„Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall…“ (Lk 3, 3)

… „Nun, du musst wissen, je größer das Werk ist, das Ich tun will, umso mehr Vorbereitungen sind nötig. Wie viele Prophezeiungen, wie viele Vorbereitungen, wie viele Jahrhunderte sind nicht meiner Erlösung vorausgegangen? Wie viele Symbole und Zeichen haben nicht die Empfängnis meiner Himmlischen Mutter vorweggenommen? Nach vollbrachter Erlösung nun musste Ich den Menschen in den Gütern der Erlösung festigen, und dafür wählte Ich die Apostel aus, als Förderer der Früchte der Erlösung, die mit den Sakramenten den verlorenen Menschen aufsuchen und ihn in Sicherheit bringen sollten. Deshalb ist die Erlösung Rettung, sie rettet den Menschen vor jedem Abgrund.

Aus diesem Grund habe Ich dir ein anderes Mal gesagt, dass es etwas Größeres als selbst die Erlösung ist, die Seele in meinem Willen leben zu lassen: Denn sich zu retten, indem man ein mittelmäßiges Leben führt, bald fällt und bald wieder aufsteht, ist nicht so schwierig, und dies hat meine Erlösung erfleht, denn Ich wollte den Menschen um jeden Preis retten, und daher habe Ich meinen Aposteln die Aufgabe als Schatzwalter der Erlösungsfrüchte anvertraut. Da Ich also noch das Geringere tun musste, bewahrte Ich das Größere für später auf, und behielt Mir andere Epochen vor zur Vollendung meiner hohen Pläne. Nun, das Leben in meinem Willen ist nicht nur Rettung, sondern es ist Heiligkeit, die sich über alle anderen Arten von Heiligkeit erheben muss, welche den Stempel der Heiligkeit ihres Schöpfers tragen muss.

Deshalb mussten zuerst die geringeren Heiligkeiten einander folgen, wie ein Geleit, wie Träger, Boten, Vorbereiter dieser Heiligkeit, die ganz göttlich ist. Und wie Ich bei der Erlösung meine unvergleichliche Mutter als Verbindungsglied mit Mir erwählte, von dem alle Früchte der Erlösung herabsteigen sollten, so wählte Ich dich als Verbindungsring, durch das die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen ihren Anfang nehmen sollte – eine Heiligkeit, die, da sie aus meinem Willen hervorgeht, Mir die vollständige [akzidentielle] Glorie erweisen wird, indem der Zweck erfüllt wird, für den der Mensch erschaffen wurde – so muss er auf demselben Weg meines Willens zurückkehren, um zu seinem Schöpfer heim zu kehren.

Was wunderst du dich also? Das sind seit Ewigkeit festgesetzte Dinge, und niemand wird es zuwege bringen, dass Ich davon abrücke. Und da diese Angelegenheit groß ist – es geht um die Errichtung meines Reiches in der Seele auch auf Erden – ging Ich vor wie ein König, der ein Reich in Besitz nehmen soll: Er geht nicht als erster hin, sondern lässt zuerst seinen Königspalast vorbereiten, dann schickt er seine Soldaten, um das Reich zu bereiten und die Völker als seine Untertanen zu disponieren. Dann folgen die Ehrengarden und die Minister, und der Letzte ist der König: das ist ehrenvoll für einen König.

So tat Ich es: Ich ließ meinen Palast bereiten, welcher die Kirche ist; die Soldaten waren die Heiligen, um Mich bei den Völkern bekannt zu machen; dann folgten die Heiligen, die Wunder säten, als meine vertrautesten Minister; und nun komme Ich als König, um zu herrschen, deshalb musste Ich eine Seele auswählen, wo Ich meine erste Wohnstätte errichten sollte, und dieses Reich meines Willens gründen. Lass Mich deshalb herrschen und gib Mir volle Freiheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 3. Dezember 1921)

“Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!” (Lk 3, 4)

… „Wie nun meine Liebe in der Schöpfung stark überquoll, so ist [auch] mein Wille entschlossen, dass sein Reich unter den Menschen lebendig werde. Daher will Er mit ganzem Prachtaufwand, ohne auf ihre Verdienste zu sehen, mit unübertroffener Großherzigkeit von neuem sein Reich gewähren. Er wünscht nur, dass die Geschöpfe Ihn und seine Güter erkennen, damit sie, wenn sie diese kennen, das Reich der Heiligkeit, des Lichtes und der Glückseligkeit ersehnen und herbeiwünschen. Wie ein Wille es zurückgewiesen hatte, so soll ein anderer [Wille] es herbeirufen, es ersehnen, es drängen, zu kommen und mitten unter den Geschöpfen zu herrschen.

Daher die Notwendigkeit Ihn kennenzulernen: Wenn man ein Gut nicht erkennt, wird es weder gewünscht noch geliebt. So werden diese Wahrheiten über Ihn die Boten, die Vorboten sein, die mein Reich ankündigen. Die Kenntnisse über mein FIAT werden sich einmal als Sonnen zeigen, dann wieder als Donner, bald als Lichtblitze, bald wie heftige Windstöße sein, welche die Aufmerksamkeit der Gelehrten und der Unwissenden, der Guten und auch der Schlechten, auf sich lenken werden. Sie werden wie Blitze in ihre Herzen fallen und sie mit unwiderstehlicher Kraft überwältigen, damit sie aus den Schätzen der erworbenen Kenntnisse wieder auferstehen.

Sie werden die wahre Erneuerung der Welt darstellen, werden alle Haltungen annehmen, um die Geschöpfe anzulocken und zu besiegen. Bald werden sie als Friedenstifter auftreten, die von den Geschöpfen einen Kuss wollen, damit sie ihnen den ihren geben, auf dass sie die ganze Vergangenheit vergessen und sich nur daran erinnern, einander zu lieben und sich gegenseitig zu beglücken; bald werden sie wie siegessichere Krieger sein, um ihre Eroberung in denen abzusichern, die diese Wahrheiten kennen; bald werde sie wie unaufhörliche Gebete sein, die erst dann zu flehen aufhören, wenn die Menschen, besiegt von den Kenntnissen meines Göttlichen Willens bekennen werden: „Du hast gesiegt, wir sind schon eine Beute deines Reiches“; schließlich werden sie wie ein herrschender König sein, der Liebe ausstrahlt, sodass sie ihre Stirne beugen werden, um sich beherrschen zu lassen. Was wird mein Wille nicht alles tun? Er wird seine ganze Macht einsetzen, um unter den Geschöpfen zur Herrschaft zu gelangen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 30. Oktober 1927)

„Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt“ (Lk 3, 6)

„Meine Tochter, es ist wirklich wahr, dass das Höchste Wesen am Anfang der Schöpfung seine Vermählung mit der Menschheit feierte. Und es war wie bei einem Bräutigam, den seine böse Braut veranlasst, sich vor dem Hof von ihr zu trennen. Trotzdem bleibt im Bräutigam eine Zuneigung im eigenen Herzen, und er denkt und ersehnt es, dass seine Erwählte sich ändert: „Wer weiß, vielleicht kann ich wieder mit ihr zusammenkommen und mich aufs Neue mit ihr im Hochzeitsbund vermählen.“ Daher lässt er oft Botschaften an ihr Ohr dringen, dass er sie liebt.

So machte es Gott. Obwohl die Vermählung mit der Menschheit am Göttlichen Hof aufgelöst wurde, bewahrte Er eine Zuneigung für sie und sehnte sich, obschon sie weit weg nach, nach dem neuen Band der Vermählung mit der Menschheit. Daher zerstörte Er weder den Palast, den Er mit so viel Pracht und Herrlichkeit errichtet hatte, noch entzog Er der Menschheit die Wohltat der Sonne, die den Tag bildete, sondern Er ließ alles bestehen, damit jene, die Ihn beleidigt hatte, Gebrauch davon machen konnte. Mehr noch, Er sogar erhielt die Kommunikation aufrecht, indem Er von Beginn der Welt an bald diesen, bald jenen Guten erwählte. Diese Guten gli-chen Boten, Postboten, die manch kleine Briefe, Telegramme oder Telefonanrufe vom Himmel brachten, mit der Ankündigung, dass der ferne Bräutigam sie nicht vergessen hat, dass er sie liebte und die Rückkehr der undankbaren Braut wünschte.

Je mehr Ich im Alten Bund die Guten, die Patriarchen und die Propheten vervielfältigte, umso eindringlicher waren die Einladungen und die Post, die zwischen Himmel und Erde hin und her eilte – mit jenen Nachrichten, dass Gott die neue Vereinigung (Einheit) ersehnte. So wahr ist dies, dass Er, da Er die Glut seiner Liebe nicht länger zurückhalten konnte und die gefallene Menschheit damals noch nicht disponiert war, eine Ausnahme machte, und die jungfräuliche Königin und die Menschheit des WORTES mit dem Band wahrer Vermählung traute. Dadurch sollte die gefallene Menschheit durch diese Beiden wieder erhoben werden und Er seine Vermählung mit der ganzen Menschheit feiern können. So bildete meine Menschheit die neue Verlobung mit der ganzen Menschheit auf dem Kreuz. Alles, was Ich tat und litt, bis hin zum Kreuzestod, waren lauter Vorbereitungen, um die ersehnte Hochzeit im Reich des Göttlichen Willens zu verwirklichen.

Nun, nach der Verlobung gibt es noch Unterpfänder und Gaben, die übergeben werden sollen, und diese sind die Kenntnisse über mein Göttliches FIAT: in ihnen wird der Menschheit das große Geschenk verliehen, das Mir der Mensch im Garten Eden zurückgewiesen hatte, d.h., das ewige, unendliche und grenzenlose Geschenk meines Willens. Diese Gabe wird die gefallene Menschheit so sehr anlocken, dass sie Uns dafür [im Gegenzug] das Geschenk ihres armen Willens machen wird. Dies wird nach einer so langen Kette der Korrespondenz und der Treue von Seiten Gottes, und der Unbeständigkeit, Undankbarkeit und Kälte seitens der Menschen wie eine Bestätigung und Besiegelung der Einheit der Brautleute sein.

So hat sich also, meine Tochter, der Mensch herabgewürdigt und verlor mit dem Rückzug aus meinem Willen alle Güter. Um sich zu adeln und alles wieder zu erwerben und die Rehabilitation der Vermählung mit seinem Schöpfer zu erhalten, muss er von neuem in das Göttliche FIAT eintreten, von Dem er ausgegangen war. Es gibt keine Mittelwege, nicht einmal meine eigene Erlösung reicht aus, um den Menschen zum Ursprung der glücklichen Ära seiner Erschaffung zurückkehren zu lassen. Sie – die Erlösung – ist Mittel, Weg, Licht, Hilfe, aber nicht das Ziel; das Ende ist mein Wille, denn Er war der Anfang. Wer Anfang war, muss von Rechts wegen (aus Gerechtigkeit), auch dessen Ende (Ziel) sein.

So muss die Menschheit in meinen Göttlichen Willen eingeschlossen werden, um in ihrem adeligen Ursprung und ihrer Glückseligkeit wieder hergestellt zu werden, und um von neuem die Vermählung mit ihrem Schöpfer in Kraft zu setzen. Daher genügt unserer Liebe nicht die große Wohltat, welche meine Erlösung dem Men-schen erwiesen hat, sondern sie ersehnt mehr. Die wahre Liebe gibt sich nie zufrieden, sie ist erst dann befriedigt, wenn sie sagen kann: „Ich habe nichts mehr, was Ich geben könnte.“

Im Wissen, dass der Mensch glücklich, siegreich, herrlich zu Mir, in den edlen Zustand zurückkehren kann, in dem er von Gott erschaffen worden ist, und zwar, indem mein Wille in ihrer Mitte regiert – siehe darum ist alle Sehnsucht Gottes, sind meine Seufzer und Mitteilungen auf die Bekanntmachung und Herrschaft unseres Willens hingeordnet. Dann erst kann Ich zu unserer Liebe sagen: „Beruhige dich, unser geliebter Sohn ist an seinem Ziel angekommen! Er ist jetzt schon im Besitz unseres Erbes, das ihm bei der Erschaffung verliehen wurde, was unser FIAT ist!“ Und während er das Unsrige besitzt, besitzen Wir ihn. Daher ist die Vermählung von neuem geschlossen, die Brautleute sind an ihren Ehrenplatz zurückgekehrt, und es bleibt nichts anderes als zu feiern und ein solch großes Glück nach einem so langen Schmerz zu genießen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 16. Juni 1928)