1In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. 2Er sagte zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
3Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. 4Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen.
5Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten. 6Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, 7dass er schwor, ihr alles zu geben, was sie sich wünschte.
8Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes herbringen. 9Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte – noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. 10Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
11Man brachte den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und sie brachte ihn ihrer Mutter. 12Die Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie zu Jesus und berichteten ihm alles.

„Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau zu nehmen“ (Mt 14,4)

… Sind wir unerschrocken und mutig, wenn es sich darum handelt, den Herrn zu verherrlichen, oder lassen wir uns von der Menschenfurcht besiegen? Immer sollen wir die Wahrheit sagen, auch vor Personen von hohem Rang. Suchen wir in unseren Reden immer die Ehre Gottes? Ertragen wir alles mit Geduld wie Jesus, um den Herrn zu verherrlichen? (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 2 bis 3 Uhr: Jesus von Hannas verhört, beschimpft und ins Angesicht geschlagen)

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Jesus, Kaiphas vorgestellt, wird ungerechterweise angeklagt und unerhörten Misshandlungen unterworfen. Wird er gefragt, spricht er immer die Wahrheit. Wenn der Herr zulässt, dass man auch uns verleumdet und ungerechterweise anklagt, suchen dann auch wir bei Gott allein unsere Zuflucht, der weiß, dass wir unschuldig sind? Oder erbetteln wir Achtung und Ehre von den Menschen? Thront auf unseren Lippen stets die Majestät der Wahrheit? Sind wir jeder Art von Verschlagenheit und Lüge abhold? Ertragen wir mit Geduld Spott und Hohn, womit uns die Menschen überschütten? Sind wir bereit, zu ihrer Rettung unser Leben hinzugeben? Mein Jesus, wie bin ich doch so ganz anders! Verleihe mir die Gnade, dass meine Lippen stets die Wahrheit sprechen und das Schwert meines Wortes in Liebe jedes Herz verwunde, das mich anhört, um alle Menschenkinder zu dir zu führen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 3 bis 4 Uhr: Jesus vor dem Gerichtshof des Kaiphas, fälschlich angeklagt und des Todes schuldig erklärt)

„Der König wurde traurig; aber weil er einen Schwur geleistet hatte – noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten“ (Mt 14,9+10)

… Sagte ich zu Ihm: „Mein teurer Geliebter, laß mich Schmerzen über meine Sünden empfingen, so dass sie, verzehrt vom Schmerz und der Reue, Dich beleidigt zu haben, aus meiner Seele, und auch von deinem Gedächtnis ausgelöscht werden können. Ja, gib mir so viel Kummer, so viel ich Dich zu beleidigen gewagt habe.
Mehr noch, lass den Kummer dies übertreffen, so werde ich mich noch enger an Dich schmiegen können.“ Ich erinnere mich, dass, als ich dies einmal sagte, mein stets gütiger Jesus zu mir sprach: „Da du so betrübt bist, Mich beleidigt zu haben, will Ich dich selbst bereiten, um Kummer über deine Sünden zu empfinden; so siehst du, wie hässlich die Sünde ist, und welche bittere Pein mein Herz leidet.
Sage deshalb zusammen mit Mir: „Wenn ich das Meer durchquere, bist Du im Meer, obwohl ich Dich nicht sehe; wenn ich auf die Erde auftrete, bist Du unter meinen Füßen. Ich habe gesündigt.“
Und dann fügte Jesus mit leiser Stimme, beihane weinend, hinzu: „Und doch habe Ich dich geliebt, und zur gleichen Zeit habe Ich dich bewahrt.“ Während Jesus das sagte, und ich zusammen mit Ihm, wurde ich von solchem Kummer über die zugefügten Beleidigungen ergriffen, dass ich flach zu Boden fiel; und Jesus verschwand.
Es waren wenige Worte, doch ich verstand so viele Dinge, dass man unmöglich alles wiedergeben kann, was ich erfasste. In den ersten Worten verstand ich die Unermesslichkeit, Größe und Gegenwart Gottes in jedem Ding, ohne dass Ihm auch nur der Schatten unserer Gedanken entgehen kann; auch begriff ich meine Nichtigkeit im Vergleich mit einer so großen und heiligen Majestät.
Im Wort „Ich habe gesündigt“ erfasste ich die Hässlichkeit der Sünde, die Schlechtigkeit, die Kühnheit, die ich besessen hatte, Ihn beleidigt zu haben. Und während meine Seele das betrachtete, wurde mein Herz von solchem Kummer ergriffen, als ich Jesus Christus sagen hörte „Doch Ich habe dich geliebt, und zugleich habe Ich dich bewahrt“, dass ich zu sterben glaubte, denn ich begriff die unermessliche Liebe, die der Herr mir entgegenbrachte, in demselben Akt, in welchem ich Ihn zu beleidigen und auch zu töten versuchte.
O Herr, wie gut bist Du zu mir gewesen, und ich – stets undankbar, und immer noch so schlecht! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)

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Diesen Morgen befand ich mich außerhalb meiner selbst und sah den ganzen Himmel mit Kreuzen übersät – einige klein, einige groß, manche mittel; die größeren strahlten mehr. Der Anblick dieser vielen Kreuze, die das Firmament zierten, war ein überaus süßer Zauber, sie waren strahlender als die Sonne.
Dann schien sich der Himmel zu öffnen, und man konnte das Fest sehen und hören, das die Heiligen für das Kreuz veranstalteten. Jene, die mehr gelitten hatten, wurden an diesem Tag mehr gefeiert. Man konnte auf eine bestimmte Art die Märtyrer und jene, die auf verborgene Weise gelitten hatten, unterscheiden. O, wie wurde an diesem gesegneten Ort das Kreuz geschätzt und jene, die mehr gelitten hatten!
Als ich dies sah, ertönte eine Stimme durch den ganzen Himmel und sagte: „Wenn der Herr keine Kreuze auf die Erde senden würde, wäre Er wie ein Vater, der keine Liebe zu seinen eigenen Kindern hat – der sie arm und entehrt sehen will anstatt geehrt und reich.“
Für das Übrige, das ich bei diesem Fest sah, habe ich keine Worte, es zu beschreiben. Ich kann es in meinem Innern fühlen, doch bin ich nicht in der Lage, es auszudrücken; so schweige ich. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 3. Mai 1900)

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… „Das aufrichtige Wirken hält die Göttliche Liebe in der Seele stets am Brennen, während das Wirken, das nicht aufrichtig ist, immer dabei ist, diese Liebe auszulöschen. Und wenn die Seele sie anzünden will, kommt bald der Hauch der Eigenliebe und löscht sie aus, bald die menschliche Rücksicht, bald die Selbstschätzung, bald der Hauch des Wunsches, anderen zu gefallen; mit einem Wort, so viele Hauche sind stets dabei, sie auszulöschen.
Beim aufrichtigen Wirken hingegen sind es nicht viele Hauche, die dieses göttliche Feuer in der Seele entzünden, sondern ein kontinuierlicher Hauch, der es immer am Brennen hält – und das ist allein der allmächtige Hauch eines Gottes.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 4. Oktober 1906)

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… „Um große Dinge für Gott tun zu können, ist es nötig, die Selbstschätzung, die menschliche Rücksicht und die eigene Natur zu vernichten, um mit dem Göttlichen Leben wieder aufzuleben, und nur die Wertschätzung unseres Herrn in Betracht zu ziehen und das, was seine Ehre und Herrlichkeit betrifft.
Alles, was das [ungeordnet] Menschliche betrifft, muss zermalmt und zu Staub zerrieben werden, um aus Gott leben zu können…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 22. Dezember 1910)

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Ich fühlte mich bedrückt und leidend, mein Inneres war so, als erlitte es ständig neue Zerstörungen und Vernichtung meines armen Wesens. So bat ich Jesus, dass Er mir die Kraft gebe, und als Er kam, nahm Er mich in seine Arme, um mir neues Leben einzuflößen, doch dieses neue Leben wurde mir gegeben als Gelegenheit, einen neuen Tod zu empfangen, damit mir dann wiederum ein neues Leben eingegossen wurde. Dann sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, mein Wille umfängt alles, schließt in sich alle Leiden, alle Martern, alle Schmerzen, die es im Lauf aller Jahrhunderte gibt. Siehe, daher umfing meine Menschheit alles, jedes Leiden, jedes Martyrium der Geschöpfe, da mein Leben nichts anderes war als das Leben des Göttlichen Willens; und dies war angemessen, nicht nur um das Werk der Erlösung zu vollenden, sondern damit Ich Mich zum König, zur Hilfe und Kraft für alle Martern, Schmerzen und Leiden einsetzen konnte. Wenn Ich in Mir nicht die Quelle aller Martyrien, Schmerzen und Peinen enthielte, wie könnte Ich Mich König von allen nennen, und in Mir die Quelle jeglicher Hilfe, Unterstützung, Kraft und Gnade besitzen, die es bei jedem Leid der Geschöpfe braucht? Es ist nötig zu haben, um zu geben.
Deswegen habe Ich dir so oft gesagt, dass die Mission, eine Seele zum Leben in meinem Willen zu rufen die größte, höchste und erhabenste ist; es gibt keine andere, die ihr gleichkommen könnte. Die Unermesslichkeit meines Willens wird bewirken, dass alle Martern, Leiden und Schmerzen diese Seele erreichen, mein Wille selbst wird ihr die göttliche Kraft geben, sie zu ertragen, Er wird in ihr die Quelle der Martyrien und Schmerzen bilden, und mein Wille selbst wird sie zur Königin aller Martern, Schmerzen und Leiden bestimmen.
Siehst du, was es bedeutet, in meinem Willen zu leben? Nicht nur ein einziges Martyrium zu erleiden, sondern alle Martyrien, nicht eine Pein und einen Schmerz, sondern alle 209 Peinen und alle Schmerzen. Siehe daher die Notwendigkeit, dass mein Wille für diese Seele das Leben sei, wer würde ihr sonst die Kraft in so vielem Leiden verleihen? Und wenn dem nicht so wäre, wie könnte man sagen, dass die Seele, die in meinem Willen lebt, die Kraft des Märtyrers ist? Wenn sie in sich nicht die Substanz jenes Leidens enthielte, wie könnte sie sonst Kraft für einen anderen sein? Dann wäre es eine Redensart, eine fantastische Sache, keine Realität.
Ich sehe, dass du erschrickst, das zu hören: nein, fürchte dich nicht: so viele Martyrien, Schmerzen und Leiden werden mit unzählbaren Freuden, Wonnen und Gnaden vergolten werden, deren unerschöpfliche Quelle mein Wille selbst sein wird. Es ist auch gerecht: wenn mein Wille in der Seele, die in Ihm lebt, die Quelle der Schmerzen als Hilfe für die ganze Menschheitsfamilie formen wird, so ist es auch richtig, dass Er die Quelle der Wonnen und Gnaden bilde, mit diesem Unterschied, dass die Quelle der Schmerzen ein Ende haben wird, denn die Dinge hier unten, wie groß sie auch sein mögen, sind immer begrenzt; die Quelle der Freuden hingegen ist von oben, ist göttlich, und so ist sie ohne Ende. Fasse also Mut und bleibe auf dem Weg in meinem Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 23. August 1922)