Die Unbefleckte Empfängnis meiner geliebten Mama war außerordentlich und ganz wunderbar.
„Meine Tochter, die Unbefleckte Empfängnis meiner geliebten Mama war außerordentlich und ganz wunderbar, sodass Himmel und Erde darüber staunten und ein Fest feierten.
Alle Drei Göttlichen Personen wetteiferten miteinander: Der Vater goss ein unermessliches Meer von Macht aus; Ich, der Sohn, ein unendliches Meer von Weisheit, und der Heilige Geist ein unermessliches Meer ewiger Liebe, die miteinander verschmolzen und ein einziges Meer bildeten, und mitten in diesem Meer geschah die Empfängnis dieser Jungfrau, der Auserwählten unter den Auserwählten. Die Gottheit steuerte also die Substanz dieser Empfängnis bei, und jenes Meer war nicht nur der Lebensmittelpunkt dieses wunderbaren und einzigartigen Geschöpfes, sondern blieb um die Jungfrau herum, nicht nur, um sie vor allem abzuschirmen, was sie verdunkeln könnte, sondern um ihr in jedem Augenblick neue Schönheiten, neue Gnaden, Macht, Weisheit, Liebe, Vorrechte usw. zu verleihen.
So wurde ihre kleine Natur in der Mitte dieses Meeres empfangen, bildete sich und wuchs unter dem Einfluss dieser göttlichen Wellen heran, sodass – sobald dieses edle und einzigartige Geschöpf empfangen war – die Gottheit nicht warten wollte, wie Sie es gewöhnlich bei den anderen Geschöpfen tut, sondern ihre Umarmungen, die Vergeltung ihrer Liebe, ihre Küsse wünschte und sich an ihrem unschuldigen Lächeln erfreuen wollte.
Deshalb schenkte Ich ihr, sobald sie empfangen war, den Vernunftgebrauch, stattete sie mit allen Wissenschaften aus, ließ sie unsere Freuden kosten und zeigte ihr unseren Kummer hinsichtlich der Schöpfung.
Vom Mutterschoß an schon kam sie in den Himmel, zu Füßen unseres Thrones, um Uns zu umarmen und unsere Liebe zu vergelten mit ihren zärtlichen Küssen; und sich in unsere Arme werfend, lächelte sie Uns so freudig an, voll Dankbarkeit und Danksagung, dass sie Uns zum Lächeln brachte.
O, wie schön war der Anblick dieses unschuldigen und bevorzugten Geschöpfes, bereichert mit allen göttlichen Eigenschaften, wie es in unsere Mitte kam, ganz Liebe und Vertrauen, ohne Angst. Tatsächlich ist es allein die Sünde, die zwischen Schöpfer und Geschöpf eine Distanz aufbaut, die Liebe unterbricht, das Vertrauen auflöst und Angst einflößt.
So kam sie in unsere Mitte als Königin, die Uns mit ihrer von Uns geschenkten Liebe beherrschte, bezauberte, in Festfreude versetzte und Uns noch mehr Liebe entlockte.
Und Wir ließen sie gewähren, genossen die Liebe, die sie Uns entriss und setzten sie zur Königin des Himmels und der Erde ein. Himmel und Erde jauchzten und feierten gemeinsam mit Uns, da sie nach so vielen Jahrhunderten ihre Königin hatten.
Die Sonne lächelte in ihrem Licht und schätzte sich glücklich, ihrer Königin mit ihrem Licht dienen zu dürfen. Der Himmel, die Sterne und das ganze Universum lächelten vor Freude und feierten festlich, da sie ihre Königin erfreuen und ihr die Harmonie der Sphären und ihrer Schönheit zeigen sollten.
Die Pflanzen lächelten, die ihre Königin ernähren sollten, und auch die Erde lächelte und fühlte sich geehrt, ihr die Wohnung zur Verfügung zu stellen und von den Füßen ihrer Herrscherin betreten zu werden. Nur die Hölle klagte und fühlte ihre Kraft wegen der Herrschaft dieser erhabenen Herrin dahinschwinden.
Doch weißt du, was der erste Akt dieses Himmlischen Geschöpfes war, als sie sich zum ersten Mal vor unserem Thron befand? Sie wusste, dass alle Übel des Menschen von der Abspaltung seines Willens vom Willen seines Schöpfers herrührten, und zitternd und unverzüglich band sie ihren Willen zu Füßen meines Thrones, ohne ihn überhaupt kennen zu wollen.
Und mein Wille band sich an sie und begründete sich zur Mitte ihres Lebens, sodass sich zwischen ihr und Uns alle Ströme, alle Beziehungen, alle Verbindungen auftaten und es kein Geheimnis gab, das Wir ihr nicht anvertrauten.
Es war in der Tat der schönste, der größte, der heroischste Akt, den sie vollzog, ihren eigenen Willen Uns zu Füßen zu legen; dieser Akt entzückte Uns und bewirkte, dass Wir sie zur Königin über alles einsetzten. Siehst du also, was es bedeutet, sich an meinen Willen zu binden und den eigenen nicht zu kennen?
Der zweite Akt war, dass sie sich aus Liebe zu Uns zu jeglichem Opfer anbot; der dritte, dass sie Uns die Ehre und Herrlichkeit seitens der ganzen Schöpfung, die der Mensch Uns genommen hatte, indem er seinen eigenen Willen tat, zurückerstattete.
Und vom Mutterschoß an schon weinte sie aus Liebe zu Uns, da sie Uns beleidigt sah, und auch aus Schmerz über den schuldigen Menschen.
O, wie rührten Uns diese unschuldigen Tränen, und wie sehr beschleunigten sie die ersehnte Erlösung! Diese Königin beherrschte Uns, fesselte Uns, entriss Uns unendliche Gnaden und machte Uns dem Menschengeschlecht so geneigt, dass Wir ihren wiederholten flehentlichen Bitten nicht widerstehen konnten noch vermochten. Doch woher erlangte sie eine solche Macht, einen solchen Einfluss auf die Gottheit?
Ach, du hast es verstanden, es war die Macht unseres Willens, der in ihr handelte und sie, während Er sie beherrschte, zur Beherrscherin Gottes selbst machte. Wie könnten Wir zudem einem so unschuldigen Geschöpf widerstehen, das von der Macht und Heiligkeit unseres Willens beherrscht war? Dies wäre so, als würden Wir Uns selbst Widerstand leisten.
Wir erblickten in ihr unsere göttlichen Eigenschaften: wie Wellen ergossen sich über sie der Widerschein unserer Heiligkeit, unserer göttlichen Vorgehensweisen, unserer Liebe, Macht usw. Und unser Wille, der ihre Mitte war, zog alle Spiegelungen unserer göttlichen Eigenschaften an und machte sich selbst zur Krone und Verteidigung der Gottheit, die in ihr wohnte.
Hätte diese Unbefleckte Jungfrau nicht den Göttlichen Willen als Mitte ihres Lebens gehabt, so wären alle anderen Vorrechte und Privilegien, mit denen Wir sie bereicherten, im Vergleich dazu ein absolutes Nichts gewesen.
Dieser war es, der in ihr die vielen Privilegien bestätigte und bewahrte, ja sie vielmehr in jedem Augenblick noch erneut vervielfachte. Dies ist der Grund, weshalb Wir sie zur Königin über alle einsetzen, denn Wir wirken stets mit Vernunft, Weisheit und Gerechtigkeit: sie gewährte ihrem menschlichen Willen niemals Leben und unser Wille war in ihr stets unversehrt.
Wie könnten Wir zu einem anderen Geschöpf sagen: „Du bist die Königin des Himmels, der Sonne, der Sterne usw.“, wenn es, anstatt von unserem Willen, von seinem eigenen menschlichen Willen beherrscht worden wäre?
Alle Elemente, der Himmel, die Sonne, die Erde, hätten sich dem Regime und der Herrschaft dieser Kreatur entzogen und in ihrer stummen Sprache ausgerufen: „Wir wollen sie nicht, wir sind ihr überlegen, weil wir uns nie aus deinem Ewigen Willen zurückgezogen haben.
Wie Du uns erschaffen hast – so sind wir“, hätte die Sonne gerufen mit ihrem Licht, die Sterne mit ihrem Funkeln, das Meer mit seinen Wellen, und so alles Übrige.
Wie jedoch alle die Herrschaft dieser himmlischen Jungfrau fühlten, die gleichsam wie ihre Schwester nie ihren eigenen Willen, sondern allein den Willen Gottes kennen wollte, da feierten sie nicht nur ein Fest, sondern fühlten sich geehrt, nun ihre Königin zu haben und eilten zu ihr, um ihr Gefolge zu bilden und ihr Hochachtung zu zollen, der Mond als Schemel zu ihren Füßen, die Sterne als Krone, die Sonne als Diadem, die Engel als Diener, die Menschen wie in Erwartung.
Alle, alle erwiesen ihr die Ehre und zollten ihr ihre Hochachtung. Es gibt keine Ehre und Herrlichkeit, die unserem Willen nicht gegeben werden kann, sei es, wenn Er in Uns handelt, wie auf seinem eigenen Thronsitz, oder wenn Er im Geschöpf wohnt.
Doch weißt du, was der erste Akt dieser edlen Königin war, als sie aus dem Schoß ihrer Mutter heraustrat und das Licht dieser niedrigen Welt hier unten erblickte? Bei ihrer Geburt sangen die Engel dem himmlischen Kind Wiegenlieder, und sie wurde entrückt, und ihre schöne Seele trat, begleitet von Engelscharen, aus ihrem kleinem Leib heraus, durchwanderte Erde und Himmel und sammelte all die Liebe ein, die Gott in der ganzen Schöpfung ausgestreut hatte; dann trat sie in den Himmel ein, kam zu Füßen unseres Thrones und bot Uns die Erwiderung der Liebe der ganzen Schöpfung an und sprach ihr erstes Danke im Namen aller aus.
O, wie fühlten Wir Uns glücklich, den Dank dieser kindlichen Königin zu vernehmen! Wir bestätigten alle Gnaden und Gaben in ihr, um sie alle anderen Geschöpfe zusammen übertreffen zu lassen.
Dann warf sie sich in unsere Arme und erfreute sich mit Uns, wobei sie im Meer aller Freuden schwamm und mit neuer Schönheit, neuem Licht und neuer Liebe geschmückt wurde. Sie flehte Uns neuerlich wegen des Menschengeschlechtes an und bat Uns unter Tränen um die Herabkunft des Ewigen Wortes, um die eigenen Brüder zu retten; währenddessen aber ließ unser Wille sie erkennen, dass sie zur Erde hinabsteigen sollte, und sie verließ sofort unser Glück und die Freuden, und ging, um was zu tun….?
Unseren Willen. Welch kraftvoller Magnet war unser Wille, der auf Erden in dieser neugeborenen Königin wohnte!
Die Erde schien Uns nicht mehr fremd, Wir fühlten Uns nicht mehr danach, sie zu schlagen und von unserer Gerechtigkeit Gebrauch zu machen. Es war die Macht unseres Willens, die in diesem unschuldigen Kind unsere Arme band, Uns von der Erde aus zulächelte und die Gerechtigkeit in Gnaden und süßes Lächeln verwandelte, sodass das Ewige Wort, das dem süßen Zauber nicht widerstehen konnte, seinen Lauf beschleunigte.
O, Wunder meines Göttlichen Willens, Dir ist alles verpflichtet, durch Dich erfüllt sich alles, und es gibt kein größeres Wunder als mein im Geschöpf wohnender Wille!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 8. Dezember 1922)
