1Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. 2Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.
3Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. 4Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.
5Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; 6denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, 7wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?
8Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. 9Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
10Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. 11Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, 12oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?
13Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

„Dein Reich komme“ (Lk 11,2)

Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, kam mein stets liebenswürdiger Jesus und sprach zu mir:
„Meine Tochter, das dritte Fiat, mein „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden“ wird wie der Regenbogen sein, der sich am Himmel nach der Sintflut zeigte, wie ein Friedensbogen, der den Menschen die Gewissheit gab, dass die Flut zurückgegangen war.
So wird es auch beim dritten Fiat sein: Wenn es bekannt werden wird, werden liebende und uneigennützige Seelen in mein Fiat eintreten und dort ihr Leben führen, sie werden wie Regenbögen sein, die wie Friedensbögen Himmel und Erde miteinander versöhnen und die Flut so vieler Sünden, die die Erde überschwemmen, vertreiben werden.
Das dritte Fiat wird das Leben dieser Friedensbögen sein, sodass mein „Fiat Voluntas Tua“ in ihnen seine Erfüllung finden wird; und so wie das zweite Fiat Mich auf die Erde herabrief, damit ich unter den Menschen lebe, so wird das dritte Fiat meinen Willen in die Seelen herabrufen und dort herrschen – wie im Himmel so auf Erden.“
Dann fügte Er hinzu, da ich über seine Abwesenheit traurig war:
„Meine Tochter, erhebe dich, komm in meinen Willen. Ich habe dich erwählt unter Tausenden und Tausenden, damit mein Wille in dir vollkommene Erfüllung finde und du jener Friedensbogen mit seinen sieben Farben seist, der die anderen anziehen soll, um ihr Leben in meinem Willen zu führen.
Lassen wir die Erde also jetzt beiseite; bis jetzt habe Ich dich bei Mir behalten um meine Gerechtigkeit zu besänftigen und zu verhindern, dass größere Züchtigungen auf die Erde herabregnen; lassen wir jetzt dem Strom der menschlichen Bosheit freien Lauf.
Und du sollst es dir jetzt, mit Mir vereint, in meinem Willen, angelegen sein lassen, die Ära meines Willens vorzubereiten. Je mehr Ich dich auf dem Wege meines Willens voranschreiten lasse, umso mehr wird sich der Friedensbogen bilden, der das Verbindungsglied zwischen dem Göttlichen Willen und dem menschlichen bilden wird.
Aus ihm heraus wird mein Wille auf Erden sein Leben haben, und es wird der Beginn der Erfüllung meines Gebetes und des Gebetes der ganzen Kirche sein: „Dein Reich komme, und Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 2. März 1921)

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Nachdem ich meinen üblichen Rundgang im Höchsten Willen gemacht hatte, bat ich den guten Jesus im Namen seiner Schöpfung und Erlösung, im Namen aller, vom ersten bis zum letzten Menschen, im Namen der erhabenen Königin und im Namen all dessen, was Sie tat und litt, dass das Höchste Fiat bekannt werde, damit sich sein Reich in vollem Triumph und in voller Herrschaft festige.
Aber während ich das tat, dachte ich bei mir: „Wenn Jesus es Selbst will und so sehr liebt, dass sein Reich unter den Menschen errichtet werde, warum will Er, dass man mit solcher Eindringlichkeit darum betet? Wenn Er will, kann Er es ohne so viele ständige Akte gewähren.“
Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, mein Höchstes Sein besitzt das vollkommene Gleichgewicht, und verbleibt auch so, wenn Es den Geschöpfen meine Gnaden und Gaben schenkt.
Umso mehr wenn Es dieses Reich des Höchsten Fiat gewährt, welches das größte Geschenk ist, das Ich am Anfang der Schöpfung schon gegeben hatte, und das der Mensch mit so großer Undankbarkeit zurückgewiesen hat.
Scheint es dir gering zu sein, dass der Schöpfer dem Menschen einen Göttlichen Willen mit allen Gütern, die Er enthält, zur Verfügung stellt – und nicht für eine Stunde oder einen Tag, sondern für das ganze Leben?
Dass der Schöpfer im Geschöpf seinen anbetungswürdigen Willen hinterlegt, um mit ihm seine Ähnlichkeit teilen zu können, seine Schönheit, seine unendlichen Meere der Reichtümer, Freuden und Wonnen ohne Ende?
Und nur mit dem Besitz unseres Willens, konnte der Mensch die Rechte auf Gemeinsamkeit, auf Ähnlichkeit und auf alle Güter seines Schöpfers erwerben. Ohne Ihn kann es keine Gemeinschaft mit Uns geben, und wenn er sich irgendetwas nimmt, so sind es kaum kleine verblühte Stückchen von Uns und Krümel unserer unendlichen Güter.
Der Mensch hatte nun eine so große Gabe, eine solch unermessliche Glückseligkeit, ein Recht auf göttliche Ähnlichkeit mit dem Erwerb des Adels unserer Kindschaft zurückgewiesen.
Meinst du etwa, dass es dann eine einfache Angelegenheit wäre, dass die göttliche Souveränität, ohne darum gebeten worden zu sein und ohne dass sich jemand Gedanken darüber macht, wie er dieses Reich des Höchsten Fiat erhalten könne, dieses den Geschöpfen gewähre?
Es wäre eine Wiederholung der Geschichte, die sich im irdischen Eden ereignete, und vielleicht noch schlimmer. Außerdem würde sich unsere Gerechtigkeit zu Recht dem widersetzen.
So ist alles, was Ich dich tun lasse – die ständigen Rundgänge im Höchsten Willen, deine unaufhörlichen Gebete um die Herrschaft meines Willens, dein seit so langen Jahren geopfertes Leben, wo du weder den Himmel noch die Erde kennst, auf das einzige Ziel gerichtet, dass mein Reich komme – wie so viele Stützen, die du vor meine Gerechtigkeit hinstellst, damit sie ihre Rechte abtrete.
Indem sie mit allen unseren Eigenschaften ins Gleichgewicht kommt, möge sie es nun für gerecht erachten, dass das Reich des Höchsten Fiat den Menschengeschlechtern wieder zurückerstattet werde.
So geschah es bei der Erlösung: hätte unsere Gerechtigkeit nicht die Gebete, Seufzer, Tränen und Bußübungen der Patriarchen, der Propheten und aller Gerechten des Alten Testaments und außerdem eine jungfräuliche Königin vorgefunden, die unseren Willen unversehrt besaß, die sich alles mit so vielen eindringlichen Gebeten zu Herzen nahm, indem sie die ganze Aufgabe der Genugtuung für das gesamte Menschengeschlecht auf sich nahm, dann hätte unsere Gerechtigkeit niemals die Herabkunft des ersehnten Erlösers zu den Menschen gewährt.
Sie wäre unerbittlich geblieben und hätte zu meinem Kommen auf Erden ein entschiedenes ‚Nein‘ gesagt. Und wenn es darum geht, das Gleichgewicht unseres Höchsten Seins aufrecht zu halten, so ist da nichts zu machen.
Wer hat nun bis jetzt jemals mit Interesse und Nachdruck und mit dem Opfer seines eigenen Lebens darum gebetet, dass das Reich des Höchsten Fiat auf Erden komme und triumphiere und herrsche? Niemand.
Es stimmt zwar, dass die Kirche das Vater Unser betet, seit Ich auf die Erde kam, in dem darum gebetet wird, dass mein Reich komme, damit mein Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe. Aber wer denkt schon an die Bitte, die er ausspricht?
Man kann sagen, dass die ganze Bedeutung einer derartigen Bitte in meinem Willen verblieb, und die Geschöpfe sie nur rezitieren, um sie zu rezitieren, ohne sie zu verstehen und ohne wirkliches Interesse daran, das zu erlangen, worum sie bitten.
Daher, meine Tochter, ist alles im Geheimen verborgen, während man auf Erden lebt, alles erscheint mysteriös; und wenn man etwas erkennt, ist es so spärlich, dass der Mensch über alles, was Ich in meinen Werken durch den Schleier der Geschöpfe hindurch wirke, immer etwas auszusetzen hat.
Er fragt schließlich sogar: ‚Und warum ist dieses Gut, sind diese Erkenntnisse nicht früher mitgeteilt worden, während es so viele große Heilige gab?‘
Aber in der Ewigkeit wird es keine Geheimnisse geben. Ich werde alles enthüllen und alle meine Dinge und Werke mit Gerechtigkeit sichtbar machen, und dass diese [Gerechtigkeit] niemals geben konnte, wenn im Geschöpf nicht genügende Akte vorhanden gewesen wären, um das schenken zu können, was die Höchste Majestät geben wollte.
Es stimmt zwar, dass alles, was das Geschöpf tut, meine Gnade ist, aber diese selbe Gnade will die Stütze der Bereitschaft und des guten Willens im Geschöpf vorfinden.
Um also das Reich meines Willens auf Erden wiederherzustellen, bedarf es der ausreichenden Akte des Geschöpfes, damit mein Reich nicht in der Luft bleibt, sondern herabsteige, um über eben diesen Akten des Geschöpfes – die von ihm verrichtet wurden, um ein solch großes Gut zu erlangen – Gestalt anzunehmen.
Siehe, daher dränge Ich dich so sehr, den Rundgang in all unseren Werken, in Schöpfung und Erlösung, zu machen, damit du den Anteil deiner Akte vollbringst, dein „Ich liebe Dich“, deine Anbetung, deine Erkenntlichkeit, dein ‚Danke‘ auf alle unsere Werke.
Sehr oft habe Ich dies gemeinsam mit dir getan, und nachdem du deinen Rundgang in unserem Willen beendet hast, hast du als Vollendung deinen Kehrreim vorgebracht, der Uns so wohlgefällig ist: ‚Höchste Majestät, deine kleine Tochter kommt vor Dich, auf deine väterlichen Knie, um Dich um dein Fiat und um dein Reich zu bitten und darum, dass es von allen erkannt werde.
Ich bitte Dich um den Triumph deines Willens, damit Er über alle herrsche und regiere. Nicht ich allein bin es, die Dich darum bittet, sondern mit mir zusammen sind deine Werke, ja dein eigener Wille: daher bitte ich Dich im Namen aller und flehe ich Dich an um dein Fiat.‘
Wenn du wüsstest, wie einnehmend dieser dein Reim für unser Höchstes Sein ist! Wir vernehmen, wie Uns alle unsere Werke bitten, und unser eigener Wille selbst anfleht. Himmel und Erde beugen die Knie, um von Uns das Reich des ewigen Willens zu erbitten.
Wenn du dieses Reich also willst, fahre mit deinen Akten fort, damit du durch das Erreichen der festgesetzten Anzahl erlangen mögest, was du mit so großer Eindringlichkeit ersehnst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 13. September 1926)

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Mir scheint, dass ich nicht anders kann, als meinen Rundgang im Höchsten Willen fortzusetzen. Ich fühle, dass Er mein wahres Zuhause ist, und dann bin ich glücklich, wenn ich in Ihm kreise, denn ich finde alles, was meinem süßen Jesus gehört, und kraft seines Willens ist all das, was Sein ist, auch mein.
So habe ich meinem geliebten Gut viel zu geben, ja, ich habe Ihm so viel zu geben, dass ich nie damit zu Ende komme, Ihm alles zu geben. Es bleibt mir also der Wunsch, zurückzukehren und meinen Rundgang wiederaufzunehmen, um Ihm alles zu geben, was seinem anbetungswürdigen Willen gehört.
Als ich den Rundgang machte und die großen Segnungen erwog, die der Höchste Wille den Seelen bringt, bat ich Jesus, dass Er Ihn schnell allen bekannt mache, damit sie an einem so großen Gut teilnehmen könnten. Um dies zu erlangen, sagte ich – bei jedem geschaffenen Ding angelangt – zu Ihm:
„Ich komme in die Sonne, um deinem in ihr regierenden und herrschenden Willen Gesellschaft zu leisten, in allem Glanz seiner Majestät. Doch während ich Dir in der Sonne Gesellschaft leiste, bitte ich Dich, dass dein ewiges FIAT bekannt werde, und wie Es triumphierend in der Sonne regiert, so möge Es mitten unter den Menschen triumphierend zur Herrschaft gelangen. Du siehst, auch die Sonne bittet Dich, ihr ganzes Licht verwandelt sich in Gebet.
Und wie sie sich über die Erde ausbreitet und mit ihrem Licht Pflanzen und Blumen, Berge und Ebenen, Meere und Flüsse umhüllt, so bittet sie Dich, dass dein FIAT eines sei auf Erden und mit allen Geschöpfen in Einklang stehe.
So bin nicht ich allein es, die Dich bittet, sondern es ist die Macht deines eigenen, in der Sonne regierenden Willens, der dich bittet: es bittet das Licht, es beten seine unzähligen Wirkungen, die Güter, die Farben, die es enthält.
Alle beten darum, dass dein FIAT über alle herrsche. Kannst du einer so großen Menge von Licht widerstehen, das mit der Macht deines eigenen Willens betet? Während ich, klein wie ich bin, Dir in dieser Sonne Gesellschaft leiste, benedeie, bete an und verherrliche ich deinen anbetungswürdigen Willen, mit jener Größe und Herrlichkeit, mit der dein eigener Wille sich in seinen Werken verherrlicht.
Sollte etwa dein Wille nur in den Menschen nicht die vollkommene Herrlichkeit seiner Werke finden? Deshalb komme dein FIAT, Es möge kommen.”
Doch während ich dies tue, nehme ich wahr, wie das ganze Licht der Sonne um das Kommen des ewigen FIAT betet. Oder besser gesagt, sein eigener anbetungswürdiger Wille betet, indem Er das Licht erfüllt. Und ich lasse Ihn beten, und gehe zu den anderen geschaffenen Dingen über, um meinen kleinen Besuch zu machen.
Ich leiste dem anbetungswürdigen Willen in jedem seiner Akte, die Er in jedem geschaffenen Ding ausführt, ein wenig Gesellschaft. Darum gehe ich durch den Himmel, die Sterne, das Meer, damit der Himmel bittet, die Sterne bitten, das Meer mit seinem Gemurmel darum bittet, dass das Höchste FIAT bekannt werde und über alle menschlichen Geschöpfe triumphierend herrsche, wie Er in ihnen herrscht.
Nachdem ich durch alle geschaffenen Dinge gewandert bin, um dem Göttlichen FIAT Gesellschaft zu leisten, und in jedem geschaffenen Ding darum bitte, dass Es auf Erden zur Herrschaft gelange, ist es so schön, zu sehen und zu hören, dass die ganze Schöpfung um das Kommen seines Reiches zu den Menschen betet! Ich versenke mich dann in alles, was mein Jesus in der Erlösung gewirkt hat.
Ich versenke mich in seine Tränen, seine kindlichen Seufzer, in seine Werke, Schritte und Worte, in seine Leiden, seine Wunden, in sein Blut, bis hin zu seinem Tod. Dies damit seine Tränen das FIAT erflehen mögen, damit seine Seufzer und all seine Werke gemeinsam im Chor flehen mögen.
Und sein FIAT möge bekannt werden, und sein eigener Tod möge das Leben seines Göttlichen Willens in den Geschöpfen wieder erstehen lassen.
Nun, während ich dies und anderes tat, das ich hier übergehe, da es zu lange wäre, wenn ich alles sagen wollte, drückte mich mein süßer Jesus an sich und sagte zu mir: „Kleine Tochter meines Willens, wisse, dass mein Wille sich in der ganzen Schöpfung regierend zurücklässt, um den Geschöpfen die Gelegenheit zu geben, Ihm so viele Besuche abzustatten, wie Ich Dinge erschaffen habe.
Ich wollte die Gesellschaft der Seele in der stummen Sprache des ganzen Universums. Wie hart ist die Einsamkeit dieses so heiligen Willens, der heiligen möchte und niemanden findet, mit dem Er diese Heiligkeit teilen könnte. Er ist so reich, dass Er geben will und niemanden findet, um ihm seine Schätze zu geben, so schön, und Er findet niemanden, den Er schmücken könnte, so glücklich, und Er findet niemanden, den Er glücklich machen könnte.
Geben können, geben wollen und niemanden haben, dem man geben kann, ist immer ein Schmerz und eine unaussprechliche Pein, und der größte Schmerz ist es, allein gelassen zu werden.
So ist der Göttliche Wille glücklich, wenn Er sieht, dass die Geschöpfe das Feld der Schöpfung betreten, um Ihm Gesellschaft zu leisten, und sieht, dass der Zweck erfüllt wird, für den Er sich in jedem geschaffenen Ding regierend zurückgelassen hat.
Doch was Ihn am glücklichsten macht und am meisten verherrlicht, ist dies, dass du, wenn du bei jedem geschaffenen Ding ankommst, Gott bittest, dass sein FIAT bekannt werde und über alles herrsche.
Und dass du meinen eigenen Willen in der Sonne, im Himmel, im Meer, in allem bewegst, dass sie um das Kommen des Reiches meines Willens beten. Denn da in dir mein FIAT ist, kann man sagen, dass mein Wille selbst es ist, der bittet und alle meine Werke bewegt, bis hin zu meinen Tränen und Seufzern, dass das Reich meines Willens komme.
Du kannst das Wohlgefallen nicht begreifen, das du Mir bereitest, wie sehr du mein Herz und selbst meinen Willen [für dich] einnimmst, wenn Ich höre, wie alle unsere Werke um unser FIAT bitten.
Du siehst also meine Freude, dass Ich dich nichts für dich erbitten sehe, weder Herrlichkeit, noch Liebe, noch Gnade. Da du siehst, dass deine Kleinheit ein so großes Reich nicht erlangen kann, kreist du in allen meinen Werken, überall, wo sich ein Akt meines Willens befindet, der seine Aufgabe erfüllt und lässt ihn zu meinem FIAT selbst sagen: ‘Dein Reich komme!
O mache, dass es bekannt und geliebt werde und von den Menschengeschlechtern in Besitz genommen werde!’ Ein Göttlicher Wille, der zusammen mit unseren Werken betet, gemeinsam mit seiner kleinen Tochter, ist das größte Wunder, ist eine Macht, die der Unseren gleicht, die bittet – und es ist Uns unmöglich, diese nicht zu erhören.
Wie heilig, wie rein, edel und ganz göttlich, ohne den Schatten von etwas Menschlichem ist das Reich unseres Willens! Seine Grundlage, sein Fundament und seine Tiefe wird unser FIAT selbst sein, das sich unter diesen Kindern der himmlischen Familie, in ihrer Mitte und über ihnen ausbreiten, ihren Schritt fest machen und das Reich meines Willens für sie unerschütterlich machen wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 17. Oktober 1926)

„Gib uns täglich das Brot das wir brauchen“ (Lk 11, 3)

Ich betete: „Vater Unser, im Namen aller bitte Ich Dich jeden Tag um drei Arten von Brot: zunächst um das Brot deines Willens, das noch mehr ist als das [materielle] Brot, denn während dieses nur zwei oder dreimal am Tag benötigt wird, ist das Brot deines Willens hingegen in jedem Augenblick und allen Lagen nötig.
Vielmehr darf es nicht nur Brot sein, sondern wie balsamische Luft, die das Leben und den Kreislauf des göttlichen Lebens im Geschöpf spendet. Vater, wenn Du dieses Brot deines Willens nicht reichst, werde Ich nie alle Früchte meines Sakramentalen Lebens ernten können, welches das zweite Brot ist, um das Wir Dich jeden Tag bitten.
O, wie unbehaglich fühlt sich mein Sakramentales Leben, weil nicht das Brot deines Willens die Seelen ernährt, sondern das verdorbene Brot des menschlichen Willens sich in ihnen befindet! O, wie ekelt Mich davor! Wie fliehe Ich es!
Wenn Ich auch zu den Seelen gehe, kann Ich ihnen doch nicht die Früchte, die Güter, die Wirkungen und die Heiligkeit mitteilen, da Ich unser Brot nicht vorfinde; und wenn Ich etwas gebe, dann nur in kleinem Ausmaß, je nach ihrer Disposition, doch nicht all die Güter, die Ich enthalte.
Mein Leben im Sakrament wartet geduldig darauf, dass der Mensch das Brot des Höchsten Willens zu sich nehme, um ihm alle Schätze meines Sakramentalen Lebens geben zu können.“
Siehst du also, wie das Sakrament der Eucharistie – und nicht nur dieses – sondern alle Sakramente, die Ich eingesetzt und meiner Kirche vermacht habe, alle Früchte bringen werden, die sie enthalten, und sodann volle Erfüllung finden werden, wenn unser Brot, d.h., der Wille Gottes ‚wie im Himmel so auch auf Erden‘ geschehen wird? Dann bat Ich um das dritte, d.h., das materielle Brot. Warum konnte Ich sagen: „Unser tägliches Brot gib uns heute?“
Ich konnte dies tun im Hinblick darauf, dass, wenn der Mensch unseren Willen tun würde, das Unsrige ihm gehören würde, und der Vater das Brot seines Willens, das Brot meines Sakramentalen Lebens, und das tägliche Brot des natürlichen Lebens, nicht mehr unrechtmäßigen, widerrechtlichen und bösen Kindern zu geben hätte, sondern rechtmäßigen, guten Kindern, die die Güter des Vaters gemeinschaftlich besitzen werden.
Daher sagte Ich: ‚Gib uns unser Brot‘. Dann werden die Menschen das gesegnete Brot essen, alles um sie herum wird ihnen zulächeln, die Erde und der Himmel werden den Stempel der Harmonie ihres Schöpfers tragen.
Dann fügte Ich hinzu: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.” So wird auch die Nächstenliebe vollkommen sein, und die Vergebung wird den Stempel des Heroismus tragen, wie Ich ihn auf dem Kreuz ausübte.
Wenn der Mensch das Brot meines Willens gegessen haben wird, wie meine Menschheit es tat, dann werden die Tugenden in meinen Willen absorbiert werden und das Siegel des wahren Heroismus und der göttlichen Tugend empfangen; sie werden wie viele kleine Flüsschen sein, die aus dem Schoß des großen Meeres meines Willens entspringen werden.
Und wenn Ich hinzufügte: „Und führe uns nicht in Versuchung” … – wie könnte Gott den Menschen je in Versuchung führen? – so war dies, weil der Mensch immer Mensch und frei in sich selbst ist, da Ich ihm nie die bei seiner Erschaffung verliehenen Rechte nehme; und er, erschrocken und in Furcht vor sich selbst, ruft schweigend und betet, ohne es mit Worten auszudrücken: „Gib uns das Brot deines Willens, damit wir alle Versuchungen zurückweisen können, und befreie uns in der Kraft dieses Brotes von allem Bösen. Amen.“
Du siehst also, wie alle Güter des Menschen ihre Verknüpfung und enge Verbindung des Wortes von Mir „Lasset Uns den Menschen machen nach unserem Abbild und Gleichnis” wiederfinden, den Wert eines jeden seiner Akte, die Wiederherstellung der verlorenen Güter, die Unterschrift und Versicherung, dass ihm die verlorene irdische und himmlische Glückseligkeit zurückgegeben wird. Es ist daher so notwendig, dass mein Wille ‚wie im Himmel so auf Erden‘ geschehe, dass Ich kein anderes Interesse hatte, noch ein anderes Gebet lehrte, als das Vater Unser.
Und die Kirche, die treue Ausführerin und Verwahrerin meiner Lehren, hat es stets auf ihren Lippen und wiederholt es bei jedem Anlass, und alle – Gebildete und Unwissende, Kleine und Große, Priester und Weltleute, Könige und Untergebene – bitten Mich, dass mein Wille geschehe ‚wie im Himmel so auf Erden‘.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 2. Mai 1923)

„Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“ (Lk 11,9)

Ich fühlte mich unter dem furchtbaren Alpdruck seiner Entbehrung. Ich war bedrückt, ich schmachtete und fühlte mich so schlecht, dass ich nicht mehr konnte. Nachdem mein anbetungswürdiger Jesus mich unter einer so schmerzvollen Kelter gut ausgepresst hatte, hatte Er Mitleid mit meiner äußersten Betrübnis, nahm mich fest in seine Arme und sagte zu mir:
„Arme Tochter, wie schlecht geht es dir! Mut, Ich möchte nicht, dass du an dieses äußerste Extrem kommst; du betrübst dich zu sehr, wo du dich doch trösten solltest. Dein Inneres spricht ständig vor der Göttlichen Majestät und ist ein fortwährender Akt. Dein unaufhörliches Bitten um mein Reich des Göttlichen FIAT bringt vor Gott die Sicherheit des Sieges mit sich. So hast du entweder [schon] gesiegt, oder bist dabei zu siegen.
Ein fortwährendes Tun und Sprechen erwirbt die Natur einer siegreichen Macht vor Gott. Gott verliert gleichsam die Widerstandskraft, und die Seele erlangt siegreiche Kraft. Es findet ein Austausch statt: Gott wird entwaffnet, und die Seele wird mit göttlichen Waffen ausgerüstet, doch dem Höchsten Wesen ist es nicht gegeben, zu widerstehen.
Scheint dir dieses ständige Bitten um das Reich meines ewigen Willens unbedeutend? Dass du Runden durch die ganze Schöpfung machst, so wie in allen Akten, die Ich in der Erlösung tat, in den Meeren der Akte der Liebe und des Leidens der Höchsten Himmelskönigin, damit mein Reich komme?
Du bittest um nichts für dich, kreist immer wieder und bittest immer wieder, dass mein Göttlicher Wille bekannt werde, herrsche und regiere. Hier tritt kein Schatten von etwas Menschlichem ein, noch Eigennutz. Dieses Gebet ist der heiligste und göttlichste Akt, es ist das Gebet des Himmels, nicht der Erde, denn es ist das reinste, schönste, unbesiegbare, das nur das Interesse der göttlichen Herrlichkeit einschließt.
Bis jetzt hat Mich niemand mit solchem Nachdruck gebeten. Meine Mama bat Mich so eindringlich um die Erlösung und war darin siegreich, doch um das Reich meines Willens hat bisher niemand so nachdrücklich gebetet, dass er einen Gott besiegen hätte können.
Deshalb besagt dein Nachdruck viel, selbst der Aufruhr der ganzen Natur sagt viel aus. In diesen Zeiten verkünden alle aus dem Gleichgewicht geratende Elemente etwas Gutes, und das ist für die Neuordnung meines Reiches notwendig. Es ist das Größte, deshalb bedarf es der Umwälzungen, um die Erde zu reinigen.
Ich wünsche also nicht, dass du dich zu sehr betrübst, sondern vielmehr deinen ständigen Flug fortsetzt, und deinen Nachdruck, damit du die vollständige Kraft erwirbst, das Reich des Höchsten FIAT zu gewinnen.” … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 12. August 1927)