17In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. 18Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
19Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. 20Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.
21In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. 22Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
23Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. 24Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind“ (Lk 10, 20)

Der Göttliche Wille umgibt mich stets. Bald ruft Er mich, bald nimmt Er mich an seine lichtvolle Brust, und wenn ich auf seinen Ruf antworte und seine Umarmung erwidere, dann liebt Er mich so sehr und möchte mir so viel geben, dass ich gar nicht weiß, wo ich seine Gaben hintun soll.
Seine große Liebe und Freigebigkeit beschämen mich, und ich liebe jenen Heiligen Willen, der mich so sehr liebt. Da sprach der süße Jesus, als Er meine kleine Seele besuchte, mit unsagbarer Zärtlichkeit zu mir:
„Tochter meines Wollens, du sollst wissen, dass nur dein Jesus alle Geheimnisse meines Fiat kennt, denn da Ich das Wort des Vaters bin, rühme Ich Mich, all seine Großtaten gegen die Menschen erzählen zu können.
Darum ist seine Liebe überströmend, denn bei allem, was Er tat, rief Er dich, sowohl in den Werken der Schöpfung als auch denen meiner Erlösung. Wenn du seinen Ruf gehört und Ihm geantwortet hast: ‚Hier bin ich, was willst Du?‘ dann gab dir mein Wille seine Werke zum Geschenk; hast du aber nicht geantwortet, so rief Er dich stets, solange bis du Ihn anhören würdest.
Als nun mein Wille den Himmel schuf, rief Er dich in jenes blaue Gewölbe und sagte zu dir: ‚Meine Tochter, komm und sieh, wie schön der Himmel ist, den Ich für dich erschaffen habe.
Ich habe ihn erschaffen, um dich damit zu beschenken, komm, um dieses große Geschenk zu empfangen. Wenn du Mir nicht zuhörst, kann Ich es dir nicht geben. Du lässt Mich dastehen mit dem ‚ausstehenden‘ Geschenk in meinen Händen, um dich immerdar zu rufen. I
ch werde dich solange rufen, bis Ich dich als Besitzerin meiner Gabe sehe. Der Himmel hat eine überaus große Ausdehnung, so dass man die Erde im Vergleich dazu als kleines Loch bezeichnen könnte.
Daher haben alle ihren Platz und es gibt einen Himmel für jeden einzelnen, und Ich rufe sie alle mit Namen, um sie damit zu beschenken.‘ Aber wie groß ist sein Schmerz, wenn Er immer wieder ruft und nicht angehört wird und die Geschöpfe den Himmel betrachten, als wäre er kein Geschenk, das Er ihnen vermacht hat!
Die Liebe meines Willens ist so groß, dass Er, als Er die Sonne erschuf, dich mit ihren lichtvollen Stimmen rief und auf die Suche nach dir und nach allen ging, um sie mit der Sonne zu beschenken.
Dein Name ist also mit Buchstaben aus Licht in die Sonne eingeschrieben, und Ich kann ihn auch nicht vergessen. Wie ihr Licht von ihrer Sphäre herab bis zu dir gelangt, so ruft Er dich dabei ständig.
Er begnügt sich also nicht damit, dich von der Höhe ihrer Sphäre aus einzuladen, sondern möchte – dich immer mehr liebend – bis in die Tiefe hinabsteigen und spricht durch ihr Licht und ihre Wärme zu dir: ‚Empfange meine Gabe: Diese Sonne habe Ich für dich erschaffen‘.
Wenn die Menschen Ihn anhören, dann feiert Er ein Freudenfest, da Er sieht, dass der Mensch [nun] die Sonne als Eigentum und Geschenk seines Schöpfers besitzt.
Mein Wille ruft dich überall und allerorts: Er ruft dich im Wind, bald ungestüm, bald seufzend, bald so, als wollte Er weinen und dich drängen, Ihm zuzuhören, damit Er dich mit diesem Element beschenken könne.
Er ruft dich im Rauschen des Meeres um dir zu sagen: ‚Dieses Meer ist dein: nimm es als Geschenk, das Ich dir mache‘. Er ruft dich sogar in der Luft, die du einatmest, im Vöglein, das singt, und will dir sagen: ‚Alles mache Ich dir zum Geschenk‘.
Wenn die Seele nun auf den Anruf eingeht, wird das Geschenk bestätigt; antwortet sie nicht, bleiben die Gaben gleichsam zwischen Himmel und Erde in der Schwebe, verspart.
In der Tat, wenn mein Wille [die Seele] ruft, so deshalb, weil Er gerufen werden möchte, um die Kommunikation, den ‚Handelsverkehr‘ zwischen Ihm und den Seelen aufrechtzuerhalten, um sich zu erkennen zu geben und die unaufhörliche Liebe zwischen Ihm und der Seele, die in seinem Fiat lebt, zu erwecken.
In der Tat, nur die im Göttlichen Willen lebende Seele vernimmt mit größerer Leichtigkeit seine vielen Anrufe, da Er, während Er den Menschen durch seine Werke ruft, sich [zugleich] am Grund seiner Seele vernehmen lässt. So wird der Mensch von beiden Seiten her gerufen.
Wie oft habe Ich dich zudem nicht in alle Akte meiner Menschheit gerufen und tue es weiterhin? Ich wurde empfangen und rief dich, um dir das Geschenk meiner Empfängnis zu machen.
Ich wurde geboren und rief dich noch lauter, und schließlich weinte, seufzte und wimmerte Ich sogar, um dich zum Mitleid zu rühren, damit du Mir sogleich antworten mögest, damit Ich dich mit meiner Geburt, meinen Tränen, Seufzern und meinem Wimmern beschenken könne.
Wenn meine Himmlische Mutter Mich in Windeln wickelte, so rief Ich dich, damit du zugleich mit Mir gewickelt werdest. Kurzum, Ich rief dich hinein in jedes Wort, das Ich sagte, in jeden Schritt, den Ich tat, in jeden Schmerz, den Ich erlitt, in jeden Tropfen meines Blutes.
Bis hinein in meinen letzten Atemzug, den Ich auf dem Kreuz aushauchte, rief Ich dich, um dir alles zum Geschenk zu machen. Und um dich in Sicherheit zu bringen, legte Ich dich gemeinsam mit Mir in die Hände meines Himmlischen Vaters.
Wo habe Ich dich nicht gerufen, um dich mit all meinen Akten zu beschenken? Um meiner Liebe ein Ventil zu verschaffen und dich spüren zu lassen, wie sehr Ich dich liebte? Um die Süßigkeit meiner hinreißenden Stimme, die entführt, erschafft und erobert, in deinem Herzen erklingen zu lassen?
Und auch um deine Stimme zu vernehmen, die Mir zusagt: ‚Hier bin ich, sag mir Jesus, was willst Du?‘ als Vergeltung für meine Liebe und als Beteuerung, dass du meine Gaben angenommen hast, und damit Ich also sagen konnte: ‚Ich bin angehört worden, meine Tochter hat Mich erkannt und liebt Mich‘?
Es ist wahr, dass dies „Exzesse“ unserer Liebe sind, doch zu lieben und nicht erkannt und geliebt zu werden, ist unerträglich, und man kann so nicht weiterleben. Darum werden Wir unsere Liebestorheiten und Kunstgriffe fortsetzen, um unserem Leben der Liebe freien Lauf zu lassen.’
Dann fügte Er mit einem Ausdruck noch intensiverer Liebe hinzu: „Meine Tochter, so zahlreich sind unsere Seufzer, so groß unser sehnsüchtiges Verlangen, weil Wir möchten, dass der Mensch immer bei Uns sei, weil Wir ihm stets von dem Unsrigen schenken wollen.
Doch weißt du, was Wir ihm geben wollen? Unseren Willen! Wenn Wir ihm diesen geben, gibt es kein Gut, das Wir ihm nicht schenken. Nachdem Wir ihn also in unserer Liebe, Schönheit, Heiligkeit usw. gleichsam ertränkt haben, sagen Wir zu ihm: „Wir haben dir so viel gegeben, und du gibst Uns nichts?“
Und die Seele, die wie beschämt ist, weil sie nichts hat, das sie Uns geben könnte – und wenn sie etwas hat, so gehört es Uns – schaut sodann ihren Willen an und gibt ihn Uns als schönste Ehrenbezeigung für ihren Schöpfer. Weißt du, was Wir dann tun?
Wenn sie Uns ihren Willen in jedem Augenblick gäbe, so würden Wir ihr so viele Male das Verdienst verleihen, als hätte sie so viele Willen, wie oft sie ihn Uns geschenkt hat. Und Wir geben ihr so oft unseren Willen, wie oft sie Uns den ihren gegeben hat, indem Wir in ihr so viele Male unsere Heiligkeit, Liebe usw. verdoppeln.“
Als ich das hörte, sagte ich: „Mein teurer Jesus, ich verdiene viel, wenn ich so viele Male das Verdienst erhalte, wie oft ich Dir meinen Willen gebe, und als Vergeltung den Deinen dafür zu haben ist der größte Gewinn für mich; doch was gewinnst Du dabei?“
Da sagte Er lächelnd: „Dir kommt das Verdienst zu, und Mir der Gewinn, die ganze Glorie meines Göttlichen Willens zu empfangen. Wie oft Ich Ihn dir gebe, so oft verdoppelt, vervielfacht, verhundertfacht sich meine göttliche Glorie, die Ich durch die Seele empfange.
So kann Ich also sagen: ‚Sie gibt Mir alles, und Ich gebe ihr alles‘.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 16. Januar 1938)

„Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht“ (Lk 10,23)

… „Meine Tochter, in meinem Willen gibt es den leeren Raum des menschlichen Wirkens im Göttlichen, und diese Leere muss von denen aufgefüllt werden, die in meinem Willen leben.
Je aufmerksamer du darin bist, in meinem Willen zu leben und Ihn den anderen bekanntzumachen, umso schneller wird dieser leere Raum ausgefüllt wer-den auf eine Art, dass mein Wille, der den menschlichen Willen in sich umherschweben und zum Ursprung, von dem er ausgegangen ist, zurückkehren sieht, sich befriedigt fühlen und seine sehnlichen Wünsche bezüglich der Menschengeschlechter erfüllt sehen wird.
Es macht nichts, wenn es nur wenige sind oder sogar nur einer ist, denn mein Wille kann sich mit seiner Macht für alles entschädigen, sogar mit einem einzi-gen Menschen, wenn Er keinen anderen findet.
Doch ist es stets ein menschlicher Wille, der in den Meinigen kommen muss, um all das auszufüllen (zu ersetzen), was die anderen nicht tun. Das wird Mir so wohlgefällig sein, dass Ich die Himmel aufreißen und meinen Willen herabsteigen lassen und die Schätze und Wunder bekanntmachen werde, die Er enthält.
Jedesmal, wenn du erneut in meinen Willen eintrittst, drängst du Mich, dir neue Kenntnisse über Ihn zu vermitteln und weitere Wunder zu erzählen, denn Ich will, dass du das Gute kennst, das du tust, damit du es wertschätzst und es zu besitzen wünschst.
Und wenn Ich sehe, dass du es liebst und schätzt, lasse Ich es dich besitzen. Die [Er]Kenntnisse sind die Augen der Seele. Die unwissende Seele ist wie blind für dieses Gut und diese Wahrheiten.
In meinem Willen gibt es aber keine blinden Seelen, sondern jede Kenntnis lässt sie noch weiter blicken. Tritt daher oft in mein Wollen ein, dehne deine Grenzen in Ihm aus, und wenn Ich das bemerke, komme Ich wieder und erzähle dir noch überraschendere Dinge über meinen Willen.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 2. April 1923)

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… „Meine gute Tochter, wie sehr wünschte Ich, dass alle wüssten, was es bedeutet, in meinem Göttlichen Willen zu leben, was ihnen unglaublich vorkommt! Aber weißt du warum? Weil sie nicht wissen, was mein Wille ist und die ganze Reihe der Wunder nicht kennen, die Er im Geschöpf wirken kann und wirken will.
Da sie Ihn also nicht kennen, halten sie es für unmöglich, dass Er im Geschöpf all das tun kann, was Ich dir sage. O, wenn sie Ihn kennen würden! Das, was Er tut und was Er sagt, ist noch wenig.
Die Kenntnis ist es, die bewirkt, dass Wir Uns zur Seele hin aufmachen, und die Uns den Platz und den leeren Raum bereitet, wo Wir unsere unerhörten Wunder verwahren können. Es ist die Kenntnis, die der Seele die Augen schenkt, um unsere göttlichen Wunder betrachten und schätzen zu können. Alles ist ein Wunder für den, der in unserem Willen lebt.
Du sollst dies wissen: wenn die Seele ihre Akte in meinem Willen verrichtet, dann werden alle erschaffenen Dinge vom Willen und Wort jener Seele belebt; alle Dinge besitzen eine Stimme, wobei die einen Liebe sagen, die anderen Ehre, jene Anbetung, diese dort Dank oder Lobpreis unserem Schöpfer. Welchen Wohlklang bilden sie in der Atmosphäre, welch süßen Zauber, dass man sich davon entzückt fühlt!
Aber von wem stammen all diese Stimmen? Von dem, der in unserem Willen lebt!
Es ist so, wie wenn [ein Meister] in kundiger Weise Stimmen und Klänge in die Holz- oder Metallinstrumente einschließt: dann ‚singen‘ und ‚sprechen‘ die Instrumente.
Ähnlich ist es bei der Seele, die in meinem Willen lebt. Ihre Liebe, die Mich geliebt und verherrlicht sehen will, ist so groß, dass sie ihren Willen, ihre Stimme und ihre Liebe in die geschaffenen Dinge einschließt: das eine erzählt Mir dann die Geschichte meiner Liebe, das andere besingt meine Herrlichkeit, und alle haben Mir anscheinend etwas zu sagen.
O, wie freut Mich dies, weil Ich sehe, dass der Mensch über die ganze Schöpfung gebietet und als [priesterlicher] König, der er ist, alles anregt, belebt und bewirkt, dass Ich von allem geliebt werde! Wie süß klingt dies an unser göttliches Ohr!
Alles habe Ich dem Menschen gegeben, und alles gibt er Mir, und Ich gebe ihm wiederum alles zurück.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 6. März 1938)