Samstag der 13. Woche im Jahreskreis (Mt 9,14-17)
14In jener Zeit kamen die Jünger Johannes‘ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? 15Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.
16Niemand setzt ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch wieder ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. 17Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten.
„Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?“ (Mt 9, 14)
… „Meine Tochter, mein Wille ist mehr als Nahrung. Die Speise gibt dem Körper Kraft, gibt ihm Wärme, vermehrt das Blut, belebt die Intelligenz, wenn sie matt ist, bringt Schwung in alle Glieder und drängt das Geschöpf zu neuen Werken und Opfern.
Wenn jemand jedoch mit leerem Magen bleibt und seinem Leib nicht die nötige Speise gibt, ist er schwach, kalt, blutarm, die Intelligenz lässt nach, er ist in allen Gliedern entkräftet, was zur Schwermut führt und ihn dazu treibt, nichts zu tun, ohne Lust, sich in irgendetwas zu opfern.
Der ärmste, er fühlt, wie in seiner ganzen Person das Leben fehlt; das ist so wahr, dass, wenn eine Krankheit für den Menschen tödlich ist, er die Nahrung aufgibt, und indem er die Speise aufgibt, er sich für den Tod bereitet.
Da also die Ewige Weisheit beschlossen hatte, dass auch die Seele ihre Speise habe, wurde ihr der Höchste Wille als köstliche Speise zugeteilt. Wer also diese Speise zu sich nimmt, ist stark im Tun des Guten und wie eingetaucht in die Liebe zu seinem Gott.
Diese Nahrung vermehrt das göttliche Blut, um das Leben Gottes in der Seele wachsen zu lassen. Wie die Sonne spiegelt sie sich in ihrem Intellekt wider, um sie ihren Schöpfer erkennen zu lassen und Ihm ähnlich zu machen.
Sie bringt die ganze Seele in Schwung, um alle Tugenden zu kräftigen, und drängt sie zu neuen Arbeiten und unerhörten Opfern. Die Speise meines Willens gibt sich jeden Augenblick, bei jedem Atemzug, bei Tag und Nacht, in jeder Angelegenheit und so oft man will; und man muss auch nicht – wie bei der Nahrung für den Leib – befürchten, dass sie, wenn man [zu]viel davon nimmt, schadet und sogar Krankheiten erzeugt.
Nein, nein, je mehr man davon nimmt, umso mehr stärkt und erhebt sie die Seele zur Ähnlichkeit mit ihrem Schöpfer. Man kann immer den Mund offenhalten und diese himmlische Speise meines Willens einnehmen.
Das genaue Gegenteil gilt für die, welche diese Speise nicht nehmen; wer sie überhaupt nicht zu sich nimmt, der bereitet sich sozusagen darauf vor, auf ewig zu sterben. Wer sie selten isst, ist schwach und unbeständig im Guten, kalt in der Liebe, arm an göttlichem Blut, sodass das göttliche Leben in ihm gleichsam blutarm heranwächst.
Das Licht in seinem Intellekt ist derart spärlich, dass er wenig oder nichts von seinem Schöpfer weiß, und da er Ihn nicht kennt, ist er so weit entfernt von der Ähnlichkeit mit Ihm, wie weit er von der Speise seines Willens entfernt ist.
Er ist ohne Schwung im Tun des Guten, da er keine ausreichende Nahrung hat, bald reißt ihm die Geduld, bald fehlt ihm die Nächstenliebe, bald die Losschälung von allem, sodass die armen Tugenden also wie abgewürgt und ohne die ausreichende Speise meines Willens sind.
Ach, wenn man eine Seele sehen könnte, die dieser himmlischen Speise beraubt ist!
Es wäre zum Weinen, so zahlreich sind die Armseligkeiten und die Abscheulichkeiten, mit denen sie bedeckt ist. Noch bemitleidenswerter ist jedoch ein Mensch, der die körperliche Speise entbehrt, weil ihm oft die Mittel dafür fehlen.
Die Speise meines Willens aber schenkt sich kostenlos, deshalb verdient, wer sie nicht nimmt, die Verdammung, und die Verdammung bereitet sich die Seele selbst, da sie die Speise zurückgewiesen hat, die ihr das Leben geben wollte.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 17. Oktober 1925)
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Ich dachte mir: ‚Mein süßer Jesus sagt so viel Großes, Wunderbares, Erhabenes, Staunenswertes über den Willen Gottes: und doch scheint es mir, dass die Geschöpfe nicht jenen Begriff davon haben, den Er verdient, noch jene großartige Vorstellung von den Wundern, die in Ihm enthalten sind.
Ja mir scheint, dass sie Ihn den Tugenden gleichstellen und sich vielleicht mehr an diese halten als an den Heiligsten Willen Gottes.‘ Und mein stets liebenswürdiger Jesus regte sich in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, willst du wissen, warum? Weil sie keinen geläuterten Gaumen haben und an die gewöhnlichen Speisen dieser niedrigen Welt gewohnt sind, welche die Tugenden sind, und nicht an die himmlische und göttliche Kost, welche mein Wille ist.
Diese himmlische Speise wird nur von dem verkostet, der die Erde, die Dinge und die Personen selbst wie ein Nichts betrachtet, oder alle in der Ordnung Gottes.
Die Tugenden, die man auf Erden üben kann, sind selten frei von menschlichen Absichten, von Eigendünkel, von eigener Ehre, von der Neigung, als etwas zu erscheinen und Personen zu gefallen.
All diese Absichten sind wie so viele Geschmäcker für den gewöhnlichen Gaumen der Seele, und sehr oft arbeitet man mehr für diesen Geschmack als für das Gute, das die Tugend enthält. Siehe, daher machen die Tugenden mehr Eindruck, weil der menschliche Wille dabei immer etwas ‚verdient‘.
Das Erste hingegen, was mein Wille zu Boden wirft, ist der menschliche Wille, und Er duldete keinerlei menschliche Absichten. Er ist vom Himmel und möchte das in die Seele legen, was göttlich ist und dem Himmel angehört.
So geht das eigene Ich leer aus und fühlt sich zum Sterben; da es sich nun gleichsam wie sterbend fühlt und die Hoffnung verliert, dass ihm irgendeine andere Speise übrigbleibt, entschließt sich die Seele, die Speise meines Willens zu nehmen.
Sobald sie diese zu sich nimmt, empfindet sie dann – da ihr Gaumen geläutert ist – den Geschmack an der Speise meines Willens, und der ist so groß, dass sie ihn selbst um den Preis des eigenen Lebens nicht eintauschen würde.
Mein Wille kann nicht mit den niedrigen und kleinen Dingen, die man auf Erden tun kann, übereinkommen, wie die Tugenden dies tun, sondern Er möchte alles und alle als Schemel zu seinen Füßen haben und das ganze Innere der Seele und die Tugenden selbst in Göttlichen Willen umwandeln.
Mit einem Wort, Er möchte seine Speise am Grund der Seele, sonst wäre Er behindert und könnte sein göttliches Leben nicht entfalten. Groß ist daher der Unterschied zwischen den Tugenden und meinem Willen, zwischen der Heiligkeit der einen und des anderen: die Tugenden können [nur] von den Geschöpfen her kommen und höchstens eine menschliche Heiligkeit bilden.
Mein Wille ist von Gott und kann eine ganz göttliche Heiligkeit hervorbringen. Welch ein Unterschied! Aber da die Menschen gewohnt sind, nach unten zu schauen, machen die kleinen Lampen der Tugenden mehr Eindruck auf sie als die große Sonne meines Willens.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 9. April 1926)
„Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten“ (Mt 9,15)
… „Meine gute Tochter, habe Mut und fürchte nicht, dass Ich dich verlassen könnte. Ich fühle mein Leben in dir, und wenn Ich dich verließe, so bliebe dieses mein Leben in dir ohne Nahrung für sein Wachstum, ohne Licht, damit es glücklich sei.
Meinem göttlichen Leben, das Ich selbst in dir gebildet habe, würde also das königliche Geleit fehlen. Du sollst nämlich wissen, dass mein Leben in Mir selbst, für sein Wachstum nichts benötigt, und auch nicht abnehmen kann.
Doch mein Leben, das Ich im Geschöpf heranbilde und das zunehmen soll, braucht göttliche Nahrung, damit es auf eine Weise heranwächst, dass mein Göttliches Leben nach und nach das ganze Geschöpf erfüllt.
So kann Ich dich gar nicht verlassen – und während es scheint, dass Ich dich verlasse und zwischen Uns alles zu Ende ist, kehre Ich plötzlich zu meiner kleinen Tochter zurück, um sie mit der Speise meines Willens zu füttern.
Du musst nämlich wissen, dass mein Wille Licht ist, und der Seele, die in Ihm lebt, werden die Besitztümer des Lichtes gereicht. Wenn sie arbeitet, füllen sich ihre Werke mit Licht, sodass sie nach außen überfließen und man erkennt, dass ihre Werke in den Besitztümern des Lichts ihres Schöpfers getan wurden.
Wenn es die Besitztümer der göttlichen Liebe sind, füllen sie die Liebe des Geschöpfs. Wenn es anbetet, füllen die Besitztümer der göttlichen Anbetung die Anbetung des Geschöpfs. Mit einem Wort, es gibt keinen Akt, den das Geschöpf tut, den die göttlichen Besitztümer nicht anfüllen würden.
In meinem Willen hört das [ungeordnet] Menschliche auf und wird annulliert. Das Geschöpf kann stets etwas bekommen, da ihm die göttlichen Besitztümer zur Verfügung stehen.
O, wenn alle wüssten, was es bedeutet, in meinem Göttlichen Willen zu leben, welch großen Schatz sie erhalten – und zwar auf unkomplizierteste Art!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 15. Februar 1931)
„Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten“ (Mt 9, 17)
Ich betete gerade die Wunden meines geliebten Jesus an und schloss mit dem Credo ab, wobei ich die Meinung machte, in die Unermesslichkeit des Göttlichen Willens einzutreten, wo alle Akte der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschöpfe zu finden sind, und selbst jene Akte, die das Geschöpf machen sollte und aus Nachlässigkeit oder Böswilligkeit nicht getan hat, und sprach:
„Mein Jesus, meine Liebe, ich trete in deinen Willen ein und mache die Meinung, mit diesem Credo alle Akte des Glaubens nochmals zu tun und zu sühnen, die die Geschöpfe nicht geleistet haben, allen Unglauben, alle Anbetung, die Gott als dem Schöpfer geschuldet wird.“
Als ich dies und anderes sagte, fühlte ich, wie sich mein Verstand im Göttlichen Willen und in einem Licht, das meinen Geist umhüllte, verlor; in diesem Licht erblickte ich meinen süßen Jesus und dieses Licht sprach und sprach … aber wer kann alles erzählen?
Ich werde es verworren aussprechen; außerdem empfinde ich solchen Widerwillen. Wenn der Gehorsam nicht so streng, sondern gnädiger wäre, würde er mich nicht zu gewissen Opfern verpflichten.
Aber Du, mein Leben, gib mir Kraft und lasse diese arme Unwissende nicht auf sich allein gestellt. Mir schien es nun, als spräche Er: „Meine geliebte Tochter, Ich will dich die Ordnung meiner Vorsehung wissen lassen. Alle zweitausend Jahre habe Ich die Welt erneuert.
Im ersten Abschnitt habe Ich sie durch die Sintflut erneuert; in den zweiten zweitausend Jahren erneuerte Ich sie durch mein Kommen auf die Erde in der Ich meine Menschheit offenbarte, aus der, wie aus so vielen Ritzen, meine Gottheit hindurchstrahlte.
Und in dieser folgenden Periode von zweitausend Jahren haben die Guten und die Heiligen selbst von den Früchten meiner Menschheit gelebt, haben sich jedoch meiner Gottheit nur gleichsam tröpfchenweise erfreut.
Nun sind wir gleichsam am Ende der dritten Periode von zweitausend Jahren, und es wird eine dritte Erneuerung geben. Dies ist der Grund für die allgemeine Verwirrung. Sie ist nichts anderes als die Vorbereitung für diese dritte Erneuerung.
Und wenn Ich bei der zweiten geoffenbart habe, was meine Menschheit tat und litt, und nur ganz wenig darüber, was meine Gottheit wirkte, so werde Ich jetzt in dieser dritten Erneuerung, nachdem die Erde gereinigt und die gegenwärtige Generation zum großen Teil vernichtet wird, mit den Geschöpfen noch viel großzügiger sein und die Erneuerung dadurch vollenden, dass Ich offenbaren werde, was meine Gottheit in meiner Menschheit getan hat, wie mein Göttlicher Wille in Verbindung mit meinem menschlichen Willen gewirkt hat, wie alles in Mir vereint blieb, wie Ich alles tat und wiederherstellte, und wie auch die Gedanken jeder Seele von Mir wiederhergestellt und mit meinem Göttlichen Willen besiegelt wurden.
Meine Liebe möchte sich ergießen und möchte das Übermaß zu erkennen geben, das meine Gottheit in meiner Menschheit zum Wohl der Geschöpfe gewirkt hat; dieses Übermaß übertrifft bei weitem jenes, das meine Menschheit im Äußeren gewirkt hat.
Dies ist also der Grund, warum Ich oft zu dir vom Leben in meinem Willen spreche, das Ich bis jetzt noch keinem geoffenbart habe; sie haben höchstens den Schatten meines Willens erkannt, die Gnade und Süßigkeit, die das Vollbringen meines Willens in sich schließt.
Aber in Ihn einzudringen, seine Unermesslichkeit zu umfangen, sich mit Mir zu vervielfältigen und überall einzudringen – sogar noch während man auf Erden weilt – in den Himmel und in die Herzen, die menschliche Wirkungsweise abzulegen und auf göttliche Art zu wirken, dies ist noch nicht bekannt; deshalb wird es nicht wenigen sonderbar erscheinen.
Und wer seinen Geist nicht für das Licht der Wahrheit öffnet, wird nichts davon verstehen. Aber nach und nach werde Ich Mich durchsetzen, indem Ich bald die eine Wahrheit, bald die andere über dieses Leben in meinem Willen offenbare, sodass sie schließlich verstehen werden…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 29. Januar 1919)


