Samstag der 3. Osterwoche (Joh 6,60-69)
60In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? 61Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß?
62Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? 63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
64Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. 65Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.
66Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. 67Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? 68Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. 69Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.
„Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht“ (Joh 6, 62-63)
… „Gesegnete Tochter, mein Wille bringt Licht in der Seele hervor. Das Licht [seinerseits] erzeugt Wissen, und Licht und Kenntnis erzeugen in gegenseitigem liebendem Austausch, [in der Seele] die Liebe [zu Gott]. Wo also mein Höchster Wille regiert, dort herrscht die Heiligste Dreifaltigkeit im Akt.
Unsere anbetungswürdige Gottheit neigt von Natur aus in unwiderstehlicher Weise dazu, beständig und ohne Unterbrechung hervorzubringen. Den ersten generierenden Akt vollbringen Wir in Uns selbst: Der Vater zeugt Mich ununterbrochen, und Ich, sein Sohn, fühle Mich ständig in Ihm gezeugt.
Der Himmlische Vater zeugt Mich und liebt Mich, Ich werde gezeugt und liebe Ihn, und von Uns beiden geht die Liebe aus. In diesem unaufhörlichen generativen Akt sind all unsere wunderbaren Kenntnisse, unsere Geheimnisse und Seligkeiten, die Zeiten, unsere Verfügungen, unsere Macht und Weisheit eingeschlossen.
Alles, was die Ewigkeit in einem einzigen generierenden Akt umfasst, stellt die ganze Einheit unseres Göttlichen Wesens dar. Diese unsere gegenseitige Liebe bildet daher die Dritte Person unseres Höchsten Wesens, die von Uns untrennbar ist.
Sie gibt sich scheinbar nicht mit unserem generierenden Akt in Uns zufrieden, sondern will außerhalb von Uns selbst, in den Seelen generieren. Und dies ist die Aufgabe, mit der Wir unseren, von unserer Liebe beseelten Willen beauftragen: in die Seelen hinabzusteigen und mit seinem Licht unsere göttliche Generation zu bilden.
Das kann Er aber nur in einer Seele tun, die in unserem Willen lebt, da es außerhalb von Ihm keinen Platz gibt, wo Er unser Göttliches Leben bilden könnte. Unser Wort würde kein Gehör finden, um angehört zu werden.
Und da unsere Kenntnisse fehlen, fände die Liebe nicht die Substanz, um generieren zu können. Dies ist der Grund, warum unsere Heiligste Dreifaltigkeit im menschlichen Geschöpf ganz ungeordnet [vorhanden] ist.
Allein unser Wille kann diese unsere göttliche Zeugung bilden. Höre daher aufmerksam auf das, was dieses Licht dir sagen möchte, um Ihm Raum für seinen zeugenden Akt zu geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 14. August 1932)
„Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben“ (Joh 6,63)
Der Ozean des Göttlichen Willens murmelt stets und bildet riesige Wellen, welche die Geschöpfe bald mit Licht bestürmen, bald mit Liebe, bald mit bezaubernder Schönheit, oder mit Seufzern, weil Er seinen kleinen Platz in den Seelen haben und in ihnen leben möchte.
Seine Liebe ist unbeschreiblich; sie würde bis zum Übermaß gehen und alle Kunstgriffe der Liebe anwenden, wenn Er nur frei [in den Seelen] wohnen und uns alle in seinem FIAT leben lassen könnte. Ich war überrascht darüber, und mein liebenswürdiger Jesus sagte zu mir:
„Tochter meines Willens, du weißt nicht, wie weit unsere Liebe geht und was Wir [noch alles] tun werden, damit die Menschen in unserem Willen leben.
Das ist der schönste Aspekt der Schöpfung, und wenn Wir das nicht täten, müssten Wir sagen: „Unser Werk ist weder vollendet, noch haben Wir das vollbracht, was Wir tun können und zu tun vermögen; im Vergleich zu dem, was Uns noch zu tun bleibt, können Wir sagen, dass Wir nichts getan haben.‘
Wisse, dass unsere Gottheit von Ewigkeit her (ab aeterno) beschlossen hat, dass Wir so viele Leben von Uns bilden werden, als Wir Dinge geschaffen haben, und als die Seele Akte in unserem Willen tun wird.
Da unser Sein allem überlegen ist, ist es gerecht, dass Es bezüglich seiner Leben die Anzahl aller geschaffenen Dinge und aller Akte der Menschheitsfamilie übertrifft.
Wenn aber die Seele nicht in unserem Willen lebt, können Wir das nicht tun: es würde Uns der göttliche Baustoff für die Heranbildung unseres Lebens in den geschöpflichen Akten fehlen, es würde Uns der Platz fehlen, wo Wir es hinlegen könnten.
Wozu sollten Wir zudem diese unsere Leben formen, wenn sie niemand aufnehmen wollte, niemand sie kennt und liebt? Siehst du also, dass es wahrhaft der schönste, mächtigste und weiseste Akt ist?
Es geht darum, unsere Leben auszubreiten, die Wir bereits in unserem Schoß gezeugt haben und nicht zur Welt bringen können, weil unser Wille nicht herrscht.
Scheint dir das geringfügig zu sein, was dem großen Werk der Schöpfung [noch] fehlt? Es ist der reizvollste Akt, der größte Höhepunkt, wo die Schöpfung und alle Akte in solch seltene Schönheit und so große Herrlichkeit gehüllt werden, dass die Schönheit, die man in der Vergangenheit von Uns gekannt und die Glorie, die man Uns erwiesen hat, wie kleine Tröpfchen dagegen sind.
Meine Tochter, o wie verlangen Wir danach, wie zittert, seufzt, brennt unsere Liebe wie im Fieberwahn, dass das Geschöpf doch in unserem Willen lebt!
Da Wir aber wissen, dass den Seelen viele Dinge fehlen, damit Wir mit ihren Akten unser Leben [in ihnen] heranbilden können, sind Wir zu ständiger Arbeit bereit, um [in den Seelen] für alles aufzukommen.
In jedem Akt der Seele werden Wir ihr unsere Liebe, unsere Heiligkeit, Güte und Schönheit schenken, damit nichts am Nötigen fehlt, um unser Leben zu bilden; so werden Wir Uns selbst hervorbringen und reproduzieren.
O, welche Erwiderung an Liebe, Heiligkeit und Güte wird Uns dafür zuteilwerden, und wie werden Wir durch den süßen Zauber unserer Schönheit beglückt!
Wie sollten Wir es nicht ersehnen, dass die Menschen in unserem Willen leben, da Wir nicht bloß das Geschöpf besitzen werden, sondern unser eigenes Leben, das in seinen Akten generiert wird?
Und während Wir Uns an einem Leben von Uns freuen, wird ein weiteres folgen und dann noch eines, je nach den Akten, welche die Seele vollbringt.
Sobald Wir sehen, dass die Seele dabei ist, einen Akt zu tun, werden Wir von dem Unsrigen dazu beitragen und Uns zu Handelnden und Zusehern unseres eigenen Lebens machen.
Welche Freude, welches Glück, meine Tochter, Uns selbst bilden zu können, jemanden zu haben, der Uns kennt und liebt, und unseren Königspalast in der Seele zu besitzen!
Darüber hinaus wird die Seele diese große Wohltat erfahren: ihre kleine Heiligkeit wird in der Unsrigen, ihre begrenzte Liebe in der Unsrigen und ihre Güte und Schönheit in der Unsrigen bleiben, sodass die Seele, wenn sie einen heiligen Akt vollbringt, unsere Heiligkeit zu ihrer Verfügung hat, wenn sie liebt, wird sie mit unserer Liebe lieben usw.
Auf diese Weise werden ihre Akte aus dem Inneren unserer Akte hervorgehen; alles nämlich, was in unserem Willen getan wird, geht weder aus Uns noch aus dem Inneren unserer Akte hinaus.
So wird Uns die Seele immer lieben, und Wir werden Uns immer geliebt fühlen. Sie wird stets an Heiligkeit, Güte und Schönheit zunehmen und somit stets neue Kenntnisse über ihren Schöpfer erwerben, denn sie wird Ihn in ihren Akten lebendig pochen fühlen.
Mein Wille wird ihr stets neue Dinge über unser Göttliches Sein enthüllen, damit sie unser Leben, das sie besitzt, noch mehr schätzt. Die Kenntnis erweckt neue Liebe und teilt ihr weitere Arten unserer Schönheit mit.
Sie wird der Seele ununterbrochen neue Dinge sagen und sie gleichsam mit dem nähren, was Wir sind. Das glückliche Geschöpf wird sich im Netz unserer Liebe gefangen fühlen – und erfüllt von unserem Licht und unserer bezaubernden Schönheit.
Wir werden dermaßen von seiner Liebe hingerissen sein, dass Wir im Geschöpf Zuflucht nehmen, um zu lieben und unsere Liebe ergießen zu können. Wir werden die Seele so schmücken, dass Wir selbst von einer so seltenen Schönheit bezaubert sind.
So können Wir alle anderen Dinge kleine Tröpfchen nennen im Vergleich zum Leben [der Seele] in unserem Willen. Sei daher aufmerksam, denn wenn du in meinem Willen lebst, kannst du Mir das größte Wohlgefallen bereiten und Mich glücklich machen.“
Sodann meditierte ich weiter über die große Gnade des Lebens im Göttlichen Willen, und mein sanfter Jesus nahm seine Rede wieder auf:
„Meine Tochter, dieses Gut ist so groß, dass Ich unser vibrierendes Leben lebendig in der Seele pochen fühle und Wir keine Worte mehr brauchen, um Uns verständlich zu machen. Unser Atem in ihrem Atem ist Wort, welches das [ganze] menschliche Wesen umhüllt und es in unser Wort umwandelt.
Die Seele vernimmt, wie unser Wort in ihrem Geist, in den Arbeiten und Schritten spricht; und die Kraft, die Fähigkeit unseres schöpferischen Wortes erfüllt sie auf eine Weise, dass es in den innersten Fasern ihres Herzens hörbar wird und es die Seele in mein Wort selbst umwandelt.
Mein Wort wird zur Natur in der Seele, und wenn die Seele nicht täte, was Ich sage und will, dann wäre es so, als ginge mein Wort gegen sich selbst vor – was nicht sein kann.
So bin Ich für die in meinem Willen lebende Seele, das Wort im Atem, in der Bewegung, im Intellekt, im Blick, in allem; und zwar so sehr, dass die Seele, während sie sich mit meinem Wort verschmolzen und darin eingetaucht fühlt, sich wundert, da sie den Klang meiner Stimme nicht gehört hat, und sagt: ‚Wie kommt das, ich fühle meine Natur in sein Wort umgewandelt und weiß nicht, wann Er mir das gesagt hat?’
Dann antworte Ich der Seele: ‚Weißt du nicht, dass Ich in jedem Augenblick Wort bin? Wenn du Mir auch nicht zuhörst, spreche Ich, da Ich weiß, dass du beim Eintritt in die Kammer deiner Seele das Wort finden und die Gabe meines Wortes aufnehmen wirst.‘
Meine Worte laufen nicht weg, sondern bleiben und wandeln die menschliche Natur in mein Wort um. Die Einheit und Umwandlung zwischen der Seele, die in unserem Willen lebt und Uns, ist so intensiv, dass Wir Uns ohne Reden verständlich machen und ohne Worte sprechen.
Dies ist unsere größte Gabe an die Seele, dass sie nämlich mit ihrem Atem und ihrer Bewegung sprechen kann. Die Seele ist so sehr mit Uns eins, dass Wir mit ihr die gleichen Handlungsweisen und dieselbe Wirkweise gebrauchen, wie bei Uns selbst.
Obwohl unser Göttliches Sein ganz Wort und ganz Stimme ist, lassen Wir, wenn Wir nicht wollen, Uns von niemandem hören. Sei daher aufmerksam und lass dich in allem von meinem Willen führen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 5. Dezember 1938)
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens“ (Jhn 6, 68)
… „Die Tore zu diesen unseren Feldern dem Menschen zu Recht versperrt wurden, seit er beim Sündenfall aus unserem Willen trat. Jetzt wollen Wir diese Tore nach so vielen Jahrhunderten für jene öffnen, die nicht gezwungen, sondern freiwillig eintreten wollen, damit sie diese unsere göttlichen Felder bevölkern.
Wir möchten ihnen eine neue Form, eine für sie ganz neue Lebensweise schenken und vom Menschen nicht Werke, sondern in jedem seiner Akte ein in unserem eigenen Leben gebildetes Leben erhalten.
Deswegen also sprach Ich so ausführlich über meinen Willen zu dir: die Kraft meines schöpferischen Wortes wird die Seelen disponieren, indem es ihnen das Verlangen einflößt und ihren menschlichen Willen verwandelt.
Wenn sie wissen, dass Ich die Türen [zu meinem Willen] öffnen möchte, werden sie anklopfen, und Ich werde ihnen sofort erfreut auftun und Mir ein glückliches Volk erwerben, das Mir sein Leben als Austausch für das Meine schenken wird, das Ich für sie hingegeben habe.
Ich habe niemals vergeblich gesprochen, oder ohne etwas davon zu haben. Ich sprach in der Schöpfung, und mein Wort diente dazu, die wunderbaren Dinge des ganzen Universums zu gestalten.
Ich sprach bei der Erlösung, und mein Wort, mein Evangelium dient meiner Kirche als Führung, Licht und Stütze. Mein Wort ist sozusagen die Substanz und mein pulsierendes Leben im Schoß der Kirche.
Wenn Ich jetzt über meinen Göttlichen Willen sprach und noch immer spreche, wird dies nicht vergeblich sein, nein. Vielmehr werde Ich die wunderbaren Wirkungen und das Leben meines Willens empfinden, der unter den Menschen bekannt, aktiv und ganz lebendig sein wird.
Lass Mich daher gewähren, und Ich werde die Dinge auf eine Weise verfügen, dass mein Wort kein totes, sondern ein lebendiges Wort ist, das mit all seinen wunderbaren Wirkungen Leben spenden wird; umso mehr, als diese unsere himmlischen Felder und Meere gleichsam eine Mutter für die glücklichen Seelen sein werden, die in ihnen leben wollen.
Sie werden sie auf göttliche Weise erziehen, mit köstlichen, von der himmlischen Tafel genommenen Speisen nähren und edel und heilig großziehen, sodass man in all ihren Akten, Schritten und Worten klar herauslesen kann, dass sie ihrem Schöpfer ähnlich sind.
Gott wird die Melodie seiner Stimme in ihren Worten hören, seine Macht in ihren Werken fühlen, die sanfte Bewegung seiner Schritte, die zu allen hineilen, da Er sie in ihren Schritten bei Sich haben will, und wie hingerissen wird Er sprechen: ‘Wer ist jene Seele, die Mir ähnlich ist?
Wer vermag meine liebliche, harmonische und kräftige Stimme nachzuahmen, die Himmel und Erde erschüttern kann? Wer hat solche Kraft, Mich in seinen Werken zu entzücken, sodass Ich gemeinsam mit ihm arbeite? Wer ist es? Wer ist es?
Ach, jene Seele ist es, die in unseren göttlichen Feldern lebt! Es ist gerecht, dass sie Uns in allem ähnlich ist, soweit es einem Geschöpf möglich ist. Sie ist unsere Tochter, das genügt.
Erlauben Wir ihr, dass sie Uns nachahme, dass sie Uns ähnlich sei. Sie wird unsere Ehre und die unseres Schöpfungswerkes sein, die Ersehnte ihres himmlischen Vaters!’…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 21. Dezember 1931)



