XII. Station

Jesus stirbt am Kreuz

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus und preisen Dich,
denn durch Dein Heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

Jesus, Dein Mensch – Adam hat nach seiner Erschaffung kein „Opfer“ gefeiert. Es gab noch keinen Altar, denn der menschliche Wille des Adam, Deines geliebten Geschöpfes war der Altar und das Opfer zugleich. Adam verzichtete unaufhörlich auf sein Eigenwollen, aus Liebe zu Gott, denn Du hattest ihm ein Liebesgebot gegeben, dass ihm diesen freiwilligen und unaufhörlichen Verzicht abverlangte. Der Gehorsam Deinem Gebot gegenüber, und die freiwillige Ausrichtung seines Willens darauf, ermöglichte es Deinem Göttlichen Willen Sich mit dem menschlichen Willen Adams zu verflechten. „Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ (Genesis 2, 16+17)

Als Adam seinem Willen Kraft gab, und so seine Unschuld verlor, indem er seinem „Eigenwollen“ folgte, wurde die Feier des Opfers für Gott eine Notwendigkeit für den Menschen, denn er hatte Dich, seinen Gott, in Dem Adam in der Fülle gelebt hatte, nun fast gänzlich verloren. „Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar; auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett.“ (Genesis 4, 3+4) Dein Mensch hatte Dich, seinen Herrn und Gott aus eigener Schuld sogar so sehr verloren, dass Du Dich ihm ganz neu offenbaren musstest. Der Mensch wollte wieder mit seinem Gott vereint sein, und so nahmst du das Darbringen seines Opfers an, mit dem der Mensch seinen Willen und sein Wollen wieder auf Dich, seinen Gott, ausrichtete.

Als der Mensch Dir seinen Willen entzog, kam die Sünde und somit der Tod, das Leiden und das Kreuz in das Leben des Menschen. Nun wollte der Mensch wieder zurück zu seiner ursprünglichen Makellosigkeit. Er verstand, dass nur Du, sein Gott, alles wieder gutmachen kannst. So rief er Dich an und brachte Dir Stiere, Böcke und Lämmer dar, um Dich zu besänftigen und Dein Wohlwollen zu gewinnen, und um frei zu werden von der drückenden Last der Sünde, die ihn von Dir trennt. Durch Mose, Deinen Diener und Knecht gabst Du Deinem auserwählten Volk strenge Vorschriften und Gebote im Gesetz. Dies alles diente dazu den Willen des Menschen wieder für Dich zu „öffnen“

„Nachdem Mose jedes Gebot dem Gesetz gemäß dem ganzen Volk vorgelesen hatte, nahm er das Blut der jungen Stiere und Böcke, dazu Wasser, rote Wolle und Ysop, besprengte das Buch selbst und das ganze Volk und sagte: Das ist das Blut des Bundes, den Gott für euch eingesetzt hat. Dann besprengte er auch das Zelt und alle gottesdienstlichen Geräte auf gleiche Weise mit dem Blut. Fast alles wird nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne das Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung.“ (Hebräer 9, 19-22)

Jesus, Du Selbst hast Dich zum Altar, Priester und Opfer für jedes einzelne Deiner geliebten Geschöpfe gemacht. Du hast in Deiner Heiligen Menschheit den menschlichen Willen mit dem Göttlichen versöhnt, so dass der Göttliche Wille wieder im menschlichen Willen sein darf und kann. Du hast Deinen Menschen zum Neuen Leben im Göttlichen Willen erlöst, durch Dein Opfer und Deine priesterliche Tat, denn in Deiner Heiligen Menschheit war Dein menschlicher Wille wieder der Altar, auf dem Du Dein menschliches Wollen Gott geopfert hast, damit der Göttliche Wille wieder ganz den menschlichen besitzen darf. „Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“ ( Lukas 22, 42) Somit ist die Rebellion Deines geliebten Menschen besiegt, denn Du hast beide Willen miteinander vereint, und Dein Göttliches Wollen darf Deinen Menschen wieder bestimmen und regieren. Es ist Friede!

Komm‘ Göttlicher Wille in mich, komm‘ in meinen menschlichen Willen. Dass ersehne ich mir mit meinem ganzen Wollen, damit endlich, endlich der Wahre Friede auf Erden komme.

Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Maria, Gottesmutter und Jungfrau,
drück‘ die Wunden,
die dein Sohn am Kreuz empfunden,
tief in meine Seele ein.

GEBET UM HEILUNG UND BEFREIUNG

(Am besten zu beten vor dem Kreuz Christi)

Gekreuzigter Jesus, mein gekreuzigter Herr und Meister! Dein Heiliges und Kostbares Blut, das Du aus Liebe zu mir, für mich vergossen hast, komme auf mich herab und durchdringe mein ganzes Wesen und Sein. Dein Heiliges und Kostbares Blut, mein Erlöser und Schöpfer, Jesus Christus, ströme in mir und durch mich hindurch. Heile jetzt alles in mir und um mich, was Du heilen willst, damit Dein Göttlicher Wille in mir lebendig sein kann. Befreie mich von allem was mich von Dir und dem Leben Deines Göttlichen Willens in mir trennt. Ich bitte dich um Verzeihung aller meiner Sünden. Jesus Christus, mein Herr und mein Gott, heile mich! Jesus Christus, mein Schöpfer und Erlöser, befreie mich! Maria, Königin des Göttlichen Willens, bitte für mich bei Gott, dem Allerhöchsten. Amen.