Austausch des Willens zwischen Gott und der Heiligsten Jungfrau und Luisa. Die Heiligste Jungfrau wiederholt an der Seele, die im Göttlichen Willen lebt, das, was sie an ihrem Sohn tat.

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, befand sich mein armer Geist in einer ganz hohen Sphäre, ich schien die Gottheit zu sehen, und auf einem Knie des Himmlischen Vaters meine Königin Mutter, tot, als ob sie kein Leben hätte.
Ich dachte mir verwundert: „Meine Mama ist gestorben, doch welch glücklicher Tod, auf den Knien unseres Schöpfers zu sterben!” Doch als ich genauer hinblickte, sah ich, als ob ihr Wille sich vom Leib getrennt hätte und von den Händen von Gott Vater gehalten wurde.
Ich schaute verwundert und wusste mir nicht zu erklären, was ich sah, doch eine Stimme vom Thron Gottes her sprach: „Dies ist die Auserwählte unter allen Auserwählten, sie ist ganz schön, das einzige Geschöpf, das Uns seinen Willen schenkte, und sie ließ ihn Uns leblos zurück, auf unseren Knien, in unseren Händen.
Wir schenkten ihr als Austausch dafür unseren Willen. Ein größeres Geschenk konnten Wir ihr nicht machen, denn mit dem Erwerb dieses Höchsten Willens hatte sie die Macht, das WORT auf die Erde herabsteigen und die Erlösung des Menschengeschlechts verwirklichen zu lassen.
Ein menschlicher Wille hätte keine Macht noch Anziehungskraft über Uns, ein Göttlicher Wille jedoch, den Wir selbst diesem unvergleichlichen Geschöpf gegeben hatten, besiegte Uns, eroberte und entzückte Uns, und da Wir nicht widerstehen konnten, gaben Wir ihrem Ansuchen, das WORT auf die Erde herabsteigen zu lassen, nach.
Nun warten Wir darauf, dass du kommst, auf dem anderen Knie zu sterben, indem du Uns deinen Willen schenkst. Wenn Wir ihn leblos in unseren Händen sehen, wie wenn er für dich nicht mehr existierte, werden Wir dir den Unseren schenken und durch dich, d.h. durch diesen unseren Willen, der dir geschenkt wurde, wird unser FIAT zurückkehren, um auf Erden zu leben.
Diese beiden leblosen Willen auf unseren Knien werden so viele rebellische Willen freikaufen, und Wir werden sie wie ein kostbares Pfand bewahren, das Uns eine Entschädigung für so viele Übel der anderen Geschöpfe darbringt, denn mit unserem Willen werden sie Uns für alles genugtun können.”

Die Stimme verstummte, und ich befand mich auf dem anderen Knie des Vaters, als ich gerade den letzten Atemzug machte und wie tot blieb.
Aber im selben Augenblick befand ich mich in mir selbst, doch kann ich nicht sagen, was ich in mir empfand, ich betete nur von Herzen, dass mein Wille nicht mehr in mich eintrete, sondern nur der Göttliche Wille Leben in mir haben möge.
Ach, nur Er bringt den Seelen alle Güter und wiederholt [die Akte von] Jesus in ihnen, da Er, den Widerhall des Fiat der Schöpfung bildend, alles und alle wie in einem einzigen Atemzug umschließt und Gott für das Werk der Schöpfung, Erlösung und Heiligung vergilt.
Der in uns wirkende Göttliche Wille vermag alles zu tun, Er ist der wahre König, der regiert und alles beherrscht. Dann sah ich meine Himmlische Mutter mit dem Jesuskind in den Armen, das sie küsste und an ihre Brust legte, um Ihm ihre reinste Milch zu reichen, und ich sagte zu ihr: „Meine Mama, und mir gibst du nichts?
O bitte, erlaube mir wenigstens, dass ich mein „Ich liebe Dich” zwischen deinen und den Mund Jesu lege, während Ihr Euch küsst, damit in allem, was Ihr tut, mein kleines „Ich liebe Dich” mitläuft.”

Da sagte sie zu mir: „Meine Tochter, lege nur dein kleines „Ich liebe Dich” nicht bloß auf den Mund, sondern in alle Akte, die zwischen mir und meinem Sohn geschehen.
Wisse, dass in allem, was ich für meinen Sohn tat, ich die Absicht hatte, es für jene Seelen zu tun, die im Göttlichen Willen leben sollten, denn da sie in Ihm sind, waren sie disponiert, all jene Akte zu empfangen, die ich für meinen Jesus tat, und ich fand ausreichend Platz, wo Ich sie hinlegen konnte.
Wenn ich also meinen Sohn küsste, küsste ich sie, denn ich fand sie zusammen mit Ihm in seinem Höchsten Willen. Sie waren wie die ersten in Ihm Aufgestellten, und meine mütterliche Liebe drängte mich, sie an dem teilhaben zu lassen, was ich für meinen Sohn tat.

Großer Gnaden bedurfte es für die, welche in diesem Heiligen Willen leben sollen; ich stellte ihnen alle meine Güter, Gnaden und Schmerzen zur Verfügung, als Hilfe, Verteidigung, Stärkung, als Stütze und als Licht, und ich fühlte mich glücklich und mit den größten Ehren geehrt, die Kinder des Willens des Himmlischen Vaters als meine Kinder zu haben, Den auch ich besaß und betrachtete sie daher auch als von Mir geborene Kinder.
Ja, man kann von ihnen sogar sagen, was man über meinen Sohn sagt: Wie die ersten Generationen das Heil in den Verdiensten des zukünftigen Erlösers fanden, so sind diese Seelen, diese zukünftigen Kinder, kraft des Göttlichen Willens, der in ihnen wirkt, jene, die unaufhörlich Rettung und Gnaden für die zukünftigen Generationen erflehen.
Sie sind mit Jesus und Jesus ist in ihnen, und sie wiederholen gemeinsam mit Jesus alle göttlichen Akte, die seine Menschheit enthält. Wenn du also willst, dass ich an dir wiederhole, was ich an meinem Sohn tat, mache, dass du dich stets in seinem Willen befindest, und ich werde mit meinem Wohlwollen großzügig gegen dich sein.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 10. Oktober 1925)