses Lichtes des Glaubens und dieser Nahrung der Hoffnung? Es ist die Liebe. Alle diese drei Tugenden sind so ineinander verflochten, dass keine ohne die andere bestehen kann.
Tatsächlich, was würde dem Menschen der Glaube an die unermesslichen Reichtümer des Glaubens nützen, wenn er sie nicht für sich selbst erhoffen würde? Er würde sie wohl ansehen, aber mit einem gleichgültigen Blick, weil er weiß, dass sie nicht ihm gehören.
Aber die Hoffnung verleiht dem Licht des Glaubens Flügel, und in der Hoffnung auf die Verdienste Jesu Christi betrachtet sie diese Schätze als die ihren, und beginnt sie zu lieben…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; 227+228)

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Diesen Morgen fühlte ich eine Angst in mir, dass es nicht Jesus sein könnte, sondern der Dämon, der mich täuschen wollte. Jesus kam, und als Er mich in dieser Furcht sah, sprach Er zu mir:
„Demut ist die Sicherheit[swache] für die himmlischen Gunsterweise. Demut kleidet die Seele in solche Sicherheit, dass die Tricks des Widersachers nicht in sie eindringen können. Demut bringt alle himmlischen Gnaden in Sicherheit, sodass Ich dort, wo Ich Demut sehe, alle Arten von himmlischen Gnaden rückhaltlos fließen lasse.
Lasse dich deswegen also nicht beunruhigen, sondern schau vielmehr mit einem einfachen Auge immer in dein Inneres, um zu sehen, ob du mit der schönen Demut bekleidet bist, und sorge dich um nichts anderes.“
Dann zeigte Er mir viele geweihte Personen des religiösen Lebens und unter ihnen Priester – auch solche, die ein heiliges Leben führten. Aber so gut sie waren, es mangelte ihnen am Geist der Einfachheit, an die vielen Gnaden zu glauben und die vielen Wege, welche der Herr [im Umgang] mit den Seelen benützt. Jesus sagte zu mir:
„Ich teile Mich sowohl den Demütigen als auch den Einfachen mit, denn sie glauben sofort an meine Gnaden und schätzen sie sehr, wenn sie auch ungebildet und arm seien.
Aber bei diesen anderen, die du siehst, bin Ich sehr zurückhaltend, denn der erste Schritt, der eine Seele Mir näherbringt, ist der Glaube; so geschieht es, dass diese mit all ihrer Wissenschaft, Lehre, ja sogar Heiligkeit, nie einen Strahl des himmlischen Lichtes erfahren, das bedeutet, sie gehen den natürlichen Weg weiter und kommen nie so weit, nicht einmal im Geringsten, das Übernatürliche zu berühren.
Das ist auch der Grund, weshalb im Laufe meines sterblichen Lebens auch nicht ein Gelehrter, ein Priester oder ein Mächtiger unter meinen Jüngern war, sondern lauter Ungebildete und solche aus niedrigen Verhältnissen – denn diese waren demütiger und einfacher, und auch mehr disponiert, um große Opfer für Mich zu bringen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 19. Mai 1899)

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… „Als im Rat der Heiligsten Dreieinigkeit das Geheimnis der Menschwerdung beschlossen wurde, um die Menschheit zu retten, und Ich, vereint mit ihrem Willen, willigte ein und bot Mich als Opfer für den Menschen an: alles war Einheit zwischen Ihnen und Mir, und Wir richteten alles gemeinsam ein, doch als Ich mich ans Werk machte, kam ein Punkt – besonders, als Ich Mich im Bereich der Leiden, der Schmach befand, mit allen Freveltaten der Geschöpfe beladen – wo Ich allein und verlassen war von allen, sogar von meinem lieben Vater.
Nicht nur das, sondern beladen wie Ich war mit allen Schmerzen, musste Ich auf den Allmächtigen Druck ausüben, dass Er einwilligte und Mich mein Opfer fortsetzen lasse, für die Erlösung der ganzen Menschheit, der gegenwärtigen und zukünftigen.
Und Ich erlangte dies: das Opfer dauert noch immer an, der Zwang ist andauernd, obwohl es ein „Zwang“ ganz aus Liebe ist, und willst du wissen, wo und wie? I
m Sakrament der Eucharistie. In diesem ist das Opfer ununterbrochen; immerwährend der Zwang, den Ich ausübe: auf den Vater, dass Er Barmherzigkeit an den Geschöpfen übe, und an den Seelen, um ihre Liebe zu erlangen; und Ich befinde Mich in einem ständigen Gegensatz und sterbe ständig – obwohl alles Liebestode sind…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 12. März 1903)

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Jn 3, 17)

Ich fühlte mich voller Zweifel und vernichtet wegen all dem, was mein Jesus über seinen Göttlichen Willen sagt und dachte mir:
„Wie ist es möglich, dass Er so viele Jahrhunderte vergehen hat lassen, ohne diese Wunder des Göttlichen Willens bekannt zu machen, und dass Er nicht unter so vielen Heiligen einen gewählt hatte, der dieser ganz Göttlichen Heiligkeit den Beginn geben sollte? Es hat doch die Apostel gegeben, so viele andere große Heilige, die die ganze Welt in Staunen versetzten.”
Während ich nun darüber nachdachte, kam Er, und ohne mir Zeit zu lassen, unterbrach Er meine Gedanken und sagte zu mir: „Die kleine Tochter meines Wollens will sich nicht überzeugen, warum zweifelst du noch daran?” „Weil ich mich als schlecht erkenne, und je mehr Du sagst, umso mehr fühle ich mich vernichtet.”
Und Jesus: „Das ist es, was Ich will: deine Vernichtung. Und je mehr Ich zu dir von meinem Willen spreche, erschafft mein Wort, da es schöpferisch ist, meinen Willen in dem deinen, und der deine bleibt angesichts der Macht des Meinigen vernichtet und aufgelöst, deshalb deine Vernichtung.
Wisse, dass dein Wille sich in Meinem auflösen muss, wie der Schnee unter den Strahlen einer brennenden Sonne zunichte wird. Nun, du musst wissen, je größer das Werk ist, das Ich tun will, umso mehr Vorbereitungen sind nötig.
Wie viele Prophezeiungen, wie viele Vorbereitungen, wie viele Jahrhunderte sind nicht meiner Erlösung vorausgegangen? Wie viele Symbole und Zeichen haben nicht die Empfängnis meiner Himmlischen Mutter vorweggenommen?
Nach vollbrachter Erlösung nun musste Ich den Menschen in den Gütern der Erlösung festigen, und dafür wählte Ich die Apostel aus als Bestärker der Früchte der Erlösung, die mit den Sakramenten den verlorenen Menschen aufsuchen und ihn in Sicherheit bringen sollten. Deshalb ist die Erlösung Rettung, es bedeutet, den Menschen vor jedem Abgrund zu retten.
Aus diesem Grund habe Ich dir ein anderes Mal gesagt, dass es etwas Größeres als selbst die Erlösung ist, die Seele in meinem Willen leben zu lassen: Denn sich zu retten, indem man ein mittelmäßiges Leben führt, bald fällt und bald wieder aufsteht, ist nicht so schwierig, und dies hat meine Erlösung erfleht, denn Ich wollte den Menschen um jeden Preis retten.
Dies habe Ich meinen Aposteln als Schatzwaltern der Erlösungsfrüchte anvertraut. Da Ich also noch das Geringere tun musste, bewahrte Ich das Größere für später auf, und behielt Mir andere Epochen vor zur Vollendung meiner hohen Pläne.
Nun, das Leben in meinem Willen ist nicht nur Rettung, sondern es ist Heiligkeit, die sich über alle anderen Arten von Heiligkeit erheben muss, welche den Stempel der Heiligkeit ihres Schöpfers tragen muss.
Deshalb mussten zuerst die geringeren Heiligkeiten einander folgen, wie ein Gefolge, Träger, Boten und Vorbereiter dieser Heiligkeit, die ganz göttlich ist.
Und wie Ich bei der Erlösung meine unvergleichliche Mutter als Verbindungsglied mit Mir erwählte, von dem alle Früchte der Erlösung herabsteigen sollten, so wählte Ich dich als Verbindungsring, aus dem die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen ihren Anfang nehmen sollte.
Und da sie aus meinem Willen hervorgegangen ist, um Mir die vollständige Glorie des Zweckes zu bringen, für den der Mensch erschaffen wurde, muss er auf demselben Weg meines Willens zurückkehren, um zu seinem Schöpfer heimzukehren.
Was wunderst du dich also? Das sind seit Ewigkeit festgesetzte Dinge, und niemand wird es zuwege bringen, dass Ich davon abrücke.
Und da diese Angelegenheit groß ist – es geht um die Errichtung meines Reiches in der Seele auch auf Erden – ging Ich vor wie ein König, der ein Reich in Besitz nehmen soll: Er geht nicht als Erster hin, sondern lässt zuerst seinen Königspalast vorbereiten, dann schickt er seine Soldaten, um das Reich zu bereiten und die Völker als seine Untertanen zu disponieren.
Dann folgen die Ehrengarden und die Minister, und der Letzte ist der König: das ist ehrenvoll für einen König.
So tat Ich es: Ich ließ meinen Palast bereiten, welcher die Kirche ist; die Soldaten waren die Heiligen, um Mich bei den Völkern bekannt zu machen; dann folgten die Heiligen, die Wunder säten, als meine vertrautesten Minister; und nun komme Ich als König, um zu herrschen, deshalb musste Ich eine Seele auswählen, wo Ich meine erste Wohnstätte errichten sollte, und dieses Reich meines Willens gründen.
Lass Mich deshalb herrschen und gib Mir volle Freiheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 3. Dezember 1921)

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… „Meine Tochter, wie viel wird mein Wille darüber bekannt machen, was meine Menschheit in diesem Göttlichen Willen wirkte! Meine Menschheit musste die Erlösung, um sie vollkommen und vollständig zu wirken, in der Sphäre der Ewigkeit bewerkstelligen: von daher erkennst du die Notwendigkeit eines Ewigen Willens.
Hätte mein menschlicher Wille nicht einen Ewigen Willen bei sich gehabt, wären alle meine Akte beschränkt und begrenzt gewesen, mit Diesem jedoch sind sie endlos und unendlich.
Daher mussten meine Leiden und mein Kreuz grenzenlos und unendlich sein, und der Göttliche Wille bewirkte, dass meine Menschheit all jene Leiden und Kreuze fand, sodass Er Mich über die ganze Menschheitsfamilie, vom ersten bis zum letzten Menschen, ausdehnte; und Ich absorbierte alle Arten von Leiden in Mich, und jedes Geschöpf stellte mein Kreuz dar; mein Kreuz war daher so lang, wie alle Jahrhunderte sind und sein werden, und so weit wie die Menschengeschlechter.
Es war nicht nur das kleine Kreuz von Kalvaria, an das Mich die Juden geheftet hatten, dieses war nur ein Gleichnis des langen Kreuzes, an dem Mich der Höchste Wille gekreuzigt hielt.
So bildete jedes Geschöpf die Länge und Breite des Kreuzes, und indem sie es bildeten, wurden sie in eben dieses Kreuz gleichsam eingepfropft; und nicht nur der Göttliche Wille, der Mich darüber ausbreitete und Mich kreuzigte, bildete mein Kreuz, sondern alle jene, die dieses Kreuz formten.
Deshalb brauchte Ich die Sphäre der Ewigkeit, welche dieses Kreuz aufnehmen sollte, der irdische Raum hätte nicht genügt, um es zu fassen.
O, wie sehr werden Mich die Menschen lieben, wenn sie erkennen, was meine Menschheit im Göttlichen Willen tat, was der Göttliche Wille Mich aus Liebe zu ihnen leiden ließ!
Mein Kreuz war nicht aus Holz, nein, es waren die Seelen. Sie waren es, deren Herzschlag Ich am Kreuz fühlte, auf das der Göttliche Wille Mich ausstreckte, und Ich ließ Mir keine entgehen.
Allen gab Ich ihren Platz, und um jeder Seele einen Platz zu geben, streckte Mich der Göttliche Wille auf so qualvolle Weise und unter so furchtbaren Leiden aus, dass Ich die Leiden der Passion dagegen einen „kleinen Trost“ nennen könnte.
Beeile dich also, dass mein Wille alles bekannt mache, was dieses Ewige Wollen in meiner Menschheit gewirkt hat.
Diese Kenntnis wird so viel Liebe in den Menschen aufkeimen lassen, dass sie sich beugen werden, um meinen Willen unter ihnen herrschen zu lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 16. Februar 1923)

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… „Meine gesegnete Tochter, meine Heiligste Menschheit war die Verwahrungsstätte meines Göttlichen Willens. Es gab keinen kleinen oder großen Akt, bis hin zum Atem und zur Bewegung, wo meine Menschheit, die sich zur Hülle machte, nicht in allem mein Göttliches FIAT verbarg, ja Ich hätte weder zu atmen noch Mich zu bewegen vermocht, wenn Ich das FIAT nicht in Mich eingeschlossen hätte.
So diente Mir meine Menschheit als Schleier, der sowohl meine Gottheit wie auch das große Wunder des Wirkens meines Willens in all meinen Akten verbergen sollte.
Anderenfalls hätte sich Mir niemand nähern können. Meine Majestät, das strahlende Licht meiner Gottheit hätte sie geblendet und zur Erde geworfen, und alle wären vor Mir geflohen. Wer hätte es je gewagt, Mir auch nur das geringste Leid zuzufügen?
Doch Ich liebte den Menschen und kam nicht auf die Erde, um meine Gottheit zur Schau zu stellen, sondern meine Liebe. Daher wollte Ich Mich unter der Hülle meiner Menschheit verbergen, um mit den Menschen vertraut zu werden und das zu tun, was er tat, und ging sogar so weit, Mir unerhörte Leiden und den Tod selbst zufügen zu lassen.
Wer sich nun mit meiner Menschheit in all seinen Akten und Leiden vereint, zerreißt, wenn er meinen Willen finden und Ihn sich aneignen möchte, die Hülle meiner Menschheit; diese Seele findet in meinen Akten die Frucht, das Leben und die Wunder, die mein Wille in Mir wirkte und empfängt das, was Ich in Mir tat, als ihr Leben.
Meine Menschheit wird für sie Hilfe und Führung sein und sie lehren, in meinem Willen zu leben. So werde Ich auf Erden [in dieser Seele] ein [zweites] Ich-selbst haben, Das für Mich weiterhin die Hülle bildet, um das Wirken meines Willens zu verbergen.
Wenn die Menschen Mich aber ohne meinen Willen suchen, werden sie nur meine Hülle finden, aber nicht das Leben meines Willens, Der dann nicht die Wunder hervorbringen kann, die Er in der Verborgenheit meiner Menschheit gewirkt hat.
Stets ist es mein Wille, der in der Seele die größten Wunder zu verbergen vermag, die strahlendsten Sonnen, die noch nie gesehenen Wunder. Wie viele dieser meiner lebenden Menschheiten hätte Ich gerne auf der Erde!
Doch leider, Ich suche sie und finde sie nicht, denn es gibt keinen, der mit aller Entschlossenheit meinen Willen sucht!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 8. Dezember 1938)

“Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat“ (Joh 3,18)

Ich dachte über die große Wohltat nach, die Jesus uns mit der Erlösung gewährt hatte, und Er sprach voller Güte zu mir: „Meine Tochter, Ich erschuf das Geschöpf schön, edel, von ewigem und göttlichem Ursprung, voller Glückseligkeit und Meiner würdig.
Die Sünde zerstörte es von oben bis unten, beraubte es der Würde, verunstaltete es und machte es zum unglücklichsten Geschöpf, das nicht wachsen konnte, denn die Sünde brachte sein Wachstum zum Stillstand und bedeckte es mit Wunden, dass es beim bloßen Anblick Abscheu erregte.
Meine Erlösung nun kaufte das Geschöpf von der Sünde frei, und meine Menschheit tat nichts anderes als eine zärtliche Mutter mit ihrem Neugeborenen, das noch keine andere Speise verträgt; um ihrem Kind Leben zu geben, öffnet sie die Brust und legt ihr Kind daran und spendet ihm durch ihr, in Milch umgewandeltes Blut, die Nahrung, um ihm das Leben zu geben.
Mehr als eine Mutter, ließ sich meine Menschheit durch die Peitschenschläge so viele Löcher in sich selbst auftun, die gleichsam wie ebenso viele Brüste, Ströme von Blut ausgossen, damit meine Kinder sich daran hängen und die Nahrung einsaugen konnten, um das Leben zu empfangen und ihr Wachstum zu entwickeln.
Und mit meinen Wunden bedeckte Ich ihre Verunstaltungen und machte sie schöner als zuerst. Und wenn Ich sie bei ihrer Erschaffung wie reinste und edle Himmel schuf, schmückte Ich sie in der Erlösung, indem Ich sie mit den strahlendsten Sternen meiner Wunden übersäte, um ihre Hässlichkeit zu bedecken und sie schöner zu machen.
Auf ihre Wunden und Verunstaltungen legte Ich die Diamanten, Perlen und Brillanten meiner Leiden, um alle ihre Übel zu verbergen und sie mit einer Pracht zu bekleiden, dass es ihren Urzustand übertraf.
Deshalb sagt die Kirche mit Grund: „Glückliche Schuld – Felix culpa“, denn mit der Schuld kam die Erlösung, und meine Menschheit ernährte meine Kinder nicht nur mit ihrem Blut, bekleidete sie mit ihrer eigenen Person und zierte sie mit ihrer eigenen Schönheit, sondern jetzt sind meine Brüste immer voll, um meine Kinder zu ernähren.
Wie hart wird nicht das Urteil für jene sein, die sich nicht an meine Brust klammern wollen, um das Leben zu empfangen, zu wachsen und ihre Verunstaltungen zu bedecken?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 26. Februar 1922)