2. SONNTAG DER OSTERZEIT – BARMHERZIGKEITSSONNTAG UND WEISSER SONNTAG (Joh 20,19-31)
19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.
21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.
24Thomas, genannt Didymus – Zwilling-, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
26Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! 27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 29Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
30Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. 31Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
„Als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“ (Joh 20, 19)
… „Tochter, was tust du? So groß und stark ist die Liebe und das Interesse, das Ich daran habe, die Seele im Frieden zu bewahren, dass Ich gezwungen bin, Wunder zu vollbringen, um sie im Frieden zu halten; und wer diese Seelen beunruhigt, der würde sich Mir gleichsam entgegenstellen und dieses ganz aus Liebe bestehende Wunder verhindern.
So empfehle Ich dir also, in allem ausgeglichen zu sein. Mein Wesen ist in allem in völligem Gleichgewicht; Böses sehe und höre Ich, Bitterkeiten fehlen Mir nicht, und dennoch gerate Ich nie aus dem Gleichgewicht; mein Friede ist immerwährend, meine Gedanken sind friedvoll, meine Worte sind honigsüß von Frieden, mein Herzschlag ist nicht ungestüm, auch inmitten unermesslicher Freuden und endloser Bitterkeiten.
Selbst das Wirken meiner Hände im Akt der Züchtigung, strömt auf die Erde nieder, eingehüllt in Wogen des Friedens.
Wenn du dich also nicht in Frieden bewahrst, so fühle Ich Mich, der Ich in deinem Herzen weile, entehrt und meine Handlungsweise und die deine sind nicht mehr im Einklang; so würde Ich Mich in dir behindert fühlen, meine Handlungsweise in dir zu entfalten, und du würdest Mich daher unglücklich machen.
Nur die friedvollen Seelen sind die Stäbe, wo Ich Mich aufstütze, und wenn die vielen Missetaten Mir die Züchtigungen aus den Händen entreißen, tue Ich, da Ich Mich auf jene Stützen stütze, stets weniger als Ich tun sollte.
Ach, wenn – was nie geschehen möge – Mir diese Stützen fehlten, würde Ich alles zugrunde richten!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 18. Mai 1914)
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… „Meine Tochter, wer in meinem Willen lebt, tritt in die Ordnung Gottes ein. Da nun unsere Gottheit nicht leidensfähig ist, kann nichts, auch nicht das Geringste, unsere immerwährende und unendliche Glückseligkeit trüben. So sehr Uns die Geschöpfe auch beleidigen, der Schmerz, die Beleidigungen bleiben außerhalb von Uns, doch nie in Uns.
Könnte der Schmerz in Uns eindringen, so würde er sofort sein Wesen verlieren und sich in Glückseligkeit verwandeln: so kann bei dem, der in meinem Willen lebt, der Schmerz nicht in seine Seele eintreten; zumal er, da er in sich das Licht, die Stärke und Glückseligkeit der Natur meines Göttlichen Willens spürt, sich schon im Besitz dieses Jesus fühlt, Dessen er beraubt zu sein scheint.
Wie kann diese Seele sich also betrüben, wenn sie Ihn bereits besitzt?
Daher bleibt der Schmerz außerhalb der Seele, d.h., in der menschlichen Natur. Während sie die ganze Qual meiner Beraubung und die Last eines unendlichen Schmerzes fühlt, welcher meine Abwesenheit ist, scheint es der Seele, weil sie vom Göttlichen FIAT erfüllt ist, dass sie sich nicht darüber betrüben kann.
Somit fühlt sie einen Schmerz ohne Schmerz, Pein ohne Pein, denn Schmerz und Leiden können nicht in das Heiligtum meines Willens eintreten. So müssen sie draußen bleiben, und die Seele fühlt, sieht und berührt sie, doch sie treten nicht in ihr Zentrum ein.
Wäre dies der Fall, so würde mein Wille seine glückliche Natur in dir verlieren, was nicht sein kann. Es ist wie bei der Sonne, die der Finsternis unfähig ist: alle menschlichen Kräfte können kein Atom der Finsternis in ihr Licht eindringen lassen, aber die Finsternis kann sich außerhalb des Lichtes ausbreiten.
Die Sonne verliert jedoch nichts, weder ihre Wärme, noch ihre wunderbaren Wirkungen, sie triumphiert stets in ihrem Zustand des Lichtes. Die Finsternis lässt sie weder herabsteigen, noch nimmt sie ihrem Licht etwas weg.
Doch wenn die Sonne Kummer empfinden könnte, würde sie darunter leiden, von der Finsternis umgeben zu sein, obwohl diese weder ihrem Mittelpunkt noch ihrem glücklichen Zustand irgendeinen Schaden zufügen könnte.
Dieser Schmerz ist jedoch ein Schmerz, der alle anderen übertrifft, denn es ist ein Schmerz Göttlicher Ordnung. Wie oft erfuhr ihn nicht meine Menschheit?
Sie fühlte sich zermalmt, alle Leiden lasteten auf Mir, doch in meinem Inneren war mein Göttlicher Wille unantastbar für all meine Leiden und besaß unermessliche Wonnen und endlose Seligkeiten.
Man kann sagen, dass es in Mir zwei Naturen gab, eine der anderen entgegengesetzt: eine der Seligkeit, die andere der Leiden. O, wie fühlte meine menschliche Natur die Leiden angesichts der unermesslichen Freuden meiner Göttlichen Natur noch lebhafter!
Daher kannst du dich nicht ausdrücken, da es Leiden Göttlicher Ordnung sind. Wenn du früher, als Ich Mich verbarg, fühltest, dass sich alles in dir in Schmerz verwandelte, so deshalb, weil in dir [noch] das ganze unversehrte Leben meines Willens fehlte.
Darum füllten sich diese Leerräume mit Schmerz, und du warst empfindlich für den Schmerz, der dich nicht unerschütterlich und friedvoll machte wie heute, sondern unruhig und ohne jene Festigkeit, die etwas Göttliches verleiht.
Ich eilte dir sofort zu Hilfe, weil Ich [noch] nicht alle unauslöschlichen Wesensarten meines Willens [in dir] sah. In der Tat, was Er [in dir] platziert, das wird nie ausgelöscht, und da Ich Mich sicher fühle, überlasse Ich meine Aufgabe [jetzt] meinem Göttlichen FIAT.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 10. Mai 1928)
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… Doch als ich mein Leid ausschüttete, nahm mich mein stets liebenswürdiger Jesus voller Güte in seine Arme und sagte zu mir:
„Mut, meine Tochter, verliere nicht den Frieden; dieser ist mein Wohlgeruch, meine Luft, die Wirkung meines Hauches. So fühle Ich Mich in einer nicht friedvollen Seele nicht in meinem Königspalast zuhause und fühle Mich nicht wohl.
Selbst mein Göttlicher Wille, der seinem Wesen nach Friede ist, kommt sich wie die Sonne vor, die von Wolken, die das Licht abschirmen, daran gehindert wird, die Erde in ihrer Fülle zu bescheinen.
Man könnte behaupten, wenn die Seele – wie immer die Umstände auch seien – nicht ganz im Friede ist, ist es für sie wie ein Regentag. Die Sonne meines Willens ist quasi blockiert in der Übertragung ihres Lebens, ihrer Glut und ihres Lichtes.
Beruhige dich also und bilde keine Wolken für Mich in deiner Seele – sie tun Mir weh, und Ich kann nicht [mehr] sagen: ‘Ich bin in dieser Seele in immerwährendem Frieden, mit meinen Freuden und dem Licht meiner Himmlischen Heimat.‘…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 20. November 1929)
„Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen“ (Joh 20,20)
Mein anbetungswürdiger Jesus kommt weiterhin nur sehr selten und nur eine kurze Weile. Diesen Morgen fühlte ich mich ganz vernichtet und wagte es beinahe nicht, auf die Suche nach meinem höchsten Gut zu gehen; doch Er, stets gütig, kam und sagte mir, um mir Vertrauen einzuflößen:
„Meine Tochter, niemand kann vor meiner Majestät und Reinheit stehen; vielmehr sind alle gezwungen, zu erschrecken und vom Blitz meiner Heiligkeit getroffen zu sein.
Der Mensch möchte beinahe vor Mir fliehen, da sein Elend so gewaltig groß ist, dass er nicht den Mut hat, vor dem Göttlichen Wesen aufrecht zu stehen.
So machte Ich Gebrauch von meiner Barmherzigkeit und nahm meine Menschheit an, welche die Strahlen der Gottheit dämpfte und das Mittel ist, dem Menschen Vertrauen und Mut einzuflößen, dass er zu Mir komme.
Wenn er sich vor meine Menschheit begibt, welche die gedämpften Strahlen der Gottheit verbreitet, hat er den Nutzen, sich in meiner eigenen vergöttlichten Menschheit zu reinigen, zu heiligen und sogar zu vergöttlichen.
Bleibe du daher stets vor meiner Menschheit und betrachte sie wie einen Spiegel, in dem du alle deine Makel reinigen wirst, und zudem als einen Spiegel, durch den du, dich in ihm betrachtend, die Schönheit erwerben und dich schrittweise mit der Ähnlichkeit mit Mir selbst schmücken wirst.
Tatsächlich ist es die Eigenschaft eines Spiegels, in sich ein Bild erscheinen zu lassen, das dem ähnlich ist, der sich in ihm betrachtet.
Wenn der materielle Spiegel so beschaffen ist, ist es der göttliche noch viel mehr, denn meine Menschheit dient dem Menschen als Spiegel, um [darin] meine Gottheit zu bewundern. Und so kommen dem Menschen alle Gaben aus meiner Menschheit zu.“
Während seiner Rede fühlte ich solches Vertrauen in mich einfließen, dass mir der Gedanke kam, mit Ihm über die Züchtigungen zu sprechen – wer weiß, vielleicht gewährte Er mir Gehör, und ich könnte die Absicht erreichen, Ihn ganz zu besänftigen!
Doch während ich dazu anschickte, verschwand Er wie ein Blitz, und Ihm nacheilend, fand sich meine Seele außerhalb von mir, doch konnte ich Ihn nicht mehr finden… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 1. August 1900)
„Hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ (Joh 20, 22)
… „Meine gute Tochter, es wurde im Rat der Heiligsten Dreifaltigkeit beschlossen, dass mein Göttlicher Wille sein Reich auf Erden haben wird – und wie viele Wunder dafür auch nötig sind, Wir werden sie wirken und nichts zurückhalten, um das Gewünschte zu erlangen.
Doch beim Wirken gebrauchen Wir stets die einfachsten, aber doch so mächtige Handlungsweisen, dass Wir Himmel und Erde und alle Geschöpfe in dem Akt, den Wir wollen, überwältigen.
Du musst wissen, dass es bei der Schöpfung nur unseres allmächtigen Atems bedurfte, um dem Menschen das Leben einzugießen: aber wie viele Wunder waren in diesem Hauch [enthalten]!
Wir erschufen die Seele und statteten sie mit den drei Kräften aus – wahres Abbild unserer anbetungswürdigen Dreifaltigkeit. Mit der Seele hatte der Mensch den Herzschlag, die Atmung und den Blutkreislauf, die Bewegung, die Wärme, das Wort, das Sehvermögen.
Was war von unserer Seite nötig, um all diese Wunder im Menschen zu wirken? Der einfachste unserer Akte, bewaffnet mit unserer Macht, d.h. unser Atem, unser Anhauch. Und aus dem Lauf unserer Liebe, die ihn nicht zurückhalten konnte, lief er zum Menschen hin und machte aus ihm schließlich das größte Wunder des ganzen Schöpfungswerkes.
Nun, meine Tochter, sind die drei Kräfte des Menschen, da er nicht in unserem Göttlichen Willen lebt, verfinstert worden: unser anbetungswürdiges Bild wurde in ihm auf eine Weise entstellt, dass er den primären Herzschlag der Liebe Gottes in seinem [Herzschlag] und den göttlichen Atem in seinem menschlichen Atem einbüßte.
Das heißt nicht, dass er ihn verloren hat, aber er nimmt Ihn nicht wahr. So spürt er weder den Kreislauf des göttlichen Lebens, noch die Bewegung des Guten, noch die Wärme der höchsten Liebe, noch das Wort Gottes in seinem Wort, noch hat er die Klarsicht, um seinen Schöpfer anschauen zu können. Alles wurde verdunkelt, geschwächt und vielleicht sogar entstellt.
Nun, was braucht es [von unserer Seite], um diesen Menschen wiederherzustellen? Wir werden ihn erneut mit noch stärkerer und wachsender Liebe – in den Tiefen seiner Seele – anhauchen. Wir werden noch stärker in den Mittelpunkt seines rebellischen Willens hauchen, und zwar so intensiv, dass Wir die Übel von ihm abschütteln werden, die ihn gefesselt halten.
Seine Leidenschaften werden von der Macht unseres Atems niedergeschmettert und eingeschüchtert sein und sich von unserem göttlichen Feuer verbrannt fühlen. Der menschliche Wille wird das pulsierende Leben seines Schöpfers fühlen und Ihn wie einen Schleier in sich verbergen.
So wird der Mensch wieder der Träger seines Schöpfers sein. O, wie glücklich wird er sein! Mit unserem Hauch werden Wir ihn wiederherstellen und wieder heilen.
Wir werden wie eine ganz zärtliche Mutter handeln, die sich mit ihrem Atem und ihrem Hauch über ihren verkrüppelten Sohn beugt und erst dann mit der Beatmung aufhört, wenn sie seine Gesundheit wiederhergestellt und ihn so schön gemacht hat, wie sie ihn haben wollte.
Die Macht unseres Hauches wird nicht von ihm ablassen. Wir werden erst aufhören, ihn anzuhauchen, wenn Wir ihn so schön, wie Wir ihn haben wollen, in unsere Vaterarme zurückkehren sehen.
Dann werden Wir spüren, dass der Sohn unsere Vatergüte und große Liebe erkannt hat. Siehst du also, was es braucht, damit unser Wille auf Erden zur Herrschaft gelange? Die Kraft unseres allmächtigen Hauches! Mit ihm werden Wir unser Leben im Menschen erneuern.
Alle Wahrheiten, die Ich mitgeteilt habe, die großen Wunder des Lebens in meinem Wollen, werden die schönsten und größten Besitztümer sein, die Wir ihm zum Geschenk geben.
Auch das ist ein sicheres Zeichen, dass sein Reich auf die Erde kommen wird, denn wenn Ich spreche, schaffe Ich zuerst die Fakten und dann rede Ich. Mein Wort ist die Bestätigung der Gabe und der Wunder, die Ich tun will.
Wozu sollte Ich meine göttlichen Besitztümer darstellen und bekannt machen, wenn nicht sein Reich auf die Erde kommen sollte?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 21. Dezember 1937)
„Friede sei mit euch!“ (Joh 20, 26)
… „Meine Tochter, was ist das? Ich sehe in dir einen Gemütszustand, einen Schatten, die dich Mir unähnlich machen und den Fluss der Seligkeit unterbrechen, der fast immer zwischen Mir und dir existiert hat.
Alles ist Friede in Mir, deshalb ertrage Ich in dir nicht einen Schatten, der deine Seele überschatten könnte. Der Friede ist der Frühling der Seele, alle Tugenden blühen, wachsen und lächeln wie die Pflanzen und Blumen unter den Strahlen der Frühlingssonne, die die ganze Natur bereit machen, damit alle ihre je eigenen Früchte hervorbringen.
Gäbe es nicht den Frühling, der mit seinem bezaubernden Lächeln die Unbeweglichkeit der Kälte von den Pflanzen schüttelt, und die Erde wie mit einem Blütenmantel bedeckt, der alle mit seinem süßen Zauber zur Bewunderung ruft, wäre die Erde schauderbar, und die Pflanzen würden austrocknen.
So ist der Friede das Lächeln Gottes, das jede Trägheit von der Seele schüttelt, wie ein himmlischer Frühling von der Seele die Kälte der Leidenschaften, Schwächen, Gedankenlosigkeiten usw. abschüttelt, und mit seinem Lächeln mehr als bei einer blühenden Wiese alle Blumen erblühen und alle Pflanzen wachsen lässt, unter denen der himmlische Gärtner freudig spazieren geht und deren Früchte pflückt, um aus ihnen seine Speise zu bereiten.
So ist die friedvolle Seele mein Garten, in dem Ich Mich erhole und Mich vergnüge. Der Friede ist Licht, und alles, was die Seele denkt, spricht und arbeitet, ist Licht, das sie aussendet, und der Feind kann sich nicht nähern, weil er sich von diesem Licht getroffen, verwundet und geblendet fühlt.
Und um nicht blind zu bleiben, ist er gezwungen, davor zu fliehen. Der Friede ist Herrschaft, nicht nur über sich selbst, sondern auch über die anderen: so sind sie angesichts einer friedvollen Seele besiegt oder verwirrt und gedemütigt, und lassen sich daher entweder beherrschen und bleiben Freunde, oder sie gehen verwirrt davon, weil sie die Würde, Unerschütterlichkeit und Sanftheit einer Seele nicht ertragen können, die den Frieden besitzt.
Auch die am meisten Entarteten nehmen die Macht wahr, die er enthält. Deshalb rühme Ich Mich so sehr, dass Ich Gott des Friedens, Fürst des Friedens heiße, und es gibt keinen Frieden ohne Mich: nur Ich besitze ihn und schenke ihn meinen Kindern, als meinen rechtmäßigen Kindern, die mit Mir verbunden bleiben, als Erben aller meiner Güter.
Die Welt und die Geschöpfe haben diesen Frieden nicht, und was man nicht besitzt, kann man nicht geben. Sie können höchstens einen scheinbaren Frieden geben, der sie innerlich quält, einen falschen Frieden, der einen giftigen Schluck in sich enthält, und dieses Gift schläfert die Gewissensbisse ein und führt die Seele zur Herrschaft des Lasters.
Deshalb bin Ich der wahre Friede, und Ich möchte dich mit meinem Frieden überschatten, damit du nie beunruhigt seist und der Schatten meines Friedens wie ein blendendes Licht von dir alles oder jeden fernhalten möge, was deinen Frieden trüben könnte.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 18. Dezember 1921)
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… „Tochter meines Willens, warum willst du deinen Frieden und deine Glückseligkeit erschüttern? Wisse, wo mein Wille regiert, dort besitzt Er als edler Göttlicher König unermessliche Freuden und Glückseligkeiten ohne Ende.
Schmerz, Tränen und Bitterkeit sind aus der Zeit geboren. Es sind lauter Früchte des menschlichen Willens, sind nicht in, noch aus der Ewigkeit geboren, sind begrenzt und endlich, deshalb haben sie keine Kraft, im Geringsten in den Ozean der Wonnen meines Göttlichen Willens einzudringen.
Das ist die Göttliche Art. In diesem Zustand befanden sich die Himmelskönigin sowie meine eigene Menschheit, sodass alle unsere Leiden – und es waren allzu viele und von jeglicher Art – unsere grenzenlosen Freuden und Glückseligkeit weder mindern, noch in deren Gipfel eindringen konnten.
So waren früher deine Wahnfantasien, deine Tränen und Erschütterungen, wenn du Mich auch nur kurz nicht sehen konntest, Überbleibsel deines menschlichen Willens. Der Meine lässt diese Schwächen nicht zu.
Da Er sie von Natur aus nicht besitzt, beherrscht Er dort, wo er als König regiert, den Schmerz. Er bewirkt, dass man ihn spürt, doch Er lässt nicht zu, dass er in Seine Glückseligkeit eintritt, mit der Er sein Geschöpf erfüllt hat.
Wenn Er im Geschöpf herrscht, fände der Schmerz keinen Platz mehr, wo er sich im endlosen Meer der Wonnen meines anbetungswürdigen Willens niederlassen könnte. Willst du etwa nicht, dass Er in dir regiert, weil du dir über die Veränderung Sorgen machst, die du in deiner Seele empfindest?
Mein Göttlicher Wille hat sein Leben, und wenn die Seele die Türen ihres Willens öffnet, um Ihn eintreten und herrschen zu lassen, tritt Er in die Seele ein und entfaltet sein ganz Göttliches Leben in ihr.
Als König, Der Er ist, bildet Er in ihr sein Leben des Lichtes, des Friedens, der Heiligkeit, der Glückseligkeit, und die Seele empfindet alle seine Güter wie ihre eigenen. Wenn sie den Schmerz fühlt, dann fühlt sie ihn auf Göttliche Weise, der ihr in all dem, was mein Göttlicher Wille ihr mitgeteilt hat, keinerlei Schaden zufügt.
In der Seele hingegen, die Ihm nicht die Türen auftut, damit Er eintrete und regiere, bleibt sein Leben wie in der Schwebe, behindert und ohne Entfaltung.
Meinem Göttlichen FIAT erginge es wie einem, der einem anderen alle Schätze bringen möchte, doch dieser bindet ihm mit erschreckendem Undank die Füße und Hände, damit er nicht näherkomme, verschließt ihm den Mund, damit er nicht spreche, verbindet ihm die Augen, um sich nicht ansehen zu lassen.
Wie könnte jener, der auf diese Art gehindert ist, das Gute tun, das er tun möchte, wenn man ihm die Füße bindet, damit er nicht näherkomme, die Hände, um nicht das Gut anzunehmen, das er bringt, den Mund, damit er nicht sagen kann, was er bringt, die Augen, um sich nicht von seinen Blicken anlocken zu lassen und ihm die Pforten zu öffnen?
Welch ein Schmerz wäre es für den Überbringer so vieler Güter! In diese Lage wurde mein Göttlicher Wille durch die Geschöpfe gebracht, wenn sie ihre Türen nicht auftun, damit Er sein Leben entfalte.
Welch ein Schmerz, meine Tochter, welch ein Schmerz!”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 6. Dezember 1927)
„In diesem Buch nicht aufgeschrieben sind“ (Jhn 20, 30)
… „Meine Tochter, wer meinen Willen tut und in Ihm lebt, der schreibt in seiner Seele das Buch des Göttlichen Fiat. Doch dieses Buch muss voll sein und darf keine leeren Stellen oder unbeschriebenen Seiten enthalten.
Ist es nicht angefüllt, wird die Seele sofort zu lesen aufhören, und da sie nichts zu lesen hat, sich mit anderen Dingen beschäftigen: so wird das Leben meines Göttlichen Willens in der Seele gleichsam unterbrochen und beschädigt sein.
Ist das Buch aber voll, wird sie stets etwas zu lesen haben; und wenn es anscheinend zu Ende ist, werde Ich weitere, noch erhabenere Seiten hinzufügen, damit ihr nie das Leben, die stets neue Erkenntnis und gehaltvolle Nahrung meines Göttlichen Willens fehle.
Das Innere muss wie ebenso viele Seiten sein, um dieses Buch zusammenzustellen: Seiten [sind] der Intellekt, Seiten der Wille und das Gedächtnis, Seiten das Verlangen, das Gefühl, der Herzschlag, das Wort, welches das Gelesene wiedergeben können muss, sonst bleibt es ein Buch, das niemandem nützt; während doch die erste Absicht eines Buchautors die Verbreitung des Buches ist.
So muss das ganze Innere mit Seiten meines Göttlichen Willens beschrieben sein, und dieses Buch muss so voll sein, dass man nichts anderes zu lesen findet als meinen Willen. Wenn nun die Seele ihr inneres Buch angefüllt hat, wird sie das äußere Buch des Göttlichen Willens sehr gut verstehen.
Die ganze Schöpfung ist nichts anderes als sein Buch, jedes geschaffene Ding ist eine Seite, die [alle zusammen] ein umfangreiches Buch[werk] aus vielen Bänden darstellen.
Hat die Seele ihr inneres Buch gemacht und sehr genau gelesen, wird sie das äußere Buch der ganzen Schöpfung ganz gut zu lesen verstehen. Sie wird meinen Göttlichen Willen in allen Dingen wiederfinden, wie Er der Seele sein Leben, seine höchsten und erhabenen Lehren und seine köstliche und heilige Speise reichen möchte.
Wer dieses Buch des Göttlichen Fiat geschrieben und gründlich gelesen hat, gleicht einer Person, die ein Buch besaß, es immer wieder gelesen, die schwierigsten Dinge gut studiert, alle Unklarheiten beseitigt und die dunkelsten Punkte geklärt hat, sodass sie ihr Leben quasi über diesem Buch aufgebraucht hat.
Bringt ihr jemand von außerhalb ein ähnliches Buch, dann wird sie es ganz gewiss zu lesen verstehen und ihr eigenes Buch in jenem Buch wiedererkennen; zumal mein Göttlicher Wille die Seele in seinen heiligsten Kreis eingeschlossen und das Buch seines Fiat tief in ihrer Seele hinterlegt hat.
In der Schöpfung wiederholte Er sein göttliches Buch, sodass das eine der Widerhall des anderen ist, und sie einander wunderbar verstehen. Daher muss man das Buch des Göttlichen Fiat in der Tiefe der eigenen Seele erkennen und gründlich lesen, um daraus sein nie endendes Leben zu bilden.
So kann die Seele mit Leichtigkeit die schönen Seiten des großen Buches meines Willens, der ganzen Schöpfung, lesen.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 6. Juli 1931)
„Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen“ (Joh 20,31)
Als ich weiterhin in meinem gewohnten Zustand war, sagte der gebenedeite Jesus zu mir, sobald Er kam:
„Meine Tochter, die Seelen, die wie leuchtende Edelsteine in der Krone meiner Barmherzigkeit noch mehr erstrahlen, sind jene, die mehr Vertrauen haben, denn je mehr Vertrauen sie haben, umso mehr überlassen sie der Eigenschaft meiner Barmherzigkeit das Feld, damit Ich jegliche Gnade ausgieße, die sie wollen; während die Seele, die kein wahres Vertrauen hat, selbst die Gnaden in meinem Inneren verschließt, und immer arm und ihrer beraubt bleibt: meine Liebe bleibt so in Mir eingeschränkt und Ich leide sehr darunter.
Um also nicht so sehr zu leiden und meine Liebe freier ergießen zu können, beschäftige Ich Mich mehr mit den vertrauensvollen Seelen, als mit den anderen.
Bei diesen kann Ich meine Liebe ausgießen, kann scherzen, kann liebevolle Gegensätze verursachen, da hier nicht zu befürchten ist, dass sie es übelnehmen oder ängstlich werden könnten, sondern sie werden vielmehr noch mutiger und nehmen alles, um Mich mehr zu lieben.
Deshalb sind die vertrauenden Seelen mein Herzenserguss und das Wohlgefallen meiner Liebe, jene, die am meisten begnadet und am reichsten sind.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 10. April 1912)


