V. STATION

Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich,
denn durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

Geliebte Seele! Für wen tust du, was du tust? Tust du es für dich, für wen, oder was? Welche Absicht steht am Ursprung, an der Wurzel deines Tuns? Die Absicht ist das alles entscheidende. Die selbstlose Absicht für Gott kommt von der Liebe, die Gott Selbst ist. Bist du bereit in einem einzigen Augenblick alles zu lassen was du tust, um anderes, oder sogar das Gegenteil von dem zu tun, was du tust? Schenke doch Gott dein Tun, und sei frei von jeder Angst. Lass‘ Gott in dir und durch dich für Gott tun, ganz gleich was es ist. Das ist der Gradmesser, das Masz, ob du im Willen Gottes bist: Wenn du frei von Angst bereit bist, stets alles zu lassen was du tust, wenn du bereit bist anderes zu tun in einem einzigen Moment.

Schau auf Abraham: „Gott sprach: nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst Isaak, gehen das Land Morija und bringt ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar. Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seine beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.“ (Genesis 22, 2+3) Und dann: „Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tue ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiss ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.“ (Genesis 22, 12)

Du, Jesus, liebst es, Dich zu verbergen. Deshalb hast du die Grösse der wahren Berufung Deines Menschen verborgen in seinem unscheinbaren, scheinbar nichtssagenden Tun. Du willst das Leben Deines gefallenen Menschen erhöhen zu mehr, als Du ihn bei der ersten Schöpfung erschaffen hast. Der Mensch soll wie einst göttlich tun. Dieses Göttliche Tun ist ein reines Geschenk Deiner Gnade. Es kommt dem Menschen allein von Dir zu. In Deinem Göttlichen Willen hast du schon alles Göttliche verborgen und hinterlegt, was jedem einzelnen Menschen zusteht. Der Mensch hat ein Recht darauf derjenige zu sein, der er nach Deinem Heiligen Willen sein soll.

Jesus, ich stelle Dir meinen menschlichen Willen zur Verfügung, das Grösste und Schönste, was jemals durch Dich geworden ist, damit Sich Dein Göttlicher Wille im menschlichen Willen verwirklichen darf.

Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Maria, Gottesmutter und Jungfrau,
drück‘ die Wunden,
die dein Sohn am Kreuz empfunden,
tief in meine Seele ein.