Samstag der 34. Woche im Jahreskreis (Lk 21,34-36)
34In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, 35so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
36Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.
„Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren…“ (Lk 21,34)
… Da mein geliebter Jesus mich weiterhin Seiner beraubte, fühlte ich mich so bedrückt und dachte, dass alles für mich zu Ende war, und noch viel anderes, das mir nutzlos scheint, es aufzuschreiben.
Da legte mein liebenswürdiger Jesus seine heiligen Hände unter meine Schultern, als wollte Er mich in die Arme nehmen und sprach zu mir: „Meine Tochter, wie schwer bist du geworden! Weißt du nicht, dass die Bedrückung die Seele beschwert?
Wenn Ich dich in die Arme nehmen will, muss Ich eine Anstrengung vollbringen, während mein Wille das Gewicht der Natur entleert, und sein Licht, das die Finsternis des [Ungeordnet] Menschlichen wegnimmt, sie ganz leicht und fähig zu jedem Opfer macht.
Indem Er ihr die Flügel der Liebe verleiht, gibt Er der Seele die erste Mitgift der Himmlischen Heimat, die weder Bedrückung noch Finsternis kennt, sondern die nur einen Tag ohne Sonnenuntergang und endlose Freude hat.
Was würdest du zudem sagen, wenn du die Sonne sprechen hörtest: „Alles ist zu Ende, ich bin keine Sonne mehr, denn mein Schöpfer fügt mir nicht ständig neues Licht hinzu“?
Ich glaube, du würdest der Sonne antworten: „Ich sehe dich immer [noch] als Sonne, denn dein Schöpfer hat dir nichts von deinem Licht weggenommen, das Er dir gegeben hatte. E
s könnte höchstens sein, dass dein Licht noch stärker und strahlender gewesen wäre, wenn Er immer mehr Licht hinzufügen würde.“
So antworte Ich dir: du bist immer Sonne, denn die Sonne meines Willens und seiner Kenntnisse herrscht in dir, mehr als das Licht. Weder Ich, noch jemand anderer kann dir eine einzige der vielen Kenntnisse entreißen, die du über mein ewiges FIAT besitzt.
Bloß, weil Ich nicht ständig etwas Neues hinzufüge, behauptest du „alles ist zu Ende“, als wäre das nichts, was Ich dir gesagt habe,… als wäre diese Sonne in dir erloschen?
Allzu viel braucht es, meine Tochter, um in dir diese Sonne meines Willens auszulöschen. Du könntest auch nicht selber aus ihren ewigen Strahlen entfliehen, die deine Seele überfluten und alles in dir in den Schatten stellen, was nicht dieser Sonne angehört.
Folge deshalb ihrem Licht, und warte mit Geduld auf neues Licht, damit die Sonne meines Willens in dir noch strahlender werde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 21. Juli 1927)
„Wacht und betet allezeit…“ (Lk 21,36)
(60) … Fühlte ich ein großes Bedürfnis, die heilige Kommunion zu empfangen; während des ganzen Tages und der ganzen Nacht tat ich nichts anderes, als mich darauf vorzubereiten.
Ich konnte wegen des ständigen Pochens meines Herzens keinen Schlaf finden und sprach zu Ihm: „Herr, beeile Dich, ich kann ohne Dich nicht sein. Lass die Stunden schneller verstreichen und die Sonne bald aufgehen, denn ich kann nicht mehr, mein Herz verschmachtet.“
Er selbst machte mir solche liebevollen Einladungen, dass es mir das Herz brach. Er sagte zu mir: „Sieh, Ich bin allein, sorge dich nicht, weil du nicht schlafen kannst – es geht darum, deinem Gott Gesellschaft zu leisten, deinem Bräutigam, der dein Alles ist, der ständig beleidigt wird.
O verweigere Mir bitte diesen Trost nicht, denn in deiner Betrübnis werde Ich dich auch nicht verlassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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Jesus, mein süßes Gut! Mein Herz versagt. Ich schaue hin und sehe, dass du noch immer Todesängste ausstehst. Das Blut rinnt in solcher Menge von deinem Leib herab, dass der Boden mit Blut bedeckt ist.
O meine Liebe! Mir bricht das Herz, wenn ich dich so schwach und erschöpft sehe. Dein anbetungswürdiges Angesicht und deine Schöpferhände, die sich auf den Boden stützen, sind von Blut benetzt.
Es scheint mir, du wollest für die Ströme von Vergehen, welche die Menschen zu dir hinleiten, Ströme von Blut zurücksenden, auf dass diese Vergehen in dein Blut versenkt würden und du einem jeden Menschenkind Verzeihung gewähren könnest.
Erhebe dich, mein Jesus, es ist zu viel, was du leidest, es ist genug für deine Liebe. Man beachte den eigenen und bilderreichen Stil der EinsiedlerSeele, die, wie umgestaltet in das, was sie betrachtet, ihre Gedanken in einem kühnen Bild zusammenfasst: Ich möchte eine Woge aus dem Meer deiner Gottheit sich über alle Menschen ergießen lassen.
Damit will sie sagen: Ich möchte laut meine Stimme ertönen lassen, um allen Menschen zu verstehen zu geben, dass du der Ewige und Unsterbliche bist, dem allein Ehre, Liebe und Verherrlichung gebührt: du, mein Jesus, der du dir in deiner unendlichen Liebe unsere Sünden aufgebürdet hast und als Gottmensch eine Genugtuung darbieten konntest, die der göttlichen Gerechtigkeit entspricht.
Doch während es scheint, als stürbe mein Jesus in seinem Blut, gibt ihm die Liebe neues Leben. Ich sehe, wie er sich bewegt. Nun erhebt er sich, mit Staub und Blut bedeckt. Er versucht zu gehen, mühsam schleppt er sich fort. Mein süßes Leben! Gestatte, dass ich dich mit meinen Armen stütze.
Willst du wieder zu deinen geliebten Jüngern gehen? Wie groß ist dein Schmerz, als du sie von neuem eingeschlafen findest! Du sprichst mit bebender und schwacher Stimme: „Meine Kinder, schlaft nicht! Meine Stunde ist gekommen. Seht ihr nicht, in welchem Zustand ich bin? O steht mir bei und verlasst mich nicht in den Stunden äußerster Bedrängnis.“
Jesus, du bist so unkenntlich geworden, dass dich deine Jünger ohne die Anmut und Sanftmut deiner Stimme nicht erkannt hätten. Nachdem du ihnen Wachen und Beten empfohlen hast, kehrst du in den Garten zurück, aber mit einer neuen Wunde im Herzen.
Sehe ich doch in ihr die Vergehen jener Seelen, die trotz deiner Gunsterweise, Gaben und Gnaden in der Nacht der Prüfung deine Liebe und deine Gaben vergessen, dem geistigen Schlaf verfallen und so den Geist der Wachsamkeit und Ausdauer im Gebet einbüßen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 23 bis 24 Uhr: Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)
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Mein Jesus! Schon ist eine Stunde verflossen, seit du im Garten Gethsemane weilst. Die Liebe hat die Oberherrschaft in allem an sich genommen und lässt dich auf einmal das leiden, was die Henkersknechte dir im Verlauf deiner bittersten Passion zu leiden geben.
Mein Jesus! Ich sehe dich wanken bei deinen Schritten, und trotzdem schreitest du voran. Sag mir, mein höchstes Gut, wohin lenkst du deine Schritte? Ach, du willst deine geliebten Jünger aufsuchen. Ich begleite dich, um dich in meinen Armen zu halten, wenn du wankst.
Mein Jesus! Ein anderer bitterer Schmerz wartet auf dich. Die Jünger schlafen. Du, immer voll Mitleid, rufst sie wach und ermahnst sie mit väterlicher Liebe, empfiehlst ihnen zu wachen und zu beten.
Dann kehrst du in den Garten zurück. Aber noch eine andere Wunde trägst du im Herzen, und in ihr erblicke ich alle Wunden, die dir die gottgeweihten Seelen schlagen.
Anstatt sich an dich anzuschließen, zu wachen und zu beten, überlassen sie sich sich selbst, sei es aus Nachlässigkeit, sei es, weil sie versucht werden, sei es, weil sie nicht in der richtigen Geistesverfassung sind.
Während sie voranschreiten sollten in der Liebe und Vereinigung mit dir, schlafen sie, werden lau und machen Rückschritte. Wie sehr bemitleide ich dich, du Freund der Seelen!
O ich möchte alle Undankbarkeit jener sühnen, die dir so lieb und teuer sind. Diese Treulosigkeiten betrüben am meisten dein anbetungswürdiges Herz.
So groß ist die Bitterkeit des Schmerzes, dass er dich erdrücken möchte. O Liebe ohne Ende! Das Blut, das in deinen Adern siedend heiß wallt, besiegt alles und vergisst alles. Ich sehe dich betend am Boden liegen.
Du opferst dich auf, sühnst und bemühst dich, für alle Menschen den Vater zu verherrlichen. Auch ich, mein Jesus, werfe mich mit dir nieder, und im Verein mit dir möchte ich das tun, was du tust. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 22 bis 23 Uhr: Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)

