Die Schmerzen Mariens, und wie das Göttliche FIAT sich zum Leben eines jeden ihrer Leiden machte.
Ich dachte an die Leiden meiner Himmlischen Mutter, da bewegte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, der erste König der Schmerzen war Ich, und da Ich Mensch und Gott bin, musste Ich alles in Mir konzentrieren, um das Vorrecht über alles, auch über die Schmerzen zu haben.
Jene meiner Mutter waren nichts anderes als der Widerschein der Meinen, die sich in ihr spiegelten und sie an all meinen Schmerzen teilhaben ließen, die sie durchbohrten und mit solcher Bitterkeit und Pein erfüllten, dass sie bei jedem Widerhall meiner Schmerzen [in ihr] zu sterben glaubte.
Doch die Liebe unterstützte sie und gab ihr das Leben zurück, deshalb war sie nicht nur ehrenhalber, sondern aus Anspruch der Gerechtigkeit die erste Königin über das unermessliche Meer ihrer Schmerzen.”
Als Jesus so sprach, schien ich meine Mutter vor Jesus stehen zu sehen, und alles, was Jesus enthielt, die Schmerzen und Durchbohrungen dieses heiligsten Herzens, spiegelten sich im Herzen der Schmerzenskönigin wider.
Diese Widerspiegelungen formten so viele Schwerter im Herzen der durchbohrten Mutter, und jene Schwerter wurden von einem FIAT aus Licht besiegelt, die sie ganz umgaben, sodass sie wie inmitten so vieler FIAT aus strahlendstem Licht war, die ihr so viel Glorie verliehen, dass mir die Worte fehlen, dies zu schildern.
Da nahm Jesus seine Rede wieder auf und sagte: „Es waren nicht die Schmerzen, die meine Mutter zur Königin machten und sie in solcher Herrlichkeit erstrahlen ließen, sondern mein allmächtiges FIAT, das in jedem ihrer Akte und Schmerzen mit hinein verflochten war und sich zum Leben eines jeden ihrer Schmerzen machte. So war mein FIAT der erste Akt, der das Schwert bildete, und ihm die gewünschte Intensität des Schmerzes verlieh.
Mein FIAT konnte in dieses durchbohrte Herz so viele Schmerzen hineinlegen, wie Es wollte, neue Durchbohrungen, Peinen über Peinen hinzufügen, ohne den Schatten eines kleinsten Widerstands, im Gegenteil, sie fühlte sich vielmehr geehrt, dass Es sich sogar zum Leben jedes ihrer Herzschläge machte; und mein FIAT gab meiner Mutter die vollständige Ehre und machte sie zur wahren und rechtmäßigen Königin.
Nun, wer werden die Seelen sein, in denen sich der Widerschein meiner Schmerzen und meines eigenen Lebens spiegeln wird können? Jene, die mein FIAT als Leben besitzen; jenes FIAT wird sie diese meine Widerspiegelungen absorbieren lassen, und Ich werde sie großzügig an dem teilhaben lassen, was mein Wollen in Mir wirkt.
Deshalb warte Ich in meinem Willen auf die Seelen, um ihnen die wahre Herrschaft und die vollständige Herrlichkeit von jedem Akt und jedem Schmerz zu schenken, den sie erleiden mögen. Außerhalb meines Willens erkenne Ich das Wirken und Leiden der Seelen nicht an, und Ich könnte sagen: ‚Ich habe dir nichts zu geben.
Welcher Wille hat dich angetrieben, dies zu tun und zu leiden? Hole dir deinen Lohn von diesem.‘ Oft könnte es sein, dass das Gutestun oder Leiden – ohne dass mein Wille dabei im Mittelpunkt steht – zur elenden Sklaverei wird und in Leidenschaften ausartet, während nur mein Wille wahre Herrschaft, wahre Tugenden, wahre Glorie verleiht, sodass Menschliches in Göttliches verwandelt wird.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 23. März 1923)
