VI. STATION
Veronika reicht Jesus das Schweisstuch
Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich,
denn durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.
Geliebter Jesus! Endlich ist da jemand, der ein offenes Herz hat für dieses neue Herz und den neuen Geist, die Du in Deinen geliebten Menschen hineinlegen willst. „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Ezechiel 36, 26)
Unter Todesgefahr, ihr eigenes Leben geringachtend, reicht Dir Veronika, die wahre Ikone der Liebe, jene, die ganz Abbild Gottes, Dir ähnlich sein soll, das Schweisstuch. Du, geliebter Jesus, willst Dich „abbilden“ im Tun, in den Taten, des Menschen. Du hast hier auf Erden in Deiner Heiligen Menschheit alles Tun Deines Menschen „vorausgelebt“, um es in Deiner Gottheit für jedes einzelne Deiner geliebten Geschöpfe zu vervielfältigen.
Dein Göttliches Leben will im Leben des Menschen Gestalt annehmen. Das ist das Werk Gottes: die Schöpfung! Du hast nie aufgehört Schöpfer zu Sein. Ganz im Gegenteil – Du hast das Leben neu geschaffen, damit Dein Mensch ganz neu, „Neues Göttliches Leben“ habe. Es ist der Göttliche Wille in dem du das göttlich Grosse für jeden einzelnen Menschen hinterlegt hast, der in die Taten des Menschen, die Taten Gottes bringt.
In dem Moment, in dem der Mensch im Göttlichen Willen tut, „vergöttlichst“ Du sein Tun. Wie das möglich ist, bleibt Dein Geheimnis. Dein Mensch darf es staunend und dankbar von Dir annehmen. Du, Jesus, stellst das Abbild Gottes im Menschen wieder her. Im Leben des Göttlichen Willens wird, und ist Dein Mensch Dir ähnlich. Ein guter Vater schenkte seinen Kindern alles, was er besitzt und hat. Um wieviel mehr schenkt die Liebe Ihrem Menschen die Liebe!
Mein Tun gehört Dir, mein geliebter Jesus. Ich schenke es Dir freiwillig, vorbehaltlos und uneingeschränkt, damit Deine Göttlichen Taten, die Du in Deiner Heiligen Menschheit gelebt hast, im Menschen Gestalt annehmen, und Dein Göttliches Wollen über ihn, in ihm und durch ihn zu regieren beginnen darf.
Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Maria, Gottesmutter und Jungfrau,
drück‘ die Wunden,
die dein Sohn am Kreuz empfunden,
tief in meine Seele ein.
