34. SONNTAG IM JAHRESKREIS – HOCHFEST CHRISTKÖNIG – B – (Joh 18, 33-37)

33bIn jener Zeit fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden? 34Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
35Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? 36Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.
37Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

„Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18, 36)

Ich dachte an die Passion meines süßen Jesus und fühlte mir diese Leiden so nahe, als würde Er sie gerade jetzt erleiden; da blickte Er mich an und sagte zu mir: „Meine Tochter, Ich litt alle Peinen in meinem Willen, und als Ich sie litt, öffneten sie in meinem Willen ebenso viele Wege, um jedes Geschöpf zu erreichen.
Hätte Ich nicht in meinem Willen gelitten, der alles miteinschließt, so wären meine Leiden nicht zu dir und zu jedem gelangt, sondern wären in meiner Menschheit geblieben.
Da Ich sie jedoch in meinem Willen erlitt, taten sie nicht nur so viele Wege von Mir zu ihnen hin auf, sondern öffneten ebenso viele andere, damit die Seelen in Mich eintreten konnten, um sich mit diesen Leiden zu vereinigen, und damit Mir jede Seele die Pein zufüge, die sie Mir mit ihren Beleidigungen im Laufe aller Jahrhunderte zufügen sollte.
Während Ich unter dem Sturm der Schläge war, brachte mein Wille Mir jedes Geschöpf nahe, dass es Mich schlage; so waren es nicht nur die Schergen, die Mich geißelten, sondern die Geschöpfe aller Zeiten, die mit ihren Sünden an der barbarischen Geißelung mitwirken sollten; und so war es auch in all den anderen Leiden: mein Wille brachte Mir alle, niemand entzog sich dem Aufruf. Alle waren Mir gegenwärtig, niemand entging Mir.
Deshalb waren meine Leiden um vieles härter und vielfältiger als jene sichtbaren! Wenn du also möchtest, dass die Aufopferung meiner Leiden, dein Mitleid, deine Wiedergutmachung und deine kleinen Leiden nicht nur zu Mir gelangen, sondern denselben Weg wie die Meinigen nehmen, dann lasse alles in meinen Willen eingehen, und alle Generationen werden die Wirkungen davon erfahren.
Und dies betrifft nicht nur meine Leiden, sondern auch meine Worte, denn in meinem Willen gesprochen, erreichten sie alle; wie zum Beispiel, als Pilatus Mich fragte, ob Ich ein König sei, und Ich ihm antwortete: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, so würden Millionen von Engelslegionen Mich verteidigen.”
Als Mich Pilatus so arm, gedemütigt und verachtet sah, wunderte er sich und sagte mit größerem Nachdruck: „Wie, Du bist ein König?”
Und Ich erwiderte ihm und allen, die sich wie er in einer Machtposition befinden, mit Festigkeit: „Ich bin ein König und bin dazu in die Welt gekommen, die Wahrheit zu lehren, und die Wahrheit ist dies, dass es keineswegs hohe Posten, Reiche, Würden und Befehlsgewalt sind, die den Menschen zum Herrscher machen, ihn adeln und über alle erheben; dies ist vielmehr Sklaverei und Elend und unterwirft ihn niedrigen Leidenschaften und ungerechten Menschen, sodass auch er viele ungerechte Akte begeht, die ihn entwürdigen, beschmutzen und ihm den Hass seiner Untergebenen zuziehen.
So bedeuten die Reichtümer Sklaverei, und die hohen Posten sind Schwerter, die viele töten oder verwunden. Die wahre Herrschaft ist die Tugend, die Loslösung von allem, es bedeutet, sich für alle zu opfern und sich allen zu unterwerfen; dies ist die wahre Herrschaft, die alle fesselt und die Liebe aller auf sich zieht. So wird also meine Herrschaft kein Ende haben, während die deine nahe daran ist, zu vergehen.”
Diese Worte ließ Ich in meinem Willen an das Ohr aller dringen, die sich in hohen Stellungen befinden, um ihnen die große Gefahr zu zeigen, in der sie sich befinden, und jene zu warnen, die Posten, Würden und Führung anstreben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 16. Juli 1923)

„Du sagst es, ich bin ein König“ (Joh 18, 37)

Ich bin unter den höchsten Wellen des Göttlichen Fiat, das alle Dinge und alle seine Göttlichen Akte zeigt, und quasi mit Händen greifen lässt, dass sie ihren Ursprung im Göttlichen Willen haben und alle Träger eines so heiligen Willens sind.
So war sowohl in der Schöpfung wie in der Erlösung die erste Absicht Gottes keine andere, als dass der Göttliche Wille in jedem Geschöpf und in allem sein vibrierendes Leben heranbilde; Er wollte seinen königlichen Platz und die Übertragung aller Dinge und eines jeden Aktes in seinen Willen.
Und dies mit Gerechtigkeit und zu Recht, da Er der Urheber von allem und von allen ist. So verwundert es nicht, dass Er seinen Platz zurecht in allem haben möchte. Dann folgte ich dem Göttlichen Willen in seinen Akten und gelangt zur Erlösung, und mein geliebter Jesus hielt mich an und sprach seufzend zu mir:
„Meine Tochter, dennoch war der erste Zweck der Erlösung in unserem Geist, das Reich des Göttlichen Willens im Geschöpf wiederherzustellen. Es war jenes Göttliche, das Wir in das Geschöpf gelegt hatten, unseren wirkenden Willen, den edelsten, schönsten Akt, und deswegen liebten Wir das Geschöpf bis zur Torheit, weil es [etwas] von dem Unsrigen besaß.
Wir liebten Uns selbst in ihm, und daher war unsere Liebe vollkommen, vollständig und unaufhörlich. Als könnten Wir uns nicht von der Seele losmachen, fühlten Wir unseren eigenen Willen, Der vom Inneren der Seele her Uns drängte, diese zu lieben.
Wenn Ich vom Himmel auf die Erde herabstieg, war es die Herrschaft und Macht meines Fiat, das Mich rief, da Es seine Rechte wollte und wünschte, dass sein edler und Göttlicher Akt wiederhergestellt und in Sicherheit gebracht werde.
Es hätte die Ordnung gefehlt, und Wir hätten gegen die Natur gehandelt, wenn Ich beim Herabsteigen vom Himmel die Geschöpfe gerettet, aber unseren Willen, das Göttliche, unseren schönsten Akt, den Wir in sie gelegt hatten, Anfang, Ursprung und Ende von allem, nicht in Sicherheit gebracht und sein Reich in ihnen nicht für Ihn wiederhergestellt hätte.
Wer aber ist nicht zuerst besorgt, sich selbst zu retten und dann erst die anderen? Niemand; und wenn Er sich selbst nicht retten kann, ist es ein Zeichen, dass er weder Kraft noch Macht hat, die anderen zu retten.
Mit der Wiederherstellung des Reiches meines Willens im Geschöpf vollbrachte Ich den größten Akt, einen Akt, den nur ein Gott tun kann, d.h., mein eigenes Leben im Geschöpf in Sicherheit zu bringen.
Und während Ich mich selbst rettete, wurden alle in Sicherheit gebracht und schwand jede Gefahr, da sie ein Göttliches Leben in ihrer Macht hatten, in dem sie alle nötigen Güter finden könnten.
Daher werden meine Erlösung, mein Leben, meine Leiden, mein Tod dazu dienen, die Geschöpfe für ein solches Gut zu disponieren, wie auch als Vorbereitung auf das große Wunder des Reiches meines Willens in der Menschheit.
Wenn seine Früchte und sein Leben noch nicht sichtbar sind, so besagt das nichts, weil in meiner Menschheit der Same, das Leben meines Fiat ist. So besitzt also dieser Keim die Kraft, die lange Generation so vieler anderer Samen in den Herzen zu bilden, um in ihnen die Wiederherstellung des Lebens meines Willens in den Geschöpfen neu zu generieren.
Es gibt also keinen Akt, den das Höchsten Sein tut, der nicht aus unserem Willen hervorgeht. Und seine Liebe ist so groß, dass Er sich selbst zum Leben in unserem Akt macht und als Leben seine Rechte fordert, weil Er sein Leben entfalten möchte.
Wie konnte Ich daher für die Erlösung kommen, wenn Ich nicht diese Rechte für meinen Willen wiederhergestellt hätte? Diese Rechte, die Erlösung zu bewerkstelligen, wurden in meiner Himmlischen Mutter und in meiner Menschheit wiederhergestellt.
Und nur, weil mein Wille diese ersten Rechte hatte, konnte Ich für die Erlösung kommen, sonst hätte Ich weder den Weg noch einen Platz gefunden, an dem Ich herabsteigen konnte.
Meine Menschheit verpflichtete sich mittels Leiden bei meinem Willen, Ihm diese Rechte zurückzuerstatten, damit Er zu seiner Zeit in der Menschheitsfamilie herrschen könne. Bete daher, und halte, vereint mit Mir, selbst das Opfer deines Lebens nicht zurück für eine so heilige und göttliche Sache und aus der heldenhaftesten und größten Liebe zu allen Menschen heraus.“
Da war ich wegen des oben Geschriebenen besorgt und dachte mir: ‚Wie kann dies sein: obwohl Er sagt, dass das erste Ziel seines Kommens auf die Erde die Errichtung des Reiches des Göttlichen Willens war – wenn auch die Erlösung damit verbunden sein sollte – kann man, während die Früchte der Erlösung überreich sichtbar sind, von denen seines regierenden Fiat noch fast gar nichts sehen!’
Und Jesus fügte hinzu: „Meine Tochter, es wäre absurd und gegen die Göttliche Ordnung, unserem Willen nicht die Vorherrschaft zu geben, wie Wir es in der Tat machten. Ich kann sagen, dass in meiner Himmlischen Mutter zuerst das Reich des Göttlichen Willens begann, und sodann in meiner Menschheit, welche die ganze Fülle des Höchsten Willens besaß, und dann kam die Erlösung.
Da Ich und die Himmelskönigin kraft dieses Reiches, das Wir in seiner vollen Blüte besaßen, die ganze Menschheitsfamilie als Haupt repräsentierten, um alle verstreuten Glieder wieder zu vereinigen, konnte die Erlösung kommen.
Es war gerade das Reich meines Willens, aus dem die Erlösung hervorging. Hätten Ich und meine Mutter es nicht besessen, so wäre es ein Traum gewesen und in unserem Göttlichen Geist geblieben.
Da nun Ich das Haupt, der König, der Erlöser und Jener bin, der die Menschheit in Wahrheit heiligt, haben auch an dem, was im Haupt ist, die Glieder ihr Anrecht; die Kinder haben das Erbrecht auf den Besitz der Mutter: daher die Erlösung.
Das Haupt will die Glieder heilen und sie mittels Leiden und Tod binden, um die Tugenden des Hauptes in ihnen fließen zu lassen. Die Mutter möchte ihre Kinder wieder vereinigen und sich zu erkennen geben, um sie zu Erben dessen zu machen, was Sie besitzt.
Du siehst also die Notwendigkeit der Zeit, auf eine Weise, dass aus dem Reich meines Willens die Erlösung als erster Akt hervorging. Die Erlösung wird als machtvolles Mittel dienen, um den Gliedern das Reich mitzuteilen, welches das Haupt besitzt. Beide [d.h. Erlösung und Reich des Göttlichen Willens] werden einander die Hand reichen.
Und wenn Ich es zudem so ersehne, wünsche und darauf bestehe, dass die Geschöpfe in allen Dingen als einziges Prinzip allein meinen Willen haben, Ich, der Ich sein Leben besitze und vom Himmel auf die Erde herabsteigen musste, und es Mich so viel kosten sollte – musste Ich meinem Willen nicht die Vorherrschaft geben?
O meine Tochter, dies zeigt doch, dass man Ihn nicht gründlich versteht: während ein Akt meines Willens mehr wert ist als alle Geschöpfe zusammen, ist es gewiss, dass die Erlösung von meinem Willen ihre Kraft empfing, während die Erlösung meinem Willen nicht Leben verleihen konnte.
Mein Fiat ist ewig, es hatte weder in der Ewigkeit noch in der Zeit einen Anfang, während die Erlösung ihren Anfang in der Zeit hatte. Da mein Wille keinen Anfang hat und der Einzige ist, der allem das Leben geben kann, besitzt Er von Natur aus die Vorherrschaft über alles.
Es gibt nichts, das Wir tun, bei dem es nicht unsere erste Absicht wäre, dass unser Wille sein herrschendes, wirkendes und regierendes Leben hätte. Doch du meinst, dass die Früchte der Erlösung sichtbar sind, während die des Reiches des Göttlichen Willens überhaupt nicht zu sehen sind.
Das heißt, dass man unsere Göttlichen Handlungsweisen nicht versteht: Wir tun nämlich das Geringere, um für unsere größeren Werke den Platz zu machen und unsere erste Absicht zu verwirklichen.
Höre zu, meine Tochter: Der primäre Zweck der Schöpfung war der Mensch, doch statt des Menschen schufen Wir als erstes Himmel, Sonne, Meer, Erde, Luft, Wind als Wohnort, in den Wir diesen Menschen stellen wollten, damit er alles zum Leben Nötige vorfinde.
Bei der Erschaffung des Menschen selbst, machten Wir zuerst den Leib und gossen dann die Seele in ihn ein, die kostbarer, edler und wertvoller als der Leib ist. Oft muss man zuerst die geringeren Werke tun, um auf gebührende Weise den Platz für unsere größeren Werke zu bereiten.
Was Wunder also, dass die erste Absicht in unserem Göttlichen Geist beim Herabsteigen vom Himmel auf die Erde die Errichtung des Reiches unseres Willens in der Menschheit war?
Umso mehr, als die erste Beleidigung, die der Mensch Uns zufügte, gerade gegen unseren Willen gerichtet war, so sollte es gerechterweise unser erstes Ziel sein, den beleidigten Teil unseres Willens zu konsolidieren und Ihm seinen königlichen Platz wieder zurückzugeben; – und dann kam die Erlösung, und zwar geschah sie auf überreichliche Weise mit einem solchen Übermaß an Liebe, dass Himmel und Erde staunten.
Doch warum zuerst? Weil sie dazu dienen sollte, die Herrschaft meines Willens mit Schicklichkeit, Zierde und Pracht, und mit der Ausstattung meiner Leiden und meines Todes selbst, als Königreich, Armee, Wohnstätte und als Gefolge für die Herrschaft meines Willens vorzubereiten.
Um den Menschen zu heilen, waren meine Leiden nötig, um ihm Leben zu geben, war mein Tod erforderlich, und doch hätten eine Träne von Mir, ein Seufzer, ein einziger Tropfen meines Blutes genügt, um alle zu retten, da alles, was Ich tat, von meinem Höchsten Willen beseelt war.
Ich kann sagen, dass es mein Wille in meiner Menschheit war, der in all meinen Akten und meinen qualvollsten Leiden strömte, um den Menschen zu suchen und in Sicherheit zu bringen.
Wie kann man also den ersten Zweck einem so heiligen, so machtvollen Willen versagen, der alles umfasst, ohne den es doch weder Leben noch etwas Gutes gibt? Es wäre absurd, auch nur so zu denken.
Daher wünsche Ich, dass du Ihn in Allem als ersten Akt von allem anerkennst, und so wirst du dich in unsere Göttliche Ordnung stellen, da es nämlich nichts gibt, in dem Wir nicht unserem Willen die Vorherrschaft geben. “(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 6. Mai 1934)

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Meine lieben und geliebten Kinder, Ich komme zu euch mit einem Herzen, das sich überwältigt sieht von den Flammen der Liebe. Komme als Vater zu seinen vielgeliebten Kindern, bei ihnen zu verbleiben und mit ihnen ein gemeinschaftliches Leben zu führen, in dem nur ein Wille und eine Liebe wirksam sind.
Komme mit der Gefolgschaft meiner Leiden, meines Blutes, meiner Werke und sogar meines Todes. Nun achtet auf meine Worte! Jeder Tropfen meines Blutes, jedes Leid, jede meiner Handlungen, jeder meiner Schritte wetteifern miteinander, euch meinen göttlichen Willen darzubieten, selbst mein Tod will euch die Auferstehung zum Leben in meinem Willen geben.
Durch meine Menschheit habe ich alles vorbereitet, Gnaden, Beistand, Licht und Stärke für euch erlangt, um ein so großes Gut in Empfang zu nehmen. Von meiner Seite ist alles getan, nun erwarte ich, daß auch ihr euren Teil tut. Wer wird so undankbar sein, mich und das Gut, das ich mitbringe, nicht annehmen zu wollen?
Wisset, meine Liebe ist so groß, daß ich über euer vergangenes Leben keine Rechenschaft fordere. Alle eure Verschuldungen, alles Böse, das ihr getan, will ich im Meere meiner Liebe begraben, im Feuer meiner Liebe verzehren lassen.
So beginnen wir gemeinsam ein neues Leben, ganz in meinem Willen. Wer könnte so hartherzig sein, mir Widerstand zu leisten und meinen so väterlichen Besuch abzuweisen? Nehmet ihr mich auf, dann werde ich bei euch bleiben wie ein Vater inmitten seiner Kinder, für immer mit euch in einem Willen leben.
O wie verlange, wie sehne ich mich danach, daß meine Kinder immer mit mir seien und von meinem Willen leben möchten! Seit beinahe zweitausend Jahren rufe ich nach meinen Kindern, möchte sie um mich haben, sie glücklich und heilig machen.
Meine Liebe hat einen solchen Grad erreicht, daß sie mich übermannt und Qualen ausstehen, unter Seufzern und Leiden mich immer wieder ausrufen läßt: Kinder, meine Kinder, warum kommt ihr nicht zu eurem Vater? Warum geht ihr weg von ihm, um in Armut und Elend zu darben?
Eure Übel sind Wunden für mein Herz und ich bin es müde, auf euch zu warten. Da ich nun meine Liebe, die in mir wie Feuer brennt, nicht mehr meistern kann, suche ich euch auf und bringe euch das erhabene Geschenk meines Willens.
O ich bitte, ich beschwöre euch, ich flehe zu euch: höret auf mich und laßt euch durch meine Tränen und die Seufzer einer glühenden Sehnsucht zum Mitleid bewegen. Seht, mit diesem Büchlein komme ich nicht allein als Vater, sondern auch als Lehrer inmitten der Schüler.
Wofern ihr mir Gehör schenkt, will ich euch überraschende Dinge lehren, himmlische Unterweisungen geben, die Licht spenden, das nie erlischt, Liebe, die stets zündet, göttliche Kraft, die nie erlahmt, unerschütterlichen Mut, der vor keinem Hindernis und keinem Opfer zurückschreckt und eine Heiligkeit, die stets zunimmt.
Diese Güter werden auf Schritt und Tritt euch den Weg bahnen, der sicher zum himmlischen Vaterland führt. Beachtet überdies: Ich komme als König zu meinem Volke, nicht um Steuern und Abgaben zu fordern, nein, vielmehr, daß ihr mir euren Eigenwillen, euer Elend, eure Schwächen, alle eure Übel abtretet.
Meine Hoheit beansprucht nur das, was euch quält, unglücklich und ruhelos macht, um alles in den Feuerofen meiner Liebe zu werfen und dort in Flammen aufgehen zu lassen.
Ich meinerseits werde euch wie ein wohltätiger, friedliebender und großmütiger König als Gegengabe meinen Willen, die Zärtlichkeit meiner Liebe, meine Reichtümer, meine Glückseligkeit mit ihrem Frieden und die reinsten Freuden schenken.
Gebt ihr mir euren Willen hin, dann werdet ihr vollauf glücklich sein und auch ich. Darum habe ich kein anderes Sehnen als daß mein Wille unter euch das Szepter führe. Himmel und Erde lächeln euch zu, meine gebenedeite Mutter wird auch euch Mutter und Königin sein.
Da sie wohl das hohe Gut kennt, das euch das Reich meines göttlichen Willens gewährt, und euch als ihre wahren Kindern liebt, so ist sie, um meine glühende Sehnsucht zu stillen und euch glücklich zu machen, ganz Eifer, die Völker und Nationen vorzubereiten und zu befähigen, die Herrschaft des Reiches meines göttlichen Willens willkommen zu heißen.
Ihr, welche die Völker vorbereitete, daß deren Erwartung und Sehnsucht mich vom Himmel auf die Erde herabsteigen ließ, ist von mir auch jetzt die hohe und heilige Aufgabe beschieden, kraft ihrer mütterlichen Liebe die Völker in Bereitschaft zu setzen, ein so erhabenes Gut entgegenzunehmen. So hört mich an, meine Kinder! Leset aufmerksam und mit voller Hingabe Seite für Seite dieses Büchleins, und ihr werdet das Bedürfnis empfinden, in meinem Willen zu leben.
Ich stelle mich an eure Seite, wenn ihr leset, werde euren Geist erleuchten, euer Herz rühren, damit ihr die Kostbarkeit der Gabe, die euch meine glühende Liebe anbietet, begreifet, den heldenmütigen und feierlichen Entschluß fasset, zu mir zu kommen und mit mir zu leben in der Heiligkeit meines göttlichen Willens. (aus des Buch „Das Reich des göttlichen Willens“, übersetzt von P. Beda Ludwig – Aufruf Jesu zum Eintritt in das Reich seines Göttlichen Willens)

„Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“ (Gv 18, 37)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, ließ sich mein süßester Jesus eine kurze Weile sehen, ganz in mich „eingegossen“; und Er sagte mir: „Meine Tochter, willst du die Zeichen kennen, um zu wissen, ob die Seele meine Gnade besitzt?“
Und ich: „Herr, wie es deiner heiligsten Güte gefällt.“ So erwiderte Er: „Das erste Zeichen, um zu sehen, ob die Seele meine Gnade besitzt, ist, dass sie bei allem, was zu Gott gehört, das sie äußerlich hören oder sehen kann, eine Süßigkeit, eine ganz göttliche Lieblichkeit in ihrem Inneren wahrnimmt, was mit nichts Menschlichem oder Irdischem vergleichbar ist.
Sie ist wie eine Mutter, welche die Frucht ihres Leibes in der Person eines Sohnes sogar an seinem Atem oder seiner Stimme erkennt, und vor Freude jubelt. Oder wie zwei vertraute Freundinnen, die sich miteinander unterhalten und sich dabei gegenseitig dieselben Gefühle, Neigungen, Freuden, Betrübnisse kundtun; und da jede von ihnen ihre eigenen Dinge in der anderen eingeprägt findet, fühlen sie solches Wohlgefallen und solche Freude darin und schließen die andere so in ihr Herz, dass sie sich nicht voneinander trennen können.
So ist es mit der inneren Gnade, die in der Seele wohnt: wenn sie im Äußeren die Frucht ihres eigenen Schoßes sieht, d.h. wenn sie sich selbst in jenen Dingen erkennt, welche ihr eigenes Wesen bilden, dann stimmt sie mit ihnen überein und lässt die Seele solche Freude und Süßigkeit erfahren, dass man sie nicht ausdrücken kann.
Das zweite Zeichen ist dies: wenn die Seele, welche die Gnade besitzt, spricht, sind ihr Worte friedvoll und haben die Kraft, den Frieden in anderen zu säen; sodass die selben Dinge, gesagt von einem, der die Gnade nicht besitzt, keinen Eindruck machten und keinen Frieden brachten, während sie dann, wenn sie von jemand ausgesprochen werden, der Gnade besitzt, in wunderbarer Weise wirkten, und den Frieden in die Herzen zurückbrachten.
Zudem, meine Tochter, entäußert die Gnade die Seele von allem und macht aus ihrer Menschheit einen Schleier, mit dem sie sich bedeckt, sodass man, wenn der Schleier zerreißt, das Paradies in der Seele findet, die sie (die Gnade) besitzt.
So ist es kein Wunder, dass wahre Demut, Gehorsam und Ähnliches in der Seele zu finden sind, denn von ihr bleibt nichts übrig als ein einfacher Schleier, und man kann mit Klarheit sehen, wie es ganz die Gnade ist, die in ihr wirkt und alle Tugenden für sie in Ordnung hält und sie in ständiger Ausrichtung auf Gott hin leben lässt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 30. Juni 1901)

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… „Meine Tochter, die lautere, nackte und einfache Wahrheit ist der mächtigste Magnet, der die Herzen anzieht und sie disponiert, jedes Opfer aus Liebe zur Wahrheit und zu den Personen, die diese Wahrheit enthüllen, zu bringen.
Wer hat die Märtyrer bereit gemacht, ihr Blut zu vergießen? Die Wahrheit.
Wer gab so vielen anderen Heiligen die Kraft, ein reines und ehrenhaftes Leben inmitten so vieler Kämpfe zu führen? Die Wahrheit, und zwar die nackte, einfache und uneigennützige Wahrheit. Daher wollen die Menschen zu dir kommen.
Ach, meine Tochter, wie schwer ist es in diesen traurigen Zeiten, jemanden zu finden, der diese bloße Wahrheit kundtut, sogar unter dem Klerus, den Gottgeweihten und den Frommen!
Ihr Sprechen und Handeln enthält immer etwas Menschliches, oder ein Interesse oder anderes, und die Wahrheit wird wie zugedeckt oder verschleiert geäußert. So wird die Person, an die sie gerichtet ist, nicht von der nackten Wahrheit berührt, sondern von dem Interesse oder einer anderen menschlichen Absicht, in welche die Wahrheit gehüllt wurde, und sie empfängt nicht die Gnade und die Wirkungen, welche die Wahrheit enthält.
Deshalb werden so viele Sakramente, so viele Beichten vergeudet, profaniert und sind ohne Frucht, obwohl Ich es nicht unterlasse, sie zu erleuchten; doch sie hören Mich nicht, da sie glauben, dass sie ihr Ansehen und die Sympathien verlieren würden, wenn sie so handeln. Sie denken, dass ihre Natur keine Befriedigung mehr fände, und ihre eigenen Interessen Schaden litten. Doch – wie sehr täuschen sie sich!
Denn wer alles aus Liebe zur Wahrheit verlässt, wird in allem Überfluss haben, mehr als die anderen. Unterlasse es daher nicht, so gut du kannst, diese nackte und einfache Wahrheit mitzuteilen, natürlich immer unter dem Gehorsam dem gegenüber, der dich führt, doch wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann gib die Wahrheit kund.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 16. September 1906)

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Ich war in meinem gewöhnlichen Zustand, da erschien Jesus ganz aus Licht und sagte die einfachen Worte: „Ich bin Licht – aber woraus besteht dieses Licht? Was liegt ihm zugrunde? Die Wahrheit. So bin Ich das Licht, weil Ich die Wahrheit bin.
Damit die Seele also Licht sei und in all ihren Handlungen Licht haben möge, müssen diese aus der Wahrheit hervorgehen. Wo Finessen, Trug oder Doppelzüngigkeit herrschen, kann kein Licht sein, sondern herrscht Finsternis.“ Dann verschwand Er wie ein Blitz. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 3. September 1908)