12In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. 13Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. 14Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes 15und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

„In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste“ (Mk 1, 12)

… Danach folgte ich dem Heiligen Willen in dem Akt, als sich mein süßer Jesus von der Höchsten Königin trennte, um in die Wüste zu gehen, und während ich beide bemitleidete, dachte ich mir: „Wie konnte sich meine Erhabene Königin gut vierzig Tage lang von ihrem lieben Sohn trennen?
Sie, die Ihn so sehr liebte, wie konnte Sie ohne Ihn bleiben? Ich, die ich nicht ihre Liebe habe, leide so sehr wegen einiger Tage, die ich Ihn entbehren muss, wie musste das für meine Mutter sein?“
Als ich nun darüber nachdachte, bewegte sich mein angebeteter Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, Wir beide litten unter der Trennung, doch unser Schmerz wurde auf göttliche, nicht auf menschliche Weise gelitten, daher trennte er Uns weder von der Seligkeit noch vom unerschütterlichen Frieden.
Glücklich ging Ich in die Wüste fort, glücklich blieb die Erhabenheit meiner Himmlischen Mutter, denn der auf göttliche Weise erlittene Schmerz ist nicht fähig, die göttliche Seligkeit im Geringsten zu überschatten, welche Meere der Freude und des grenzenlosen Friedens einschließt.
Die auf göttliche Art gelittenen Schmerzen sind wie kleine Wassertröpfchen im unermesslichen Meer, dessen Wellen die Kraft haben, sie in Seligkeit umzuwandeln.
Der auf menschliche Weise gelittene Schmerz hat die Eigenschaft, die wahre Seligkeit zu erschüttern und den Frieden zu stören, der auf göttliche Art erlittene, nie; umso mehr, als meine königliche Mutter die Sonne meines Willens aus Gnade besaß, und Ich besaß sie von Natur aus.
So blieb die Sonne in Ihr und blieb in Mir, aber die Strahlen trennten sich nicht, denn das Licht kann nicht aufgespalten werden. Daher blieb Sie in eben diesem Licht in Mir und folgte meinen Akten, und Ich blieb in Ihr, als ihr Lebensmittelpunkt.
So war die Trennung, während sie wirklich real war, [doch nur] scheinbar. Der Substanz nach waren Wir miteinander vereint und unzertrennlich, denn das Licht des Göttlichen Willens vereinigte unsere Akte, als wären sie ein einziger.
Dann ging Ich in die Wüste, um eben jenen meinen Willen zurückzurufen, den die Geschöpfe vierzig Jahrhunderte lang aus ihrer Mitte verbannt hatten.
Ich wollte vierzig Tage alleine bleiben, um die vierzig Jahrhunderte des menschlichen Willens wiedergutzumachen, in denen der Meinige nicht sein Reich inmitten der Menschheitsfamilie besessen hatte, und mit meinem eigenen Göttlichen Willen wollte Ich Ihn von neuem zur Herrschaft in ihre Mitte zurückrufen.
Bei der Rückkehr aus der Wüste hinterlegte Ich Ihn in meiner Mutter, mit all jenen Akten des Göttlichen Willens, welche die Geschöpfe zurückgewiesen und Ihn wie in der Wüste gehalten hatten, damit sie die treue Schatzwalterin und Wiederherstellerin des Reiches meines Willens sei, sowie jene, die dieses Reich erflehen soll.
Nur die Höchste Herrin konnte diesen so großen Schatz besitzen, da Sie in sich den gleichen Göttlichen Willen besaß, in dem sie denselben vom Geschöpf verlassenen Willen fassen konnte.
Wie konnten Wir Uns mit unserem Schmerz der vierzigtägigen Trennung befassen, wenn es darum ging, unseren Göttlichen Willen wiederherzustellen und zur Herrschaft unter den Menschen zurückzurufen? In unserem Schmerz waren Wir mehr als glücklich, denn Wir wollten das Reich des Höchsten FIAT in Sicherheit bringen.
Die Himmlische Königin erwartete mit Sehnsucht meine Rückkehr, um das Pfand der neuen Sonne zu empfangen und mit ihrer Liebe alle seine Akte zu vergelten, welche die menschliche Undankbarkeit zurückgewiesen hatte.
Sie handelte als wahre Mutter an meinem Göttlichen Willen und zugleich an den Geschöpfen, indem Sie allen das Leben, die Seligkeit, die Freude erflehte, das Reich des Ewigen FIAT zu besitzen.
Meine Tochter, die Zahl der vierzig Tage in meinem irdischen Leben ist symbolisch und bedeutsam. Vierzig Tage nach der Geburt wollte Ich in der Grotte von Betlehem bleiben, Symbol für meinen Göttlichen Willen, Der, obwohl Er sich unter den Geschöpfen befand, wie verborgen und außerhalb der Stadt ihrer Seelen war.
Um die vierzig Jahrhunderte des menschlichen Willens wiedergutzumachen, wollte Ich vierzig Tage lang außerhalb der Stadt in einem niedrigen Unterstand bleiben, weinend, seufzend und betend, um meinen Göttlichen Willen in die Stadt ihrer Seelen zurückzurufen und Ihm seine Herrschaft zu übergeben.
Nach vierzig Tagen trat Ich hervor, um Mich im Tempel zu zeigen und Mich dem heiligen Greis Simeon zu enthüllen. Er war die erste Stadt, die Ich zur Kenntnis meines Reiches berief, und seine Freude war so groß, dass Er [kurz darauf] die Augen für diese Erde schloss, um sie für die Ewigkeit zu öffnen.
Vierzig Tage blieb Ich in der Wüste und trat dann sogleich in mein öffentliches Leben hinaus, um den Geschöpfen die Heilmittel und Mittel für den Eintritt in das Reich meines Willens zu reichen.
Vierzig Tage wollte Ich nach meiner Auferstehung auf der Erde bleiben, um das Reich des Göttlichen FIAT und seine vierzig Jahrhunderte dauernde Herrschaft, die Es dauern hätte sollen, zu bestätigen.
So war der erste Akt bei allem, was Ich hier unten tat, die Wiederherstellung dieses Reiches; alles andere trat in die sekundäre Ordnung ein, aber der erste Verbindungsring zwischen Mir und den Geschöpfen war das Reich meines Willens.
Wenn es sich daher um Diesen handelt, halte Ich nichts zurück, weder Licht, noch Opfer, noch Offenbarungen, noch Seligkeit: ganze Meere lasse Ich aus Mir hervorgehen, um Ihn bekannt zu machen, Ihn regieren zu lassen, und damit Er geliebt werde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 8. September 1927)

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… Dann setzte ich meinen Rundgang im Göttlichen FIAT fort und folgte meinem Jesus, als Er sich auf den Weg in die Wüste machte. Da überlegte ich: „Warum ging Jesus in die Wüste?
Hier gab es keine Seelen zu bekehren, sondern es herrschte tiefe Einsamkeit, während Er doch gerade Seelen suchte.“ Als ich dies meditierte, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Gesellschaft unterbricht das Leiden und verringert es, die Einsamkeit aber konzentriert und verdoppelt es und lässt es härter werden. Ich wollte ganz allein in die Wüste gehen, um in meiner Menschheit die volle Härte der Einsamkeit zu empfinden, die mein Göttlicher Wille so viele Jahrhunderte lang seitens der Menschen erlitten hatte.
Meine Menschheit musste in der Göttlichen Ordnung aufsteigen und in die menschliche Ordnung herabsteigen, um die Leiden von beiden einzuschließen. Indem Ich Selbst den ganzen leidvollen Teil übernahm, der den Menschen und Gott trennte, sollte Ich die Menschen wieder zur Umarmung und zum Kuss ihres Schöpfers zurückführen.
Doch mein Gang in die Wüste bezweckte nicht nur dies. Du musst wissen, dass unsere anbetungswürdige Majestät bei der Gestaltung der Schöpfung beschloss, dass jeder Ort von Einwohnern bevölkert werden und die Erde äußerst fruchtbar und reich an Vegetation sein sollte, sodass alle im Überfluss haben mögen.
Als der Mensch sündigte, zog er sich die Ungnade der Göttlichen Gerechtigkeit zu, und die Erde blieb wüstenhaft, unfruchtbar und an vielen Orten unbewohnt: ein Bild jener unfruchtbaren Familien, wo kein Lachen herrscht, kein Fest, keine Harmonie, weil sie ohne Nachkommen sind.
So gibt es niemanden, der die Monotonie der zwei Eheleute unterbricht, und drückende Einsamkeit lastet auf ihrem Herzen und macht sie traurig. Wo es aber Nachkommen gibt, da ist immer etwas zu tun und zu sagen, sowie Gelegenheit zum Feiern.
So war die Menschheitsfamilie. Betrachte den sternenübersäten Himmel. Die Erde sollte das Echo des Himmels sein, voller Bewohner, und so viel hervorbringen, um alle reich und alle glücklich zu machen.
Als sich daher der Mensch aus meinem Willen zurückzog, änderte sich sein Los. Ich wollte in die Wüste gehen, um die Segnungen meines Himmlischen Vaters zurückzurufen; indem ich meinen Willen zur Herrschaft zurückrief, wollte Ich die Erde wiederherstellen, sie überall bevölkern und fruchtbar machen, sodass die Erde andere, noch schönere Samen, hervorbringt und diese verhundertfacht, damit sie noch fruchtbarer und strahlend schön werde.
Wie viel Großes wird das Reich meines Göttlichen FIAT bewirken! Alle Elemente sind daher in großer Erwartung, die Sonne, der Wind, das Meer, die Erde und die ganze Schöpfung: sie möchten aus ihrem Schoß alle Güter und Wirkungen hervortreten lassen, die sie enthalten, denn solange dieser Göttliche Wille, der sie (die geschaffenen Dinge) beherrscht, nicht unter den Völkern regiert, bringt die Schöpfung nicht alle in ihr enthaltenen Schätze hervor.
Sie gibt den Menschen nur jene Gaben, die sie nötig haben – unter dem Titel von Almosen und als Dienern. So hat die Erde nicht alle Samen hervorgebracht. Und die Sonne bringt, da sie nicht alle Samen vorfindet, nicht alle Wirkungen und Wohltaten hervor, die sie besitzt, und so ist es mit allem Übrigen.
Darum erwarten alle das Reich des FIAT, um den Söhnen und Töchtern des Göttlichen Willens zu zeigen, wie reich sie sind, und wie viele wunderbare Dinge ihr Schöpfer in die erschaffenen Dinge hineingelegt hat – aus Liebe zu denen, welche die Kinder seines Willens sein sollen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 25. Juni 1928)

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Mein Himmlisches und Höchstes Gut, ich will Dir überallhin folgen. Schon sehe ich, dass Du daran bist, in die Wüste zu gehen und Dich von der Mama zu trennen, zu der Du sagst: „Lebe wohl, Mutter, Ich entferne Mich, jedoch lasse Ich dir Mein Göttliches Fiat als Hilfe, als Trost, als Leben.
Es wird als Mittel der Verbindung zwischen Mir und Dir dienen; Mein Wille wird Dich aller Meiner Akte teilhaftig werden lassen und auf solche Weise werden Wir, obwohl Wir weit voneinander entfernt sind, so sehr vereint bleiben, dass Wir Uns wie eine einzige Person fühlen.“
Jesus, mein Leben, reich mir die Hand, und nimm mich mit Dir, damit mir nichts von dem, was Du tun wirst, entgeht, da ich alles mit dem Stempel meiner Liebe besiegeln will.
Um Dich um das Reich Deines Göttlichen Willens auf Erden zu bitten, folge ich Dir, während Du allein wanderst, Schritt für Schritt mit meinem „Ich liebe Dich, ich bete Dich an, ich preise Dich, ich danke Dir.“ Bei jedem Deinem Atemzug will ich Dich den Hauch meines „Ich liebe Dich“ einatmen lassen, will ich darin jedes Deiner Worte einschließen und will es Dir bei jedem Deiner Blicke aufopfern…
Mein Jesus, süße Liebe, erlaube, dass ich Dir in die Wüste folge: dort wird Dich mein „Ich liebe Dich“ nie allein lassen; ich werde Nacht und Tag nahe bei Dir bleiben; und wenn ich Dich bekümmert, betrübt, schmachtend vor Liebe sehen werde, beten und weinen wegen der Einsamkeit, die Dein Göttlicher Wille erleidet, dann werde ich Dich trösten mit dem Ruf meines „Ich liebe Dich“!
Du fühlst den Schmerz lebhaft, nicht nur weil Dein Göttlicher Wille nicht unter den Geschöpfen regiert, sondern weil Er von ihnen gleichsam verbannt wird. Deine Heiligste Menschheit weint daher und fleht im Namen der ganzen Menschheitsfamilie, dass beide, der Göttliche Wille und der menschliche, sich miteinander wieder versöhnen und miteinander verschmelzen.
O Jesus, ich mache mir Deine Tränen zu Eigen, Deine Gebete, ich ergreife Besitz von den Qualen Deines brennenden Herzens und, indem ich sie mit meinem „Ich liebe Dich“ verflechte, forme ich süße Ketten der Liebe, um Dich zu zwingen, mir das Reich Deines Göttlichen Willens auf Erden zu gewähren!
Höre, mein Leben, es sind die Schläge Deines Herzens selbst, Deine Seufzer selbst, es sind Deine Tränen, Deine Gebete und Deine Leiden, die das Reich Deines Fiat wollen und erflehen. Daher, wenn Du mich nicht erhören willst, erhöre wenigstens Dich selbst und, während Du die Wüste verlässt, versichere mir, dass bald das Reich Deines Willens auf die Erde kommen wird.
Mein Jesus, Herz meines Herzens, siehe, schon gehst Du aus der Wüste und mit Eile erreichst Du Dein Haus von Nazareth, wo die Liebe der Himmlischen Mutter Dich unaufhörlich ruft und erwartet.
Welch ergreifende Szene ist doch dies! Die Mutter und der Sohn, getrieben von einem gegenseitigen und äußersten Verlangen, sich wiederzusehen, fallen sich gegenseitig in die Arme.
O Jesus! Auch ich will mit der kleinen Flamme meines „Ich liebe Dich“ an euren keuschen Umarmungen teilnehmen, an euren Liebesbeteuerungen, an euren Feuern der Liebe, um Euch um das Reich des Höchsten Willens zu bitten!
Heilige Mama, erbitte auch Du für mich diese unermessliche Gnade und bete, dass der Göttliche Wille erkannt werde und wie im Himmel so auf Erden regiere. (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Fünfzehnte Stunde)

„Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt“ (Mk 1,13)

… “Folge Mir Schritt um Schritt, und du wirst das Leben, den Herzschlag, die Seligkeit dieses Reiches fühlen, das Ich in Mir enthalte und das Ich erscheinen lassen will, damit es unter den Menschen herrsche.
Ich liebe dieses Reich so sehr, dass Ich – während Ich dem höllischen Feind erlaubt habe, in das Paradies einzudringen – nicht zulassen werde, dass er seinen Fuß in das Paradies des Reiches des FIAT setze.
Daher ließ Ich zu, dass er sich Mir in der Wüste näherte, um ihn zu schwächen und zu verjagen, damit er nicht wage, hier einzutreten. Fühlst du nicht selbst, wie deine Gegenwart den Feind in Schrecken setzt und wie er flieht, um dich nicht zu sehen?
Es ist die Kraft meines Sieges, die ihn hinabstürzt, und da er sich verwirrt fühlt, ergreift er die Flucht…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 9. Februar 1928)

„Er lebte bei den wilden Tieren…“ (Mk 1,13)

… „Von Nazareth ging Ich in die Wüste, in die äußerste Einsamkeit, die Großteils von wilden Tiere bevölkert war, die die Wüste mit ihrem Gebrüll betäubten und Mich umgaben: Symbol für meinen Göttlichen Willen, Der, da Er nicht bekannt ist, sich eine Wüste um das Geschöpf herum bildet und eine Einsamkeit, die Schrecken und Angst einjagt.
Das Gute wird zur Wüste, und die Seele fühlt sich von mehr als wilden Tieren umgeben, d.h. von ihren brutalen Leidenschaften, die zorniges Gebrüll ertönen lassen, von bestialischer Raserei, von Grausamkeit und jeder Art von Bösem.
Meine Heilige Menschheit spürte Schritt um Schritt all die Leiden auf, die mein Göttlicher Wille gelitten hatte, um Ihm Wiedergutmachung zu leisten und Ihn erneut zur Herrschaft unter den Menschen zurückzurufen.
Jeder meiner Herzschläge, Atemzüge, Worte, Schritte und Leiden war sozusagen der ständige Aufruf an meinen Willen, sich bei den Geschöpfen bekannt zu machen, damit sie Ihn herrschen lassen.
Er rief sie zu Sich, um ihnen das große Gut, die Heiligkeit und die Seligkeit des Lebens im Fiat zu zeigen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 31. Mai 1936)

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“ (Mk 1, 15)

„Höre, meine Tochter, meine Weisheit hat Mittel und Wege, die der Mensch nicht kennt, aber er ist verpflichtet, die Stirn zu beugen und sie in stummem Schweigen anzubeten; und es steht ihm nicht zu, Mir Gesetze zu diktieren, wen Ich erwählen solle, und die geeignete Zeit, die meine Güte festsetzt; außerdem musste Ich zuerst die Heiligen bilden, die Mir ähnlich sein und meine Menschheit auf vollkommenste Weise, soweit es ihnen möglich war, nachahmen sollten, und dies habe Ich schon getan.
Nun will meine Güte noch weiter gehen und in ein größeres Übermaß der Liebe gelangen; also will Ich, dass die Menschen in meine Menschheit eintreten und das nachahmen, was die Seele meiner Menschheit im Göttlichen Willen tat.
Wenn die ersteren mit meiner Erlösung mitgewirkt haben, die Seelen zu retten, das Gesetz zu lehren, die Schuld zu verbannen, wobei sie sich dabei auf die Jahrhunderte beschränkt haben, in denen sie gelebt haben, so werden die zweiten darüber hinaus geben, indem sie das nachahmen, was die Seele meiner Menschheit im Göttlichen Willen getan hat; sie werden alle Jahrhunderte, alle Menschen einschließen, und sich über alle erhebend, werden sie die Mir zustehenden und die Geschöpfe betreffenden Ansprüche (Rechte) der Schöpfung in Kraft setzen, indem sie alle Dinge zum ersten Ursprung der Schöpfung zurückbringen und zum Zweck, wofür die Schöpfung hervorgebracht wurde.
Alles ist in Mir geordnet: wenn Ich die Schöpfung hervorgebracht habe, so muss sie in der Ordnung zu Mir zurückkehren, wie sie aus meinen Händen hervorgegangen ist.
Schon ist die erste Ebene der menschlichen Akte, die in meinem Willen in göttliche umgewandelt wurden, von Mir gebildet worden, und Ich ließ sie wie in der Schwebe zurück (’suspendiert‘), und die Geschöpfe wussten nichts davon, außer meine teure und unzertrennliche Mutter.
Und dies war notwendig: wenn der Mensch den Weg, die Tür, die Räume meiner Menschheit nicht kannte, wie konnte er dort eintreten und nachahmen, was Ich tat?
Nun ist die Zeit gekommen, dass die Geschöpfe in diese Ebene eintreten und dort auch das ihre in der Meinen tun mögen. Was Wunder, dass Ich dich als Erste berufen habe?
Und außerdem ist es so wahr, dass Ich dich als Erste gerufen habe, dass Ich keiner anderen Seele, wie teuer sie Mir auch sei, die Art des Lebens in meinem Willen, geoffenbart habe, die Wirkungen meines Willens, die Wunder, die Schätze, die das Geschöpf empfängt, das im Höchsten Willen wirkt.
Prüfe so viele Heiligenleben oder Lehrbücher durch, wie du willst: in keinem wirst du die Wunder meines Willens finden, der in der Seele wirkt und die Seele, die in meinem Willen wirkt; du wirst höchstens die Ergebung und die Vereinigung der Willen vorfinden, doch weder den in der Seele wirkenden Göttlichen Willen, noch die in dem Meinem wirkende Seele wirst du in einem von ihnen finden; das heißt, dass die Zeit noch nicht gekommen war, da meine Güte die Geschöpfe rufen sollte, in diesem erhabenen Zustand zu leben.
Auch die Art selbst, in der Ich dich beten lasse, stellt man bei niemandem anderen fest. Sei daher aufmerksam; meine Gerechtigkeit erfordert es, meine Liebe ist außer sich und daher verfügt meine Weisheit alles so, um die Absicht zu erreichen.
Es sind die Rechte, die Ehre der Schöpfung, die Wir von dir wollen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 6. Oktober 1922)

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… „Ich bin nicht der einsame Gott, nein, Ich will das Geschöpf gemeinsam mit Mir, mein Echo muss in dem seinen widerhallen und seines in Meinem und daraus ein einziges bilden; und wenn Ich so viele Jahrhunderte lang gewartet habe, um meinen im Geschöpf wirkenden Willen bekanntzumachen, und den seinen, der in meinem wirkt, ihn beinahe auf meine eigene Ebene erhebend, so deshalb, weil Ich die Geschöpfe vorbereiten und disponieren sollte, von den geringeren zu den größeren Kenntnissen überzugehen; Ich musste wie ein Lehrer handeln, der zuerst die Vokale und Konsonanten lehrt und dann zu den Aufsätzen weitergeht.
Bisher wusste man nichts anderes von meinem Willen als die Vokale und die Konsonanten; es war nötig, dass Ich zu den Aufsätzen fortschreite, und dies wird das Leben meines Willens ausführen.
Den ersten Aufsatz will Ich von dir: Wenn du aufmerksam bist, wirst du es gut machen, sodass du Mir die Ehre eines Essays erweist, den dir dein Jesus gegeben hat, das vornehmste Aufsatzthema, das Thema des Ewigen Wollens, das Mir die größte Ehre einbringen, und der, die Verbindung mit den Geschöpfen bildend, neue Horizonte, neue Himmel und neue Übermaße meiner Liebe bekannt machen wird.
Siehst du, in meinem Höchsten Willen sind alle inneren Akte, die meine Menschheit tat, wie in Erwartung, um als Boten herauszutreten und sich auf den Weg zu machen; diese Akte wurden für die Geschöpfe getan und wollen sich schenken und sich bekannt machen; und da sie sich nicht geben [können], fühlen sie sich wie eingekerkert und bitten und flehen, dass mein Wille sie bekannt macht, um das Gute geben zu können, das sie enthalten.
Ich befinde Mich in den Umständen einer armen Mutter, die ihr Kind für lange Zeit im Schoß behält, und da die Zeit gekommen ist, es zur Welt zu bringen, schmachtet, wenn sie es nicht gebiert, Schmerzen hat, und, um das eigene Leben unbesorgt, um jeden Preis gebären will.
Die Stunden und Tage der Verzögerung scheinen ihr Jahre und Jahrhunderte zu sein; alles hat sie getan und vorbereitet, es bleibt nichts mehr, als es zur Welt zu bringen.
So bin Ich: mehr als eine Mutter habe Ich so viele Jahrhunderte lang in Mir, mehr als eine Leibesfrucht, alle meine menschlichen Akte zurückbehalten, die Ich in der Heiligkeit des Ewigen Wollens getan habe, um sie den Geschöpfen zu geben; und wenn sie sich schenken, werden sie die menschlichen Akte des Geschöpfes zu göttlichen Akte erheben, es mit der schönsten Schönheit schmücken, mit dem Leben meines Willens leben lassen und ihm den Wert, die Wirkungen und die Güter verleihen, die mein Wille besitzt.
Daher schmachte Ich mehr als eine Mutter, gräme Mich, brenne nach dieser Geburt meines Willens; die Zeit ist gekommen, es bleibt nichts anderes [zu tun], als jemanden zu finden, der die erste Geburt empfangen soll, um die anderen Geburten in weiteren Geschöpfen fortzusetzen.
Deshalb sage Ich dir, sei aufmerksam, erweitere dein Herz, um den gesamten Wert, die Wirkungen, die Kenntnis, die mein Wille enthält, aufnehmen zu können, damit Ich die erste Geburt in dich legen kann.
Welche Freude wirst du Mir machen! Du wirst der Anfang meiner Glückseligkeit auf Erden sein. Der menschliche Wille, könnte Ich sagen, hat Mich mitten unter den Geschöpfen unglücklich gemacht, und mein im Geschöpf wirkender Wille wird meine Seligkeit wiederherstellen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 19. Oktober 1922)