1Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden. 2Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.
3Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.
5Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
7Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

„Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Jn 3, 3)

… „Meine Tochter, wundere dich nicht, wenn Ich dir sage, dass du die Neugeborene meines Willens bist. Du musst wissen, dass selbst meine Unbefleckte Mama die Neugeborene meines Willens ist, denn verglichen mit dem, was der Schöpfer ist, und dem, was das Geschöpf sein und von Gott empfangen kann, könnte man Sie eine kleine Neugeborene nennen.
Da Sie die Neugeborene meines Willens war, gestaltete Sie sich nach der Ähnlichkeit mit ihrem Schöpfer und konnte Königin der ganzen Schöpfung sein. Als Königin beherrschte Sie alles und ihr Widerhall strömte wohl im Göttlichen Willen.
Und nicht nur die Himmlische Mutter, sondern alle Heiligen, Engel und Seligen können sich gerade eben neu geboren im Ewigen Willen nennen, denn sobald die Seele aus dem sterblichen Leib heraustritt, wird sie in meinem Willen geboren.
Wenn sie nicht in Ihm wieder geboren wird, kann sie nicht nur nicht in die himmlische Heimat eingehen, sondern nicht einmal gerettet werden, denn es geht niemand in die ewige Herrlichkeit ein, wenn er nicht von meinem Willen geboren wird.
Jedoch muss Ich dich auf den großen Unterschied hinweisen, der zwischen der Seele besteht, die im Höchsten Willen in der Zeit geboren ist, und denen, die an den Pforten der Ewigkeit wieder geboren werden.
Ein Beispiel ist meine Mutter und Königin, welche die Neugeborene des Göttlichen Willens in der Zeit war, und weil neu geboren, besaß Sie die Macht, ihren Schöpfer auf die Erde herabsteigen zu lassen.
Während Er weiterhin unermesslich war, ließ Sie Ihn in ihrem mütterlichen Schoß klein werden, um Ihn mit ihrer eigenen Natur zu bekleiden und den Menschengeschlechtern als Erlöser zu schenken.
Sie bildete, da Sie die Neugeborene war, Meere der Gnade, des Lichtes, der Heiligkeit, der Wissenschaften, wo Sie den einschließen konnte, der Sie erschaffen hatte. Mit der Macht des Lebens des Höchsten Willens, den Sie besaß, konnte Sie alles tun und alles erflehen.
Gott selbst konnte sich dem nicht verweigern, was dieses Himmlische Geschöpf erbat, denn was Sie erbat, war sein eigener Wille, der dies wünschte und dem Er nichts verweigern konnte noch durfte.
Wer also in der Zeit in meinem Willen neu geboren wird, formt sich, während er noch in der Verbannung ist, Gnadenmeere, und wenn diese Seele die Erde verlässt, bringt sie all die Ozeane der Schätze, die der Göttliche Wille besitzt, mit sich und bringt daher Gott selbst mit.
Es ist wirklich ein Wunder, diesen Willen, diesen Gott, Der in den Himmeln herrscht, aus der Verbannung mitzubringen. Du selbst kannst die großen Wohltaten und Wunder der Seele nicht klar begreifen, die in der Zeit in meinem Willen neu geboren ist. So kannst du alles, was Ich dir sage, tun, umso mehr, als mein Wille, wie identifiziert mit deinem kleinen Wesen, es wirken wird.
Wenn die Seele hingegen beim Verlassen der Erde in meinem Willen wiedergeboren wird, so ist es hier der Göttliche Wille, der seine unermesslichen Meere finden lässt, damit die Seele in Ihm wiedergeboren werde. Die Seele bringt also nicht ihren Gott mit sich, sondern Gott lässt sich von ihr finden. Welch ein Unterschied zwischen diesen beiden!
Daher könnte Ich dir keine größere Gnade erweisen, als dich zur Neugeborenen meines Willens zu machen, und wenn du wachsen möchtest, dann mache, dass nur mein Wille wächst.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 14. März 1926)

„Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden“ (Joh 3,7)

… „Meine geliebte Tochter, nach so viel Leid, das Mir die Geschöpfe in diesen traurigen Zeiten bereiten, das Mich sogar zum Weinen bringt – und da es das Weinen Gottes ist, hallt es wider im Himmel und auf Erden – wird ein Lächeln den Himmel und die Erde mit Freude erfüllen.
Und dieses Lächeln wird sich auf meinen Lippen zeigen, wenn Ich die Erstlingsfrüchte erblicke, die Kinder meines Willens, die nicht in der menschlichen Sphäre, sondern in der göttlichen leben werden. Ich werde sie alle geprägt sehen vom ewigen, unbegrenzten, unendlichen Wollen.
Ich werde zusehen, wie dieser ewige Punkt, der sein Leben nur im Himmel hat, über die Erde strömt und die Seelen nach seinen unendlichen Prinzipien formt, und zwar mit dem göttlichen Wirken, mit der Vervielfältigung der Akte in einem einzigen Akt.
Und wie die Schöpfung vom FIAT ausging, so wird sie im FIAT vollendet werden. Also werden allein die Kinder meines Willens im Fiat alles erfüllen, und in meinem Fiat, das in ihnen Leben annehmen wird, werde Ich vollkommene Liebe, Ehre, Sühne, Dank und Lobpreis für alles und für alle erhalten.
Meine Tochter, die Dinge kehren dorthin zurück, von wo sie ausgegangen sind: Alles ging vom Fiat aus, und im Fiat wird alles zu Mir zurückkehren. Es werden wenige sein, aber im Fiat werden sie Mir alles geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 7. Januar 1921)

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… Ich dachte bei mir: „Warum nennt mich der gebenedeite Jesus so oft die kleine Neugeborene seines Heiligsten Willens? Vielleicht, weil ich immer noch schlecht bin und keinen Schritt in seinem Willen getan habe, nennt Er mich zu Recht kaum neugeboren.”
Als ich dies erwog, schlang mein anbetungswürdiger Jesus die Arme um meinen Hals, drückte mich fest an sein Herz und sagte zu mir: „Meiner kleinen Neugeborenen meines Willens will Ich nichts verweigern.
Willst du also wissen, warum Ich dich die kleine Neugeborene nenne? Neugeboren bedeutet, im Akt des Geborenwerdens zu sein. Da du in jedem deiner Akte in meinem Willen wiedergeboren werden sollst, ist es notwendig, dich stets neugeboren zu bewahren.
Und nicht nur das, sondern mein Wille möchte dich, um für alle Opposition der menschlichen Willen Wiedergutmachung zu erhalten, in mein Wollen hineinrufen, um dich so oft wiedergeboren werden zu lassen, als die menschlichen Willen sich dem Seinigen entgegengesetzt haben.
Die Seele, die gerade dabei ist, geboren zu werden, kann man leicht so oft man will wieder geboren werden lassen und sie ohne das Wachstum des menschlichen Willens bewahren. Wenn aber die Seele heranwächst, ist es schwieriger, sie ohne das Leben des eigenen Ich beizubehalten.
Doch das ist nicht alles; für die Neugeborene meines Willens war es notwendig, gebührend und geziemend für sie und für unseren eigenen Willen, dass sie sich mit jenem einzigen Akt des Ewigen vereinigt, der keine Abfolge von Akten hat.
Da dieser einzige Akt dem göttlichen Wesen die ganze Größe, Erhabenheit, Unermesslichkeit, Ewigkeit und Macht verleiht, kurz, alles in sich einschließt, um aus diesem einzigen Akt all das hervorgehen zu lassen, was Er will, so sollte die kleine Neugeborene unseres Willens sich mit dem einen Akt des Ewigen vereinen und stets einen einzigen Akt tun.
Das bedeutet, sie soll stets im kontinuierlichen Akt des Geborenwerdens sein, stets einen einzigen Akt zu tun, nämlich allein unseren Willen. Und während sie einen einzigen Akt tut, würde sie stets wiedergeboren werden: doch wozu wieder geboren werden? Zu neuer Schönheit, zu neuer Heiligkeit, zu neuem Licht, zu neuer Ähnlichkeit mit ihrem Schöpfer.
Wenn du in unserem Willen wieder geboren wirst, so fühlt sich die Gottheit für die Absicht genuggetan, wozu Sie die Schöpfung hervorgebracht hat, und spürt, wie die Freuden und Seligkeiten zu Ihr zurückkehren, die Sie dem Geschöpf verlieh.
Dich an ihre göttliche Brust drückend, erfüllt Sie dich mit Freude und unendlichen Gnaden und teilt dir weitere Kenntnisse über unseren Willen mit und lässt dich, ohne dir Zeit zu lassen, von neuem in unserem Willen geboren werden.
Diese ständigen Geburten lassen dich andauernd deinem Willen, deinen Schwächen, deinen Armseligkeiten absterben, und all dem, was nicht zu unserem Willen gehört. Wie schön ist das Los meiner kleinen Neugeborenen, bist du darüber nicht glücklich?
Siehst du, auch Ich wurde einmal geboren, doch diese Geburt lässt Mich ständig geboren werden: Ich werde in jeder konsekrierten Hostie neu geboren, Ich werde jedes Mal neu geboren, wenn das Geschöpf zu meiner Gnade zurückkehrt.
Die erste Geburt verlieh Mir den Platz, um Mich stets wieder geboren werden zu lassen. So sind die göttlichen Werke: einmal getan, bleibt der andauernde Akt, ohne jemals aufzuhören.
So wird es mit der kleinen Neugeborenen meines Willens sein, einmal geboren, wird der beständige Akt der Geburt bleiben. Daher bin Ich so darauf bedacht, dass dein eigener Wille nicht in dich eintritt, Ich umgebe dich mit so viel Gnade, damit du stets in meinem Willen wiedergeboren wirst, und mein Wille in dir wiedergeboren wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 23. Februar 1926)

„Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist“ (Joh 3, 8)

… „Meine Tochter, es gibt weder Ordnung, noch Ruhe, noch wahres Leben außer in meinem Göttlichen Fiat. Das Leben jedes Menschen, sein erster Akt des Lebens, wird nämlich im Schoß seines Schöpfers gebildet, und dann bringen Wir den Menschen als unseren Spross zur Welt.
Da Wir in Uns Selbst die Eigenschaft besitzen, stets hervorzubringen, trägt der Mensch als unser Sohn den Samen mit sich, der zeugen kann. Mit diesem Samen bringt der Mensch viele weitere Sprösslinge hervor.
Er bringt im Lauf seines Lebens die Sprösslinge seiner heiligen Gedanken hervor, seiner keuschen Worte, seiner schönen und bezaubernden Werke, der lieblichen Tritte seiner Schritte und der leuchtenden Strahlen seiner Herzschläge.
Alle diese von den Geschöpfen gebildeten Sprösslinge nehmen ihren Weg zu ihrem Schöpfer hinauf, um Ihn als ihren Vater anzuerkennen, Ihn zu lieben, Ihm das Geleit zu geben und seine lange Nachkommenschaft zu bilden – zu unserer Ehre und zur Ehre unserer erzeugenden Kraft.
Damit aber unsere zeugende Kraft fruchtbar wird, muss unser Göttlicher Wille in dem aus Uns hervorgegangenen Sprössling herrschen. Sonst würde er riskieren, in einen Unmenschen verwandelt zu werden und die Macht zu verlieren, Gutes zu erzeugen; und wenn er zeugt, erzeugt er Leidenschaften, Schwächen und Laster, welche nicht nur nicht die Kraft haben, zu Uns aufzusteigen, sondern als Sprösslinge, die nicht zu Uns gehören, verurteilt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 16. Dezember 1929)