9Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. 10Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammengewesen waren und die nun klagten und weinten. 11Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht.
12Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. 13Auch sie gingen und berichteten es den anderen, und auch ihnen glaubte man nicht.
14Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. 15Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!

„Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war…“ (Mk 16,9)

Mein Jesus, nachdem Du auferstanden bist, entfernst Du Dich nicht, um in den Himmel zu gehen; dies bestätigt mir, dass Du das Reich Deines Göttlichen Willens inmitten der Geschöpfen einsetzen willst, und ich verlasse Dich nicht einen Augenblick.
Ich folge Dir Schritt für Schritt mit meinem „Ich liebe Dich“, während Du als Auferstandener Deiner Mama erscheinst; durch diese Freude, die Ihr beide genossen habt, bitte ich Euch mit immer wachsender Eindringlichkeit um das Reich Deines Fiat…, während Du Magdalena, den Aposteln erscheinst, begleitet Dich mein „Ich liebe Dich“ und bittet Dich, dass Dein Göttlicher Wille in besonderer Weise von den Priestern erkannt werde, die Ihn ihrerseits als neue Apostel der ganzen Welt bekannt machen… (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Vierundzwanzigste Stunde)

„Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht” (Mk 16, 11)

Diesen Morgen fühlte ich eine Angst in mir, dass es nicht Jesus sein könnte, sondern der Dämon, der mich täuschen wollte. Jesus kam, und als Er mich in dieser Furcht sah, sprach Er zu mir:
„Demut ist die Sicherheit[swache] für die himmlischen Gunsterweise. Demut kleidet die Seele in solche Sicherheit, dass die Tricks des Widersachers nicht in sie eindringen können. Demut bringt alle himmlischen Gnaden in Sicherheit, sodass Ich dort, wo Ich Demut sehe, alle Arten von himmlischen Gnaden rückhaltlos fließen lasse.
Lasse dich deswegen also nicht beunruhigen, sondern schau vielmehr mit einem einfachen Auge immer in dein Inneres, um zu sehen, ob du mit der schönen Demut bekleidet bist, und sorge dich um nichts anderes.“
Dann zeigte Er mir viele geweihte Personen des religiösen Lebens und unter ihnen Priester – auch solche, die ein heiliges Leben führten. Aber so gut sie waren, es mangelte ihnen am Geist der Einfachheit, an die vielen Gnaden zu glauben und die vielen Wege, welche der Herr [im Umgang] mit den Seelen benützt. Jesus sagte zu mir:
„Ich teile Mich sowohl den Demütigen als auch den Einfachen mit, denn sie glauben sofort an meine Gnaden und schätzen sie sehr, wenn sie auch ungebildet und arm seien.
Aber bei diesen anderen, die du siehst, bin Ich sehr zurückhaltend, denn der erste Schritt, der eine Seele Mir näherbringt, ist der Glaube; so geschieht es, dass diese mit all ihrer Wissenschaft, Lehre, ja sogar Heiligkeit, nie einen Strahl des himmlischen Lichtes erfahren, das bedeutet, sie gehen den natürlichen Weg weiter und kommen nie so weit, nicht einmal im Geringsten, das Übernatürliche zu berühren.
Das ist auch der Grund, weshalb im Laufe meines sterblichen Lebens auch nicht ein Gelehrter, ein Priester oder ein Mächtiger unter meinen Jüngern war, sondern lauter Ungebildete und solche aus niedrigen Verhältnissen – denn diese waren demütiger und einfacher, und auch mehr disponiert, um große Opfer für Mich zu bringen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 19. Mai 1899)

„Später erschien Jesus auch den Elf, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten“ (Mk 16,14)

… Als ich nun schrieb, dachte ich mir: „Vor dem Schreiben erscheinen mir gewisse kleine Dinge, die Jesus mir sagt, von ganz geringer Bedeutung, und deshalb scheint es mir nicht nötig, sie zu Papier zu bringen.
Doch während des Schreibens ändern sich die Art und die Szene, wie Jesus sie in meinem Inneren ordnet, und sie scheinen mir zwar klein in der Erscheinungsform, doch von großer Wichtigkeit in der Substanz.
Da die Fakten so liegen, welche Rechenschaft werden jene Gott geben [müssen], die Autorität über mich hatten und haben, wann immer sie mir nicht im Gehorsam auferlegt haben zu schreiben?
Wie viele Dinge habe ich unterlassen, wenn ich keinen Befehl dazu erhielt!“ Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sprach: „Tochter, sicher werden sie Mir Rechenschaft ablegen müssen.
Wenn sie glauben, dass Ich es bin, wird die Rechenschaft sehr streng sein, denn zu glauben, dass Ich es bin, und auch ein einziges Wort von Mir nicht zu berücksichtigen, ist so, als wollten sie ein Meer von Gütern zum Wohl der Menschen unterdrücken, denn mein Wort geht immer von der Kraft der schöpferischen Macht aus.
In der Tat, Ich sprach ein FIAT bei der Schöpfung aus und breitete einen mit unzähligen Millionen von Sternen übersäten Himmel aus, ein weiteres FIAT und formte die Sonne. Ich sprach nicht zwanzig Worte, um so viele Dinge in der Schöpfung zu bilden, sondern ein einziges FIAT genügte mir.
Nun enthält mein Wort noch immer seine schöpferische Macht, und sie können nicht wissen, ob mein Wort darauf ausgerichtet ist, einen Himmel, einen Stern, ein Meer, oder eine Sonne für die Seelen zu bilden.
Wenn sie darauf keine Rücksicht nehmen und meine Worte den Menschen nicht zeigen, drängen sie schließlich diesen Himmel, diese Sonne, die Sterne und das Meer, die den Geschöpfen so viel Gutes tun könnten, in Mich selbst zurück. Den Schaden, der daraus entsteht, wird man demjenigen zur Last legen, der sich darüber keine Rechenschaft gegeben und mein Wort in Mir abgewürgt hat.
Wenn sie aber nicht glauben [dass Ich hier spreche], ist es noch schlimmer, weil sie so blind sind, dass sie keine Augen haben, um die Sonne meines Wortes zu sehen, und die Ungläubigkeit bringt sie zur Verstocktheit und Herzenshärte.
Der Glaube jedoch erweicht das Herz und disponiert es dazu, sich der Gnade zu unterwerfen und verleiht ihm die Einsicht für das Verständnis meiner Wahrheiten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 9. Februar 1927)

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„… Wenn nun jemand diese Zeilen liest, die Ich dich niederschreiben ließ und das Geschrieben nicht versteht; wenn er sich darüber wundert, diese hochheiligen Wahrheiten in Zweifel zieht und bezweifelt, dass die Seele wirklich soweit gelangen kann, wenn sie mit meinem Willen zusammenlebt, so ist dies ein Zeichen, dass diese [zweifelnde] Seele nicht mit Ihm lebt.
Wie könnte sie Ihn verstehen, wenn sie dieses heilige Leben nicht in sich selbst besitzt, nie seine Wonnen verkostet, nie seine schönen Lehren angehört und ihr Gaumen nie diese himmlische Speise gekostet hat, die mein Wille zu geben vermag?
So ignorieren sie das, was mein Fiat zu tun und zu geben versteht; wenn sie es aber nicht beachten, wie könnten sie es da verstehen? Wenn man ein Gut nicht erkennt und nicht wenigstens die Bereitschaft hat, es glauben zu wollen, so führt dies zur Blindheit des Geistes und zur Herzenshärte und schließlich vielleicht zur Verachtung jenes Gutes.
Wer aber meinen Willen kennt und Ihn besitzt, für den ist Er Glück und Herrlichkeit. Diese Seele würde sogar ihr irdisches Leben hingeben, um das Leben meines Fiat zu besitzen und seine Güter, die sie erkannt hat. Sie erkennt Ihn und ist ganz Ohr, um auf Ihn zu hören, ganz Auge, um Ihn zu betrachten, ganz Herz, um Ihn zu lieben und ganz Zunge, um von Ihm zu sprechen.
Ja, sie besäße gern beliebig viele Zungen, um das Gut zu schildern, das sie erkennt, die wunderbaren Vorzüge meines Willens, den sie als ihr Leben besitzt, da ihre eigene Zunge nicht genügt, alles aufzuzählen, was sie weiß.
Wenn Ich also eine Wohltat oder ein Geschenk gewähren will, besonders die große Gabe meines Willens als Leben des Geschöpfs, dann ist das erste, dass Ich es dem Menschen zu erkennen gebe. Ich möchte nicht das Licht geben und es unter den Scheffel stellen, so als besäße es die Seele nicht, noch meine Gaben, um sie zu verbergen und gleichsam in ihr zu begraben.
Wozu sollte Ich sie dann geben? Wenn die Seele sie nicht [er]kennt, wie könnte sie Mir dann entsprechen und die Gaben lieben und schätzen? Wenn Ich gebe, so deshalb, weil Ich ein gemeinsames Leben mit der Seele führen und zusammen das Gute genießen möchte, das Ich ihr gegeben habe.
Ja, vielmehr behütet dein Jesus selbst als aufmerksamer Wächter die Gaben, die Ich meinem geliebten Geschöpf gewährt habe. Zu kennen heißt daher besitzen, und besitzen heißt zu wissen. Wer die Wahrheiten nicht kennt, für den werden sie schwierig und leblos.
Sei daher aufmerksam und genieße, was dein Jesus dir gegeben und dich erkennen lassen hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 13. August 1933)

„Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Mk16, 15)

Mein armer Geist dachte viel über den Göttlichen Willen nach, besonders wie sein Reich kommen und sich ausbreiten könne und vieles andere, das ich nicht niederschreiben muss.
Da sagte mein geliebter Jesus, der sich in meinem Inneren bewegte, zu mir:
„Meine Tochter, wenn Rom das Vorrecht meiner Kirche hat, verdankt es das der Stadt Jerusalem, weil der Beginn der Erlösung genau in Jerusalem war. In diesem Heimatland erwählte Ich aus der kleinen Stadt von Nazareth meine Jungfräuliche Mutter.
Ich Selbst wurde im Städtchen von Betlehem geboren, und alle meiner Apostel stammten aus dieser Heimat. Obwohl diese Mich undankbarerweise nicht anerkennen wollte und die Güter meiner Erlösung zurückwies, kann man nicht leugnen, dass der Ursprung, der Anfang, die ersten Personen, welche in den Genuss der Erlösung kamen, aus diesem Land waren.
Die ersten Verkünder des Evangeliums, jene, die den Katholizismus in Rom begründeten, waren meine Apostel, alle aus Jerusalem, d.h. aus meiner Heimat.
Nun wird es hier einen Austausch geben: wenn Jerusalem [der Stadt] Rom das Leben der [wahren] Religion und damit der Erlösung vermittelte, so wird Rom [der Stadt] Jerusalem das Reich des Göttlichen Willens bringen.
Dies ist so wahr, dass ebenso, wie Ich für die Erlösung eine Jungfrau aus der kleinen Stadt Nazareth erwählte, Ich eine andere Jungfrau aus einer kleinen Stadt Italiens auswählte, die zu Rom gehört, der die Sendung des Reiches des Göttlichen FIAT anvertraut wurde.
Da dies nun in Rom bekannt werden muss, wie mein Kommen auf die Erde in Jerusalem bekannt war, wird Rom die große Ehre haben, Jerusalem für das große Geschenk, d.h. für die Erlösung, zu vergelten, welche es von dieser Stadt empfangen hat, indem Rom [der Stadt] Jerusalem das Reich meines Willens bekanntmacht.
Dann wird Jerusalem seine Undankbarkeit bereuen und das Leben der Religion [zur Gänze] annehmen, das sie Rom [damals] gebracht hatte; und [Jerusalem selbst] wird von Rom das Leben und das große Geschenk des Reiches meines Göttlichen Willens dankbar annehmen.
Aber nicht nur Jerusalem, sondern alle anderen Nationen werden von Rom das große Geschenk des Reiches meines FIAT empfangen, seine ersten Verkündiger, sein Evangelium, das in Fülle von Friede und Glückseligkeit spricht und von der Wiederherstellung der Erschaffung des Menschen.
Nicht nur meine Mitteilungen werden Heiligkeit, Freuden, Frieden und Glück bringen, sondern die ganze Schöpfung wird im Wettstreit mit ihnen, aus allem Geschaffenem die Glückseligkeiten hervortreten lassen, die es enthält und sie über die Geschöpfe ausgießen.
Als Wir nämlich den Menschen erschufen, legten Wir in sein Wesen alle Keime der Glückseligkeit, die jedes geschaffene Ding besaß.
Wir bereiteten dabei das Innere des Menschen wie ein Stück Erdreich, das alle Keime der Glückseligkeiten enthielt, und zwar so, dass er in sich selbst alle Geschmacksrichtungen hat, um in sich selbst alle Wonnen der geschaffenen Dinge verkosten und empfangen zu können.
Besäße der Mensch diese Samen nicht, so würde ihm der Geschmacks- und der Geruchssinn fehlen, um sich an dem zu freuen, was Gott aus Sich Selbst heraus, in die ganze Schöpfung gelegt hat.
Nun bewirkte der Mensch durch den Sündenfall, dass all diese Samen der Glückseligkeiten, die Gott bei seiner Erschaffung in ihn eingegossen hatte, krank wurden. Daher verlor er den Geschmackssinn, um alle in der Schöpfung enthaltenen Wonnen genießen zu können.
Es ging ihm wie einem armen Kranken, der nicht jeden Wohlgeschmack, den die Speisen enthalten, genießen kann, sondern sie im Gegenteil als Belastung empfindet.
Die Speise selbst verwandelt sich in Belastung für ihn und alles ekelt ihn an. Er isst nur, um nicht zu sterben, nicht weil ihm die Speise schmeckt.
Ein Gesunder hingegen empfindet den Geschmack, die Stärke und Wärme, da sein Magen die Kraft hat, das Gute zu assimilieren, das in den Speisen enthalten ist, und sie schmecken ihm.
So war es auch beim Menschen: durch die Sünde machte er die Samen und sogar die Kraft selbst, durch die er sich all der Glückseligkeit, die in der Schöpfung enthalten ist, erfreuen hätte können, krank und schwach. Und oft verwandeln sie sich [für ihn] in Schmerz.
Nun, mit der Rückkehr des Menschen in mein Göttliches FIAT werden die Samen gesund werden, und er wird die Kraft bekommen, alle Wonnen, die in der Ordnung der Schöpfung vorhanden sind, zu assimilieren und zu genießen.
So wird ein Wettstreit des Glücks für ihn beginnen: alles wird ihm zulächeln, und der Mensch wird wieder glücklich sein – wie Gott ihn erschaffen hatte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 3. Oktober 1928)