1In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger 2und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
3Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. 4Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
5Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, 6bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, 7und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi – Meister – nennen.
8Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. 9Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. 10Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
11Der Größte von euch soll euer Diener sein. 12Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

„Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen“ (Mt 23, 5)

… „Meine süßeste Liebe, ich biete Dir diese Bewegungen meines Körpers an, die Du selbst mich tun lässt, wie auch die anderen, welche ich selbst tun kann, zu dem einzigen Zweck, Dir zu gefallen und Dich zu verherrlichen.
Ach, ja! Ich wünsche, dass auch die Bewegungen meiner Augenlider, meiner Augen, meiner Lippen und alles von mir, nur dazu getan werden, um Dir allein zu gefallen.
Gib, o guter Jesus, dass alle meine Knochen und meine Nerven untereinander erklingen und mit klaren Stimmen Dir meine Liebe beweisen mögen.“
Und Er sagte zu mir: „Alles, was einzig deshalb getan wird, um Mir zu gefallen, strahlt vor Mir in solcher Weise, dass es meine göttlichen Blicke anzieht und Mir so sehr gefällt, dass ich diesen Akten, und sei es nur ein Lidschlag, den Wert verleihe, als wären sie von Mir getan worden.
Andererseits sind diese oder andere Handlungen, die in sich gut und sogar groß sind, aber nicht für Mich alleine verrichtet werden, wie Gold, das schmutzig und voller Rost ist und nicht strahlt, und Ich lasse Mich nicht einmal herab, sie anzusehen.“
Und ich: „Ach Herr, wie leicht können unsere Handlungen mit Staub beschmutzt werden!“
Und Er: „Man muss nicht auf den Staub achten, denn er kann abgeschüttelt werden, doch worauf man achten muss, ist die Absicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 6. November 1899)

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… „Und dann ist da das Beispiel meiner Mutter – die wahre Heiligkeit des Lebens in meinem Willen. Ihr Inneres war ganz untergetaucht in der Ewigen Sonne des Höchsten Willens; da sie die Königin der Heiligkeit der Heiligen sein sollte, und Mutter und Trägerin meines Lebens, und daher aller Güter, zu allen, war sie wie verborgen in allen und brachte ihnen das Gute, ohne sich zu erkennen zu geben.
Mehr als die schweigsame Sonne brachte sie das Licht ohne Worte, das Feuer ohne Aufsehen, das Gute, ohne sich loben zu lassen. Es gab kein Gut, das nicht von ihr ausging, kein Wunder, das nicht von ihr entsprang. In meinem Willen lebend, lebte sie verborgen in allen, und sie war und ist Ursprung der Güter aller.
Sie war so hingerissen in Gott, so gefestigt und geordnet im Göttlichen Willen, dass ihr ganzes Inneres im Meer des Ewigen Wollens schwamm; sie wusste Bescheid um das gesamte Innere aller Geschöpfe und legte ihr Inneres hinein, um sie vor Gott neu zu ordnen.
Gerade das Innere des Menschen bedurfte der Wiederherstellung, der Neuordnung, mehr als das Äußere, und da sie das Größere tun sollte, schien es, als lasse sie das Geringere aus, während sie der Ursprung des äußeren und des inneren Guten war.
Und doch schien sie nach außen keine großen und sensationellen Werke zu tun. Sie ging unbeachteter als die Sonne und verborgen in der Wolke des Lichtes des Göttlichen Willens vorüber, so dass selbst die Heiligen von dem ihren gaben und scheinbar wunderbarere Dinge vollbrachten als meine Mutter selbst.
Und doch, was sind die größten Heiligen vor meiner Himmlischen Mama? Kaum wie kleine Sterne im Vergleich zur großen Sonne, und wenn sie beleuchtet werden, ist die Sonne die Ursache.
Doch obwohl sie keine sensationellen Dinge tat, hörte sie nicht auf, auch sichtbar majestätisch und schön zu sein. Sie schwebte kaum über die Erde und war ganz auf jenen Ewigen Willen ausgerichtet, den sie mit solcher Liebe und Gewalt faszinierte und entzückte, um Ihn vom Himmel auf die Erde zu bringen, und den die menschliche Familie so brutal in den Himmel oben verbannt hatte.
Mit ihrem ganz im Göttlichen Wollen geordneten Inneren, ließ sie der Zeit keine Zeit: wenn sie dachte, wenn ihr Herz klopfte, wenn sie atmete, was sie auch tat – alles war wie bezaubernde Fesseln, um das Ewige Wort auf die Erde herabzuziehen; und tatsächlich siegte sie und bewirkte das größte Wunder, das niemand anderer tun kann…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 20. August 1923)

„Der Größte von euch soll euer Diener sein“ (Mt 23, 11)

… “Doch weißt du, meine Tochter, warum mein Höchster Wille sich in allen geschaffenen Dingen herrschend und als Leben zurückließ, seine besondere Aufgabe in jedem Ding verrichtend?
Er sollte nämlich sich selbst dienen, seinem eigenen Willen, der Leben und Herrschaft im Geschöpf haben sollte, für das Er alle Dinge erschaffen hatte. Er handelte wie ein König, der, da Er sich eine Residenz schaffen möchte, wo Er regieren und seine Wohnstätte gestalten will, sich viele Zimmer errichtet und darin viele Lichter anbringt, damit keine Dunkelheit herrscht.
Er legt kleine Quellen von frischestem Wasser an, zur Erholung bringt er die Musik hinein und lässt seine Wohnstatt mit lieblichen Gärten umgeben, kurz, er wendet alles auf, was ihn glücklich machen kann und seines Königtums würdig ist.
Nun, als König muss er seine Diener, seine Minister, seine Soldaten haben. Doch was geschieht? Diese erkennen den König nicht an, und anstatt dass der König herrscht, herrschen die Diener, die Minister, die Soldaten.
Wie groß wäre doch der Kummer dieses Königs, zu sehen, dass seine Werke nicht ihm dienen, sondern aus Ungerechtigkeit seinen Dienern, und er selbst gezwungen ist, der Diener seiner Deiner zu sein! Denn wenn ein Dienst, ein Werk sich selbst dient, nennt man sich nicht Diener.
Nun, mein Wille sollte in den Geschöpfen Sich Selbst dienen, und deshalb hinterließ Er sich mehr als ein edler König in allen geschaffenen Dingen, damit nichts seinem Königtum als König im Geschöpf fehle.
Niemand außer meinem Willen selbst, konnte meinem Willen würdig dienen, und Er hätte sich auch nicht darein gefügt, sich von den Dienern bedienen zu lassen, weil keiner seine adeligen und göttlichen Verhaltensweisen besessen hätte, um Ihm [würdig] zu dienen.
Nun vernimm den großen Schmerz meines Höchsten Willens.
Für dich, seine Tochter, ist es gerecht, dass du die Schmerzen deines Vaters kennst, deines Königs und Desjenigen, der dein Leben ist. Er macht in der Schöpfung den Diener für die Diener, dient dem menschlichen Willen, weil der Meine nicht in den Geschöpfen herrscht.
Wie hart ist es, den Dienern zu dienen, und so viele Jahrhunderte schon! Wenn sich die Seele aus meinem Willen zurückzieht, um den ihren zu tun, versetzt sie meinen Willen in der Schöpfung in die Knechtschaft.
Deshalb ist sein Schmerz groß: der König muss den Diener machen, und es gibt keinen, der einen so bitteren Schmerz versüßen könnte. Wenn Er fortfährt, in der Schöpfung zu bleiben, um den Dienern zu dienen, so deshalb, weil Er auf seine Kinder wartet.
Er wartet, dass seine Werke den Kindern seines ewigen FIAT dienen sollen, die Ihn seinem eigenen Adel dienen lassen, indem sie Ihn in ihren Seelen regieren und herrschen lassen.
O ja, nur diese Kinder werden seinen so langen und bitteren Schmerz lindern, werden Ihm die Tränen so vieler Jahrhunderte als Diener trocknen und Ihm die Rechte seiner Königsherrschaft wiederherstellen!
Deshalb ist es so notwendig, meinen Willen bekannt zu machen – was Er tut, was Er möchte, wie Er alles ist und alle Güter enthält, und seinen ständigen Schmerz, weil sie Ihn nicht regieren lassen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 29. November 1926)

„… Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Mt 23,12)

Ich war in großer Angst bei dem Gedanken, dass mein Zustand eine ständige Täuschung sei. Welcher Schlag aus heiterem Himmel ist das für mich! Das zieht alle Stürme auf mich und erniedrigt mich unter alle Frevler und sogar unter die Verdammten; es gab nie eine perversere Seele als die meine auf Erden.
Doch was mich am meisten schmerzt, ist, dass ich nicht aus diesem Zustand der Vortäuschung heraustreten kann, sonst würde ich meine Sünde beichten und um den Preis meines Lebens nicht mehr so handeln.
Jesus, der so gut ist, würde dann in seiner unendlichen Barmherzigkeit dieser Seele vergeben, der schlechtesten von allen. Nachdem ich einen dieser Stürme erlebt hatte, zeigte sich mein stets liebenswürdiger Jesus, und ich sagte Ihm: „Mein geliebter Jesus, welch hässlicher Gedanke ist doch dies!
O erlaube doch bitte nicht, dass ich mich verstelle. Lass mich eher sterben, als dich mit dem hässlichsten Laster, der Vortäuschung, zu beleidigen.
Das schreckt, zermalmt und vernichtet mich, entreißt mich deinen süßen Armen und stellt mich unter alle, sogar unter die Verdammten. Mein Jesus, Du sagst, dass Du mich so sehr liebst, und dann lässt Du zu, dass meine Seele Dir entrissen wird. Wie kann dein Herz meinem so großen Schmerz widerstehen?“
Und Jesus: „Mut, meine Tochter, lass dich nicht entmutigen. Wer höher als alle steigen soll, muss in die tiefste Tiefe hinabsteigen, unter alle. Von meiner Mutter, der Königin über alle, sagt man, dass sie die Demütigste von allen war, da sie allen überlegen sein sollte.
Doch um die Demütigste von allen zu sein, musste sie sich an den niedrigsten Platz unter allen begeben, und im Bewusstsein, dass Gott der Schöpfer und sie selbst das Geschöpf war, erniedrigte sich meine Himmlische Mutter so tief, dass Wir sie in dem Maß erhöhten, wie sie sich erniedrigte, doch so hoch, dass ihr niemand gleichkommt. So ist es auch mit dir, der kleinen Tochter meines Willens.
Um dir die Vorherrschaft in meinem Willen zu geben, lasse Ich sie, da Wir sie über alle erheben sollen, in die tiefste Tiefe, unter alle anderen hinabsteigen.
Und je mehr du dich erniedrigst, umso höher erhebe Ich dich und lasse dich deinen Platz im Göttlichen Willen einnehmen. O, wie entzückt es Mich, wenn Ich den, der über allen ist, unter alle [erniedrigt] sehe!
Ich eile, ja fliege, um dich in meine Arme zu nehmen und dehne deine Grenzen in meinem Willen aus. Ich lasse daher alles zu deinem Wohl und auch zur Erfüllung meiner höchsten Pläne mit dir zu.
Ich möchte aber nicht, dass du Zeit damit verlierst, darüber nachzudenken. Wenn Ich dich in meine Arme nehme, lege sofort alles beiseite und folge meinem Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 22. Februar 1923)